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Rundfunksender Melnik

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Forum » Radio- and technical History » Decades of broadcasting » Rundfunksender Melnik
           
Wolfgang Lill
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06.May.12 21:02
 
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Im Jahre 1933 feiert der Tschechoslowakische Rundfunk sein 10 jähriges Jubiläum.

Die Programmzeitschrift Radiojournal gibt sich weltoffen und veröffentlicht nicht nur die Programme der tschechoslowakischen Sender sondern auch die vieler anderer Länder.

Beim Studium der Radioprogramme stellt man jedoch fest, das Sendungen in Deutscher Sprache sehr rar sind.

Im Leitartikel der Sudeten Radio Woche vom 3.September 1933 heißt es dazu:

"bei den Sendungen wurde auf die in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung so bedeutende deutsche Minderheits-Nation mit ihrem 3,5 Millionen Seelen überhaupt keine Rücksicht genommen. Im ganzen Tschechoslowakischen Rundfunk war nicht ein deutsches Wort zu hören...dann gestand man über Drängen vor allem von deutschen Radiovereinen, deutsche Sendungen in Prag und Brünn von täglich zirka 10 Minuten zu !                                    Es gab überhaupt keine deutschen Ansagen! Die deutschen Theater und Künstler waren so gut wie überhaupt von jeder Mitwirkung ausgeschlossen."

Der Bund der Radiovereine richtete wiederholt Appelle an die Regierung in Prag, den deutschen Rundfunkhörern ein Programm in den inländischen Sendern räumlich, zeitlich und inhaltlich so auszubauen, das den deutschen Hörern ein vollständiges ausreichendes kulturelles Ausleben gewährleistet erscheint ( zitiert aus Sudeten Radio Woche vom 21.10.1933)

Es wird damals bereits Bezug genommen auf die mögliche Vermeidung unerwünschter Rundfunkpropaganda aus dem Deutschen Reich.

Kein Wunder, das die überwiegende Mehrheit der Sudetendeutschen Radiohörer gut empfangbare Sender wie den

Schlesischen Rundfunk 60 KW, 923 KHz

Leipzig 120 KW, 770 KHz

und den damals politisch noch neutralen Sender

Wien, Bisamberg , 100 KW, 580 KHz

einstellte.

Von Anfang an wirkte so die Nationalsozialistische Propaganda auf die Sudetendeutschen Hörer. In der Folgezeit erhöht der Tschechoslowakische Rundfunk seinen Anteil der Sendungen in deutscher Sprache.

Werfen wir einen Blick in Týden Rozhlasu (Rundfunkwoche) vom 26.September 1933:

 

 

Inzwischen sind es in der Tschechoslowakei 1 Million Rundfunkhörer (Hörer mit Rundfunkkonzession geworden.

Foto oben: Die Reportage von der Verlosungsaktion " der millionste Hörer des Tschechoslowakischen Rundfunks" am 09.12.1937. unten: der millionste Hörer ist ein Deutscher ! Er heißt Julius Richter aus Mariaschein bei Teplitz ( der dritte sitzend von links im Bild).

Immerhin sind  nun landesweit cirka 3 Stunden täglich Sendungen in deutscher Sprache zu hören.

Inzwischen gibt es immer größere Spannungen zwischen den Sudetendeutschen und anderen Volksgruppen der Tschechoslowakei. Damals spielt Radiopropaganda  eine entscheidende Rolle, sie war neben der Tageszeitung das wichtigste Medium , die "Macht des Radios" wirkte auf die Sudetendeutsche Bevölkerung.

Die Tschechoslowakische Rundfunkgesellschaft "Radiojournal" und die "Státní postovní a telegrafní správa" (Staatliche Post und Telegrafenverwaltung) planen 1935 den Ausbau des Sendernetzes.

Im Raum Melnik soll ein Sender hoher Leistung errichtet werden, welcher hauptsächlich ( so die Entscheidung der Benes Regierung am 16. Februar 1937 ?)  deutschsprachige Sendungen für die Deutschen in der Tschechoslowakei verbreiten soll.

es geht los !

Im August 1937 erhält die Melniker Firma Ing. Zeman den Auftrag zum Bau des neues Rundfunksenders im Ortsteil Chloumek. Es wird ein Sendergebäude aufgebaut und ein  Sendemast vom Typ "Blaw knox" errichtet.

Lieferer des Mastes ist die englische Firma : Standard Electric, er ist ca 43 Tonnen schwer, exakt 126 m hoch, man kann die Ausführung kurz wie folgt erklären:

Abgespannter selbststrahlender Gittermast inform einer Doppelpyramide . Der Melniker Mast war mit einer "Dachkapazität " versehen um ihn optimal an die abgestrahlte Frequenz anzupassen.

Gleichlaufend mit den Bauarbeiten erfolgt die Verlegung eines Rundfunkkabels nach Prag zu den eigentlichen Studios.

Sendegebäude mit Sender in Chloumek bei Melnik im Jahre 1939 mit gehisster Protektoratsfahne

Technikgebäude in Chloumek im Jahre 1938

Der "Blaw knox" Sendemast

Der Senderaum

Der Verstärkerzellenumschalter

NF-Vorstufe (links ) und HF-Stufe (rechts)

Das eigentliche Studio befand sich im "Narodní Dum" ( Volkshaus oder interprediert als Nationalhaus)

 

Ab Dezember 1937 gibt erste Versuche mit der neuen Technik, zunächst musste die Frequenz frei gemacht werden.

Sender in Mitteleuropa damals ( Prag 2 ist Melnik )

 

Die Villa "narodní dum" in Prag Karlin (Karolinenthal), welche das Radiojournal zuvor gekauft und in kurzer Zeit in ein hochmodernes Studiogebäude verwandelt hatte.

Ansicht des Gebäudes (Fotos vom April 2012)

Bis zu 62 festangestellte Mitarbeiter produzierten und betreuten die deutschsprachigen Sendungen.

Der 100 KW Sender startet seinen Probebetrieb mit ersten Signalen bereits im Dezember 1937.

 

links: der Lagezeiger der Grammfonnadel in Studiobetrieb, rechts der Filmvorführapparat zur Entnahme des Tones aus Tonfilmen.

links: die Aufnahmemaschine für lackierte Schallplatten  rechts der neue Schallplattenapparat.

Das Vorhaben hat inzwischen höchste Priorität, welche auch durch einen Besuch des Präsidenten Dr. Edvard Benes im März 1938 dokumentiert wird.

Den offiziellen Startschuß gab es jedoch am 1.Mai 1938, der Rundfunksender Melnik mit dem Programm Prag 2 ging offiziell mit dem deutschsprachigen Vollprogramm auf Mittelwelle 1113 KHz in Betrieb.

Am Anfang stand das Stationssignal , die Fanfaren aus dem Marsch von Josef Suk:

" V nový zivot" ( in ein neues Leben).

Die rechtsexterme "Sudetendeutsche Partei" hetzte von Anfang an gegen den Sender und sein Programm. In den rechtsgerichteten Zeitungen suchte man vergeblich das Programm dieses Senders. Mit Begeisterung wird das Programm jedoch von den Sozialdemokraten aufgenommen.

Im Nordböhmischen Volksboten erscheinen regelmäßig die Programmfolgen und auch Rezensionen.Besonderer Kritik unterliegen Sendungen, welche von Nichtariern moderiert werden (A. Schmerzensreich, Adolf Schaumann, Maximillian Wolf) oder Sendungen aus jüdischen Unternehmen wie Kaffehaus Winler- reichenberg (Prag) und Hotel Richmond, Karlsbad.Mitglieder der Henlein Partei üben Druck auf deutsche Künstler aus, nicht im Prager Sender aufzutreten.

Statt den Melniker Sender zu hören, sagt Schorschl, trinke ich lieber Melniker Wein

Mit dem Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich am 1.-2.Oktober 1938 endet das deutsche Vollprogramm des Senders Melnik .

Am 19.Oktober schreibt das Aussiger Tageblatt:

 

Hetzsender Melnik sendet nicht mehr deutsch. ...er hat sein verdientes Ende als Sender in deutscher Sprache gefunden....Der Sender gibt jetzt Nachrichten in sieben Sprachen durch....der Melniker Sender hatte ausschließlich den Interessen der Juden und Marxisten der Tschechoslowakei gedient und mit seinen bekannten Lügen- und Hetznachrichten gegen alles was deutsch ist, zur Verschärfung des deutsch- tschechischen Gegensatzes beigetragen....

 

Das Programm Prag 2  - Melnik war den Nazis, welche inzwischen auch das Sudetenland und Österreich "angeschlossen" hatten, nicht genehm, sie drängten die Prager Regierung erfolgreich auf seine Einstellung

Der Sender Melnik schweigt ! bis zum 18.Oktober 1938

Am 18.Oktober 1938 um 11,00 Uhr ertönt auf der Frequenz 1113 KHz das Stationssignal:

"V novy zìvot" von Josef Suk.

Anschließend erfolgt die Ansage in Tschechischer Sprache

"Von heute an hört die Melniker Sendestation auf, eine ausschließlich für deutsches Programm bestimmte Station zu sein, ab sofort wird ein internationales Programm in sieben Sprachen gesendet..." von den 62 deutschen Mitarbeitern im "Narodní dum" bleiben nur wenige .

 

Der Vertrieb von Volksempfängern wird im Sudetengau organisiert.

Alle meine Bemühungen, in der Sudetendeutschen Literatur etwas über den Sender Melnik, dessen Programm oder die anderen Sender des "Cesko-slovenský rozhlas " (Tschechoslowakischer Rundfunk) zu finden, waren bislang erfolglos. Man schweigt zu diesem Thema !

Am 15.März 1939 ca 4,00 Uhr Morgens unterschreibt tschechoslowakische Präsident Dr,. Hacha in Berlin eine Urkunde, die das Ende der Souveränität des Tschechoslowakischen Staates bedeutete.

Die Slowakei und Karpatenukraine wird eine  souveräne Republik und unterstellt sich sofort unter den Schutz des Deutsches Reiches.

 

Am 16.März 1939 weilt Hitler bereits auf der Prager Burg in seinem neuen Protektorat "Böhmen und Mähren"

Schon am 16.März 1939 meldet sich der "volksdeutsche Sender Melnik", ab Juni dann als "Reichssender Böhmen". Das "Národni dum wird beschlagnahmt und es werden 60 deutsche ( hauptsächlich sudentendeutsche ) Mitarbeiter eingestellt. Es wird ein eigenständiges Programm für die Hörer im Sudetengau gesendet und auch eine Stunde lang in tschechischer Sprache.

Nun ist der Sender sofort wieder in allen Zeitungen präsent.

Der neue Chef heißt Hans- Günther Marek (ehemaliger Leiter der Abt. Zeitgeschehen beim Deutschlandsender).

Als deutsches Aufsichts- und Lenkungsorgan fungierte die Behörde des Reichsprotektors, welche dann ab 18.09.1940 die "Betreuung des Deutschen Rundfunks" , die Gestaltung des Protektoratsrundfunks und der "Tschechischen Stunde" im Reichssender Böhmen oblag.

Der Sender Böhmen wird nahezu voll in den Reichsrundfunk integriert, es werden noch regionale
Nachrichten und immer häufiger Luftlagemeldungen gesendet, Auch kommt es zu Abschaltungen des Senders Melnik, wenn sich feindliche Bomberverbände nähern.

Es erfolgte jedoch  seitens der Engländer und Amerikaner kein Bombenangriff auf den Sender und auch nicht auf das Produktionsgebäude " Narodni dum" in Prag Karlin.

das Ende des 3. Reiches

Am 5.Mai 1945 frühmorgens begann der Sprecher von Prag1 Zdenek Manzal nur noch in tschechisch zu sprechen, das war das Signal für den Aufstand in Prag. Der Sender Melnik blieb von diesen Ereignissen, die Gegenangriffe der Deutschen zur Folge hatten, nicht verschont.
 

Dazu erinnert sich Herr Pavel Poupa:

Die Übertragung des Programmes des großdeutschen Rundfunks über eine Standleitung war unterbrochen und damit der Sender ohne Modulation. Das tschechische Personal schaltete dann cirka ab 16,00 Uhr das Programm des Prager Revolutionssenders auf Welle 415 m auf den Sender Melnik. Trotzdem war am Sender eine SS- besatzung. Ein deutscher Panzer kam zum Sender gefahren und der Kommandeur befahl die sofortige Liquidation dieses tschechischen Programmes. Wieder schwieg der Sender Melnik.

Früh am 6.Mai wurde der Sender wieder in Betrieb genommen mit der Modulation von Prag1 . Einer er anwesenden SS- Männer verstand jedoch tschechisch und es wurde erneut befohlen, den Sender abzuschalten. Am 6. und 7.Mai sendet Melnik nicht. Der Versuch  in Melnik selbst Informationen zu senden, scheiterte an einem kaputten Mikrofon,

Ein letzter Versuch der Deutschen war ein Spezialist. Dieser landete mit seinem "Fieseller Storch" (Ultraleichtflugzeug).

auf der Wiese beim Sender. Er hatte die Aufgabe, den Sender für eine vor Ort Sendung flott zu machen, scheiterte jedoch. Gleichzeitig wurde das Gerücht gestreut, das die Amerikaner bereits Roudnice (wenige Kilometer von Melnik) befreit haben und damit sahen die SS- Leute die Chance, sich dorthin  abzusetzen. SS und Polizei haben den Sender Melnik unversehrt verlassen.

 

Mit solchen Angriffen hatte eigentlich niemand mehr gerechnet, jedoch flogen am 8. Mai sowjetische Flugzeuge Angriffe gegen die Stadt Melnik . So wurde auch die Standleitung nach Prag liqudiert. Am 9.Mai 1945 kamen tschechischen Angestellte wieder zum Sender und übernahmen die Sendung von Prag 1. Es gab in der Endphase in diesen letzten Tagen des Krieges auch mehrere Hilferufe über den Sender.

 

Die Standleitung nach Prag war erst wieder am 11.Mai 1946 vollständig repariert. Melnik wurde ein Sender des Tschechoslowakischen Rundfunks.

Am 15.März 1950 tritt der Kopenhagener Wellenplan in Kraft. der Sender Melnik wechselt auf die neue Frequenz 1232 KHz. Es wird abgestrahlt das Programm "CS okruh M" .

Im Jahre 1951 wird der Sender Melnik auch für Auslandssendungen eingesetzt. Das Zielgebiet ist Westeuropa. Da jedoch in diesem Gebiet der Empfang teilweise gestört ist, wird ein erneuter Frequenzwechsel ( Tausch mit Kosice) durchgeführt, nun sendet Melnik auf 1286 KHz. Zeitweilig muß er auch bei Abschaltung von Prag - Liblice wegen Wartungsarbeiten das Programm Praha I abstrahlen.

 

Am 21.August 1968 besetzten die verbündeten Truppen des Warschauer Paktes die Tschechoslowakei. Eines der wichtigsten Ziele war die Inbesitznahme der Rundfunk- und Fernsehsender. Polnische und sowjetische Truppen näherten sich Melnik und hatten den Befehl, diesen Sender zu erobern . Am späten Abend des 21.August 1968 gelang es einem gepanzerten Fahrzeug, die Hauptstromleitung zu unterbrechen. Das gesamte Gebiet und der Sender waren somit ohne Strom.

 

Nicht nur Melnik, sondern ein Sender nach dem anderen fiel aus, nur die Rozhlas pro drate (nach sowjetischem Vorbild errichteter drahtgebundener Rundfunk im Gebiet von Prag damals ca 300000 Teilnehmeranschlüsse, private und Einrichtungen wie Krankenhäuser etc) wurden "vergessen" abzuschalten. Über diesen drahtgebundenen Rundfunk  konnten von den Prager Studios aus noch eine gewisse Zeit Informationen über die Situation in der Stadt und im Lande verbreitet werden.

Bereits am nächsten Tage wurde die Inbetriebnahme des Senders Melnik wieder gesichert und zunächst ein "Beschwichtigungsprogramm" mit viel Musik gesendet,...es  wird von verschiedenenQuellen behauptet,. das der Rundfunksender " Radio Vltava" , Standort Wilsdruff bei Dresden, Frequenz 1431 KHz, 250 KW zunächst von Melnik zumindestens zeitweilig übernommen wurde.

Ab 27.August 1968 wurde wieder der tschechoslowakische Rundfunk über Melnik abgestrahlt.

Am 31.10.1970 wurde der alte 100 KW- Sender abgeschaltet durch einen leistungsfähigeren Tesla 200 KW- Sender der Baureihe Tesla SRV200 ersetzt, der Neustart ist am 15.September 1971 auf 1286 KHz. Abgestrahlt wird das Programm "Hvezda" sowie einige Stunden am Tage und abends die Auslandssendungen des Tschechoslowakischen Rundfunks auch in Deutscher Sprache,

Wegen unvollkommener Abschirmung kam es oft zu Protesten von Anwohnern  wegen Störungen.

Am 17.01.1972 wechselt Melnik erneut die Frequenz auf 1520 Khz.

Im Jahre 1974 , am 3.9. wird Prag Liblice wegen Modernisierung abgeschaltet und Melnik übernimmt die Versorgung mit dem Programm Prag1.  Die Frequenz wird auf 638 KHz geändert, damit die Hörer ihr gewohntes Programm auf dieser Frequenz finden.

Im Dezember 1976 wird es noch interessanter, der Sender Melnik wechselt mehrfach zwischen 638 KHz und 953 KHz hin und her, da die Techniker in Liblice das neue Antennensystem testen.

Im Januar 1977 sendet Melnik wieder auf 1232 KHz.

Im Dezember 1977 wird in Melnik ein zweiter Sender der Tesla Baureihe SRV200 übergeben, gebündelt kann nun mit 400 KW gesendet werden.

Am 23.11.1978 kommt es schon wieder zu einer Änderung der Frequenz (Genfer Wellenplan) 1233 KHz, im Gleichwellenbetrieb mit den Sendern Karlsbad (Alt Rolau) Pilsen , Strakonice und Böhmisch Budweis (Husova Kolonie).

Der alte Antennenmast wird 1983 abgebaut und durch einen neuen "Typ "APROII" ersetzt. (Gitter massiv Stahl , Profil H, selbsttragend) Höhe 152 m.

Details

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Mit der politischen Wende 1989 - 90 hat man offensichtlich im eigenen Land keine Verwendung mehr für den Sender Melnik.

Am 3.Januar 1991 beendet der Sender Praha II - Melnik die Abstrahlung des Programmes "Hvezda",auf 1233 KHz.

Ab 1.Februar 1991 strahlt der Sender das Programm von Radio Free Europe - "Radio svobodná Evropa" ab , fortan auf der Frequenz 1286 Khz.

Seine letzte Stunde schlägt am 21.März 2003, Radio Free Europe beendet die Ausstrahlungen über Melnik. ...und so ist der Sender endgültig abgeschaltet...heute noch steht der Mast als Technisches Denkmal ( Mai 2012)

Interessant ist auch, was aus dem Deutschen Sendegebäude "Narodní Dum " in Prag-Karlin geworden ist.In den Studios und vor allem im großen Sendesaal wurden viele Orchesteraufnahmen und Hörspiele produziert.

Nach dem Moldau-Hochwasser im August 2002, was in den Untergeschossen Riesenschaden anrichtete, wurde im Hause kräftig saniert und modernisiert. Ich durfte das Haus kürzlich besuchen und einige Fotos machen.

Großer Sendesaal

Der Flügel stammt noch aus dem Jahre 1938

Heute befindet sich in diesem Gebäude die Redaktion des Prager Regionalsenders des Tschechischen Rundfunks, Radio regina, ausgestrahlt als Stadtsender auf UKW 92,6 MHz.

Tja , und was ist Melnik Chloumek geworden ?


Der wichtige Richtfunkturm ist nach wie vor im Betrieb, es war früher die TV Übertragungsstrecke von Prag über Melnik, Zinnwald nach Berlin und heute werden sicher noch wichtige Richtfunkstrecken
 betrieben, leider war darüber keine Auskunft zu erhalten.
Betrieben wird die Anlage von der CZ Radiokomunikace.

 

Bleibt die Hoffnung, das der Sendemast Melnik als "geschütztes Denkmal " uns noch recht lange erhalten bleibt.Er hat aufregende und spannende Zeiten erlebt....

This article was edited 27.May.12 15:33 by Wolfgang Lill .

Wolfgang Lill
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Praha II.-Mělník Recherchiert von Michael Strassmann ( vielen Dank )



1934/1935
Die tschechoslowakische Rundfunkgesellschaft "Radiojournal" und die "Státní poštovní a telegrafní správa" (Staatliche Post- und Telegrafenverwaltung) planen den weiteren Ausbau des Sendernetzes. Nördlich von Prag, dort wo die Moldau in die Elbe fließt, bei Mělník (Melnik), soll ein Sender hoher Leistung gebaut werden, der hauptsächlich deutschsprachige Sendungen für die deutsch(sprachig)e Einwohner der Tschechoslowakei (über 20 % der Gesamtbevölkerung) verbreiten soll. Deutsche Sendungen hat "Radiojournal" seit Anfang seines Bestehens im Programm, seit Mai 1923.

Zwei weitere moderne Hochleistungssender sollen in Dobrochov (Dobrochau), in der geografischen Mitte von Mähren (Morava), und in der Karpatho-Ukraine (Podkarpatská Rus), bei Užhorod (Ungwar), errichtet werden. Die genauen Standorte der drei neuen Sender werden im Jahr 1937 durch umfangreiche Messungen bestimmt. Mělník soll als Station "Praha II." an das Funkhaus in Prag angeschlossen werden, Dobrochov an das Studio Brno (Brünn) und Užhorod an das Studio Košice (Kaschau). Die "Státní poštovní a telegrafní správa" will anschließend im westslowakischen Veľké Kostoľany (Großkostolan) einen weiteren Hochleistungssender errichten, der an der Studio in Bratislava (Pressburg) angeschlossen werden soll.

Nach Inbetriebnahme der vier neuen Hochleistungssender Mělník, Dobrochov, Užhorod und Veľké Kostoľany, sollen die bestehenden Sender Bratislava-Prievoz, Brno-Komárov, Košice-Haniska und Moravská Ostrava-Svinov auf der Frequenz 1204 kHz synchronisiert betrieben werden. Auf dieser Frequenz sollen dann auch die mittelfristig geplanten Sender České Budějovice (Budweis), Plzeň (Pilsen) und Jeseník (Freiwaldau) arbeiten.

In der Tschechoslowakei sind die Kompetenzen so geregelt, dass sich die "Státní poštovní a telegrafní správa" um die gesamte Rundfunktechnik vom Mikrofon bis zum Sender kümmert und "Radiojournal" ums Programm.


1937
Von Frühjahr bis Sommer wird auf einem Hügel in der Nähe des Dorfes Chloumek (Chlomek) bei Mělník (Melnik) ein Sendergebäude gebaut und ein 125 Meter hoher, gut 43 Tonnen wiegender, Antennenmast vom Typ "Blaw knox" errichtet. Ein "Blaw know" ist ein abgespannter, selbsttrahlender Gittermast in Form einer Doppelpyramide. Der "Blaw knox" von Mělník war mit einer Dachkapazität versehen, um ihn optimal an die abgestrahlte Frequenz anzupassen. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten wird ein Rundfunkkabel nach Prag verlegt, um den Sender mit dem Funkhaus zu verbinden. In der zweiten Jahreshälfte 1937 wird mit der Montage der Sendertechnik begonnen, sie wird von "Standard Electric" aus Großbritannien geliefert. Der Sender hat eine Leistung von 100 kW und liegt günstig, um den Schwerpunkt der deutschen Bevölkerung im Norden und Nordosten von Böhmen zu erreichen.


1938
Anfang des Jahres beginnt der Versuchsbetrieb des neuen Senders.


1.Mai 1938
Praha II.-Mělník geht auf 1113 kHz in Dauerbetrieb. Diese Frequenz hat vorher dem nordmährischen Sender Moravská Ostrava-Svinov (Mährisch Ostrau-Schönbrunn) gehört, der plangemäß auf 1204 kHz wechselt, was früher wiederum die Frequenz des alten Senders Praha II.-Stará Strašnice (Prag II.-Altstraschnitz) war. Der Sender Praha II.-Mělník wird dem Staatspräsidenten zu Ehren "Rozhlasový vysílač Dr. Edvarda Beneše - Praha II." (Rundfunksender Dr. Eduard Benesch - Prag II.) getauft. Praha II.-Mělník sendet den ganzen Tag über ein deutschsprachiges Programm des tschechoslowakischen Rundfunks, das für die über drei Millionen Deutschen des Landes (die so genannten Sudetendeutschen) bestimmt ist.
Produziert und abgewickelt wurde das Programm im "Národní dům" (Nationalhaus) in Praha-Karlín (Prag-Karolinenthal), das "Radiojournal" vorher gekauft und in ein modernes Studiogebäude umgebaut hat. Rund 60 Mitarbeiter betreuen das deutsche Programm von Praha II.


30.September 1938
Die Prager Regierung nimmt unter Zwang das "Abkommen von München" an: die Tschechoslowakei muss ihre überwiegend von (Sudeten-) Deutschen bewohnten Grenzgebiete ("Sudetenland") an das Großdeutsche Reich abtreten. Die (Sudeten-) Deutschen kommen "heim ins Reich". Praha II.-Mělník sendet weiterhin ganztags in deutscher Sprache, denn in der jetzt verkleinerten Tschechoslowakei lebt immer noch eine deutsch(sprachig)e Minderheit.


18.Oktober 1938
Um 11:00 Uhr vormittags vernehmen die Hörer von Praha II.-Mělník ein neues Stationssignal, die Fanfaren aus dem Marsch von Josef Suk "V nový život" (,In ein neues Leben'). Anschließend folgt eine tschechische Ansage: "Von heute beginnend hört die Melniker Sendestation auf, eine ausschließlich für ein deutsches Programm bestimme Station zu sein und übernimmt eine breitere Aufgabe. Das Programm von Prag II. wird so umgebaut, dass diese Station der Werbung des tschechoslowakischen Staates im breitesten Ausland dient.". Das deutsche Programm von Prag II. war den Nazis im - um Österreich und um das Sudetenland erweiterte - Deutschen Reich ein Dorn im Auge, sie drängen erfolgreich die Prager Regierung auf seine Einstellung. Von den insgesamt 62 (sudeten-) deutschen Mitarbeitern der GmbH "Radiojournal" bleiben nur wenige.


28.Dezember 1938
Die Hauptversammlung der GmbH "Radiojournal" beschließt eine Namensänderung. Die Prager Rundfunkgesellschaft heißt nun "Česko-slovenský rozhlas, a.s." (Tschecho-Slowakischer Rundfunk, AG).


15.März 1939
Die deutsche Wehrmacht marschiert in die geschwächte und zerstückelte Tschechoslowakei ein. Die Slowakei erklärt sich auf Druck Hitlers für selbständig. Die sieben Millionen Tschechen sehen sich am nächsten Tag, dem 16.März, im "Říšský protektorát Čechy a Morava - Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" wieder. Der Rundfunk im Protektorat kehrt zu seinem alten Namen zurück: "Radiojournal".


16.März 1939
Der Sender Praha II.-Mělník meldet sich als "volksdeutscher Sender Melnik", ab Juni dann als "Reichssender Böhmen". Um das Programm des neuen Reichssenders (er liegt kurioserweise   a u  ß e r h a l b  der Grenzen des Deutschen Reiches auf Protektoratsgebiet!) zu produzieren, beschlagnahmen die Deutschen das der tschechischen Rundfunkgesellschaft gehörende "Národní dům" (,Nationalhaus') in Prag-Karolinenthal (Praha-Karlin). 60 deutsche Mitarbeiter arbeiten jetzt dort. Der "Reichssender Böhmen" sendet bis auf eine tägliche tschechische Stunde ein deutschsprachiges Programm, es ist für Hörer im "Sudetengau" und Protektoratsgebiet bestimmt. Der "Reichssender Böhmen" gehört organisatorisch und programmwirtschaftlich zum Großdeutschen Rundfunk. Ein Teil des Programms des "Reichssenders Böhmen" wird nicht in Prag-Karolinenthal abgewickelt, sondern aus dem Studio des tschechischen Rundfunks in Brünn (Brno) zugeliefert. Ab Juni 1940 überträgt Praha II.-Mělník bis auf kurze regionale Eigensendungen das Einheitsprogramm des "Großdeutschen Rundfunks" aus Berlin - so wie alle anderen "Reichssender" im "Reich" auch.


10.Juni 1939
Die tschechische Rundfunkgesellschaft "Radiojournal" nennt sich jetzt "Český rozhlas s.r.o." (,Tschechischer Rundfunk, GmbH').


1.April 1940
Die deutsche "Reichsrundfunkgesellschaft" (RRG) verleibt sich "Český rozhlas" als "Sendergruppe Böhmen-Mähren" ein. Český rozhlas wird mit dem deutschsprachigen "Sender Böhmen" (Praha II.-Mělník ) in der fiktiven Gesellschaft "Rundfunk Böhmen-Mähren" zusammengefasst. Das Stammkapital von "Český rozhlas" geht auf die RRG über, über die Hälfte des Gebührenaufkommens der tschechischen Rundfunkteilnehmer im Protektorat schöpft die RRG in ihre eigene Kasse ab.
"Český rozhlas" betreut das tschechische Programm der drei Stationen in Prag (Praha I.-Liblice 639 kHz), Brünn (Brno-Komárov 922 kHz bzw. 1158 kHz) und Mährisch-Ostrau (Moravská Ostrava-Mariánské hory 1158 kHz bzw. 1348 kHz), jedoch müssen sie eine ganze Reihe von deutschen Sendungen ausstrahlen. Die Radiohörer hören ab April 1940 folgende deutsche Ansagen: "Hier ist der Sender Böhmen der Sendergruppe Böhmen-Mähren" bzw. "Sendergruppe Böhmen-Mähren mit den Sendern Prag, Brünn und Mährisch-Ostrau". Im "Sender Böhmen" hörte man immer öfter Meldungen folgenden Typs: "Sender Böhmen der Sendergruppe Böhmen und Mähren. Das Stadtgericht Prag hat mit Urteil vom 2. Juni 1942 folgende Personen zum Tode verurteilt: ....".



8.Mai 1945
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Praha II.-Mělník sendet wieder ein tschechisches Programm ("Praha 2"). Nach dem Krieg wird seine Leistung vorübergehend mit 60 kW angegeben. Offenbar wurde die Leistung des Senders reduziert, um Energie zu sparen.


15.März 1950
Der Kopenhagener Wellenplan tritt in Kraft. Der Sender Praha II.-Mělník wechselt von 1113 kHz auf seine neue Frequenz 1232 kHz. Praha II.-Mělník wird dem Zentralprogramm "Československý vysílací okruh M" zugeschlagen. Zum "Československý vysílací okruh M" gehören außerdem z.B. die Sender České Budějovice-Husova kolonie (1520 kHz), Plzeň-Přeštice (1232 kHz) und Karlovy Vary-Stará Role (1520 kHz). Der Stationsname "Československý vysílací okruh" wäre im Deutschen mit "Tschechoslowakische Senderkette" zu übersetzen, wörtlich bedeutet der etwas sperrige Begriff "Tschechoslowakischer Sendekreis". Das "M" steht für "modrý" (,blau), weil die Kabelverbindungen für dieses Programm blau waren. Lang hat sich die kurz nach Inkrafttreten des Wellenplanes 1950 eingeführte Programmstruktur ("Praha", "Bratislava", "Čs. okruh M", "Čs. okruh R") nicht erhalten.


15.März 1951
Weil der Sender Praha II.-Mělník abends für die Auslandssendungen ("Rádio Praha") nach Westeuropa eingesetzt wird und der Empfang auf 1232 kHz im Zielgebiet gestört ist, tauschen die Sender Praha II.-Mělník (1232 kHz) und Košice I.-Prešov (1286 kHz) ihre Frequenz. Praha II.-Mělník arbeitet nach dem Wellentausch auf 1286 kHz. Muss der Sender Praha I.-Liblice zu Wartungsarbeiten ausgeschaltet werden, springt als Ersatz für ihn Praha II.-Mělník auf 638 kHz ein. Wird Praha II.-Mělník für die Auslandssendungen oder als Ersatz für Praha I.-Liblice eingesetzt, entsteht im Norden und Nordosten von Böhmen eine große Lücke bei der Versorgung der Hörer mit dem inländischen Radioprogramm "Čs. okruh M". Im Zusammenhang mit dem Wechsel von Mělnik auf 1286 kHz, ändert Plzeň-Přeštice seine Frequenz von 1232 kHz auf 1520 kHz. Die Sender auf 1520 kHz werden im neuen"Čs. okruh R" zusammengefasst.


4.April 1954
Československý rozhlas ändert seine Programmstruktur: für die Böhmischen Länder sendet er auf "Praha 1", "Praha 2" (früher: "Československo") und "Praha 3" (Drahtfunk und testweise im Raum Prag auf UKW 56,25 MHz).


Oktober 1954
In der Gemeinde Baně bei Zbraslav (Königssaal) am südlichen Stadtrand von Prag wird der Sender Praha-město (Prag-Stadt) in Betrieb genommen. Wenn abends Praha II.-Mělník für die Auslandssendungen eingesetzt wird, geht Praha-město auf 1520 kHz in Betrieb. Der Sender Praha-město wurde in den Jahren 1953 bis 1955 gebaut. Montiert wurden dort zwei Sender der Baureihe "TESLA SRV 30 B".
Gewöhnlich ist einer abends auf 1520 kHz im Einsatz, der zweite dient als Ersatz für Praha I-Liblice auf 638 kHz. Die Zentralprogramme des Tschechoslowakischen Rundfunks heißen seit einiger Zeit wieder "Praha 1" (Hauptsender: Praha I.-Liblice 638 kHz und Brno I.-Dobrochov 953 kHz) und "Praha 2" (Hauptsender: Praha II.-Mělník 1286 kHz und Uherské Hradiště-Topolná 272 kHz).


20.August 1968
Moskau lässt den politischen "Prager Frühling" unter KPTsch-Chef Alexander Dubček niederwalzen. Sowjetische Truppenverbände besetzen im Verlauf des Einfalls in die Tschechoslowakei auch den Sender Praha II.-Mělník - um zu verhindern, dass über ihn die Wahrheit über den Einmarsch verbreitet wird. Obwohl Československý rozhlas gewöhnlich nachts eine mehrstündige Sendepause einlegt, sendet er in dieser Nacht einfach weiter. Der Direktor der Ústřední správa spojů (Zentrale Fernmeldeverwaltung) Karel Hoffmann lässt in der Nacht zum 21.August alle Hörfunk-Sender der ČSSR abschalten. Dennoch bleiben einige Sendeanlagen in Betrieb: Techniker an drei Sendern widersetzen sich der Anordnung und so verbreiten sie weiter die Nachrichten und Erklärungen der Staats- und Parteiführung. Den Drahtfunk (rozhlas po drátě) hat Karel Hoffmann vergessen, über ihn konnte Československý rozhlas unbehelligt weiter senden. Im Jahr 2003 wurde Hoffmann für sein Verhalten ("sabotáž") zu vier Jahren Haft verurteilt.


21.August 1968
Sowjetische Soldaten besetzen das Prager Funkhaus. Československý rozhlas hat wie üblich um 4:30 Uhr mit seinen Sendungen begonnen. Gegen 9 Uhr verstummen sie. Praktisch bis zum 27.August sendet der offizielle Československý rozhlas nicht. Dank der Unerschrockenheit und dem Erfindungsreichtum gelingt es Technikern und Programmmitarbeitern ab 11 Uhr dennoch wieder, Nachrichten, Aufrufe und Mitteilungen zu senden.


22.August 1968
Die sowjetischen Besatzer räumen das Prager Funkhaus vollständig. Československý rozhlas sendet dennoch weiter, aus seinen Regionalstudios und einem Behelfsstudio in Prag.


27.August 1968
Der nach Moskau verschleppte und wieder nach Prag zurück gelassene KPTsch-Chef Alexander Dubček spricht kurz vor 18 Uhr im Rundfunk. Československý rozhlas sendet wieder in größerem Umfang Musik, vor allem ernste. Allmählich kehren die gewohnten Programme und Sendungen zurück.


31.Oktober 1970
Praha II.-Mělník wird ausgeschaltet. Die Modernisierung des aus den 1930er Jahren stammenden und längst veralteten Senders beginnt.


15.September 1971
Praha II.-Mělník geht wieder auf 1286 kHz in Betrieb. Im Sendergebäude wurde ein Sender der Baureihe "TESLA SRV 200" aufgebaut. Tagsüber verbreitet er das neue Inlandsprogramm "Hvězda", abends die Auslandssendungen ("Rádio Praha"). Das Programm "Hvězda" ist seit 1.September 1970 Nachfolger von "Československo 1".


17.Januar 1972
Praha II.-Mělník wechselt seine Frequenz von 1286 kHz auf 1520 kHz. Somit kann der Sender ununterbrochen für die Inlandsversorgung (Programm "Hvězda") eingesetzt werden. Die Frequenz 1286 kHz beanspruchen die Auslandssendungen des Tschechoslowakischen Rundfunks ("Rádio Praha").


3.September 1974
Der Sender Praha I.-Liblice wird abgeschaltet und modernisiert. Um die Versorgung der Hörer mit dem tschechischen Nationalprogramm "Praha" sicher zu stellen, springt Praha II.-Mělník als Ersatz auf 638 kHz (der Frequenz von Liblice) ein.


Dezember 1976
Praha II.-Mělník überträgt weiterhin das Programm "Praha", wechselt aber dabei ständig zwischen 638 kHz und 953 kHz hin und her. Denn tagsüber testen die Techniker am Sender Praha I.-Liblice das neue Antennensystem und dafür muss die Frequenz 638 kHz frei sein.


4.Januar 1977
Die Modernisierung des Senders Praha I.-Liblice ist abgeschlossen, Praha II.-Mělník kehrt auf seine Kopenhagener Frequenz 1232 kHz zurück.


Dezember 1977
Am Sender Praha II.-Mělník wird ein zweiter Sender der Baureihe "TESLA SRV 200" installiert. Zusammengeschaltet arbeiten die beiden Sender mit einer Gesamtleistung von 400 kW.


23.November 1978
Der Genfer Wellenplan tritt in Kraft: Praha II.-Mělník arbeitet jetzt auf 1233 kHz im Gleichwellenbetrieb mit mehreren tschechischen Sendern, z.B. Karlovy Vary-Stará Role, Plzeň-Přeštice, Strakonice-Radomyšl oder České Budějovice-Husova kolonie.


1983
Am Sender Praha II.-Mělník wird der alte Antennenmast von 1937 abgetragen und ein neues Antennensystem vom Typ "ARPO II" aufgebaut. Die neue Antenne besteht aus einem selbsttragendem Stahlgitterturm ohne Abspannungsseile und ist 152 Meter.

Nach der politischen Wende 1989/1990 und dem Sturz des KPTsch-Regimes wird in der Tschechoslowakei der UKW-Rundfunk stark ausgebaut, bisher ein Stiefkind der Regierung. In den folgenden fünfzehn Jahren passiert das, was z.B. in den deutschsprachigen Länden schon in den 1950er Jahren geschah: immer weniger Radiohörer schalten die Lang- und Mittelwelle ein, die Umorientierung auf UKW beginnt.

14.Juni 1990
Die Föderalregierung der ČSFR gestattet die Ausstrahlung des tschechoslowakischen Programms von "Radio Free Europe - Rádio Svobodná Evropa" über Sender im Inland.


1.August 1990
Die drei ersten Sender auf dem Boden der ČSFR beginnen mit der Verbreitung von "Radio Free Europe - Rádio Svobodná Evropa": Praha I.-Liblice (200 kW), Litomyšl-Pohodlí (300 kW) und Bratislava I.-Veľké Kostoľany (400 kW) arbeiten alle auf 1287 kHz.


3.Januar 1991
Der Praha II.-Mělník wird abgeschaltet und beendet die Ausstrahlung des Programms "Československo" (bis 16.Dezember 1989: "Hvězda") auf 1233 kHz.


1.Februar 1991
Praha II.-Mělník wurde auf 1286 kHz umgestimmt und überträgt auf dieser Frequenz fortan das tschechoslowakische Programm von "Radio Free Europe - Rádio Svobodná Evropa".


1.Januar 1993
Der gemeinsame Staat von Tschechen und Slowaken, die Tschechoslowakei, löst sich auf: zwei neue unabhängige Staaten erscheinen auf der Landkarte Europas, die Tschechische Republik und die Slowakische Republik.


21.März 2003
Der Sender Praha II.-Mělník wird ausgeschaltet und schweigt seither. "RSE/RFE" lässt  - um Betriebskosten zu sparen - sein tschechisches Programm nicht mehr über den Hochleistungssender in Melník (400/200 kW) verbreiten, sondern über einen schwächeren ("TESLA SRV 21", 20 kW) Sender am Standort Praha-město (Zbraslav) auf 1286 kHz.


1.Februar 2004
Der Sender Praha I.-Liblice verbreitet von 18 Uhr bis 24 Uhr das Programm "Český rozhlas 6", das die Tradition des tschechoslowakischen Programms von "Radio Free Europe - Rádio Svobodná Evropa" fortführt. Von 5 bis 18 Uhr überträgt er weiterhin "Český rozhlas 2 - Praha". Alle anderen Sender, die vor dem 1.2.2004 "Český rozhlas 6" übertragen haben, werden stillgelegt. Damit wird auch Praha-město (Zbraslav) abgeschaltet.

  
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