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saba: 7; Meersburg Automatic

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Stefan Wüsthoff
 
 
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19.May.06 23:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Hallo Radiosammler,
ich hätte mal eine Frage bezüglich Netztrafos, können hier Anschlüsse der einzelnen Windungen im Innern derart brechen oder durchbrennen, dass damit kein Widerstand der Wicklung und somit keine Funktion mehr möglich ist?
Im Einzelnen: ich hatte bei ebay zwei Automatik-Chassis von Saba ersteigert, beim Funktionstest des Chassis vom Meersburg 7 entstand eine Rauchentwicklung - die Sicherung brannte nicht durch, weil sie fälschlicherweise gegen eine 2A Sicherung ersetzt worden war (nicht von mir!). Nach einem Test mit dem Glühlampenvorschaltgerät und Austausch der 2A-Sicherung gegen eine schwächere sprach das Vorschaltgerät natürlich an. Also entschloss ich mich, den Trafo gegen einen Trafo vom Schwarzwald 6 Automatik zu tauschen. Aber auch hier sprach das Vorschaltgerät an - der Gleichrichter schien ebenso oder vielleicht als einzigstes Bauteil defekt zu sein. Auch diesen tauschte ich aus, was zur Folge hatte, dass das Radio mit dem Trafo vom Schwarzwald 6 auch funktionierte. Da ich den defekten Gleichrichter als einzigen Grund der Problematik mit dem Radio ansah, tauschte ich den ursprünglichen Trafo und setze somit das Chassis vom Meersburg wieder (bis auf den Tausch des Gleichrichters) in seine ursprüngliche Form. Dies hatte aber zur Folge, dass das vorgeschaltete Prüfgerät gar nicht mehr ansprach, nur soviel: der Trafo bekommt definitiv Strom, liefert aber keinen. Nachdem ich den Trafo demontiert und die Windungen durchgemessen hatte, musste ich feststellen, dass ich in der Primärwicklung keinen Widerstand hatte. Nachdem ich den Trafo vom Schwarzwald 6 wieder verbaut hatte, sprach das Vorschaltgerät ganz kurz an, leuchtete in dieser Zeit aber nur schwach auf, als wäre der Trafo in Ordnung, ging dann jedoch wieder aus. Das Radio blieb stumm. Auch bei diesem Trafo hatte ich die Windungen gemessen, und auch hier habe ich kurioserweise keinen Widerstand messen können.
Und jetzt komme ich zu meiner eigentlichen Frage zurück: besteht die Möglichkeit, dass bei einem Trafo die Windungen derart "durchbrennen", dass keine Funktion und somit auch kein Widerstand der einzelnen Windungen mehr möglich ist - ich kann es mir kaum vorstellen.
Gruß Stefan
Eilert Menke
 
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20.May.06 09:31

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Hallo Herr Wüsthoff,

meinen Sie mit "keinen Widerstand" unendlichen Widerstand? Grun dsätzlich ist es möglich, daß die Wicklung unterbrochen ist. So etwas tritt durchweg an stellen auf, wo der Draht innerhalb der Wicklung verlötet ist, z.B. am Anzapf für verschiendene Eingangsspannungen oder wenn der Draht bei Herstellung des Trafos angesetzt (verlängert) wurde, innerhalb der Wicklung. Oft ist Korrosion und/oder Überlastung die Ursache.

EM
Dietmar Rudolph
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20.May.06 14:27

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An der Pertinaxplatte des Trafos, worauf u.a. der Spannungswahlschalter angebracht ist, lassen sich an Messingnieten die Widerstandswerte des Netztrafos messen. Hierbei ergaben sich folgende Werte, wie sie im Schaltbild vermerkt sind.

Wenn der Trafo "raucht" könnte intern ein Kurzschluß einiger Windungen bestehen. Mit 2A Netzsicherung können dann immerhin (bis zu) 440W an den am Kurzschluß beteiligten Windungen umgesetzt werden. Da kann dann durchaus ein vergleichsweise dünner Draht abschmelzen, worauf anschließend kein Durchgang mehr gemessen werden kann.

Ich hoffe, daß es im aktuellen Fall nicht dazu gekommen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Rudolph 




Stefan Wüsthoff
 
 
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20.May.06 19:52

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Hallo,
Danke erst einmal an Eilert Menke und Dietmar Rudolph für die Antwort. Ich habe den Trafo vom Meersburg einmal im Rahmen meiner Möglichkeiten näher untersucht, aber leider nicht viel feststellen können. Ich hatte u.a. mal am entsprechenden Draht gezogen, wenn dieser im vorderen Bereich getrennt gewesen wäre, hätte er sich wohl bewegt bzw. gelöst. Nach genauerem Hinsehen hatte ich zudem noch "Verkokelungen" am Trennpapier des Trafos entdeckt, damit gehe mal davon aus, dass der Draht im Innern des Trafos durchgebrannt ist. Somit sind dann auch keine Widerstandsmessungen mehr möglich.
Also habe ich jetzt etwas anderes versucht: da ich noch einen Trafo von einem Graetz-Radio zur Verfügung hatte, habe ich diesen einmal im fliegenden Aufbau angeschlossen - damit funktionierte das Radio auch, da aber bei diesem Trafo der 15,5 Volt Bereich fehlt, wollte ich noch eine zusätzliche Wicklung auf den Trafo legen, den Draht wollte ich vom defekten Trafo des Meersburg 7 übernehmen. Gehe ich richtig in der Annahme, dass diese Wicklung unterhalb der 6,3V Wicklung sein muss, oder ist die Reihenfolge der Anordnung gleich?
Gruß Stefan

This article was edited 20.May.06 19:58 by Stefan Wüsthoff .

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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20.May.06 20:35

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Die 2. Niederspannungswicklung kann ohne Probleme als äußere Wicklung ausgeführt werden.

Empfehlenswert ist allerdings, frischen Cu-Lackdraht zu verwenden, weil der vom angekokelten Trafo eine spröde Isolation haben kann. Dann wäre der nächste Kurzschluß vorprogrammiert.

Z.B. bietet Pollin in der Sonderliste 2-2006 auf S. 112 Rollen Cu-Lackdraht zu je 50m an. 0,4 mm ist die größte Dicke und wird mit € 1,40 angeboten. Im Internet sind  aber sicher auch noch andere Angebote zu finden.

Alternativ dazu gibt es auch kleine Trafos mit entsprechenden Spannungen zu kaufen, so daß sich dann der Umbau des Netztrafos erübrigt.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Rudolph

This article was edited 20.May.06 20:40 by Dietmar Rudolph .

Stefan Wüsthoff
 
 
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20.Jun.06 12:37

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Hallo, danke noch mal an Herrn Rudolph für den Tipp.
Endlich habe ich mal Zeit gefunden, von meinen Erkenntnissen über das Trafo-Wickeln zu berichten. Hierbei bin ich folgendermaßen vorgegangen: ich habe zunächst den defekten Saba-Trafo und den intakten Graetz-Trafo zerlegt, dann habe ich die Wicklung des 15,5 V Bereichs vom Saba-Trafo abgewickelt, um diese wieder zu verwenden. Auffällig war hierbei, dass die Isolierung vom Lackdraht stellenweise leicht brüchig war, wagen wollte ich die Wiederverwendung des Drahtes aber dennoch. Nachdem die Wicklungen aufgebracht waren, musste ich leider feststellen, dass die Blechpakete nicht mehr Problemlos über die Kupfer-Wicklungen zu bringen waren. Also versuchte ich, die Wicklungen des Trafos etwas zu komprimieren, eine Aktion, die sich leider negativ auf die Funktionsfähigkeit des Trafos auswirkte, wie sich später herausstellte: beim Zusammendrücken der Wicklungen scheint es zu einer Beschädigung der Primärwicklung gekommen zu sein, es war zumindest beim Durchmessen der Wicklung keine Reaktion des Messgerätes zu erkennen. Diesmal entschloss ich mich ebenso für einen Trafo, der eine größere Distanz zwischen Kupfer-Wicklung und Blechpaket aufwies, als auch einen zwar gebrauchten aber dafür intakten Lackdraht zu verwenden. Um die Länge des Lackdrahtes der 15,5V Wicklung zu ermitteln, musste zumindest eine Wicklung wieder entfernt werden - und nach der Montage des fast neuen Lackdrahtes konnte ich eine Spannung von 15,1 V messen - schon irgendwo seltsam, da ich bei der Längenmessung des alten Drahtes doch sehr sorgfältig vorgegangen bin; ich gehe mal davon aus, dass die Differenz aus den unterschiedlichen Drahtstärken hervorgeht (ich hatte einen etwas stärkeren Draht verwendet).
Ob sich die Differenz auch auf die Funktionstüchtigkeit oder Genauigkeit des Stellmotors auswirkt, kann ich noch nicht mit Gewissheit sagen. Da der Stellmotor vom Saba Meersburg 7 demontiert war, muss zunächst ein "Tauschmotor" her. Hierfür wollte ich den Motor aus einem Schwarzwald 6 verwenden. Mit der Kabelbelegung wird sich die Angelegenheit wohl noch etwas schwierig gestalten, da der Motor vom Meersburg einfach gekappt worden war und somit eine Zuordnung nicht ohne Probleme sein wird, zudem haben noch die beiden Kondensatoren (0,4 und 0,35uF), die wahrscheinlich auch zur Motorsteuerung gehören, lose beim Chassis dabei gelegen.
Ich werde auf jeden Fall vom weiteren Verlauf berichten.
Gruß Stefan
  
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