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saba: 9; Meersburg-Automatic

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Andreas Peukert
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19.Mar.07 12:48

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Hallo Sammlerkollegen,

ich habe gestern meinen SABA Meersburg 9 technisch überholt. Das ist auch hervorragend gelungen. Den Suchlauf habe ich auch mit instandgesetzt. Nun läuft der Suchlauf hervorragend mit einer Einschränkung, die ich mir nicht erklären kann. Lasse ich den Suchlauf nach rechts wandern (wenn man davor sitzt), funktioniert alles perfekt. Der Suchlauf hält auch bei schwächeren Sendern an. Die Abstimmung wird genauestens nachgeregelt. (Ich habe die EABC 89 und die ECL 80 ersetzt). Ganz anders verhält es sich, wenn der Zeiger nach links gehen soll. Drückt man die Wippe, läßt das Relais sofort wieder los, ob Sender vorhanden oder nicht. Eine Sache, die ich mir nicht so recht erklären kann. Die Kontakte habe ich sorgfältig gereinigt. Ich habe im Moment keine Erklärung, was hier noch nicht richtig funktioniert. Vielleicht hat ein Kollege einen Tip für mich.

Vielen Dank im Voraus

Viele Grüße

Andreas Peukert

Eike Grund
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19.Mar.07 22:34

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo Herr Peukert, läuft der Schnelllauf nach links? Läuft der Suchlauf solange Sie drücken? Die Kontakte haben manchmal trotz Reinigung Probleme, haben Sie diese probeweise überbrückt? Messen Sie bitte die Spannungen für Rechts- und Linkslauf am Gitter der Relaisröhre, die sollten jeweils für beide Richtungen gleich sein. Manchmal genügt eine Verzerrung der Wechselspannung vor dem Gleichrichter (Diode), um einen Unterschied der Gleichspannung (Haltespannung) zwischen den Laufrichtungen zu bewirken. Liegt die Wechselspannung in beiden Laufrichtungen an der Diode? (Die Diode liegt zwischen Motorröhre und Relaisröhre, ich habe den Schaltplan nicht vor mir liegen, meistens heißt sie "GR.3") Wenn diese Spannungen stimmen (s. Schaltplan) bleibt noch der Anker des Relais. Stimmt die Justierung des Relaisankers für beide Richtungen? Bleibt er kleben, wenn Sie ihn extra andrücken? Mit freundlichen Grüßen, Eike Grund
Andreas Peukert
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19.Mar.07 23:40

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Hallo Herr Grund,

Ihre hervorragende Beschreibung des SABA-Suchlaufs habe ich bereits vor einiger Zeit sehr eingehend studiert. Ich habe vorher die Funktion des Suchlaufs nicht richtig nachvollziehen können. Nach dem Studium habe ich meine sämtlichen Suchlaufgeräte erfolgreich instandsetzen können. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle für Ihre ausführlichen Informationen bedanken. Allerdings habe ich mit dem von mir beschriebenen Fehler Probleme, zumal ich, wie schon gesagt, nach Ihren Empfehlungen vorgegangen bin. Ich habe die Kontakte gereinigt. Habe Kontakt-Vergleichsmessungen zwischen den rechten und den linken Kontaktanordnungen mit dem Ohmmeter gemacht. Die Kontaktfolge ist auf beiden Seiten gleich. Trotzdem funktioniert der Suchlauf nur in eine Richtung. Ich werde an dem Fall dranbleiben und weiter berichten.

Viele Grüße

Andreas Peukert

Andreas Peukert
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19.Mar.07 23:44

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Hallo nochmal Herr Grund,

ich habe gerade erst nach meinem Bericht Zugriff auf Ihre Empfehlung gehabt. Ich werde gleich Dienstagabend die weiteren Messungen und Prüfungen vornehmen und dann, wie gesagt, weiter berichten.

Bis dahin viele Grüße und danke!

Andreas Peukert

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23.Mar.07 12:16

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Hallo Herr Grund,

ich bin bei dem Gerät mal nach Ihren Diagnosefragen gegangen. Der Schnellauf nach links funktioniert, er läuft, solange ich drücke.  Die Kontakte habe ich nochmals nachgemessen und auch probeweise gebrückt. Leider verbesserte sich nichts. Die Spannungen an der Relaisröhre sind in beiden Laufrichtungen gleich. Vor der Diode (GR 3) messe ich eine Wechselspannung von 30 Volt in beide Laufrichtungen. Allerdings habe ich Spannungsbweichungen zum Schaltbild festgestellt. An der Anode der EABC 80 liegt eine Gleichspannung von 300 Volt. Im Schaltbild sollten dies nur 185 Volt sein. Am 47 nF Kondensator liegt an der mittleren Spulenanzapfung eine Gleichspannung von ebenfalls 300 Volt. Im Schaltbild sollten das 100 Volt sein. Die Relaisspule habe ich auch mechanisch geprüft. Auch mit Andrücken bleibt der Anker nicht kleben. Man merkt aber beim Festhalten der Linkslauf Funktion, dass die Spule magnetisiert wird.  Allerdings reicht die Kraft nicht aus, den Anker festzuhalten.

Das wären so meine gemachten Beobachtungen zu dem Gerät. Hätten Sie noch einen hilfreichen Tip?

Viele Grüße

Andreas Peukert

Eike Grund
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24.Mar.07 00:49

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Hallo Herr Peukert, so schlecht sieht es eigentlich gar nicht aus. Damit wir hier keine unendliche Geschichte produzieren, werde ich Sie am Wochenende anrufen, ich habe eine Telefonpauschale. Das Ergebnis können wird dann, sofern wir eines haben werden, hier veröffentlichen. Bitte prüfen Sie inzwischen die Widerstände R75 bis R78 und messen Sie bitte jeweils bei Such- und Schnellauf die Wechselspannungen an diesen Widerständen (am oberen Ende bzw. an den entsprechenden Kontakten). Die Meersburg 9 Automatic unterscheidet sich hieretwas von anderen Varianten, der Trafo hat eine zusätzliche Steuerwicklung. Das untere Ende der genanten Widerstände liegt direkt an diesen Wicklungen. Diesen Teil müssen wir erst prüfen, bevor wir den Fehler weiter Links suchen. Bis dann und MfG, Eike Grund
Andreas Peukert
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25.Mar.07 10:50

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Hallo Herr Grund und Herr Thünel,

zunächst wieder vielen Dank für Ihre Ausführungen. Es hat sich zwar nach meiner Nachtschicht am Samstag bei der Automatik was getan, ich weiß nur nicht, ob das gut ist. Nachdem ich den Hinweisen von Ihnen nach gegangen bin, hatte ich immer noch keinen Erfolg. Das Relais blieb beim Linkslauf immer noch nicht kleben. Ich hatte mal an den Elektromagneten eine Schraubenzieherklinge gehalten. Man konnte doch merken, dass der Anker magnetisch war. Ich hatte jetzt doch mal etwas den Anker justiert und siehe da, zu meiner großen Freude blieb der Anker kleben. Die Automatik lief in beide Richtungen einwandfrei, löste bei jedem, selbst schwächeren Sender aus. Doch plötzlich hat die Scharfabstimmung fast völlig versagt. Damit noch nicht genug, es fing der 1 Kiloohm Widerstand an zu rauchen (der Widerstand zur Wippe, der mit dem Trafo oben rechts im Schaltbild verbunden ist.) Das Ganze wurde so schlimm, dass ich zunächst schon fast in Panik nochmal die gesamte Schaltung überprüft habe, ob ich irgendwo Kurzschluß verursacht habe. Aber nichts dergleichen. Mittlerweile war der Widerstand durchgebrannt. Nachdem ich ihn nach nochmaliger Prüfarbeit ersetzt habe, wird dieser immer noch sehr heiß. Nun funktioniert auch der Suchlauf nicht mehr. Das Relais bleibt jetzt in beiden Laufrichtungen kleben, aber es löst nicht mehr. Es verändert sich auch an den Spannungen nichts, egal ob ein Sender eingestellt ist, oder nicht. Ich messe am Gitter der Triode ECL 80 Minus 7 Volt, ebenso am Gitter des Penthoden-Systems. Am Gitter der EABC 80 ergibt sich eine Spannung von Minus 0,5 Volt. Dieses Gerät gibt wirklich nur noch Rätsel auf. Ich habe in letzter Zeit schon zahlreiche Automatik Geräte von SABA repariert, aber dieses Gerät will irgendwie nicht. Vielleicht ist es wirklich besser, das Gerät erst mal einzumotten, bis mal wieder neue Gedanken kommen, zumal sich schonmal ein anderer Sammler an der Automatik versucht hatte. Ich konnte aber an sich keine unsachgemäße Reparatur erkennen.

Viele Sammlergrüße

Andreas Peukert

Eike Grund
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25.Mar.07 15:21

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 Hallo Herr Peukert, ich habe Sie telef. nicht erreicht, daher noch einmal auf diesem Weg. Ich kann Ihnen aber nur helfen, wenn Sie schrittweise meine Fragen beantworten und nennen Sie bitte auch die Bezeichnung der Bauteile. Sonst reißt der dünne Faden, der mich mit Ihrem Gerät verbindet, immer wieder ab. So kann ich nur vermuten, dass R76 abgeraucht ist, also genau einer der vier Widerstände, an denen ich empfohlen hatte, vor weiteren Versuchen die Spannungen zu messen. Sie werden doch jetzt nicht aufgeben, nachdem Sie eine wirklich heiße Spur haben! Es scheint sich etwas im Bereich der zweiten Steuerwickung abzuspielen, eben eine seltene Schaltungsvariante mit Risiken, denn die Mittelanzapfung liegt immerhin hoch oben auf 290 Volt. Leider ist die Sollwechselspannung dieser Wicklung nicht im Schaltplan vermerkt. Ich werde es dann nocheinmal telefonisch probieren. MfG, Eike Grund
Andreas Peukert
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28.Mar.07 00:53

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Verehrtes Forum,

nachdem ich heute längere Zeit mit Herrn Grund telefoniert habe, hatte er mich  doch wieder animiert, den Suchlauf-Fehler weiter zu ermitteln.

Es sind nun doch einige Fehler aufgefunden worden, auf die ich hier nochmals näher eingehen möchte. Vielleicht auch, damit andere mutige Kollegen einige Tips mit zur Reparatur dieser nicht ganz einfachen Automatic-Variante bekommen.

Wie gesagt: Der Suchlauf lief zunächst nur in die rechte Richtung (hohe Frequenzen). Nach einigen Versuchen, hier Abhilfe zu schaffen (Reinigung sämtlicher Kontakte an der Wippe, Prüfung der Relaisspule auf Kurzschluß, oder evtl. Masseschluß) habe ich doch versucht, das Gestänge für den Linkslauf etwas zu justieren, so dass tatsächlich nach dieser Arbeit der Anker am Relais kleben blieb!!. Ich hatte mich zu dieser Arbeit entschlossen, nachdem ich einen Schraubenzieher an den Elektromagneten hielt und beim Betätigen des Schalters Magnetismus bemerkte. Fazit: Durch die nicht richtig justierte Betätigung lag eine etwas höhere mechanische Belastung auf dem Anker, die jedesmal den Anker in die Ausgangsposition zurückriß.

Allerdings war meine Freude schnell wieder getrübt: Nach einiger Zeit begann der 1 Kiloohm Widerstand (R76) zu qualmen und brannte dann durch. Ein Ersatz ergab nun (es wurde ein stärker belastbarer 1 Kiloohm-Widerstand verwendet), daß der Widerstand sich sehr erhitzte. Ebenso war keine Scharfabstimmung von seiten des Motors möglich. Herr Grund riet mir nun, nochmals den kompletten Schalteraufbau zu testen und eine Leitungsverfolgung um den Widerstand R76 vorzunehmen. Als ich dann nochmals den Kontaktaufbau vom Chassis löste fiel  mir oberhalb der Kontakte eine Drahtbrücke ins Auge. Der Vorbesitzer des Gerätes hatte sich nämlich auch schon erfolglos mit der Automatic beschäftigt. Beim Ausbau des Aufbaus muß man oben nämlich zwei Kabel lösen (Beleuchtung und Stummschaltung). Und hier lag wahrscheinlich die Ursache für den abgebrannten Widerstand: Die Kontakte sind hier mit einem dünnen Draht gebrückt. Dieser war durch das Ablöten der besagten Kontakte teilweise blank, was man so gar nicht sehen konnte. Ich habe zunächst den Draht ersetzt und nachdem ich nochmals die Kontakte geprüft habe, wurde der Kontaktaufbau probeweise montiert. Der Widerstand hatte keine Themperatur mehr. Trotzdem versagte der Suchlauf immer noch. Ich hatte nun auf das Gitter der ECL 80 Penthode ein längeres Prüfkabel gehalten. Der Motor begann sich zu drehen. Nach weiterem Suchen entschloß ich mich den 0,1 MF Kondensator, der auf das Steuergitter der Penthode geht (wurde vom Vorbesitzer bereits erneuert!!!) auszuwechseln. Hier merkte man schon, dass etwas Leben in die Schaltung kommt. Nun mußte ich meinen eigenen Fehler beseitigen: nachdem die sämtlichen Funktionen ausfielen, habe ich natürlich mal ganz vorsichtig am Steuerfilter gedreht (innerer Kern). Hier wird durch Verstellen die Empfindlichkeit geregelt. Der Vorbesitzer hat dies natürlich bereits vorher, sogar am verklebten Kern vorgenommen (dieser darf nicht verstellt werden, d.h. zugeklebt). Hier kam mir schon öfter mein altes analog Mulimeter zur Hilfe. Man kann das Gerät nämlich im 30 Volt Gleichspannungsbereich an die Meßbuchse anschließen. Hier hatte der Zeiger nur einen ganz geringen Ausschlag (bei eingestelltem Sender). Als ich den Spulenkern ganz innen vorsichtig verstellte, schoß der Zeiger weit über die Mitte des Skalenbereichs. Der Motor begann sich zu regen. Beim Drehen am Abstimmknopf wurde der erforderliche Widerstand des Motors in beide Richtungen fest gestellt. Auch geht der Suchlauf jetzt in beide Richtungen so wie es sein soll. Nach vielen Stunden konnte nun die Reparatur erfolgreich abgeschlossen werden. Ich möchte auf diesem Wege nochmals Herrn Grund für seine Geduld und die aufmunternden Worte danken. Ebenso Herrn  Thünel für seine technischen Erläuterungen.

Falls Bedarf besteht, kann ich selbstverständlich noch einige Erläuterungen zur Nutzung der SABA-Testbuchse schreiben.

Viele Grüße

Andreas Peukert

  
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