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stassfurt: Schirmgittervorwiderstand

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Stephan Lakomy
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30.May.18 12:43
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Kürzlich restaurierte ich dieses Gerät. Dabei fiel auf, dass der Vorwiderstand, der das Schirmgitter der EL11, der E(C)H11 versorgt und über weitere Widerstände weiter zum g2 der EBF11 und zum weniger empfindlichen System der EM11 führt, durchgebrannt war. Dehalb war sein Wert nicht mehr erkennbar. Unter Vorbehalt ergab eine Messung 40 kOhm. Durch diesen Widerstand fließen ca. 4 mA. Laut Schaltplan liegen nach diesem R noch ca. 90 Volt an, so dass ca. 160 Volt abfallen müssten. So würde ein Widerstand von 40k genau richtig sein.

Nun zur Frage:

In allen Schaltplänen des 60WK/GWK (auch in der Variante alt/neu) lese ich immer einen Wert von 10 kOhm. Wenn das so wäre, würde allerdings der Spannungsabfall an diesem 1/4 weniger sein. Eine viel zu hohe Schirmgitterspannung wäre die Folge. Messtechnisch lässt sich das leicht überprüfen. Offensichtlich hat sich also in allen Schaltplanvarianten der Fehler 40k <-> 10k eingeschliffen (die Ziffer 4 ist auch optisch der 1 ähnlich). Besitzt jemand einen "fehlerfreien Plan" (oder liegt der Fehler bei mir)?

Viele Grüße

Stephan Lakomy

This article was edited 30.May.18 14:12 by Stephan Lakomy .

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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30.May.18 15:58

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"das Schirmgitter der EL11" EL11 ist falsch, es handelt sich um die EF11.

Was aber soll an dem Vorwiderstand von 10 kΩ "falsch" sein?

Das Gerät hat Stahlröhren - und die arbeiten mit "gleitender Schirmgitterspannung". Das bedeutet, daß sich die Schirmgitterspannung ändert, je nach Größe der anliegenden Regelspannung an den Steuergittern. Wenn beim Empfang eines starken Senders die ECH11, EF11 und EBF11 "herunter-geregelt" sind, fließt kaum noch Strom (Anode & Schirmgitter), weshalb dann die Spannung an den Schirmgittern steigt. Das ist zulässig.

Wenn der 10 kΩ Vorwiderstand für die Schirmgitter durchgebrannt ist, sollte der 0,1μF Abblock-Kondensator überprüft und ggf. erneuert werden.

P.S.: Mein Staßfurt J60WK spielt einwandfrei mit den 10 kΩ als (gemeinsamem) Schirmgitter-Vorwiderstand.

MfG DR

This article was edited 30.May.18 15:59 by Dietmar Rudolph .

Stephan Lakomy
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30.May.18 19:47

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Hallo Herr Rudolph, vielen Dank für die prompte Antwort.

Natürlich meine ich die EF11 (nicht EL11) und selbstverständlich habe ich den 100 nF Blockkondensator gewechselt.

Aber dennoch: Die Ströme und Spannungen in den Schaltplänen sind doch dem "statischen" Zustand (also nicht bei starkem Senderempfang und entsprechender Regelung) entnommen. So gesehen, müssen - um die abzulesenden 90 Volt an g2 zu erzielen - 160 V am Vorwiderstand abfallen. Wenn der 10k Vorwiderstand richtig wäre, müssten in diesem Zweig 16 mA fließen! Das erscheint mir zuviel, selbst wenn mehrere Röhren sich den Strom teilen. Aus den Plänen erlese ich eine Zweigstromsumme von ca. 4 mA, was realistisch erscheint. Damit müsste aber der Widerstand ca. 40k werden. In einem zum Modell geladenen Foto meine ich auch einen 40k Vorwiderstand zu erkennen.

Vorwiderstand mit Blockkondensator

Immer noch skeptisch, möchte ich die o.g. Frage aufrechterhalten.

Viele Grüße,

Stephan Lakomy

Dietmar Rudolph
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31.May.18 12:03
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Ok, eine erneute Überprüfung der Schaltung (nicht des Plans) ergibt, daß der "dicke schwarze Widerstand" bei der EF11 tatsächlich 40 kΩ hat. Der Ausschnitt aus dem Foto, das Sie gepostet haben, stammt von meinem J60WK. Ich habe mir das originale Foto noch einmal angesehen und kann deshalb nun die 40 kΩ bestätigen.

Daß in den Schaltbildern an dieser Stelle 10 kΩ verzeichnet ist, war mir nicht aufgefallen, weil dieser Widerstand bei meinem Gerät völlig i.O. ist. 

Einen korrigierten "ART" Schaltplan habe ich hochgeladen.

MfG DR

Stephan Lakomy
Stephan Lakomy
 
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31.May.18 12:27

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Hallo Herr Rudolph,

vielen Dank für die endgültige Verifizierung.

Wenn der besagte Widerstand in meinem Gerät nicht durchgebrannt und somit aufgefallen wäre, hätte ich an dessen Wert lt. Schaltplan auch nicht gezweifelt oder ggf. nachgerechnet, denn - wie Sie bereits erwähnten - sind 10 kΩ als Schirmgittervorwiderstand nicht ungewöhnlich. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Schaltplanfehler bislang niemandem aufgefallen ist (sowohl den Ingenieuren, Zeichnern oder Praktikern).

Damit ist meine Ausgangsfrage hinreichend beantwortet, Danke!

Viele Grüße

Stephan Lakomy

  
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