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Funkübertragungsstelle Anger ( Högl, Oberbayern )

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Forum » Radio- and technical History » Decades of broadcasting » Funkübertragungsstelle Anger ( Högl, Oberbayern )
           
Wolfgang Lill
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24.May.18 17:59
 
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Im Jahre 1969 wurde im Auftrage der Deutschen Bundespost der Sender Högl errichtet.  Die bautechnische Fertigstellung erfolgte bereits zum 30.06.1969. Die Inbetriebnahme der Sendeinrichtungen war bislang noch nicht exakt zu ermitteln, es soll jedoch kurz vor Weihnachten 1969 gewesen sein.  

Etwas neugierig war ich geworden bei einem Besuch in Ainring, was ragt da oben aus dem Wald heraus ?

Man kann auf einer bequemen Asphaltstraße bis zum Berggasthof Stroblalm fahren. Dieser befindet sich in 754 m Höhe, dann kommt die Wanderstrecke von etwa 800 m.  

 Auf dem Dach des Gasthofes ist übrigens eine Antennenanlage der Bergwacht montiert.

Wanderfreunden sei der Rundweg empfohlen .

Der Berg Högl ist  827 m hoch. Der Funkturm der " Funkübertragungsstelle Anger ", so die ursprüngliche Bezeichnung, wurde in 778 m Höhe errichtet.

Die Stahlkonstruktion des Fernmeldeturmes ist 157 m hoch und wiegt etwa 200 Tonnen. Damit er auch bei Sturm standhalten kann, ist er dreiseitig abgespannt.

Die drei Fundamentblöcke sind beeindruckend.

Hier noch ein Blick auf die Abspannung.

Ursprünglich wurde analoges Fernsehen , ZDF auf Kanal 42 und das Regionalprogramm des bayerischen Fernsehens auf Kanal 52 mit ERP jeweils 40 KW abgestrahlt. 

Aber schauen wir doch mal auf eine Informationstafel aus dem Jahre ( etwa )  1992:

Leider ist diese Tafel nicht mehr im bestem Zustand;  25 Jahre Wind und Wetter ausgesetzt, da ist dar Zustand verständlich.

Die Infotafel befindet sich links vom Eingangstor.

Ganz oben die Sendeantennen des Fernsehens.                                                                                    Am 20.April 2006 wurden die Übertragungen das analogen Fernsehens eingestellt und das digitale Fernsehen DVB-T nahm seinen Betrieb auf.

Auch das ist  schon wieder Geschichte. Inzwischen wird digitales Fernsehen in DVB-T2 Norm abgestrahlt. Der MUX A ( Kanal 32 mit ERP 25 KW) seit dem 20.April 2017 . Hier finden sich ausschließlich österreichische Programme. Der Sendenetzbetreiber ist die Österreichische Rundfunksender GmbH aus Wien. 

MUX B auf Kanal 29 , MUX D , Kanal 47 und MUX E, Kanal 38 strahlen öffentlich rechtliche und private Programme aus Österreich mit je ERP 25 KW in vertikaler Polarisation ab.

Hier die aktuellen Frequenzen seit 20.04.2017 gültig: 

Kanal Frequenz   Programm           Pol.   Sendeleistung [W ERP]

K32    562,00        MUX A-OSN          V       25.000

K29     538,00        MUX B2               V       25.000

K47      682,00       MUX D2               V       25.000

K38    610,00        MUX E2                V       25.000

K55     746,00       MUX F2                V       25.000

Seit 20.04.2017 wird tatsächlich kein deutsches Fernseh- Programm mehr über Högl ausgestrahlt ! Die  ORScomm ist Mieter für alle DVB-T2 Sendeeinrichtungen und sichert die terristische  Versorgung hauptsächlich für Salzburg und Umfeld.

Darunter befinden sich in der Höhe von 115 bis etwa 140 m die UKW- Antennen. Leistungsstärkster Sender ist der DLF, der mit ERP 15 KW abgestrahlt wird. Dazu kommen weitere analog- Sender; die Bayernwelle mit ERP 0,3 KW sendet auf 89 MHz, das Klassik- Radio Österreich mit 0,32 KW auf 102,5 MHz und die Antenne Bayern ist mit ERP 1 KW auf 105,3 MHz der zweitstärkste UKW- Sender.

Leider ist die "Aussichtsplattform " nicht öffentlich zugänglich. Der Blick von da oben ist sicher beeindruckend.

Der Aufstieg erfolgt im Innern der Stahlkonstruktion.

Weiter unten, etwa in 90 m Höhe war ursprünglich analoges Funktelefon im B- und C- Netz installiert. Heute ist D2 der Betreiber.

In 80 m  und 34 m Höhe befinden sich Richtfunkantennen. 

Zur Zeit werden die baulichen Anlagen renoviert.

Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm GmbH, der Sendenetzbetreiber die Media Broadcast sowie die Österreichische Rundfunksender GmbH aus Wien.

Wer also im Berchtesgadener Land mal Station macht, soll dieses Ziel unbedingt mit einplanen. Der Sender auf dem Gaísberg ( bei  Salzburg ) ist um einiges kleiner.

Noch ein letzter Blick auf diese imposante Funkübertragungsstelle, dann geht es zurück in den Ort Ainring.

 

 

 

 

 

This article was edited 08.Jun.18 07:14 by Wolfgang Lill .

Wolfgang Lill
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07.Jun.18 20:49

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Ein herzliches Dankeschön an die  Gemeinde Anger insbesondere an Frau Stefanie Koch-Klinger und den Autor Herrn Baumgartner. Das Buch erschien im Oktober 2009.

Quellenhinweis; Buch Anger gestern und heute 2009, Foto Freigabe durch den Autor. Vielen Dank !

Andreas Steinmetz
 
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09.Jun.18 09:21

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Herr Lill,

auch wenn es ein wenig off-topic ist: An dieser Stelle muss ich einfach mal ein dickes Lob für Ihre umfangreichen Recherchen und Berichte loswerden! Es macht immer wieder großen Spaß und ist sehr informativ, Ihre Beiträge zu lesen. Danke!

Wolfgang Lill
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21.Jan.19 13:41

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Wenn das Wetter extrem ist, dann haben die Techniker viel Arbeit. Die enormen Schneemengen Anfang Januar 2019 , gebündelt mit Starkwinden und teilweise schwerem Nassschnee mit Überregnung,

da passierte doch folgendes;

Die Übertragungstechnik musste vom Eis- und Schnee befreit werden, da trifft es insbesondere immer die Spiegel.

Wenn der Strom ausfällt, dann gibt es zwar in Anger ein Notsromaggregat, aber die Dieselbehälter ist nur gering bemessen, so das Nachschub mit Tanklaster nach oben geschafft werden müsste.

Was jedoch bei der Wegesituation unmöglich ist.

Etwa 800 m vor der Sendeanlage liegt, idyllisch verschneit, der Berggasthof Stroblalm.

Danach, Richtung Sender, geht es tatsächlich nur noch für geübte Skifahrer weiter.

Michaela Herbst, die Tochter der Wirtsleute des Berggasthofes Strobelalm, hat mir diese wunderschönen Winterbilder geschickt, letztere aufgenommen am 11.01.2019 mit einer Drohne.

Dafür ein herzliches Dankeschön an Frau Michaela Herbst !

Wolfgang Lill
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24.Jan.19 14:51

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Alle, die ich bisher befragte, konnten mir keine konkrete Antwort geben. Meine Frage war, wann nahm der Großsender seinen Betrieb auf, denn schließlich steht ja das 50 jährige Jubiläum an.

Inzwischen wurde ich bei der Tageszeitung:  "Salzburger Nachrichten fündig"

Am Donnerstag, dem 18.Dezember 1969 ( Salzburger Nachichten Lokales Seite 5 ), findet sich folgender Artikel

                     

So, nun können wir endlich den Jubiläumstermin in den Kalender eintragen. Ich werde diese Info auch mal an die Deutsche Funkturm GmbH , dem jetzigen Besitzer , weitergeben, in der Hoffnung, das man sich dort des Jubiläums auch erfreuen wird.

This article was edited 24.Jan.19 21:13 by Wolfgang Lill .

  
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