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siemens: ST202/1; Kinogong von WSW

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Ernst Erb
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24.May.07 17:07

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Der Gast Wolfgang Schatz aus Ludwigshafen möchte von uns wissen, ob sich jemand bezüglich Kino- und Theatergings auskennt. Er trägt Informationen zusammen um ein Buch über diese fast unbekannten Geräte zu schreiben. Eines seiner Geräte habe ich nun hier bei uns angelegt, weil es von einem Radiohersteller (im weitesten Sinne) stammt.

Der Kinogong ist ein elektromechanisches Gerät, oder elektromechanisches Musikinstrument, denn es erzeugt ja Klänge, die 3 oder 4 Töne mittels Klangstäben und Tonabnehmer entstehen und durch einen meist separaten Verstärker über Lautsprecher tönen.

Modernere Gongs erzeugen die Töne elektronisch. Eingesetzt wird das Ganze im Kino oder Theater um den Film bzw. die Aufführung einzuläuten. Mitunter sind auch Schulen und Feuerwehren mit Gongs ausgestattet um Pausen oder Durchsagen anzukündigen. Der wohl meist gehörte Gong ist in Deutschland aber mit Sicherheit der ARD-Nachrichtengong.

Wie wurden die verschiedenen Gongs eingesetzt?

Der Kinogong:
Er  kündigt mit dem 1. Schlag (höchster Ton) den Beginn des Vorprogramms an.
Ein Akkord (3 Tasten gleichzeitig) den Beginn der "Deutschen Wochenschau". 3 Schläge in Folge nach der Kurzpause, den Beginn des Hauptprogrammes.

Der Theatergong:
4 Schläge wurden gegeben bei Beginn der Variete oder Bühnenschau im Großtheater. Kinoprogramme liefen nach dem folgenden Muster ab:
Vorspiel (Orchester, Orgel)
Bühnennummern, Variete o.ä. Attraktionen
Orchestermusik
Beiprogramm, Vorspannfilme
Musik (Orgel oder Tanzorchester)
Deutsche Wochenschau
Kurzpause
Hauptfilm- Attraktion

Das ist ein Beispiel aus einem Programmblatt des Hamburger Ufa Palastes aus 1942.

Herr Schatz würde gerne von uns mehr über diese Instrumente wissen, die er auch sammelt. Z.B. wäre er froh erfahren zu können wer wann einen Kinogong zum ersten Mal eingesetzt hatte. Ob jemand aus unserem Kreis weiterhelfen kann? Gerne erhalte ich auch eMails darüber, die ich dann hier veröffentliche.

This article was edited 24.May.07 19:26 by Ernst Erb .

Ernst Erb
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17.Jun.09 22:04

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Herr Frithjof Graszmann hat mich gerade informiert, dass er ein weiteres Modell eines Kinogong angelegt hat. Damit Hat Herr Schatz möglicherweise weitere Informationen.

Wir zeigen auch einen anderen Elektro-Gong. Insgesamt müssten wir eigenlich weitere finden können - und hoffenltich auch einmal Literatur darüber. Wer weiss mehr? Kontaktformular genügt.

This article was edited 17.Jun.09 22:08 by Ernst Erb .

Uwe Ronneberger
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Der prinzipelle Aufbau eines Kino- bzw. Elektro-Gong´s ist allgemein bekannt. Durch Zufall bin ich auf eine Verstärkerschaltung mit eingebautem " Kristall-Gong " gestoßen. Außer einer Spule, die über einen Kondensator-Entlade-Impuls angesteuert wird und einem Piezo-Kristall läßt sich der Schaltung nichts weiter entlocken. Ich habe jetzt an mehreren Stellen Hinweise auf diese Art Kristall-Gongs gefunden.  Da sie in transportablen  Tonfilm-Verstärker-Koffern, u.a. vom Funkwerk Leipzig und Carl Zeiss eingesetzt wurden, dürften die Klangstäbe nicht allzu lang sein oder es liegt ein völlig anderes Prinzip zugrunde.

Wer hat ein solches Gerät und kann für Aufklärung sorgen ?

Vincent de Franco
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21.Jan.12 10:01

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Hallo Uwe,

bin hier neu und konnte nicht nachvollziehen ob Deine Frage schon beantwortet wurde.

Da ich alte Röhrengeräte restauriere, folgende Informationen zum Kinogong in RFT/Zeiss- Verstärkern. Es handelt sich dabei um eine Spirale, vermutlich aus Stahl, wie in einem alten Regulator.

Durch die Spiralform bekommt man auf kleiner Fläche die Länge unter. Der Gongdraht ist gekoppelt mit einem Kristallplättchen über den Piezoeffekt wird die Spannung erzeugt. Die Spule wird  über eine Kondensatorentladung erregt.

Das ganze sitzt in einem Metallgehäuse und ist mit Federn und isoliert aufgehangen.

Das Signal wird vom Kristallplättchen über einen recht kleinen Kondensator ( 470pF ) ausgekoppelt.

Habe so ein Gerät wieder funktionsfähig gemacht. Endstufe  mit 2* EL12N und 3 * EF86 mit Adaptern für EF 12.

Der Netztrafo war auf 110 V gebrückt, aber jemand hatte ihn vermutlich mit 230V betrieben. Die mobilen 35 mm Kinoanlagen hatten alle ein Vorschaltgerät auf 110 V.

Falls dazu Fotos gewünscht werden kann ich sie vom TV3-Verstärker zur Verfügung stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Reiner Pieper

EE 22.1.12: Ein Gast hat zu Recht reklamiert, dass die Bilder im Anhang aus seiner Seite waren. Somit habe ich sofort gelöscht. Du, lieber Vincent konntest nicht wissen, dass Reiner Pieper, ein Neumitglied,  keine Berechtigung hatte. Hätte Herr Pieper schon Bilder direkt auf ein Modell geladen, hätte ich seine Mitgliedschaft unterbrochen. Er konnte aber vielleicht gar nicht wissen, dass sie in die Anlage kommen ... Der Besitzer hat aber vernünftig reagiert - und wird evtl. Gratismitglied ...

 

This article was edited 22.Jan.12 15:08 by Ernst Erb .

Uwe Ronneberger
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21.Jan.12 18:38

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Hallo Vincent,

danke, nun ist meine Neugierde gestillt und diese Informationen sind sicher auch für andere Mitglieder interessant.

Mark Hippenstiel
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Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Bilder, die Herr Pieper in seinem PDF benutzt hat, nicht von ihm stammen.

Auch wenn das hier etwas off-topic ist, will ich doch daran erinnern, dass gerade unsere Mitglieder bei der Verwendung fremden Bildmaterials eine Genehmigung beim Urheber anzufragen haben und eine Quelle zu nennen ist, insbesondere wenn solche Bilder aus privaten Web-Fotoalben stammen.

Freundliche Grüße
Mark Hippenstiel

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08.Apr.12 12:48

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In der Literatur findet man die folgenden zeitgenössische Bemerkungen:

Rund um den Film, Horst Hille, 1. Aufl., Fachbuchverlag Leipzig, 1955, S.204 - 205:
"Drei Hebelknöpfe werden in angemessenen Abständen nacheinander gedrückt, und schon hallt es in vollem Dreiklang zu uns herauf. Der Wahlschalter wird wieder auf "Plattenspieler" gedreht, ein neue Schallplatte liegt schon auf dem Teller, und die Reklamevorführung beginnt.
Inzwischen betrachten wir uns den Gong etwas näher. Er besteht aus drei Klangstäben von etwa 30...40 cm Länge (wie wir sie auch z.B. in Standuhren vorfinden), die durch Hämmerchen angeschlagen werden. Die Hämmerchen werden durch Druckknöpfe ausgelöst. Das Schwingen der Klangstäbe allein vermag jedoch die Tonfülle und die Lautstärke nicht hervorzurufen, die wir im Kino gewöhnt sind. Die Stäbe schwingen deshalb im Kraftfeld eines Elektromagnets, so wie wir es im Prinzip schon von dem elektrischen Tonabnehmer her kennen. Es handelt sich also auch beim Gong um einen elektrischen Tonerzeuger oder Tongenerator."

Handbuch des Filmvorführers, Joachim Rutenberg, Hermann Strödecke, 3. Aufl. Verlag Film-Bühne, München, 1949, S. 134-135
"Wenn heute eine Filmvorführung ohne den angenehmen, harmonischen Dreiklang des Gongs beginnt, dann leidet zwar die Bildwiedergabe nicht darunter, wohl aber fehlt die verbindende, persönliche Einstellung des Lichtspieltheaters zu seiner Kundschaft, denn jeder Gongschlag löst nun einmal die Empfindung in jedem Besucher aus, daß er sich auf die kommende Bildbetrachtung konzentrieren soll.
Das elektrische Gonggerät wird allgemein an die Tonfilmanlage angeschlossen, so daß im Grunde keine weiteren und zusätzlichen Ausgaben für die Inbetriebsetzung entstehen. Die Lautstärke der Gongschläge ist durch einen besonderen Lautstärkenregler am Gonggerät regelbar. Die Erzeugung der Gongschläge wird über eine Dreihebeltastatur bewerkstelligt, wobei eine wahlweise Wiedergabe der Dreiklangfolge stattfinden kann. Man kann also beispielsweise die Gongschläge der Reihe nach mit hoch beginnen und tief enden, oder einen beliebigen anderen Gongschlag wählen, so daß die Gongschläge bereits eine musikalische Voransage darstellen. Besonders aktuelle Bildwiedergaben wie Wochenschau usw. könnten durch einen kräftigen und tiefen Gongschlag recht gut unterstrichen werden und somit ein günstiges Vorsignal für Bildbetrachtung schaffen.
Das Gonggerät wird in der Regel zwischen den Bildwerfern in Bedienungsnähe angebracht, so daß die Gongbetätigung nicht von der Vorführungseinschaltung ablenkt. Über die Anschlußstellen und Anschlußwerte sind unbedingt die Anweisungen der Hersteller zu beachten. Zur Orientierung ist in der Zeichnung Tonanlage ein Gonggerät eingezeichnet; der elektrische Anschluß erfolgt meistens an die Klemmen der Schallplattenwiedergabe oder der Photozelle."


In der Anlage Abbildungen des Kinogongs TV3:

  
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