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Skalenscheiben erhalten durch versiegeln

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Forum » Technique, Repair, Restoration, Home construction ** » Cleaning and restoring » Skalenscheiben erhalten durch versiegeln
           
Gerhard Meyer
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05.Feb.14 17:51

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Nichts bleibt wie es ist - auch nicht der Lack der Skalenbeschriftungen:

Den Verfallserscheinungen an Radio- u. Messgeräteskalen kann man aber auch Vorbeugen, oder Konservieren, Retten und Schützen: Nämlich durch Aufsprühen einer Schicht Klarlack aus der Sprühdose. Das ist auch bei wasserlöslichem Druck möglich.

Aber Vorsicht!! Nicht jeder Lack ist dafür geeignet, auch wenn er noch so angepriesen wird ! Sprühdosen ohne genaue Inhaltsangabe enthalten meist Nitrolack, der dafür aber völlig ungeeignet ist (Auflösung, Verlaufen, Blasenbildung). Schon vielfach mit bestem Erfolg verwendet habe ich den Alkydharz-Lack (Nicht verwechseln mit Acryl) von der Firma Baufix, Heidelberg, den ich öfter mal preisgünstig bei Norma finde. Er ist völlig glasklar, haftet sehr gut und greift auch Plexiglasskalen nicht an (Wasserlöslicher Druck wird damit wischfest und hausfrauensicher). Dennoch zur Sicherheit immer eine Probe machen. Dieser Lack ist für Gehäuse genauso geeignet, auch wenn noch alter Lack darunter ist, damit habe ich schon sehr oft lackiert, selbst große Gehäuse.

Gruß aus Schwanstetten, Gerhard Meyer

P.S.: Bei Haarlack bin ich skeptisch, denn das ist sicher kein Produkt für lange Haltbarkeit. Auch kann er nicht wasserfest sein, denn er muß ja aus dem Haar wieder ausgewaschen werden können.

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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05.Feb.14 23:40
 
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Ich persönlich kann nur vor der Lackierung von Skalenscheiben warnen !

1) Die Lackierung muß äußerst vorsichtig erfolgen. Ich selbst habe schon vor zig Jahren mehrere Versuche dazu gemacht und dabei den Druck einer Skalenscheibe zum Verschwimmen gebracht. Seitdem habe ich keine mehr behandelt.

Skalenfarbe ist nicht lösemittelfest ! Wenn überhaupt, sollte man das nur bei eh schon bröseligen Skalen machen und das Aufsprühen muß in mehreren hauchdünnen Schichten erfolgen, die sofort trocknen. Es sollte eher ein "Nebel" als eine "Schicht" sein. Zwischen den Lackierungen immer wieder warten, bis der Lack wirklich trocken ist.

2) Wir wissen nicht wie langzeitstabil die Lacke sind. Sie können nach Jahren abblättern oder vergilben. Es gibt für den Künstlerbedarf vergilbungsfeste Lacke zur Versiegelung von Bildern, die aber alle lösemittelhaltig sind. Restauratoren haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass moderen Kunststoffe, Versiegelungen und Beschichtungen, die auf den ersten Blick ideal für eine Restaurirung erschienen letztlich mehr Schaden als Nutzen gebracht haben. Heutige Generationen von Restauratoren ärgern sich durchweg über die in den 60er und 70er Jahren verwendeten modernen Kunststoffe.

Also Vorsicht ! Dreimal überlegen, ob eine Skala wirklich einen Schutz benötigt. Einmal verwischt, ist die Skala nicht mehr zu retten.

Rüdiger Walz

Werner Hauf
Werner Hauf
 
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07.Feb.14 08:43

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Eine sehr güte Lösung dieses Problems ist das lackieren mit Lötlack. Dieser greift keine Kunststoffe an. Die Vorgehensweise ist wie von Herrn Walz beschrieben.

Gruß

Werner Hauf

Adalbert Gebhart
 
 
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07.Feb.14 12:43

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Ich habe mit Plastikspray 70 in vielen, auch heiklen Fällen sehr gute Erfahrungen  gemacht.
Mittlerweile auch Langzeiterfahrungen über mehrere Jahrzehnte.
Scheint nicht zu vergilben.

Vielleicht meinten Sie das mit Lötlack,  Herr Hauf?

Auf jeden Fall würde ich es aber an einer unauffälligen Stelle
(unter einem Knopf oder am Rand) ausprobieren. 
 
Übrigens: ich habe (leider) Skalenfarbe erlebt, die wasserlöslich war.
Der hätte ich besser eine dünne Schicht Plastikspray gönnen sollen.
Das hätte sie vermutlich für relativ lange Zeit (was hält schon ewig?) wasser- und wischfest gemacht.
 
Grüsse
Adalbert Gebhart

 

Werner Hauf
Werner Hauf
 
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07.Feb.14 13:25

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Hallo Herr Gebart,

Lötlack (von Kontakt-Chemie) nimmt man normalerweise zum versiegel von Leiterplatten. Dies ist ein Klarlack, der aber keine Kunststoffe oder Farben anlöst. Ich hoffe ihre Frage ist damit beantwortet. Sollte noch etwas unklar sein, bitte mich anrufen. Tel. Nr. in meinem Profil.

Gruß

werner Hauf

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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08.Feb.14 10:31

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"Plastiklack", "Lötlack" und andere derartige Bezeichnungen definiere keine einheitlichen Produkte. Sie können von Hersteller zu Hersteller und von Jahr zu Jahr variieren, da die Vorschriften zur Vermeidung von organischen Lösemitteln immer mehr greifen.

Sie enthalten zudem Additive um ihre Funktion zu erfüllen, wie Weichmacher, Lötflußmittel, Lichtstabilisatoren (oft nicht) etc.. Das ist unter Umständen für eine Skala nicht geeignet. Daher nur anwenden, wenn die Skala sowieso schon bröselt. 

Zudem muß vorher der Schmutz sorgfältig entfernt werden, sonst konserviert man ihn mit.

Wenn die Skala schon ausgebaut ist, dann bitte einen Scan anfertigen und hier im RM.org unter "Skalen" hochladen. Hier gehen auch hochauflösende Scan-Dateien. Damit ist sie am besten bewahrt.

Bitte aber beim Hochladen Kopiermöglichkeit zulassen, sonnst kann man die Skalen nicht in einem Zeichenprogramm bearbeiten und dimensionsgerecht ausdrucken oder Farbauszüge machen.

Rüdiger Walz 

 

 

Adalbert Gebhart
 
 
CH  Articles: 142
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08.Feb.14 12:41

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Liebe Kollegen.

Plastik 70 ist ein Produkt der Kontakt-Chemie, das es unverändert (exakt gleiche Spraydose) und - ich vermute - in gleicher Zusammensetzung seit sicher 40 Jahren gibt.

Jedenfalls wurde genau dieses Produkt schon 1973 in der Philips Elektronik-Lehrwerkstatt, in der ich damals Praktikum gemacht habe, zum Versiegeln von allem Möglichen eingesetzt.
Es kann auch zum Versiegeln der Lötseite eingesetzt werden, ist aber kein expliziter "Lötlack" (den es bei Kontakt-Chemie ja auch gibt).

Ich dachte, das Produkt wäre unter den Praktikern hier bestens bekannt,
daher habe ich es nicht genauer bezeichnet.

Ich wollte auch keine Grundsatzdiskussion lostreten, sondern möchte nur mitteilen, dass Plastik 70 ein bewährtes Produkt ist, mit dem auch ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Grüsse

Adalbert Gebhart

Till Krüger
Till Krüger
 
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11.Feb.14 19:30

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Hallo zusammen,

ein Tipp der schon früher hier gegeben wurde kam noch nicht zur Sprache, ganz gemeiner Haarlack aus der Drogerie. Je protziger die Versprechen wie "strong" oder "extra strong" desto besser für unser Vorhaben. Man muß auch keine Angst haben das Farbe oder allgemein der Aufdruck gelöst wird, Lösungsmittel sind nicht enthalten.

Beste Grüße

 

 

This article was edited 11.Feb.14 19:31 by Till Krüger .

  
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