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stern-berl: Kaum Baß beim Stern Dynamic 2030 - was ist die Ursache?

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Rumen Iliew
 
 
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06.Dec.11 23:09
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Liebe Radioliebhaber,

ich nenne seit kurzem ein Stern Dynamic 2030 von Stern Radio Berlin mein eigen. Mir ist beim Hören sehr schnell aufgefallen, daß das Klangvolumen deutlich schlechter ist als bei meinem Stern Dynamic II und meinem Stern Dynamic 2220 IC, obwohl sie lautsprecher- und resonanzmäßig (Gehäuse) gleich bzw. ähnlich sind. Es klingt, als ob der Baß deutlich weniger wäre. Mit der Klangeinstellung kann ich das Problem höchstens noch verschlimmern.

Mit Kopfhörern habe ich bestätigt, daß das Ausgangssignal des NF-Verstärkers das Problem sein muß und nicht der Lautsprecher. Hat jemand schon Erfahrung mit diesem Problem? Normalerweise würde ich vermuten, daß der Auskoppelelko für den Lautsprecher durch Alterung viel Kapazität verloren hat. Eine Parallelschaltung von 500muF hat allerdings den Klang nicht verändert; und auch der hochohmige Kopfhörer hätte selbst bei starker Alterung des Elkos wieder mehr Baß haben sollen. Welche anderen frequenzgangbestimmenden Bauteile sind besonders verdächtig? Oder kann es gar ein Problem vor dem NF-Verstärker sein?

Es wäre schade um dieses doch eigentlich so wohlklingende Gerät. Oder gibt es beim Dynamic 2030 einen Designfehler, der den Klang so schlecht macht? Eigentlich ist es doch nur ein Redesign des Dynamic II mit Si-Transistoren (außer UKW-Tuner und Endstufe), oder nicht?

Vielen Dank im voraus.

Michael Seiffert
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08.Dec.11 18:07

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Hallo Herr Iliew!

Habe meinen Dynamic 2030 aus dem Regal genommen und ihn mit  seinen "Brüdern" hinsichtlich der Basswiedergabe verglichen. Er fällt keineswegs klanglich ab. Die Bässe sind für ein Gerät der Klasse recht satt.

Nun zur möglichen Fehlerursache. Wenn Sie den Auskoppelelko C57 (550 yF) schon getauscht haben, kommen auf jeden Fall die beiden Koppelkondensatoren C47 (2yF) und C51 (0,5yF) als erste Verdächtige in Frage. Hat einer von den beiden deutlich an Kapazität verloren, wird die Wiedergabe leiser und deutlich flacher, ohne jegliche Bässe.

 

M.Seiffert

Rumen Iliew
 
 
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08.Dec.11 22:06
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Hallo Herr Seiffert and andere Radioliebhaber,

@Herr Seiffert: vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Ich hatte auch erwartet, daß die Bässe beim 2030 genauso satt sein sollten wie bei den anderen Brüdern. Ihre Bestätigung bringt mich schon deutlich weiter, da ich weiß, daß ich nicht nach einem Phantom suche.

An die beiden Koppelelkos C47 und C51 hatte ich nach C57 auch schon gedacht. Ich hatte sie per Hand während des betriebs mit zusätzlichen Elkos überbückt und nach einem kurzen Ladeknack zu beim Dranhalten keine Veränderung beim Klang bemerkt. Aber vielleicht ist diese Methode doch etwas ungenau. Vielleicht sollte ich doch mal die Kapazität messen bzw. ersatzweise durch neue richtig ersetzen. Kältespray wird wohl hier nicht bei der Suche helfen?

Fall es nicht diese Elkos sind, gibt es im HF/ZF/Demodulatorteil Elkos, die den Frequenzgang so stören könnten? Sind ja doch alles eher Folie- und Keramikkondensatoren... Der Elko im Ratiodetektor (C42, 5muF?) sollte keine solchen Auswirkungen haben, oder doch?

Vielen Dank im voraus für jede Hilfe.

R. Iliew

Michael Seiffert
Michael Seiffert
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09.Dec.11 09:52
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Hallo, Herr Iliew,

Die Kondensatoren im HF- und ZF-Teil kommen nicht in Frage. Der Ratio-Elko auch eher nicht, wird der taub, nimmt die Wiedergabelautstärke bei FM stark ab und nicht nur die Bässe. Trotzdem sollte er sicherheitshalber probeweise ersetzt werden.

Kältespray bringt nichts, da der Fehler ja ständig vorhanden ist und nicht nur nach Erwärmung des Gerätes bzw. kein Kontaktfehler ist.

Überprüfen Sie mal noch die Umgebung des Klangstellers und messen Sie die Arbeitspunkte der Endstufe, ob da gleichstrommäßig alles ok ist.

 

M.Seiffert

 

This article was edited 09.Dec.11 09:53 by Michael Seiffert .

Rumen Iliew
 
 
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10.Dec.11 19:52
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Hallo Heff Seiffert, liebe Mitglieder,

es muß offenbar tatsächlich die Ruhestromeinstellung gewesen sein! Der Ruhestrom betrug nämlich nur 2,5mA statt 7mA+-10%. Offenbar muß der Einstellregler korridiert sein, so daß er keinen Kontakt zum Schleifer gab. Denn sobald ich ihn leicht mit dem Schraubendreher berührte, sprang der Ruhestrom auf den richtigen Wert von 7mA. Jetzt klingt das Gerät auch wieder voller.

Ich wundere mich nicht darüber, daß der Ruhestrom zu gering war-die Einstellregler aus DDR-Zeiten waren ja nicht gerade aus Edelmetallen gefertigt. Ich wundere mich über die Symptome. Dann muß irgendwie das Zusammenspiel des zu kleinen Ruhestroms mit einer frequenzabhängigen Gegenkopplung die Bässe entfernt, oder?

Vielen Dank nochmals für Ihre Hilfe.

R. Iliew

Korrektur: Die Ruhestromeinstellung hatte tatsächlich praktisch keinen Einfluß auf den Klang. Der Fehler war hingegen eine werksseitige Fehlverdrahtung der gehörrichtigen Lautstärkeregelung. Siehe dazu den nächsten Beitrag.

This article was edited 06.Sep.12 22:07 by Rumen Iliew .

Rumen Iliew
 
 
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06.Sep.12 22:04
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Hallo Radioliebhaber,

die Ursache für das Problem mit der mangelhaften Baßwiedergabe wie eine Fehlverdrahtung ab Werk. Dadurch wurde die nur für den Kurzwellenbereich gedachte Veränderung der Klangwaage durch Kurzschließen von C44 für alle Wellenbereiche und TA/TB aktiv. Im folgenden Foto ist die schon korrigierte Fehlverdrahtung durch eine blaue Ellipse markiert. Ursprünglich und falsch war der rosa Draht, der zur Masse Autoantennenbuchse führt, an der oberen (Pol 12) der zwei markierten Lötfahnen des Kurzwellen-Wellenschalters angelötet, dort wo jetzt nur noch der nach links abgehende weiße Draht ist. Im Bild ist dies nun korrigiert-der rosa Draht wurde eine Lötfahne nach unten gelegt (Pol 11).

Bermerkenswert, daß erst nach 37 Jahren das Radio nun zum erstenmal richtig klingt... Und es klingt jetzt wirklich gut.

Vielen Dank für alle Hilfe zu diesem Thema.

Liebe Grüße an alle Radioliebhaber

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