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Stroboskop für Schellackplatten

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Forum » Radio- and technical History » Picture and tone processing / recording » Stroboskop für Schellackplatten
           
Georg Richter
Georg Richter
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14.Apr.19 00:04
 
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Auch wenn 78 Umdrehungen traditionell als Normalgeschwindigkeit (für Schellackplatten und im weitesten Sinn auch für Platten aus anderen Materialien) angenommen wird, hat man bei der Wiedergabe von Platten mit abweichender Geschwindigkeitsangabe

das Problem: Wie einstellen?

Nun gab es in den 1980er Jahren den vom Amerikaner Jeffrey Duboff (Electronic Design and Consulting, Arlington, MA) modifizierten Technics SP-15  als "Diapason Professional Turntable" bei welchem die Geschwindigkeit von 12,8 bis 102,4 Umdrehungen in Stufen von 0,1 Umdrehungen einstellbar war. Ahnlich hat Duboff auch den Sony PS-LX2 als "Diapason Collector's Turntable" modifiziert.

Leider auch nicht mehr erhältlich ist der Numark TTX

bei dem die Geschwindigkeiten 33, 45 und 78 Umdrehungen bis zu 50% variabel war und digital angezeigt wurde. Nebenbei: Der einzige Stroboskopring am Plattenteller wurde durch eine mit entsprechender Frequenz "pulsierende" LED beleuchtet, sodaß man zudem noch unabhängig von Glühlampenlicht und der der Netzfrequenz war.

Aber es gibt ja einige "DJ"-Plattenspieler mit (u.a.) 78 Umdrehungen ±10 bzw.  ±20% "pitchbar" (Reloop, Omnitronic).

Für 50Hz habe ich im "Lexikon  der Funktechnik" auf Seite 400 eine geniale Stroboskopscheibe mit 75, 77, 78, 79, 80 und 82 Umdrehungen entdeckt:

Als Scan mit 600dpi ist die "Scheibe" als Anlage beigefügt.

Für jedwede Geschwindigkeit gibt es das von Jean Vernet aus Montreux entwickelte Programm STROBE.EXE mit dem man sich z.B. auch für diese Platte

eine für "84 Tours" passende Scheibe ausdrucken kann.:

Das Programm können Sie bei

pspatialaudio (ganz unten)

tiefladen. Eine Glühlampe zur Beleuchtung ist Voraussetzung. Wer ganz penibel ist kontrolliert die Netzfrequenz mit einem Digital-Oszilloskop ...

Daß man es "früher" nicht ganz so eng mit den Geschwindigkeiten genommen hat ist hier nachzulesen:

Wikipedia
[Die deutsche Sektion von Wikipedia ist leider weniger aussagekräftig]

CHARM

library.ucsb.edu

Fazit: Nichts ist unmöglich. Mir liegt die akustische Aufnahme einer an sich sehr reputierten Sängerin vor, die dank minderwertiger Aufnahmeapparatur bei lauten Passagen in der Geschwindigkeit deutlich nachlässt.

Auch die Postulierung aus dem Victor-Katalog von 1917

ist nur "der Form halber" zu interpretieren!

Wer sich "LINA" (siehe oben) anhören möchte findet die Aufnahme auf meiner Web-Seite hier ganz oben. Vielleicht kann jemand meine Vermutung bezüglich des Orchesters bestätigen?

Wer Platten digitalisiert kann die Drehzahl mit dem Programm Audacity umrechnen, z.B. 78 x 1,025641 = 80.

Stets guten Wohlklang wünscht euch

GR

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This article was edited 14.Apr.19 00:26 by Georg Richter .

  
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