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lorenz: Stromversorgung Warnung!

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Wolfgang Rehm
Wolfgang Rehm
 
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Pict.: 13
17.Oct.17 22:17

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Ich habe vor einiger Zeit aus dem Nachlaß eines Rundfunktechnikers uA. 2 Stück Lorenz Touring II erhalten und mittlerweile auch restauriert.

Bei dem einen Gerät hat jemand - wohl aus Unwissenheit - einen Netzstecker mit Schutzkontakt  ans Netzkabel geklemmt, jedoch leider die 3. Ader (welche für 6V- Autobetrieb die Minusleitung ist und bei Netzbetrieb selbstverständlich frei zu sein hat) auf den Schutzleiter gelegt.

Die Folge war verheerend; Alle Röhren tot, Zerhackerpatrone und Netztransformator durchgebrannt. Da diese dumme Maßnahme wohl schon vor Jahrzehnten erfolgte und das Gerät dazumal offenbar an eine nicht FI-gesicherte Steckdose (klasische Nullung) angeschlossen wurde konnte dies geschehen.

Ich kann nur empfehlen, bei Erwerb eines solchen Gerätes als Erstes die Belegung des Netzsteckers zu prüfen, vor Allem wenn nicht mehr der originale Spezialstecker mit Mittelloch  vorhanden ist.

Glücklicherweise hatte ich in meinem Fundus noch ein Chassis eines solchen Gerätes, welches einen intakten Trafo enthielt; auf eine intakte oder zu reparierende Zerhackerpatrone hoffe ich irgendwann.

Der Austausch des Transformators ist eine Arbeit, welche sehr viel Feingefühl sowie jede Menge Fachwissen voraussetzt, übernimmt dieser doch im 6V-Betriebsfall die Hochtransformation der Anodenspannung. Da die Farbe der Leitungen kaum unterscheidbar ist, ist eine entsprechende Kennzeichnung unabdingbar.

Ich persönlich rate im Falle eines Trafoschadens eher dazu, ein Schlachtgerät aufzutreiben und dessen Chassis  zu verwenden, nocheinmal würde selbst ich so eine Reparatur  nicht mehr durchführen.

Immerhin, das Gerät funktioniert nun in allen Betriebszuständen perfekt, am HF - Teil mußte ich nicht einmal Kondensatoren tauschen, lediglich der NF-Koppelkondensator war zu erneuern.

Beim zweiten zu restaurierenden Touring II waren ebenfalls nur 4 Kondensatoren und die UKW-Röhre zu erneuern, hier war die Stromversorgung bis auf die Zerhackerpatrone in Ordnung.

Letztere läßt sich jedoch sehr gut restaurieren, lediglich das Aufbördeln des Gehäuses gestaltet sich etwas kniffelig, 

Ich habe die Patrone zum Testen dann auch im anderen  Gerät verwendet. 

Generell kann gesagt werden, daß das Touring II auch nach heutigen Gesichtspunkten noch einen qualitativ hochwertigen UKW-Empfang bietet, nicht zuletzt durch die kräftige Gegentaktendstufe und den sehr hochwertigen Lautsprecher.

Zuletzt noch der Hinweis;  für die Gittervorspannung unbedingt einen  Ersatz für die "Gitterbatterie" (hinter dem Drehkondensator) einbauen (ich nahm Lithiumbatterien), ansonsten funktioniert das Gerät nicht zufriedenstellend, außerdem sind dann Röhrenschäden  möglich.

 

  
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