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Telefunken Gavotte 1063 - messingfarb. Kunststoff-Zierleiste

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Michael Münch
Michael Münch
 
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19.Oct.03 22:47

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Hallo,

mein derzeitiges Projekt ist ein Telefunken Gavotte 1063. Eigentlich bin ich schon fast fertig mit dem Kästchen, das Innenleben funktioniert wieder klaglos, und draussen schauts fast aus wie aus dem Laden - wenn da nicht diese Zierleiste wäre! Der Holzkorpus des Geräts ist in ca. 1cm Abstand von der Vorderkante umlaufend geschlitzt, und in den Schlitz gehört eine Zierleiste, die leider nur so tut, als wär sie aus Messing. Tatsächlich ist es ein Kunststoffmaterial mit eingelegter Kordel, und der Zustand ist miserabel. Was tun - was könnte ich ersatzweise verwenden?

 

Würde mich sehr freuen, wenn jemand Rat wüsste.
Gruss - Michael

Eilert Menke
 
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20.Oct.03 09:07

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Hallo Herr Münch,

versuchen Sie es docch 'mal mit einer Messingstange passenden Durchmessers aus dem Bastelgeschäft.

Viel Erfolg!

Michael Münch
Michael Münch
 
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20.Oct.03 20:09

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Hallo Herr Menke,

danke für die Antwort! Habe auch schon an Messingprofile gedacht, habe aber ein paar Bedenken, die mich noch (!) davon abhalten. Habe hier mal eine kleine Skizze gemacht:

A stellt den Originalzustand mit der Kunststoff-Zierleiste mit Kordel-Seele dar. Der Vorteil ist da sicherlich, dass sich das Material den Eckenrundungen des Gehäuses anpasst und dass man es spannen kann.

B stellt die Möglichkeit dar, ein Messing-Flachprofil in die Nut einzuklemmen mit der Schwierigkeit, die Rundungen gut hinzubekommen. Wahrscheinlich müsste man in dem Fall die Messingleiste im Bereich der Gehäuserundungen an der Innenseite des Biegeradius mehrfach einschlitzen, damit sich das Material nicht selbst im Weg ist. Ausserdem wäre es sicher nötig, diese "Einlegearbeit" mit Kleber zu sichern mit dem Nachteil, dass man die Messingleiste später nur schlecht wieder demontieren kann.

C schliesslich wäre der Versuch, einen Messingvolldraht so um das Gehäuse zu spannen, dass er in der vorhandenen Nut sicher gehalten wird. Das Messing aber so zu biegen, dass es überall an der Gehäusenut anliegt und auch dort bleibt, traue ich mir am wenigsten zu...

Ginge es hier um ein Gerät, dessen Gehäuse in so schlechtem Zustand wäre, dass ich es eh von Grund auf aufmöbeln müsste, würde ich vielleicht sogar die Nut schliessen und überlackieren und auf die Zierleiste verzichten. Aber so "verzweifelt" bin ich noch nicht.

Vielleicht kommt noch jemand auf die rettende Idee...?!

es grüsst
Michael Münch

 

 

Stefan Löbrich
 
 
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21.Oct.03 08:39

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Ich denke, dass Möglichkeit C in der Tat die beste und einfachste Lösung darstellt.
Ein Messingdraht (Vollmaterial mit ca. 3 mm Durchmesser, rund) lässt sich mit Sicherheit leicht biegen. Ich würde rechts und links durch die Bodenplatte (in Höhe der Nut) ein kleines Loch im entsprechenden Durchmesser bohren, dann würde ich den Draht mit einer Zugabe abmessen (Das Richten des Drahtes Nicht vergessen, eine Seite in den Schraubstock, auf der anderen Seite mit einer Zange gut festhalten, dann mit dem Hammer einmal kurz und kräftig draufschlagen), auf einer Seite ein kleines Messingplättchen anlöten (als Gegenlager), würde dann den Draht durch die erste Bohrung fädeln und um das Gehäusse legen. Auf der anderen Seite durch die Bohrung fädeln, mit einer Zange etwas Spannung draufgeben, damit der Draht nicht aus der Nut rutscht, und dann im inneren des Gehäuses auch entweder ein Gegenlager anlöten oder mit kleinen Krampen befestigen.
Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt...
Ich habe noch eine kleine Skizze angefertigt, ich hoffe, das klappt.

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This article was edited 21.Oct.03 08:53 by Stefan Löbrich .

Michael Münch
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21.Oct.03 13:14

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Danke Herr Löbrich,

das scheint mir in der Tat ein gangbarer Weg zu sein. Ich hatte die Sache wohl noch nicht weit genug durchdacht, aber so wie Sie es schildern, klingt es einfach und logisch. Das einzige, was mir jetzt noch passieren kann, sind Schwierigkeiten bei der Beschaffung eines genügend langen Messing-Volldrahtes (1,2m). In dem Fall kann ich aber auf Kupferdraht ausweichen, den ich nach dem Richten und Vorbiegen mit goldfarbigem Lack aus der Spraydose versehe. Messingdraht würde ich eh mit Zaponlack versiegeln müssen.

Vielen Dank nochmal, auch an Herrn Menke, dessen Beitrag ja schon in die richtige Richtung ging!

Gruss - Michael Münch

Stefan Löbrich
 
 
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21.Oct.03 14:20

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 das mit den 1,20 Meter Länge ist wahrscheinlich das größte Problem.

Im Modellbauladen bekommt man Messingdraht mit mehr als 1,00 mm Durchmesser nur in Stäben von einem Meter Länge. Da sich Messing aber gut löten lässt würde ich probieren zwei solcher Stäbe zusammenzulöten. Wenn man die Lötstelle nach dem Erkalten mit ein bisschen Schleifpapier behandelt hat man sicherlich ein ansehnliches Ergebnis.
Eine andere Möglichkeit wäre mal beim Kust- und Bauschlosser vor Ort nachufragen, ob der nicht das gesuchte Material bestellen kann, die haben da oft bessere Möglichkeiten.

Unter http://www.krick-modell.de finden Sie zumindest schon mal die Stäbe.
Ich denke hier hilft wirklich nur probieren, sollten sie einen Feinmechaniker kennen, kann der Ihnen sicherlich sogar passende Gewinde schneiden, Sie könnten die zwei Stangen dann verschrauben. Möglichkeiten gibt es sicherlich noch mehr...

Viel Erfolg, und vergessen Sie bitte nicht eine Anleitung für die Nachwelt, wenn möglich mit Bildern, zu erstellen. Ich jedenfalls bin sehr auf Ihr Ergebnis gespannt.
Stefan Löbrich
 
 
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21.Oct.03 14:22

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 wenn Sie sowieso lackieren wollen, dann bietet sich Schweißdraht aus dem Baumarkt an...
Thorsten Finaske
 
 
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21.Oct.03 16:12

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Hallo Michael und Sammlerkollegen,

ich hatte das Problem an einem Graetz Fernseher F6 und an einem Loewe Rheingold ( vordere Leiste unter den Tasten ).

Sofern die Nut breit genug ist besorgt man sich dünne Messingrohre im Baumarkt oder Modellbauhandel ( kein massives Rundmaterial ).

Ferner benötigt man Messingnägel oder ähnlich ( sollte sich gut löten lassen ).

Ich habe dann mittels Minibohrmaschine und Bohrständer das auf Länge geschnittenen Rohr auf einer Seite angebohrt. Die Bohrungen erfolgen in regelmäßigen Abständen , auf jeden Fall muß an den Leistenenden gebohrt werden. Der Durchmesser der Bohrung sollte ungefähr dem Durchm. des Nagelstiftes entsprechen.

Wohlgemerkt, das Rohr wird nur einseitig angebohrt und sollte auch nicht seitlich verrutschen, die Bohrungen müssen eine Linie bilden.

Die Nagelköpfe werden abgezwickt, die Stifte werden in die vorgebohrten Löcher gesteckt und vorsichtig verlötet. Die Stiftlänge hängt natürlich von der Nuttiefe im Gehäuse ab und sollte auch speziell bei Rundungen nicht zu lang sein.

Die Quasi-Leiste kann dann vorgebogen werden und dann vorsichtig unter Zuhilfenahme eines Korkklotzes oder ähnlich in die Nut geklopft werden.

Im Idealfalle wird das Röhrchen zur Hälfte in der Nut versenkt ( wenn der Duchmesser der Nutbreite entspricht ) , evtll. kann man zur Stabilisierung noch einen Kit o. ä. in die Nut füllen.

Es funktioniert sicher nicht überall problemlos, aber man muß schon genau hinschauen, um den Unterschied zum Original auszumachen und es hält gut. Das Ganze ließe sich auch erweitern für andere Materialien ( Alu etc. ). Wenn das Löten Probleme bereitet könnten die Nagelstifte auch eingeklebt werden.

Sorry ich habe momentan keine Skizze, vielleicht gibt es noch weitere Anmerkungen zu diesem oft aufkommendem Problem.

Noch frohes Restaurieren, Gruß Thorsten Finaske

 

 

Michael Münch
Michael Münch
 
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21.Oct.03 22:45

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Hallo,

ich hab das mal versucht mit dem Herumspannen eines Messingdrahtes. Tatsächlich gab es im Modellbauladen Messingstangenware nur bis zu einer Länge von 1m, etwas zu wenig für meinen Zweck. Meine Idee zur Verlängerung: habe zwei Messingröhrchen von 2mm Innen- und 1,2mm Aussendurchmesser gekauft sowie zwei Drähte aus Messing von 1mm Durchmesser. Auf einen dieser ebenfalls 1m langen Drähte habe ich unter Zugabe von Sekundenkleber ein 20cm-Stück Röhrchen und ein 1m-Röhrchen gefädelt. Dann hatte ich meine 1,2m erforderliche Länge beisammen, habe nur noch ein ebenfalls 20cm langes Stück Draht in das freie Ende des Röhrchens geklebt. Ergebnis: ein 1,2m langes Stück "Vollmessing". Das habe ich dann nach dem Vorschlag von Herrn Löbrich um das Gehäuse gespannt. Leider hatte das nicht das gewünschte Ergebnis: der Draht lag in den Gehäuserundungen bombenfest in der Nut, aber legte sich besonders auf der oberen Längsseite trotz Vorformens nicht mal ans Gehäuse an... - Abbruch dieses Anlaufs.

Mittlerweile gibt es noch den Beitrag von Herrn Finaske, der mich wieder ein Stück weiterbringen müsste (vielen Dank übrigens!). Ich glaube, die Lösung wird am Ende aus einer Mischung von allem bestehen, was hier an Ratschlägen zusammenkommt.

Das muss ich doch mal sagen: ich bin ja neu hier und dies ist der erste thread, den ich losgetreten habe. Ich bin wirklich begeistert von der Resonanz - vielen Dank!

Gruss an alle Leser - Michael

Hermann Reese
 
 
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22.Oct.03 03:43

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Ich möchte hier kurz anmerken dass es bei Conrad Electronic die verschiedensten Messingprofile gibt, u. A. auch T-Profil, H-Profil, U-Profil, Flach- und Winkelprofil, Halbrundmessing, Vierkant-Messingrohr, Messingrohr flach, etc., von 1 x 1 mm bis 10 x 10 mm usw.

Eigentlich vorgesehen für den Modellbau und deswegen auch höchstens 500 mm lang, könnte aber trotzdem Interessant sein.

Die Suchfunktion im Conrad Online Katalog ist eine ziemlich traurige Sache wenn man direkt danach sucht und deswegen würde ich empfehlen sowas eher im Modellbau- oder Business-Papierkatalog zu suchen oder direkt in einer Filiale fragen.

Als Alternative Referenz kann ich die eingescannte Katalogseite aus dem 2002 Businesskatalog zur Verfügung stellen, falls Interesse bestehen sollte. (Das mit dem Bilder hochladen lass' ich vorerst 'mal bis ich mich durch das ganze Regelwerk gearbeitet habe. Ausserdem wüsste ich gar nicht wohin... Oder würde jemand das Hochladen für mich übernehmen, wie gesagt, falls Interesse besteht? 646 kB JPG oder 976 kB PNG).

Viele Grüsse

Hermann Reese

Stefan Löbrich
 
 
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22.Oct.03 07:48

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11 Da Sie ja nach meinem Vorschlag vorgegangen sind müssten Sie jetzt ein vorgefomtes Messingteil haben. Wenn Sie dieses jetzt nehmen und die Rundungen vorsichtig (um einen runden Gegenstand passenden Durchmessers) weiterbiegen, als es eigentlich nötig ist, sollte sich alles schön an das Gehäuse anfügen.
Siehe Skizze.

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This article was edited 22.Oct.03 07:49 by Stefan Löbrich .

Michael Münch
Michael Münch
 
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24.Oct.03 18:47

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Hallo,

ich habe jetzt erfahren, was der Fachbegriff ist für das Kunststoffprofil, das mal in der Nut für für mein Gavotte-Radio gesteckt hat: das war ein "Keder". Solche Keder verarbeitet auch jede Polsterei. Jeder kennt wohl diese Kunststoffwülste z.B bei Autositzen an den Nähten, an denen zwei Stoffflächen aneinanderstossen - auch ein Keder. Wenn ich jetzt Polstereien abklappere, finde ich mit etwas Glück vielleicht messing- oder bronzefarbige Keder, und dann wäre mein Problem sogar originalgetreu zu lösen. Werde berichten!

Grüsse an alle Leser - Michael Münch

 

Hans Kamann
Hans Kamann
 
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22.Dec.04 09:56

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In einem anderen, neueren Beitrag wird ein ähnliches Thema behandelt:

http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=35670 

Auch hier geht es um die Beschaffung von Zierleisten.

Marcus Pütz
Marcus Pütz
 
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22.Dec.04 14:40

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   14 Hallo Herr Münch,

Kederband wurde auch im Karrosseriebau viel verwendet. Die Kotflügel des VW-Käfers waren geschraubt. Zwischen Kotflügel und Karrosserie wurde Kederband aus Kunststoff zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit eingelegt.

Bei vielen anderen Oldtimern wurden die Kotflügel genauso befestigt.
Im Oldtimer-Zubehör gibt es solche Kederbänder als Meterware zu kaufen.

Viele Grüße
Marcus Pütz

PS: Ich habe gerade einmal bei Google gesucht. 598 Einträge zum Thema "Kederband". Schauen Sie mal auf die Seite xxx.corbin.de/farben/farben.html. Dort gibt es Kederband "in allen Farben des Orients" (gold ist auch dabei).
  
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