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studer: Totalausfall

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Daniel Burkei
 
 
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12.Dec.18 22:01

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Meinen B261 rettete ich vor kurzem aus dem Schrottcontainer. Er hat ein paar leichte Kratzer, wohl von seinem letzten Aufenthaltsort.

Leider hatte es bereits auf das Gerät geregnet.

Nach drei Tagen Trockung dann ein Funktionstest am Regeltrafo: Das Gerät nimmt etwas Strom auf, ein Relais zieht im Innern hörbar an, sonst - nichts.

Innen fiel gleich die durchgebrannte Sicherung F4 auf.

Der Verdacht fiel auf den Siebelko C1 hinter der Sicherung - ein Roedersteinbecher mit goldener Banderole und drei Massebeinchen - was sich durch Messung auch bestätigte: Kurzschluss, 1,45 Ohm.

Nach Austausch des Elkos C1 und Ersatz der Sicherung funktioniert der Tuner wieder einwandfrei.

Andreas Steinmetz
 
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13.Dec.18 00:30

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Gratulation zur erfolgreichen Reparatur!

Dass die an sich sehr guten goldenen Roederstein-Elkos mittlerweile in die Jahre gekommen sind und deshalb inzwischen häufig Kurzschlüsse mit manchmal fatalen Folgen produzieren, ist in der Revox-Szene wohlbekannt. Ähnliches gilt leider auch für die oft verbauten kleinen blauen Philips-Elkos und die gelben von Frako. Ich kann deshalb auch aus eigener Erfahrung heraus nur empfehlen, bei einem wertvollen Gerät, wie es ein Studer/Revox nun mal ist, zumindest bei geplantem Dauereinsatz prophylaktisch alle Elkos auszutauschen, ähnlich wie bei unseren alten Radios die Kondensatoren.
Es gibt allerdings HighEnder, die um alles in der Welt zumindest im Signalpfad die originalen Elkos behalten wollen, weil die angeblich "originaler" klingen. Nun gut, das mag jeder für sich selbst entscheiden...

Wichtige allgemeine Hinweise:

  • Frische, gute Ware wie z.B. die 105-Grad-Elkos von Panasonic verwenden.
  • Beim Ersatz von mehrbeinigen Becherelkos (wie denen im Netzteil) durch zweibeinige Exemplare nicht vergessen, die freibleibenden Lötaugen ggf. durch Brücken zu verbinden. Oft werden die Massepins bei den großen Becherelkos nämlich ins Platinen-Layout mit einbezogen, und wenn dort Verbindungen fehlen, können Schaltungsunterbrechungen die Folge sein.
  • Alle Arbeiten ESD-gerecht durchführen, sonst kann es sein, dass ein ESD-empfindliches Bauelement einen Vorschaden erleidet und mitunter erst viel später völlig unerwartet mitten im Betrieb ausfällt. Falls es sich dann um einen Prozessor handelt, könnte das das wirtschaftliche Aus des Gerätes sein.

This article was edited 13.Dec.18 14:41 by Andreas Steinmetz .

  
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