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UKW-Stereo-Systeme

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Papers » Basic principles of radio technique » UKW-Stereo-Systeme
           
Dietmar Rudolph † 6.1.22
Dietmar Rudolph † 6.1.22
 
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08.Jun.09 12:33
 
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Angestoßen durch die Stereo-Schallplatte, wurden Ende der '50er bis Anfang der '60er Jahre auch im Rundfunk Versuche mit Stereo-Übertragungen gemacht, bis sich in D von Ende '64 bis Mitte '65 so langsam die Stereoübertragung im UKW-Rundfunk wenigsten in einem Programm durchsetzte.

Die technische Entwicklung zum UKW-Stereo lief vor Allem in den USA. Im Jahre 1959 gab es dort ca. 15 (!) "mehr oder weniger kompatible Verfahren", wie die Funktechnik berichtete [FT 14,1959 S.508].

Durchgesetzt haben sich schließlich 2 Verfahren für UKW-Stereo, das CCIR-Verfahren und das OIR-Verfahren.

In dem Papier "Stereo_Systeme.pdf" werden die beiden Verfahren analysiert.

Inhalt:

1 Mehrkanalige Übertragung
1.1 Orthogonale Kanäle
1.2 Stereo-Systeme im Rundfunk
2 Kompatibilität im Rundfunk–System
2.1 Kompatibilität mit UKW–FM in Mono
2.1.1 Hierarchische Modulation
3 Blockschaltbild Vor–Modulation und Multiplex–Bildung (CCIR)
3.1 Das MPX Spektrum (CCIR)
3.2 Analyse des CCIR Stereo–Systems
3.3 Blockschaltbild CCIR Stereo–Decoder
3.3.1 Die Signale
3.3.2 Blockschaltbilder
4 Das OIR Stereo–System
4.1 Analyse des OIR–Stereo–Systems

MfG DR

Thomas Günzel † 1.8.22
Thomas Günzel † 1.8.22
 
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Auf Wunsch von Professor Rudolph hier nun einige ergänzende populärwissenschaftliche Artikel aus der Zeit, wo um die Festlegung des endgültigen Stereosystems noch heftig diskutiert, und mehrere Systeme vorgeschlagen wurden.

 

Rundfunk-Stereophonie-Systeme
Funktechnik 1958 Heft 22 S.746 ff.

Wege zum Stereo Rundfunk
Radio-Mentor 1959, Nr.5

Adapter für Empfang stereophonischer Rundfunksendungen nach dem Crosby-Verfahren.
Funktechnik 1959 Heft 8, 245 f.

Stereo-Rundfunk in den USA
Funktechnik 1959, Heft 12, S.417 ff.

Rundfunk-Stereophonie im Ausland
Funktechnik 1959, Nr.14, S.508 f.

Neu 07/2009

Übersicht über die wichtigsten Vorschläge, Stereophonie über Rundfunk zu übertragen
NTZ 1961 Heft3 S. 129 ff.
Mit freundlicher Genehmigung der NTZ-Redaktion

 Anforderungen an Rundfunkempfänger für den Empfang
von Stereophonie-Sendungen nach Multiplexverfahren

Funktechnik 1962, Heft 13, S.438 ff.

 Neu 07/2009

Eine einfache Lösung des Adapter-Problems für die Wiedergabe von stereofonen Rundfunksendungen durch UKW-Empfänger
Radioschau 1962, Heft 5, S.256 ff.

 

Diese Liste ist selbstverständlich nicht vollstandig, kann aber in Zukunft jederzeit erweitert werden!

An dieser Stelle möchten wir auch Hans Knoll danken, der uns auf diese literarischen Fährten geleitet hat.

Für weitere Hinweise auf interessante Artikel zu diesem Thema und/oder Übersendung von Hinweisen  oder entsprechenden Scans wäre ich sehr dankbar.

Die Digitalisierung übernehme ich mit Freude.

Thomas

This article was edited 19.Jul.09 20:18 by Thomas Günzel † 1.8.22 .

Thomas Günzel † 1.8.22
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12.Jun.09 18:09

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Liebe Freunde des Radiomuseums,

der Artikel "Wege zum Stereo-Rundfunk" von R. Wagner und H. Brauns (Grundig) aus dem Radio Mentor 1959 Heft 5 ist fertiggestellt und dem Post 2 hinzugefügt.

Ein Dankeschön an Eckhard Kull, der uns diesen seltenen Artikel gescannt hat und damit die Digitalisierung möglich machte.

Thomas

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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13.Jun.09 10:13

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Ohne eine tatkräftige Mithilfe ist es oftmals nicht möglich, ein Thema korrekt und umfassend zu bearbeiten. So war es auch hier. Mir war zwar noch in Erinnerung, zu Anfang der '60er in der Uni-Bibliothek Stuttgart Artikel über verschiedene Möglichkeiten und Systeme zur Stereo-Übertragung im UKW-Rundfunk gelesen zu haben. Ja, aber wo genau? Das ließ sich nicht "ergoogeln".

Hier kann nur jemand helfen, der sich damals mit diesen Problemstellungen befaßt hat. Hans Knoll hat daher bereitwillig in seinem Archiv nachgeschaut und Literaturstellen und Kopien zur Verfügung gestellt. Eckhart Kull steuerte einen schwer zu beschaffenden Aufsatz bei und Thomas Günzel hat in "bekannter Qualität" die Aufsätze digitalisiert und hier eingebracht.

Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank! Bedanken möchte ich mich aber auch bei allen denjenigen, die zusätzlich weitere Hilfe angeboten haben.

Dietmar Rudolph

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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20.Jul.09 09:16

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Herr Günzel hat dankenswerterweise weitere Fachbeiträge digitalisiert. Die Informationen dazu kamen von Herrn Kull, dem hiermit ebenfalls herzlich gedankt wird.

MfG DR

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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20.Jul.13 15:13

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Die Frage, die gestellt wurde, lautete: "Wer hat den ersten Stereo-Empfänger gebaut"?

Was soll man darauf antworten?

  • Der erste, der sich mit der Frequenzmodulation theoretisch und praktisch befaßt hat und dabei auch mit einer Stereo-Übertragung, war Armstrong im Jahre 1934. Sein Stereo-Empfänger dürfte also der erste gewesen sein.
  • Bezieht sich die Frage auf das heute (zumindest in westlichen Ländern) übliche CCIR Stereo-Pilottonverfahren, so kann das nicht vor der Festlegung auf dieses Verfahren gewesen sein, also vor 1961, als sich die USA entsprechend festlegten.
  • Bezieht sich die Frage auf in Deutschland (für das Inland) produzierte Geräte, so wird das nicht vor der Funkausstellung 1963 gewesen sein, als der Sender "Freies Berlin" (SFB) als erster stereophone Sendungen ausstrahlte, damit die Aussteller ihre entsprechenden Geräte demonstrieren konnten.

Das Papier Stereo-System-Vorschläge (pdf 1,1MiB) gibt eine Zusammenfassung der bis 1961 vorgeschlagenen Stereo-Systeme.

Inhalt

Bei der akustischen Ubertragung zunächst über Telephone gab es zuerst nur eine monophone Wiedergabe. Aber schon früh kam der Wunsch auf, beidohrig und damit transparenter zu lauschen, wie z.B. 1881 bei der stereophonen telefonischen Übertragung aus der Pariser Oper anläßlich der Pariser Elektrizitätsausstellung.
Da die meisten frühen Übertragungsverfahren (und deren Wiedergabegeräte) monophon waren, ergab sich die Notwendigkeit, daß eine Stereoübertragung kompatibel zu einer Monoübertragung sein mußte.

Aus "Links-“ und "Rechts-“ Signalen wurde so ein "Summen-“und ein "Differenz-“ Signal gebildet. Monophone Wiedergabegeräte können das Summen-Signal wiedergeben.
Für das Differenz-Signal wird ein zusätzlicher Übertragungsweg benötigt. Hierfür eine zusätzliche Sendefrequenz zu verwenden, verbot sich aufgrund der Frequenzknappheit. Das führte (als Lösung für UKW FM-Sender) zu einer hierarchischen Modulation für das Differenzsignal, welches dadurch erst einer Vor-Modulation unterzogen wurde, ehe es gemeinsam mit dem Summensignal zur Modulation des Senders verwendet werden konnte.
Die frühesten Stereoübertragungen gehen auf Armstrong im Jahre 1934 zurück. Armstrong als Pionier der UKW FM Übertragung hatte noch keine kompatible Lösung vorgeschlagen. Andererseits war zum damaligen Zeitpunkt die FM Übertragung noch völlig neu und ungewohnt und von vielen auch unverstanden.
In den USA bestand Ende der 1950er Jahre großes Interesse an Stereoübertragungen, sowohl im AM–Bereich, als auch auf UKW.
Am 20. April 1961 entschied die FCC (Federal Communications Commission), das Stereo-Verfahren auszuwählen, das heute unter dem Namen "Pilotton-Verfahren“ bekannt ist und sich in den westlichen Ländern durchgesetzt hat.

In dem Papier werden die damals zur Auswahl stehenden Verfahren zur Stereo-Übertragung vorgestellt.

MfG DR

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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27.Sep.13 12:05

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In der Abhandlung über frühe Stereosysteme in Post #6 wurde als eine Quelle benannt:

 Dipl.-Ing. Erik Langer und Dipl.-Ing. Veith Risak:
 Stereophoner Rundfunk - Eine Diskussion der technischen Möglichkeiten,
Möglichkeiten und Grenzen der stereophonen Rundfunkübertragung
(Mitteilung aus den Laboratorien der SIEMENS & HALSKE Ges.m.b.H., Wiener Schwachstrom Werke)
Radioschau, Österreich 1961

Diese Veröffentlichung zeigt sehr deutlich, daß in Europa auch noch nach der Festlegung der USA auf das (heute allgemein verwendete) Stereoverfahren nach der Pilotton-Methode Bestrebungen im Gange waren, ein eigenes Stereo-Verfahren zu etablieren.

Offensichtlich hatte man damals noch nicht so richtig die Entwicklung vorausgesehen, daß die Radio-Industrie in Europa schon bald leider keine Zukunft mehr hatte.

Herr Günzel hat freundlicherweise die Digitalisierung des Aufsatzes übernommen, wobei er durch ein Team unterstützt wurde.

Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben!

MfG DR

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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01.Oct.13 14:16
 
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Anlässlich der Recherchen zu den obigen Arbeiten, habe ich eine Liste der  Stereotüchtigen Modelle im VDRG Grosshandelskatalog von 1963 erstellt.

Modelle aus dem Jahr 1963 die fuer HF-Stereo vorbereitet oder bestueckt waren.
Quelle: Handbuch für Rundfunk -Fernsehen –Phono zur Grossen Funkausstellung 
Heim-  oder Tischgeräte
, dazu Decoder als Baustein.

AEG Tambour-Stereo 2464  vorb.  Kat. Seite 129
AEG Steuergerät OPUS 2430HiFi Decoder    S. 130
Blaupunkt  Granada 23400  vorb. S. 133
Blaupunkt Steuergerät I  23450 Dec. S.133
Blaupunkt Steuergerät II 23460  Dec. S. 133
Braun Stereo- Steuergerät RCS 9 ohne, S. 135
Graetz Stereo- Grossuper  Musica 1214  Dec. S. 139
Graetz Stereo- Grossuper  Melodia 1216 Dec. S. 140
Graetz Stereo- Luxussuper Fantasia 1218 Dec. S. 140
Grundig Konzertgerät 3397 Stereo Dec.  S. 145
Grundig Konzertgerät 5490  Stereo Dec.  S. 146
Grundig Steuergerät Stereomeister 10 Dec. S. 146
Loewe Opta  Planet -Stereo 42 028 vorb. S. 152
Loewe Opta  Luna -Stereo 42 070 vorb. S. 153
Loewe Opta  Gotland -Stereo 42 029 vorb. S. 153
Loewe Opta  Meteor -Stereo   42 080 vorb. S. 153
Nordmende Fidelio - Stereo  vorb.  S. 158
Nordmende Tannhäuser -Stereo  vorb.  S. 159
Nordmende Phono -Super -Stereo  vorb.  S. 159
Philips Pallas -Stereo B5X43A  mit Decoder S. 162
Philips -Jupiter -Stereo B5D31A  mit Decoder S. 163
Philips -Uranus -Stereo B5D33A  mit Decoder S. 163
Philips –Saturn -Stereo B6D31A  mit Decoder S. 164
Philips –Capella Reverbeo  B7X43A mit Decoder S. 164
SABA Freudenstadt 14 Stereo vorb. S. 167
SABA  Freiburg 14 Stereo  vorb. S. 167 
SABA  Freiburg  Studio 14 Stereo  vorb. S. 168
Schaub –Lorenz Goldsuper Stereo 40 vorb. S. 169
SIEMENS Klangmeister I, RG41 vorb. S. 171
TELEFUNKEN Allegro Stereo 2464  vorb. S. 173
TELEFUNKEN OPUS  2430  Hi -Fi mit Decoder  S. 173

PHONOMÖBEL
Ohne die Schraenke nur sonstige:

BRAUN Radio- Phono- Kombination Stereo –Steuergerät Atelier 2, kein Deoder
BRAUN Radio- Phono- Kombination Stereo –Steuergerät Atelier 2, Chassis RC9, kein Deoder
BRAUN Radio- Phono- Kombination Stereo –Steuergerät Atelier 3, Chassis RC9, kein Deoder
BRAUN Radio- Phono- Kombination Stereo –Steuergerät TC20  vorb. S. 186
BRAUN Radio- Phono- Kombination Stereo –Steuergerät audio1 vorb. S. 187,
BRAUN Radioempfangsteil (Tuner)  CET15 vorb.  S.187
GRUNDIG Rundfunkempfangsteil HF10 Decoder IV oder V, S. 200
GRUNDIG Rundfunkempfangsteil HF20 Decoder IV oder V, S. 201
GRUNDIG Kombiniertes Rundfunkempfangsteil HF30  Decoder IV oder V, S. 200
GRUNDIG UKW - Stereo -DECODER IV S. 20 2
GRUNDIG UKW - Stereo -DECODER V  S. 202


Im Nachtrag auf den Seiten 449 bis 464

Blaupunkt UKW –Stereo –Deoder IV (Grundig) S. 449
BRAUN Stereo – Steuergerät TS 40 vorb. S. 449
Graetz FM –Stereo –Decoder S. 452  
GRUNDIG Konzertgerät 3070 Stereo fuer Decoder IV oder V S. 453
GRUNDIG Konzertgerät 3070M  Stereo fuer Decoder IV oder V S. 453
GRUNDIG Hi –Fi Stereo –Rundfunk- Tuner RT50 mit Decoder
LOEWE -OPTA  UKW –Stereo –Decoder 42944 (ECF80,ECC83) S. 456
LOEWE -OPTA  UKW –Stereo –Decoder 42945 (ECF80,ECC83) S. 456
NORDMENDE  UKW –Stereo –Decoder  4 Typen (964 - 141.00,142.00,144.00, 143.00)
PHILIPS Stereo –Rundfunk –Tuner  A5X93A mit Decoder
SABA Stereo –Rundfunk –Einsatz 14

SABA Multiplex –Adapter 12

Ende Katalog 1963/64  Hans M. Knoll 2013
 

 

This article was edited 02.Oct.13 15:09 by Hans M. Knoll .

  
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