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UL71, UEL71, UBL71, UCH71, EM71, EEL71, ECH71, EBL71

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H. P.
 
 
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Hoppla,
da hat mein eigensinniger Dienstrechner mir zwar erlaubt, den Titel zu ändern (wg. besserer Auffindbarkeit in google), hat mir den eigentlichen Text aber geschluckt. Bockige Kiste !

Mei Ursprungsfrage drehte sich um ein jüngst gekauftes und spielfähig instandgesetztes Radio des Typs Schaub Kongress W mit den für mich neuen und ungewöhnlichen Röhren ECH71 und EBL71. Hierzu wollte ich röhrengeschichtliche Fakten wissen, da ich mit den Werten, Kennlinien usw. nicht so viel anfangen konnte. Darauf entwickelte sich an dieser Stelle ein interessanter Diskussionsfaden, siehe unten. Allen Beteiligten auch im Sinne der Mitleser

vielen Dank
Holger Pflug

This article was edited 20.Dec.04 18:07 by H. P. .

Jacob Roschy
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10.Dec.04 19:04

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Hallo Herr Plug !

Die 71er Lorenz- Serie basiert auf der Technik der 21er Philips- "Schlüssel" (Locktal)- Röhren von 1941.

Wie es dazu kam, war bisher nicht eindeutig zu erfahren. Ich kann mich nur dunkel erinnern, gehört zu haben, dass Lorenz von Philips die Nachbaulizenz für diese Röhren erhalten haben soll, unter der Bedingung, dass diese eine andere Bezeichnung haben müssen.

Als Konkurrenzprodukt zu den Rimlock- Röhren kann man diese Serie kaum bezeichnen, höchstens als Sekundärverwertung der damals bei Philips schon wieder veralteten "Schlüssel" (Locktal)- Technik.

Die 71er Lorenz- Serie begann 1948 oder gegen Ende 1947, indem als erste Röhre die Allstrom- Endröhre UL71 erschien. Diese wurde schon bald um eine Vorstufe zur UEL71 erweitert, die im März 1948 im Radio- Mentor vorgestellt wurde, welche dann in Konkurrenz zur Telefunken- VEL11 trat.

Im Januar 1950 wurden die Typen UBL71 und UCH71 vorgestellt, welche identisch mit den Philips- Typen UBL21 und UCH21 sind.

Im September folgte die EM71, Oktober die EEL71 und im November 1950 die Typen EBL71 und ECH71, welche äquivalent zu den Philips- Typen EBL21 und ECH21 sind.

MfG JR

H. P.
 
 
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11.Dec.04 22:11

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Roschy,

vielen Dank für die Infos, das war genau das Gesuchte. Ich habe das insbesondere gefragt, weil mir die Datierung des Schaub Kongress W auf 49?? hier im rm.org zu ungenau war. Das müßte ich jetzt wohl ändern ? Interessant ist aber auf jeden Fall auch, daß ich in dem Gerät einen Kondensator mit Datierung auf Juli 1950 gefunden habe, also noch vor dem Erscheinungstermin der Röhren. Da hatten die das Material wohl so lange auf Lager.
 
Nochmals schönen Dank

Holger Pflug
Jacob Roschy
Jacob Roschy
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12.Dec.04 16:15

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Hallo Herr Plug,

die Lorenz- Eigenentwicklungen UEL71, EM71 usw. werden in der Literatur ausfühlich vorgestellt, aber speziell die Dokumentation der Typen EBL71, ECH71, UBL71 und UCH71 lässt zu wünschen übrig.

Über die Typen UBL71 und UCH71 meldet der Radio- Mentor 3/1950 nur in einer kleinen Notiz, dass diese im Januar 1950 erschienen.

In der Funk- Technik 21 vom 1. November 1950 werden unter dem Titel "Neue Verbundröhren von Lorenz" auf zwei Seiten die Röhren ECH71, UCH71, EBL71, UBL71 und EEL71 vorgestellt.

Da aber die UBL71 und UCH71 schon im Januar 1950 erschienen, kann es mit dem Wahrheitsgehalt dieses Berichtes nicht so weit her sein.

Über die EBL71 und ECH71 haben wir jetzt lediglich den Nachweis, dass sie spätestens im November 1950 erschienen waren, aber nicht, wann eventuell doch früher. Im Januar wohl kaum, denn dann wären sie in der Radio- Mentor- Notiz mit genannt worden, vermutlich dann irgendwann dazwischen.

MfG JR

Günter Denoth
Günter Denoth
 
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13.Dec.04 22:42

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo

Neben der Verwertung der Schlüsselröhren durch die Firma Lorenz in Deutschland (dort eigene Bezeichnung ECH71 usw. wurden die Röhren auch in Österreich von der Firma Siemens Austria unter der Bezeichnung ECh21 usw. gebaut, deutlich abweichend von den Philips Miniwatt Typen (Absaugstutzen oben anstelle unten) sowie unter Siemens Austria wurden auch neue Schlüsselröhren entwicklelt wie die EBF 21 die schaltungsmässig auf der EBF11 von Telefunken beruht. Neben Siemens verwendeten in Österreich vorallem die Firma Kapsch und Czeija diese seltene Bestückung, was den Geräten aber einen besonderen Reiz gibt und sie von der Einheitsmasse der Rimlock Geräte abhebt.

Grüsse

Günter Denoth - Radiomuseum Neugötzens

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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14.Dec.04 19:08

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Hallo Herr Denoth,

es ist immer wieder interessant zu erfahren, welche besondere Röhrenbestückungen in anderen Ländern üblich waren. Österreich hat hier wohl einiges zu bieten !

So z. B. die Octal- U1- Serie, die Sie schon zuvor erwähnten. Wenn man zu dieser Zeit nur Allstromgeräte baute, gab es natürlich das Problem nicht, dass man für eine entsprechende Wechselstromausführung nur Röhren mit Außenkontaktsockel verfügbar hatte.



Triotron lieferte hierzu die UCH4 im schönen "Ballonkolben". Hier hatte man wohl eine größere Menge Kolben vorrätig, die zur REN904 etc. vorgesehen waren. Gab es noch andere, eher modernere Typen, die mit diesem nostalgischen Kolben versehen waren ?



Ebenso bizarr sind die 21er Siemens- Röhren mit Pumpstutzen oben, die man somit als "Mag-Rimlock-Röhren" bezeichnen könnte, analog zu Magnovalröhren.

Ich bin etwas erstaunt darüber, dass die Typen E- und UBF21 von Siemens Austria entwicklelt wurden. Bisher waren solche Exemplare nur von Tungsram zu finden, auch hatte speziell Tungsram einen großen Einfallsreichtum, solche neuen Röhren zu erfinden.

Sh. hierzu auch : n

MfG JR

Günter Denoth
Günter Denoth
 
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17.Dec.04 22:56

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Sehr geehrter Herr Roschy,

Zu erst einmal zu der Frage der U1 Serie. Also diese war in Österreich sehr verbreitet! Alle Allstromgeräte der unmittelbaren Nachkriegszeit (nach den Notgeräten) basierten irgendwie auf dem Gemeinschaftssuper (Ge 447 U) und bezogen sich auf diese Bestückung (U1 Serie bis 1949/50). Nur Philips und zum Teil Minerva und Eumig varierten ab 1949 mit Rimlockröhren (Gleichrichter AZ1 oder UY1N Rest Rimlock). Als Ballonröhre ist mir nur die Triotron UCH4 bekannt. Selbst die UCH4 von Philips/Miniwatt hat den üblichen kleinen Kolben.
Tungsram hatte viele Eigenetwicklungen (z.B. EAF 21) aber eben Siemens Austria hatte die sehr gesuchte EBF21 als Eigenproduktion und auch nur in zwei Geräten verwendet: 560 und 1560 W. Spätestens ab 1952 gab es dann aber nur mehr "Eineheitsbrei" mit Rimlock in Österreich, einzig die Firma Kapsch bestach durch ihre amerikanischen Röhren.

Beste Grüsse

Günter Denoth - Radiomuseum Neugötzens



Wolfram Zylka
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19.Dec.04 16:58

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Ihr Artikel hat mich animiert, auch mal meine Bestände zu sichten. Habe ein interessantes Exemplar einer UBL 71 gefunden.

Auf dem Glas wurde der folgende Text eingeätzt:

AUSSCHUSS

UNVERKÄUFLICH

 

Wieso das?
Warum wurde der Aufwand getrieben und nicht die Röhre entsorgt?

Vielleicht kann unser Experte Herr Roschy   etwas zu diesem interessanten Punkt sagen.

Bin gespannt auf die Antwort.

 

Beste Grüße

Wolfram Zylka

This article was edited 19.Dec.04 16:59 by Wolfram Zylka .

Eckhard Kull
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19.Dec.04 17:58

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Sehr geehrter Herr Zylka,
ich habe mehrere Röhren der EF 90er Serie von Lorenz mit der selben Ätzaufschrift.
Die Röhren habe ich von einem meiner früheren Referatsleiter bei der Oberpostdirektion Stuttgart
bekommen. Dieser hatte in den Jahren 1954 - 1956 im Rahmen seines Diplomingenieurstudiums
bei der Fa Lorenz im Röhrenwerk Praktika absolviert. Damals wurden an die Beschäftigten nur Röhren mit dieser Ätzaufschrift zu Werkspreisen verkauft. Dadurch wurde sichergestellt, daß die Röhren nicht in den regulären Verkauf gelangen bzw. von Radiowerkstätten verwendet werden konnten. Die Röhren sind aber voll funktionsfähig, also keine 2. Wahl. Mein ehemaliger Referatsleiter erzählte mir auch, daß die Taschenkontrollen beim Verlassen des Werkes damals relativ streng waren und nur Röhren mit dieser Ätzaufschrift von den Beschäftigten mitgenommen werden durften.
Das Lorenz Röhrenwerk befand sich früher, 50er und 60er Jahre in Esslingen bei Stuttgart.
Viele Grüße
Eckhard Kull

This article was edited 19.Dec.04 18:20 by Eckhard Kull .

Ernst Erb
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19.Dec.04 18:24

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 Auch wenn wir bis jetzt noch nicht viele Daten vorgesehen haben, ist in diesem Zusammenhang das direkte Klicken der einzelnen Röhrenseiten von Vorteil, weshalb ich diese hier verlinke:

UL71 (UL 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=2094

UEL71 (UEL 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=1404

UBL71 (UBL 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=1414

UCH71 (UCH 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=1416

EM71 (EM 71) und EM71a (EM 71a)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=372
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=403

EEL71 (EEL 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=1418

ECH71 (ECH 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=1420

EBL71 (EBL 71)
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=910

Und es gibt die HM71 (HM 71) für 12,6 V Uf mit 0,15 A If (Lo-8CM1).
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=18503
Das sind die Loktalröhren bzw. Schlüsselröhren (B8G) der 70er Serie. Praktisch gleiche Sockel kennt man bei den Gnom-8-Pin-Röhren (G8G), also der Ostdeutschen 170er Serie, bei der auch der 11-Stift-Sockel vorkommt - aber ach bei den US-Röhren (B8G) für z.B. 7J7, 7B8 etc. und auch 1LA6

Mullard hat übrigens noch die Subminiaturröhren DF70 und die Endpentoden DL71 (DL 71) und DL72 (DL 72) gefertigt - mit Sockel So 52.
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=11164

Dazu gibt es noch die öfters verwendete DM71 (DM 71/1N3).
http://www.radiomuseum.org/dsp_tube.cfm?tube_pk=1905
Und die DM70/1M3 (DM 70) mit Drähten statt feinen Stiften. Verschiedene weitere Röhren verwenden Zahlen zwischen 70 und 79, haben aber mit der Gemeinschaftsbezeichnung nichts zu tun.

Übrigens: Später werden wir wohl noch einige bei uns vorkommende Radio-Modelle je unterhalb der eigentlichen Röhreninformationen bringen können.



Weitere Röhren mit der Zahl 71 in der Bezeichnung haben gar nichts mit dieser Serie von Lorenz zu tun.
Wolfram Zylka
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19.Dec.04 19:06

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Guten Abend Herr Kull

 

Vielen Dank für den sehr  interessanten Hinweis. Kann Ihre Qualitätsaussage bestätigen. Auch mein Exemplar hat erstklassige Werte. Die End Pentode liefert 44 von 50 mA bei einem Gutwert auf meinem Funke W 19 von 24 mA

 

Interessant was für Informationen "in der Tiefe des Hobbys stecken"

 

Schönen Abend

Wolfram Zylka
Jacob Roschy
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20.Dec.04 14:30

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Hallo Hobby- Kollegen,

Hallo Herr Denoth,

danke für Ihre Informationen !

Da bin ich nach wie vor erstaunt darüber, dass Siemens Austria solch eigene Wege ging und eine EBF21 entwickelte - eine UBF21 gab es wohl nicht ?

Schade, dass es auch nicht passend dazu eine ECL21 gab, - ein Röhrensatz ECH21 - EBF21 - ECL21 bzw. ein damit bestücktes Gerät wäre ein sammlerischer Leckerbissen.

So gut wie Herr Kull in 8 hätte ich die Frage von Herrn Zylka - Antwort 7 - nicht beantworten können. Alles über Röhren kann auch ich nicht wissen, man lernt eben nie aus.

Röhren mit Aufdruck "Unverkäuflich" - "Labormuster" - "Ausschuss" etc. schien es ziemlich oft zu geben, wenn man seine Sammlungen durchsucht, bzw. die Angebote von Verkäufern durchsieht.

MfG JR

 

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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20.Dec.04 17:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   13 Hallo Herr Roschy und alle Freunde.

Wer hat dann  wohl diese gebaut. Eine Siemens oder doch die von denen das LOGO stammt?



Gruss, Hans M. Knoll

This article was edited 20.Dec.04 17:16 by Hans M. Knoll .

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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21.Dec.04 09:14

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Hallo Herr Knoll,

ich bin davon überzeugt, dass das einzige, was an dieser Röhre von Valvo stammt, das Logo ist.

Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Valvo jemals eine Produktion für Schlüsselröhren unterhielt. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass doch, dann wären diese in der in Philips- Konzern üblichen Technik gebaut worden: Pumpstutzen unten, Kolben oben sehr flach, mit Blechsockel ohne diesen unteren Wulst und der innere Abschirmkäfig aus Streckmetall und nicht aus Lochblech.

Valvo hatte keine Anlagen zur Serienproduktion von Schlüsselröhren, sonst wäre ab 1947 nicht nochmals die Standard- Röhrenserie 2 * ECH4 + EBL1 mit Außenkontaktsockel wieder und die die Allstromserie mit 2 * UCH5 + UBL3 etc. sogar neu aufgelegt worden, statt die viel modernere E- und U21er Serie zu verwenden.

Danach stieg auch Valvo in die Produktion der Rimlock- Röhren ein. Schlüsselröhren, wie diese hier, wurden zugekauft, nur, um sie im Sortiment zu haben.

Sehen Sie hierzu auch den Artikel "40 Jahre Valvo - Röhren", Ende Post 1, Anfang Post 2.

MfG JR

Martin Steyer
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21.Dec.04 12:46

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Da gibt es noch mehr interessante Varianten von nicht frei verkäuflichen Röhren.

Es ist schon interessant, wie manche Röhren verschlungene Wege nehmen, bis sie bei einem Liebhaber landen... Ich habe vor 25 Jahren den Nachlaß eines mit 90 Jahren verstorbenen Professors durchforstet (leider schon durch eine große Verwandtschaft gefilzt!), der in den 30er-Jahren Direktor des balneologischen Institutes von Bad Nauheim war und der offensichtlich selbst Geräte gebaut hat, bzw. hat bauen lassen. Dazu gehörten nach den Unterlagen Herzschallverstärker und EEG-, bzw. EKG-Geräte mit RE-Röhren.

Diese Röhren, bzw. die Röhrenschachteln trugen Stempel "Nur für Versuchszwecke, Weiterverkauf strafbar". Gemessen ergeben sie allerdings voll brauchbare Werte. Ich vermute, der hat die seinerzeit "geschnorrt", wie ich es auch in den 70ern gemacht habe.

Valvo und vor allem Telefunken stellten unserem Amateurfunk-Ortsverband auf "Bettelbriefe" für Bastelmaterial hin nicht gestempelte Röhren mit Papieraufklebern zur Verfügung. Darauf stand handschriftlich der Typ und der gedruckte Vermerk: "Für Experimentierzwecke, keine Garantie für Einhaltung der technischen Daten". Auch diese schienen voll in Ordnung zu sein, obwohl es natürlich möglich ist, daß es sich um kleine Abweichungen von eng spezifizierten Daten gehandelt hat.

Das waren noch Zeiten... Das sollte man heute mal versuchen, eine Industriefirma um Bastelmaterial anzugehen! Wir haben übrigens von allen namhaften Radiowerken (z.B. Löwe, ITT-Lorenz, Grundig) aussortiertes Material enthalten (Bauteile, Platinen, etc.), das wir anläßlich von Tombolas zugunsten der Vereinskasse verlost haben.

Herzlichen Gruß, Martin Steyer

(DK7ZB, seit 32 Jahren Ortsverbandsvorsitzender der Funkamateure im Ortsverband F28 des DARC)
Günter Denoth
Günter Denoth
 
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23.Dec.04 11:18

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   16 Hallo Herr Roschy,

meiner bisherigen Recherche nach hat es die UBF21 wirklich nicht gegeben! Geräte von Siemens in Allstromausführung wurden interessanterweise schon sehr früh mit Rimlock bestückt (siehe Siemens Austria 511 U im Gegensatz zu 511 W mit Loctalröhren) andererseits wurde im seltenen Fall dass doch mit Loctal U - Röhren bestückt wurde auf die Standardbestückung UCH21, UCH21 UBL21 zurückgegriffen (Siemens Austria 542 U). Sonst ist mir bei Siemens nur die Bestückung UCH4, UCh4 UBL1 (Siemens Grazioso 469 U) bzwe Rimlock bekannt. Bei den Wechselströmern interessanterweise aber ging Siemens bis 1952 ganz eigene Wege: mit der Serie 560 bzw 1560 aus 1949/50/51 wurde die EBF21 kreiert (und nur in diesen Geräten verbaut!) und ab 1951 wurde dann auf die Bestückung ECH21 EBL21 vertraut. Erst mit dem 522 W folgte dann der Übergang zu Rimlock W - Röhren (AZ21, EÁF42, EAF42, EAF42, ECH42, EL41, EM34).
Damit ein besinnliches Weihnachtsfest und gutes neues Jahr

aus dem Radiomuseum Neugötzens

Günter Denoth

Ach ja bei der abgebildeten Valvo ECH21 handelt es sich der Form nach eindeutig um eine Siemens Röhre (Österreich), diese werden wohl im Auftrag der Valvo Ag gebaut worden sein und nachträglich mit dem Firmenlogo versehen worden sein. Ausser Siemens hatte niemand diese eigenwillige schöne Bauform.

This article was edited 23.Dec.04 11:20 by Günter Denoth .

  
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