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Unbekannter Portable

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Gerhard Heigl
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19.Sep.04 17:17

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Unbekannter Röhrenportable aus Österreich

Gehäuse Metall, Kräusellack grau. Maße: 205x130x95mm BHT. LS-Abdeckung Stoff, darüber feinmaschiges Metallgitter. Bereich: MW. Spannungsversorgung 2x1,5V Monozellen und 67,5V Anode. Vermutliches Baujahr: vor 1955. Einige Bauteile wie Lautsprecher, Lautsprecherstoff,  ZF-Filter und Spulen weisen auf die Fa. Kapsch hin, auch die Konstruktion des Chassis zeigt Ähnlichkeit mit dem "Weekend 50" von Kapsch. 3 Geräte sind belegt: 1 Portable aus der Sammlung Siegmund mit 4 Röhren, 1 Portable aus der Sammlung Heigl mit 6 Röhren und 1 Portable aus dem Wiener Radiomuseum, ebenfalls mit 4 Röhren. Bei diesen Modellen könnte es sich um eine Kleinserie, Prototyp oder Bausatz handeln. Wer ist der Hersteller? War vielleicht Ing. Josip Sliskovic beteiligt?

Gerät aus der Sammlung Heigl

6 Röhren incl. Magischen Zeichen DM70

Chassis 2

 

Gerät aus der Sammlung Siegmund

4 Röhren, keine DM70

Chassis 1

Innenansicht Chassis 2
Skala Chassis 2
Skala Chassis 1
Chassis 1

mit 4 Röhren

Chassis 2

mit 6 Röhren

Chassis 1

4 Röhren

originalbestückt

Chassis 2

6 Röhren

erneuerte Bauteile

Gerät aus der Sammlung Siegmund (Chassis 1):

4 Röhren: 1T4T, 1R5T, 1S5T, 3S4T. Alle Röhrenfassungen auf Filzscheiben gelagert. 2-fach Drehko, Lautsprecher von Kapsch, Spulen, ZF-Filter und Lautsprecherstoff wie bei Kapsch "Weekend 50". Batterieanschlüsse bzw. Halterungen fehlen. Sockel für aufschraubbare Teleskopantenne auf der Gehäuseoberseite. Rückwand: dünnes Pertinax.

Gerät aus der Sammlung Heigl (Chassis 2):

6 Röhren: DF96, DK96, DF97, DAF96, DM70, DL96 (nicht sicher ob das die Originalbestückung ist). Alle Röhrenfassungen auf Filzscheiben gelagert. 3-fach Drehko, HF-Vorstufe, Lautsprecher von Kapsch, Spulen, ZF-Filter und Lautsprecherstoff wie bei Kapsch "Weekend 50". Batterieanschlüsse und Halterung (für 2 Monozellen) vorhanden. Sockel für aufschraubbare Teleskopantenne auf der Gehäuseoberseite. Rückwand fehlt, dafür ist eine dünne Pertinaxabdeckung auf der Chassisunterseite vorhanden. Eine passende Stofftragetasche und Teleskopantenne (nicht original) sind dabei. Am Chassis wurden einige Widerstände und Kondensatoren erneuert.

Gerät aus dem Wiener Radiomuseum (Chassis3):

4 Röhren: 1T4T, 1R5T, 1S5T, 3S4T. Alle Röhrenfassungen auf Filzscheiben gelagert. 2-fach Drehko, Lautsprecher von Kapsch, ZF-Filter wie bei den beiden anderen Modellen von Philips. Batterieanschlüsse und Halterung vorhanden. Sockel für aufschraubbare Teleskopantenne auf der Gehäuseoberseite. Rückwand fehlt.




This article was edited 15.Oct.04 09:24 by Gerhard Heigl .

Konrad Birkner † 12.08.2014
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19.Sep.04 18:55

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Zur Sache kann ich direkt nicht beitragen, doch einige Überlegungen anstellen:

Ich möchte die Aufmerksamkeit auf die Skalen lenken, die offensichtlich handbeschriftet aussehen. Gute techn. Zeichner konnten das (z.B.bei Rohde&Schwarz wurden Frequenz- und Messinstrumenteskalen imindestens bis in die 60er Jahre individuell geeicht und mussten deshalb von Hand beschriftet werden).
Falls das dritte Gerät wiederum sich von den anderen beiden unterscheidet, gehe ich von Prototypen aus. Eine Kleinstserie würde nicht so stark in der Schaltung/Bestückung divergieren, gleiches gilt auch für einen Bausatz, bei dem man sicherlich eine vervielfältigte Skala geliefert hätte.

Viel Erfolg weiterhin für"Sherlock Holmes"

KoBi


This article was edited 19.Sep.04 18:56 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

Georg Schön
 
 
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19.Sep.04 20:43

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Hr Heigl,
folgenden Text fand ich im Net:

"Zum 1.6.1954 schied der neugegründete Sender Freies Berlin aus dem NWDR aus, zum 1.1.1956 starteten die Nachfolgeanstalten NDR und WDR mit eigenen Radiosendungen."

Damit ist das Gerät jedenfalls 1955 oder früher gebaut.
Auf der Skala gibt es noch "RWR Linz" und "RWR Wien".
Ich rate mal, daß dies russische Besatzungssender waren?
Ein "BDN" und "Alpenld" mit noch etwas unleserlichem dahinter
sind mir auch nicht geläufig.
Grüße
Georg Schön
Gerhard Heigl
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20.Sep.04 11:48

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Herr Birkner und Herr Schön, die Skala gibt auf jeden Fall die Begrenzung, ab wann das Gerät nicht mehr gebaut wurde - nach 1955.
Das kleine Österreich war ja von 1945 bis 1955 von den Besatzungsmächten viergeteilt (Zonen). Jede Besatzungsmacht betrieb auch mindestens einen Sender:
USA - RWR (Rot Weiss Rot)
Sowjetunion - Radio Wien
Grossbritannien - Alpenland (Schönbrunn)
Frankreich - West
Am 15. Mai 1955 wurde der Staatsvertrag unterzeichnet- Österreich war frei.
Die Besatzungssender wurden stillgelegt.
Ich habe die beiden Skalen sehr genau verglichen. Ich wage zu behaupten es sind Kopien, ausgenommen die Zahlen für kHz und Meter - sie sind unterschiedlich gross geschrieben.
Ich hoffe auf Daten aus dem Radiomuseum in Wien über das 3. Gerät
Gerhard Heigl
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15.Oct.04 09:56

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Nun habe ich die Daten und Bilder (siehe oben) vom 3. Gerät aus dem Radiomuseum Wien erhalten. Es entspricht weitgehend dem Portable aus der Sammlung Siegmund.
Vielen Dank für die Mühe an Herrn Braunstein und ans Museumsteam.
Zur Aufklärung könnte eventuell noch Herr Erwin Macho beitragen, der nun das Archiv der Fa. Kapsch verwaltet.
Bei 3 belegbaren Portables von einer Kleinserie bzw. Bausatzprogramm zu sprechen, ist etwas verwegen, vermutlich sind das Prototypen.
Gerhard Heigl
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05.Feb.16 14:44

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Leider konnte bis heute die Identität dieser Portables nicht aufgeklärt werden. Ich vermute noch immer einen Bezug zur Fa. Kapsch, aber das lässt sich nicht bestätigen. Vor längerer Zeit habe ich die Schaltung des 6-Röhrenportable aufgenommen.

 

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