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Wann wird 'DAB+' zu 'DAB++'?

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Dietmar Rudolph
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20.Sep.15 17:24

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Bekanntermaßen wird der terrestrische Fernsehrundfunk von DVB-T ab 2017 auf DVB-T2 umgestellt. Das bedeutet, daß man dann (wie früher) eine entsprechende Set-Top Box benötigt, um weiterhin terrestrisch Fernsehen schauen zu können.

Während bei der Umstellung vom analogen Fernsehen zum digitalen DVB-T die damals benötigte Box auf dem alten Röhrenfernseher bequem Platz hatte, wird es heute sicher schwieriger, eine entsprechende Box auf einen bisherigen DVB-T Flachbild-Fernseher zu stellen.

Aber DVB-T2 ist beschlossen, weil hier durch ein neues "schärferes" Codierverfahren etwa doppelt so viel Programme in einen Frequenzkanal passen wie bei DVB-T.

Nun könnte etwas entsprechendes auch für DAB+ passieren. Die Fraunhofer Gesellschaft präsentiert aktuell ein neues "schärferes" Codierverfahren für die Audio-Codierung.

Es ist beachtlich, welche Qualität heute für Audio-Codierung auch bei sehr niedriger Datenrate möglich ist. Da kann man nur den Hut ziehen.

Aber wie lange wird es dauern, bis das von den "Entscheidern" beim Rundfunk oder der Politik realisiert wird? Mit xHE-AAC lassen sich noch mehr Programme in einen DAB Frequenz-Kanal "einfüllen" als bei DAB+. Das ist aber genau das gleiche Argument, wie beim Übergang von DAB zu DAB+.

Dumm ist nur, daß dann mit den vorhandenen DAB/DAB+ Empfängern wiederum nichts mehr zu empfangen geht.


Aber wer weiß, wie lange es Radio im herkömmlichen Sinne überhaupt noch gibt. Interesant in diesem Zusammenhang ist ein Artikel aus dem Tagesspiegel am Sonntag. Danach könnte es auch passieren, daß das Publikum auf Smartphones zum Hören "umsteigt".

MfG DR

This article was edited 20.Sep.15 18:00 by Dietmar Rudolph .

Vincent de Franco
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20.Sep.15 18:39

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Ich wohne an der Grenze Deutschland - Luxemburg - Frankreich (nicht weit von Schengen) und habe vor kurzem ein DAB+ Empfänger als Geschenk bekommen. 

Sendersuchlauf... ohne Erfolg! Hier ist mit dem Gerät nichts zu empfangen, ausser natürlich UKW. Wir können hier im Dreiländereck die UKW Sender aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien empfangen... zu Hause und natürlich auch im Auto.

Die Luxemburger und die Franzosen senden zur Zeit nichts über DAB / DAB+. Die deutschen Sender sind kaum oder gar nicht zu empfangen... 

Wie sollen wir in Richtung DAB/DAB+ umsteigen ? Wofür ?

Also, momentan bekommen wir im Auto UKW Sender und... Langwelle, da Europe 1 (F), RTL (F) und France Inter (F) noch mit Langwelle senden ! 

Wie sollen wir unsere Autos aufrüsten ? 

Als Alternative gibt es Internetradio und Podcast... mit dem Smartphone, auch im Auto zu empfangen. Wiederum sind die Kosten oder Roaminggebühren zu beachten. Vielleicht ist es die Zukunft ? Ich glaube eher, dass Google, Apple & Co die Marschrichtung vorgeben könnten...

Mal abwarten !

Wolfgang Lill
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25.Oct.15 17:28

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Sehr geehrte Frau Wollnick,


der aktuelle Artikel aus der Funkgeschichte Nr. 223 Okober/ November 2015, könnte möglicherweise Sie und andere Kollegen beim DLF interessieren.
 
Wir haben in Deutschland 10 Milliarden EURO Geld ( und zukünftig noch viel mehr ) um die Asylanten würdig ( ?) aufzunehmen.
 
Wir haben aber nicht ein paar Millionen, um den noch notwendigen Sendebetrieb der AM Sender aufrecht zu erhalten.
Deutschland scheitert an seinen eigenen Bestimmungen!
 
Der DLF hat die Aufgabe die Hörer in Deutschland zu versorgen.
Nicht etwa Touristen oder Reisende ausserhalb der Grenzen….. auch nicht die deutschen Bürger, welche Reisen. Das funktionierte zwar bis jetzt mit den AM Sendern, wird aber wohl bald Geschichte sein wenn es nach den Einsparexperten der KEF geht . 
Man sollte sich wirklich mal die Liste dieser Experten ansehen, damit man auch weiß, was das für Juristen und Finanzökonomen sind, die da hochverantwortlich für Deutschlands Rundfunklandschaft entscheiden
 
Dank der neuen Digitalsender ist es schon bei einer Fahrt nach Österreich wenige Kilometer nach der Grenze vorbei mit dem Empfang. Österreich hat ein anderes Digitalsystem (man experimentiert ja noch, weil kaum Nachfrage seitens der Hörer besteht) und so ist es auch in 
anderen europäischen Ländern…! In Tschechien  z.B, man war dort Deutschland technisch voraus, aber bei knapp 5000 Empfängern, welche im ganzen Land verkauft wurden, geht es nun in den Rückbau dieser Übertragungswege.
 
Man merkt also offensichtlich nicht, das auch in Deutschland die Hörerschaft sich noch in bescheidenen Grenzen hält. Die Hörer an stationären Empfängern werden auf weniger als 10% und die mobilen ( welche der überwiegende Teil der Rundfunkhörer sind)  auf etwa 1% !!! geschätzt.
Dazu kommt, ich spreche jetzt für das Gebiet MDR, das ausser dem DLF keine zumindestens für mich und meine Familie   attraktiven Programme auf dab +    gesendet werden . 
 
Die Finanzierung der Programme erfolgt durch die  Rundfunkbeiträge. Da ist es ja eigentlich egal, ob Sie noch viele oder nur ein paar Hörer haben…
 
Ich war in einer mehrstündigen Livesendung beim RSA ( Privatsender ) zu Gast. Dort erklärte der Moderator, warum man nicht über Digitalradio sendet, weil die Menge der Hörer dann deutlich weniger wäre und sich damit die Firmenkunden, welche Werbung schalten,
zurückziehen würden…und die Privatsender existieren nun mal überwiegend von Werbeeinnahmen.
 
Ich glaube, hier ist auch der Kardinalfehler in der Planung. Am Digitalradio kommt zukünftig niemand mehr vorbei. Im Band III , wo die Ausbreitungsbedingungen sehr ungünstig sind, wird man wohl oder übel eine Riesenmenge Geld 
investieren müssen, das ist aus meiner Sicht gegenwärtig genauso wenig überschaubar, wie der Flughafen Schönefeld (Hauptstadtflughafen) .
 
Wenn ich kürzlich auf einer PKW- Fahrt über dab + die Bundestagssitzung verfolgte, da war auf der Strecke von Pirna über Sebnitz, Neustadt Sachsen bis Zittau immerhin 70 x die Übertragung komplett ausgefallen…..  Als der DLF diese noch auf der Langwelle übertrug
waren an 3-4 Stellen Störungen durch Hochspannungsleitungen aber es war eben durchgängig empfangbar.
 
Um es nochmal in einem Satz zu formulieren; 
 
die dab+ Übertragung ( demnächst dab 2 - kommt neues System )  ist perfekt, wo es funktioniert, aber es fehlen nur auf dieser Strecke Pirna- Zittau ca 100 Km noch ca 5-6  Füllsender ……und die kosten richtig Geld !
 
Es gibt andere Übertragungswege, wo aus meiner Sicht schon jetzt größere Erfolgsaussichten mit weniger Aufwand bestehen………..aber das ist eben Deutschland ………wir müssen immer erst mal viele Millionen Geld vernichten, bevor ein neuer Experte kommt, der sagt…..ich weiß es besser,..
 
Nach wie vor bin ich der Meinung, das unserem armen geschüttelten Land, wo immer oder fast immer jeder EURO mehr als sinnvoll investiert wird, ein flächendeckendes AM Informationsprogramm gesendet werden müsste. 
.
 
Das könnte bei Wetterkatastrophen und in anderen Notfällen sehr sinnvoll sein. Beispiele, wo andere Informationssystem z.B. bei Unwetter komplett zusammengebrochen sind, hätte ich…. 
 
So sollte zum Beispiel der 20 Kilowattsender in Wilsdruff ( MW 1044 Khz zuletzt genutzt vom MDR Info) als Reserve gehalten werden). Der Container und der Mast stehen noch, aber wo ist der Sender ??? weg ??? geklaut??? planmäßig entsorgt???
 
Auch die Vorschläge über die AM Sender Sprachunterricht und Infosendungen für die Asylanten und Flüchtlinge einzurichten, halte ich für sehr vernünftig. Der Effekt dürfte sich auszahlen !!!
 
Letztendlich dürfte auch der Seewetterbericht und Verkehrsmeldungen im AM Bereich weiterhin aufgenommen werden…..
 
Wenn man z.B. bei der Deutschen Welle davon ausgeht, das etwa in Syrien, Irak, Afghanistan Internetradio empfangen werden kann….dann ist man wohl überwiegend auf dem Holzweg. Ich habe es selbst gesehen, wieviel gut gebaute AM- Empfänger dort zum Hören 
genutzt werden…..die Deutsche Welle fehlt…..man könnte darüber korrekt Informationen senden und nicht es den Schleppern überlassen…..da ist Deutschland das gelobte Land und Frau Dr.  Merkel die Göttin der Kriegsflüchtlinge!!!
Verständlich, wenn die Schlepper damit Geld verdienen wollen..., die Schlepper werden sicher Deutschland  reichlich dafür loben , das es die Kurzwellendienste eingestellt hat.... ! So hat es wenigstens für diese Berufsgruppe einen Nutzen !
 
...aber hier in Deutschland  fehlt es eben an Geld, um den Kurzwellendienst in diese Regionen zu unterhalten….war übrigens andere Länder noch machen ….aber jeder vertritt seine Interessen so gut er kann…..
Nach wie vor ist gerade in Spannungsgebieten die Rundfunkpropaganda ein sehr wichtiges Instrument der Meinungsbeeinflussung.
 
Vielleicht wäre dies auch mal einer Diskussion wert….
 
Es grüßt Sie Wolfgang Lill
 

This article was edited 25.Oct.15 20:17 by Wolfgang Lill .

Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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26.Oct.15 18:53

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hier die Antwort vom DLF, was sicher allgemein interesssiert.

Sehr geehrter Herr Lill,

 

danke für Ihre Zuschrift. Ich denke, die Argumente zur Technik haben wir längst ausgetauscht. Mit dem  Sender Löbau sind wir in Sachen DAB+ in Sachsen ein ganzes Stück weiter gekommen. Es wird trotzdem noch weiterer Sender bedürfen um Empfangslöcher in bergigen Bereichen (z.B. Sächsische Schweiz, Zittauer Gebirge) zu schließen. Dafür werden wir uns einsetzen.

 

Der Versorgungsauftrag des Deutschlandradios umfasst die Programmausstrahlung innerhalb der Grenzen Deutschlands. Deutschlandradio  erhält dafür Mittel aus dem Rundfunkbeitrag. Von 17,50€ Haushaltsbeitrag bekommen wir 48 Cent, von denen 7,9 für die Ausstrahlung verwendet werden. Um den DAB+ Sendernetzausbau im nötigen Tempo fortzusetzen wird es nötig, die AM-Ausstrahlung zu beenden. Auf der einen Seite wünschen sich Hörer einen schnellen Anschluss an das DAB-Netz, auf der anderen Seite gibt es Kritik am Ende der AM-Ausstrahlung. Leider können wir mit dem verfügbaren Budget nicht beide Seiten zufrieden stellen. Da die Zahl der DAB+ Hörer wächst und wir überwiegend positive Rückmeldungen bekommen, sind wir zuversichtlich, dass die Entscheidung für DAB+ die richtige ist.

 

Persönlich habe ich mich ebenfalls gefragt, welchen Beitrag der Rundfunk zur Bewältigung der Flüchtlingskrise leisten kann. Der frühere Betreiber der Langwellensender würde sich bestimmt über eine Nachnutzung durch die Deutsche Welle freuen. Da diese eine eigenständige Einrichtung ist, kenne ich deren Pläne nicht. Innerhalb Deutschlands würden außerdem die DAB+  Multiplexe noch genug Platz für einen Kanal mit Sprachkursen und Informationen für Flüchtlinge bieten.

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Uwe Knöchel

Deutschlandradio

Programmverbreitung

Sendernetzbetrieb

 

Ich finde die Idee gut, das über dab + ein Fremdsprachenunterricht eingeführt werden könnte, denn es gibt ja auch viele Händler, die auf den Geräten sitzen und diese nicht loskriegen....

Wolfgang Lill
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26.Oct.15 18:56

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This article was edited 30.Oct.15 06:41 by Wolfgang Lill .

  
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