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Warum ist ein schwingendes Audion empfindlicher ?

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Jürgen Putzger
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21.Jun.11 10:41

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Es ist bekannt, dass ein Rückkopplungsaudion, das normalerweise unterhalb des Schwingungseinsatzes als AM-Empfänger dient, wenn es schwingt als CW- oder auch SSB-Empfänger verwendet werden kann.  Ich habe das mal mit einem EMUD Rekord 89 ausprobiert. Dies ist ein einfacher Einkreiser mit Rückkoplung.  Im 40m Amateurband kann man einwandfrei SSB-Sendungen mithören wenn man die Rückkopplung über den Schwingungseinsatz aufdreht.  Man hat dabei das Gefühl einen völlig anderen Empfänger zu haben.  Die Bandbreite wird ganz schmal und die Empfindlichkeit steigert sich.  Es ist dann auch ein anderer Empfängertyp, nämlich ein Direktüberlagerer. Die Bandbreite ist nicht mehr die HF-Bandbreite des Schwingkreises sondern die NF-Bandbreite.  Das verstehe ich. Aber warum steigt die Empfindlichkeit so an ? Vor Einsatz der Rückkopplung ist von den SSB-Stationen praktisch nichts zu hören, sobald die Schwingung einsetzt sind diese Stationen da !  Liegt es daran, dass durch die Oszillationen ein weiterer Bereich der Röhrenkennlinie durchfahren wird, und die stärkere Nichtlinearität der Kennlinie im weiten Bereich  einen effektiveren Gleichrichter ergibt ??? 

Viele Grüße

Jürgen Putzger

 

 

This article was edited 21.Jun.11 10:50 by Jürgen Putzger .

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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21.Jun.11 15:35
 
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Eine ganz ähnliche Fragestellung wurde bereits früher diskutiert.

Warum kann ein Radio mit einem Schwingkreis Sender trennen?

Hierbei ging es ebenfalls um ein Audion für Kurzwelle. Es konnte dabei der subjektive Eindruck widerlegt werden, daß durch die Rückkopplung

  • die Bandbreite des Schwingkreises reduziert und
  • die Trennschärfe (absolut gesehen) erhöht wird.

Einzig eine Zunahme der Lautstärke des auf der Resonanzfrequenz befindlichen Nutzsenders gegenüber einem frequenzmäßig benachbarten Sender kann beobachtet werden. Das ist aber eine relative Größe.

Bedingt durch die (Röhren-) Kennlinie hat ein (nicht rückgekoppeltes) Audion eine Schwelle, unterhalb der keine Demodulation stattfindet. Die relativ schwachen SSB Signale in den Amateurbändern werden dann kaum hörbar sein. Außerdem klingen SSB-Signale nach einer Hüllkurven-Gleichrichtung völlig unverständlich eher wie Gezischel oder Gebrodel - und das kann im allgemeinen Störgeräusch leicht untergehen.

Durch die Rückkopplung werden die Eingangssignale im Pegel angehoben, allerdings sehr frequenzabhängig ganz entsprechend zu einem schmaleren Schwingkreis. Man erhält dadurch eine scheinbare Erhöhung seiner Empfindlichkeit. Bis kurz vor den Schwingungs-Einsatz kann das noch alles als (mehr oder weniger) linear betrachtet werden.

Schwingt das Audion ergeben sich nichtlineare Verhältnisse und die Demodulation wird ähnlich zum Homodyn-Empfang.

AM: Homodyne-, Synchrodyne-, Synchron-, PLL-Empfang

Beim Homodyn-Empfang wird der lokal erzeugte Hilfsträger mit dem Träger des empfangenen Signals synchronisiert. Bei SSB ist jedoch kein Träger vorhanden, weshalb man die Abstimmung des (schwingenden) Audions nach Gehör so verstimmen muß, daß ein verständliches demoduliertes Signal entsteht.

So universell ein Audion verwendet werden kann - das war seine Stärke zu Beginn des Rundfunkempfangs - so schwierig und verzwickt ist seine exakte Analyse - und seine Bedienung.

Literatur zur Demodulation:

Kammerloher, J.: Hochfrequenztechnik 3, Gleichrichter, 4.A., C.F. Winter, 1957
Pitsch, H.: Lehrbuch der Funkempfangstechnik, Bd.1, 4.A., VAG, 1963
Dammes, B.G.; Haantjes, J.; Otte, J.; v. Suchtelen, H.: Anwendungen der Elektronenröhre in Rundfunkempfängern und Verstärkern, Bd. 4 der Philips' Bücherreihe über Elektronenröhren, 1949

MfG DR

Jochen Bauer
Jochen Bauer
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02.Feb.16 17:12

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Das Thema des schwingenden Rückkopplungsempfängers wird auch in diesem englischen Thread betrachtet. Insbesondere findet sich jetzt dort auch eine experimentelle Betrachtung der von Prof. Rudolph erwähnten Detektionschwelle eines Audions (engl. grid leak detector) für eine KC1 Triode.

Gruß Jochen Bauer

 

  
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