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Was für ein Graetz ist das ?

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Karl Reiter
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06.Sep.08 17:04

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Hallo zusammen,

ich hab auf dem Heuboden eines Bauernhofes einen Graetz gefunden, den ich gar nicht mitnehmen wollte, weil er derart desolat aussah. Das Gehäuse war - offensichtlich durch Wassereinwirkung - bis zur Hälfte in Auflösung begriffen, das Chassis verrostet und verdreckt . Aber da steckte eine CL 4 drin, und die wollte ich haben. Daheim hab ich dann probiert, ob da noch Leben in der Kiste ist , brutal 220V drauf und gewartet. Skalenlampe ging an, magisches Auge  leuchtete und dann kam Brummen . Also mal Siebelkos getauscht, Metallisierung der CF 3 mit Masse verbunden,Kontakte gereinigt , Antenne und Erde angesteckt und  -  Radio gehört ( MW und KW ) !

Dann habe ich das Gehäuse abgeschliffen, geleimt, gestrichen usw, usw.  Da am Gerät keine Rückwand vorhanden war und auch sonst nirgends was dranstand, wollte ich wissen, was für ein Typ das eigentlich ist.

Im RM habe ich dann eine Menge Grätzen durchgesehen, aber nix richtiges gefunden. Entweder stimmte das Bild nicht oder die Röhrenbestückung war anders. Nun meine Frage : Weiß jemand, was für eine Type das ist ? Ist es etwa ein umgebauter ( C-Röhren und Trafo ? ) , aber es sieht alles so original und unverbastelt aus , müsste also ein echter Freak gemacht haben !

Ich hab eine Reihe von Bilder gemacht, vielleicht  kann jemand daraus was ableiten. (Die Bilder wurden nach der Restauration gemacht, die blauen Elkos stammen von mir  )

Vielen Dank für evtl. Hilfe !
MfG
Karl Reiter

 

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Wolfgang Eckardt
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06.Sep.08 17:39

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Hallo Herr Reiter,

bevor wir weiter suchen: Ihre letzte Bilddatei lässt sich nicht öffnen, da Sie im Dateinamen einen Umlaut verwendet haben: ü in "Graetz-rückseite". Richtig muss es heißen

Graetz-rueckseite.

Bitte die Datei auf Ihrem PC umbenennen und nochmals hoch laden.
Nur gut, dass Sie die anderen Dateien richtig mit Graetz.... benannt haben und nicht Grätz.

Gruß

Wolfgang Eckardt

Karl Reiter
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06.Sep.08 21:37

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Hallo Herr Eckardt,

danke für den Hinweis, da war wohl der Finger schneller als das Hirn , aber dieses letzte Bild zeigt eigentlich nur das  Chassis, denn Rückwand hat der Kasten ja keine gehabt. es ist also nicht wirklich relevant, da ja ohnehin einige Bilder des Chassis vorhanden sind.

MfG 
Karl Reiter

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This article was edited 06.Sep.08 21:45 by Karl Reiter .

Karl Reiter
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07.Sep.08 20:34

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Herr Rainer Scholz hat mir per eMail mitgeteilt, daß er überzeugt sei, es handle sich hier um einen umgebauten Graetz 48W, es sind eben einige Röhren verändert und ein Trafo eingebaut worden.

Ich persönlich kann mir nur schwer  vorstellen , daß ein Techniker sich diese Mühe macht und alles so sauber und fabriksmäßig herrichtet, wie man es am Bild Graetz-parterre sehen kann. Aber vieleicht hat Herr Scholz recht  und es war so. Unter dem Trafo ist jedenfalls ein Loch , wo die Fassung für den Urdox mal gewesen sein könnte.

Vielleicht hat noch jemand aus der RM-Gemeinde  eine gute Idee !
LG

K. Reiter

Jens Dehne
 
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07.Sep.08 21:20

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Hallo Herr Reiter,

ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand dieses Gerät nachträglich großartig umgebaut hat.
Vielleicht haben Sie ja ein frühes Modell, welches in kleiner Auflage oder als Musterserie hergestellt wurde. Jedenfalls kenne ich bisher kein Modell von Graetz mit dieser Röhrenbestückung.
 
Können Sie eine Seriennummer auf dem Chassis erkennen?
 
Aber kümmern wir uns zunächst um die Fakten:
-         Die Skalenscheine ist vom Graetz 48W / 48 WS, das sollte auch am Rand der Scheibe vermerkt sein.
-         Der Chassisaufbau bis auf das Netzteil sieht aus wie vom 48W / 48 WS.
-         Die Chassisunterseite ist bis auf Details in der Verdrahtung dem Chassis vom 48 W / 48 WS sehr ähnlich.
-         Das Lautstärkepoti ist nicht original, vermutlich neuer und später ersetzt.
-         Der Trafo / Übertrager oder die Drossel hinter dem Lautstärkepoti unter dem Chassis scheint nachträglich eingebaut zu sein.
-         Die Netztrafobefestigung / Schrauben passen zum Chassis wie auch der vorhandene Chassisausschnitt für die Gleichrichterröhre / Röhrenfassung. Das Chassis des 48 W / 48 WS hat diesen Ausschnitt weiterhin, nur konstruktiv sitzt die Gleichrichterröhre auf einem Winkel über dem Trafo.
-         Das Chassis wurde auch für den 48 GW verwendet; entsprechend abweichend bestückt. Daher auch die Vorbereitung für einen URDOX (Fassungsausschnitt).
-         Die Knöpfe vorn und seitlich habe ich bei Graetz noch nicht gesehen.
 
 
Vielleicht hilft das etwas weiter?
 
Schöne Grüße!
Jens Dehne
Martin Steyer
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Hallo Herr Reiter,

entweder ist das ein 48WS, der auf Allstrom umgebaut wurde oder ein 48GW, dem jemand aus welchen Gründen auch immer, einen Trafo verpaßt hat. Wenn der originale Lautsprecher noch drin ist, könnte man die Sache eingrenzen. Bei permanentdynamischen = 48GW, elektrodynamisch mit Erregerspule = 48WS.

Ich habe schon einige Vorkriegsgeräte gesehen, die recht professionell, vor allem in der DDR, von Wechselstrom auf Allstromröhren umgerüstet wurden, vermutlich weil die leichter als Ersatz beschaffbar waren.

Ist das wirklich eine CH1 oder doch die CCH1?

Herzlichen Gruß,

Martin Steyer

Karl Reiter
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08.Sep.08 12:38

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Hallo Herr Dehne,  Herr Steyer und herr Scholz,

vielen Dank erst mal für die ausführlichen Infos. Für mich ist das der erste Graetz, den ich in die Hand bekommen habe, bin daher etwas unbeleckt von der Materie. Nun hab ich nachgesehen :

Die CH1 ist tatsächlich eine CCH1, wenn man mit der Lupe schaut, sind Fragmente des ersten C's noch erkennbar.

Der Lautsprecher ist ein permanentdynamischer

Eine Bezeichnung auf der Skala konnte ich nicht ausfindig machen.

Eine Seriennummer ist ebenfalls nirgends zu finden.

Ob die Knöpfe original sind, weiß ich nicht, sie waren jedenfalls so dran.

So wie es aussieht, wird es also wohl ein umgebauter sein, aber professionell gemacht, alle Achtung !

Bei Herrn Scholz muß ich mich entschuldigen, daß ich 48W statt 48GW geschrieben habe, das war ein Tippfehler, sorry , hätte mir auffallen müssen, ein W hätte ja wohl andere Röhren.

Jedenfalls danke ich allen fleißigen Detektiven, die hier mitgeholfen haben, was für eine Type es auch immer sein mag, ich bin froh, daß er lebt und gut aussehen tut er nach der Restauration ja auch, passt zu meinen anderen pre-WW2-Modellen !

MfG

K. Reiter

 

Jens Dehne
 
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08.Sep.08 12:49

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Herr Scholz bat mich, diese Info noch der Vollständigkeit halber einzubringen:

Warum ich glaube, daß es ein GW ist.
 
Die Fassung der Gleichrichterröhre ist aufgenietet und zwar an der Stelle, an der beim GW die CY1 sitzt.
 
Die Pertinaxplatte mit den 2 Sicherungen entspricht der Ausf. GW, beim W gibt es sie in dieser Form nicht. Sie sitzt dort oberhalb des Trafo.
 
Der Trafo bei H. Reiters Gerät entspricht weder der W noch der GW Ausführung. Was nun eingebaut wurde, ein W Trafo mit 4 Volt Heizung oder ein Trafo für Serienheizung weiß ich nicht.
 
Herr Reiter Sie sollten mal prüfen, wozu der zusätzliche Trafo unter dem Chassis eingebaut wurde. Ist es vielleicht ein 4 Volt Heiztrafo für die AZ1?
 
Antennen und Erdbuchse sind beim GW und am Chassis des Herrn Reiter mit einer Pertinaxplatte abgedeckt. Beim W sind da nur wie üblich Bohrungen im Chassis, dahinter die Buchsen.
 
Gruß
Reiner Scholz
  
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