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Wer hat Interesse?

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Egon Strampe
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18.Jan.18 10:16

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Wer hat andem Notaphon Interesse?

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Ernst Erb
Ernst Erb
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18.Jan.18 20:54

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Das ist historisch ein interessantes Stück Technikgeschichte und selten.
Könnten Sie es zuerst bitte anlegen - oder falls angelegt, diesen Beitrag mit dem Modell verbinden lassen? Es wäre ein geeignetes Museumsstück.

In der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) vom Mittwoch, 14. Januar 1948 ist unter Technik Blatt 3 in der Mittagsausgabe Nr. 85 (2) ganzseitig beschrieben als Notaphone. Das Notaphone galt als neuartiger Telephonograph, wobei die NZZ es nicht ganz korrekt Notaphon nannte, obwohl man den Schriftzug genau erkennt.

Der erste marktfähige Apparat sei trotz 50 Jahre Patentliteratur erst 1946 erschienen. Dies zur automatischen Wiedergabe von Telefongesprächen bzw. Telefonaufzeichnungen bei nicht besetzter Zentrale (früher Telephon).

Die Phonova AG, Küsnacht bei Zürich hatte es entwickelt und gebaut. Es arbeitet mit einer starren Magnettonplatte, die etwa eine halbe Stunde Gesprächszeit erlaubt. Es sei erstmals gelungen, auf einer Platte von 32 cm Durchmesser eine so grosse Aufnahmekapazität zu bringen.

Hoffentlich haben Sie alle drei Baugruppen: Das Foto zeigt den mechanischen Teil mit den Tonträgern. dazu kommt der elektrische Teil mit Verstärker, Filter und Netzteil und schliesslich der Relaisautomat als Steuerorgan, aufgebaut im Baukastensystem. Das erlaubt zumindest ein Dutzend unterschiedliche Ansagen zu speichern und individuell anzuwählen.

Das Interessante am Gerät ist die Vokalsteuerung von Relais, also das Erkennen z.B. der Vokale A, E, U etc. als Befehlsinformation. Man konnte so mehr als 5000 Varianten für die Verschlüsselung von menschlichen Befehlen unterscheiden. Dazu kommt eine Fernrepetitionsmöglichkeit, z.B. fährt zurück, bis man den Vokal A nicht mehr summt.

Das Gerät teilt einem Anrufer z.B. mit welche Firma in welchem Ort er erreicht hat und fordert zum Sprechen auf. Fernabfrage durch den Inhaber ist durch den Vokalcode gegeben! Hat man alles abgehört, kann man durch geeignete Vokabeln das Löschen anfordern.

Der ganze Apparat misst 50 x 33 x 28 cm. Er ist mit modernen "Kleinröhren" ausgestattet. Das offene Foto im Beitrag zeigt das Chassis von einer etwas anderen Seite, doch ist es Ihr Gerät, ein Notaphone (nicht Notaphon). Hoffentlich können Sie die Röhrenbestückung aufnehmen.

Nachtrag:
Wikipedia führt folgende Information (auch falsch mit Notaphon):

  • 1946 war mit dem Notaphon, einer Schweizer Erfindung,[7] bereits ein Gerät verfügbar, das die heute übliche Funktion (Anrufbeantworter mit Fernabfrage) bot. Da es diesen Begriff damals noch nicht gab, wurde das in Deutschland zunächst nicht zugelassene Gerät in der Fachpresse als „Telefon-Roboter“ bezeichnet. Die Fernabfrage war von jedem fremden Telefon aus möglich und mit einer „Geheimhaltevorrichtung“ (heutige PIN) geschützt. Der Anwender musste am Gerät mit sechs Schaltern eine von 63 möglichen Zahlen einstellen. Die Fernabfrage wurde gestartet, indem man nach einem bestimmten Wort der Ansage ein deutliches „A“ sprach. Daraufhin sagte das Notaphon dem Anrufer Ziffern an; bei einer zur eingestellten Zahl gehörenden Ziffer musste man jeweils ein deutliches „A“ sprechen. Nach erfolgreicher Bestätigung der Geheimzahl wurden die eingegangenen Nachrichten abgespielt. Am Ende wurde man gefragt, ob alle Nachrichten gelöscht werden sollen, was man mit „A“ bestätigen konnte.

In der exportorientierten Schweiz verwendete man frühzeitig Anglizismen: Das ist eine Ausdrucksweise oder eine Bedeutung aus der englischen Sprache - in anderen Sprachen.

This article was edited 18.Jan.18 21:15 by Ernst Erb .

Ernst Erb
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18.Jan.18 21:24

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Über den SEARCH bei uns gefunden:
Wolfgang Eckardt hatte am 8. Dezember 2007 diesen Telefonsekretär in der Funktechnik Heft 9/1948 gefunden und war beeindruckt. Allerdings konnte er den Hersteller damals nicht ausfindig machen. Ist immerhin schon gut 10 Jahre her ...

Man findet aber eine Kurzbeschreibung und zwei der drei Abbildungen aus der NZZ. Natürlich heisst auch dieser Anrufbeantworter dort Notaphon statt Notaphone. Wie sollte es auch anders sein?

Stefan Hübner
Stefan Hübner
 
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19.Jan.18 18:41

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Ein wirklich tolles und innovatives Gerät, danke für die Beiträge!

Den Zeitungsartikel habe ich mir zum gemütlichen Lesen ausgedruckt. Für mich ist es sehr erfrischend, hier Geräte aus dem Randgebiet der Radiotechnik zu sehen, mein Schwerpunkt liegt bei elektronischen Musikinstrumenten, aber Kommunikationstechnik finde ich auch sehr spannend. Silvester habe ich mit der Aufarbeitung eines lange schon herumstehenden Elfenbein-W48 verbracht...

Viele Grüße

Stefan Hübner

  
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