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wie kann man deoxidieren ?

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Joachim Herzig † 10.2.19
Joachim Herzig † 10.2.19
 
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10.Nov.03 17:12

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Besonders alte Schaltkontakte und Röhrenstifte bzw. Sockel zeigen eien Oxidschicht, so daß die Kontakte nicht immer 100 % funktionieren. Gerade bei Röhrenfassungen aus Preßpappe ist Kontaktspray ja nicht zu empfehlen. Kennt jemand ein Mittel, mit dem man diese Oxydschicht ohne große manuelle Arbeit entfernen kann, ohne den Nachteil des Kontaktsprays ?

Beste Grüße

Joachim Herzig

 

Detlef Boeder
Detlef Boeder
 
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10.Nov.03 18:49

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Hallo und guten Abend,

es gibt in Heimwerkermärkten, Modellbauläden und sogar Fotogeschäften sogenannte Glasfaserpinsel. Sie sehen aus wie dicke Malstifte und haben auswechselbare Glasfaserpinseleinsätze. Den dreht man dann so 1-2 mm heraus und kann so Kontakte reinigen. Anschliessend mit Tunerspray abwischen.

Grüsse D.Boeder

Joachim Herzig † 10.2.19
Joachim Herzig † 10.2.19
 
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10.Nov.03 20:08

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Hallo Detlef,

ja diese Glasfaserpinsel kenne ich, sind aber ungeeignet für die Röhrenfassungen, da man mit der Spitze gar nicht reinkommt. Außerdem findet man überall Abrieb der kleinen Glasfasern. Ich dachte eigentlich an ein chemisches Mittel. Unter dem Motto: Auftragen, einwirken lassen und ausspülen. Damit könnte man dann auch gekapselte Schalter zu neuem Leben erwecken, oder ganze Drucktastensätze. Gibt es da kein Mittel für die Ultraschallreiniger ?

Beste Grüße

Joachim

 

Heiko zur Mühlen
 
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11.Nov.03 09:42

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Hallo!
Bei nicht all zu sehr oxydierten Kontakten habe ich gute Erfolge mit
einem ganz normalen Radiergummi gehabt, in dem ich die Stifte des
Sockels (aber nicht alle auf ein mal) in das Radiergummi hineingesteckt
habe und ein bischen hin und her geschoben habe. Ich habe mir auch
schon mal ein Radiergummi zurecht geschnitten, um auch die Innenseite
der Kontakte zu reinigen. Möglichst kein Kontakt 60 o.ä. nehmen, da sich
nach Behandlung mit dem Selbigen nach einiger Zeit Grünspan bildet.
Es sei denn, mann wischt die Kontakte wieder trocken. Mit einem leichten
Einreiben mit Ballistol (Waffenöl) habe ich dagegen gute erfahrungen gemacht.

Gruß,
Heiko

This article was edited 11.Nov.03 09:42 by Heiko zur Mühlen .

Jens Dehne
 
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11.Nov.03 17:41

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Hallo Radiofreunde,

mein Hausmittel für derartige Reinigungen ist Tetrachlorkohlenstoff (TETRA). Ist aber giftig und umweltschädlich (!), wie die meisten Reiniger...

Auch für die Reinigung sonstiger Kontakte zu empfehlen, verdunstet schnell - konservivert aber nicht (guter Entfetter).

Viel Erfolg und Grüße aus Erfurt

Jens Dehne

Joachim Herzig † 10.2.19
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11.Nov.03 17:54

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Hallo Jens,

wo bekommt man das Tetra her ? Gibt es das in einer normalen Apotheke ?

Beste Grüße

Joachim

Jens Dehne
 
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11.Nov.03 18:26

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TETRA 

Hallo Joachim,

in der "gut sortierten" Apotheke zu Apothekenpreisen, ist auch Verhandlungssache, oder im Chemiehandel bei entsprechender Abnahmemenge, einfacher aber aus alten "TETRA" - Feuerlöschern.

Viele Grüße !

Gerald Gauert
 
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11.Nov.03 20:13

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 Wenn ich mich recht erinnere, ist mir einmal etwas TETRA auf mein Werkzeug gelangt und der Griff vom Schraubendreher hat sich aufgelöst. Es könnte auch TRI-ChlorÄthylen gewesen sein. Also vor der Verwendung vorsichtig prüfen.
Heiko zur Mühlen
 
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11.Nov.03 20:43

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Solche "chemischen Keulen" entwickeln auch schädliche Ausdunstungen, die man
nicht unterschätzen sollte. Also besser "mechanisch" statt chemisch reinigen.
Viel Spaß,
Heiko
J. H.
 
 
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17.Nov.03 21:22

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Habe einen Link endeckt,der zum sauber machen aller Kontakte und oxydierter Röhrenfassungen alter Radios gut hilft.Es ist zwar eine etwas mühsame Arbeit aber es es sieht dann gut aus!

Habe schon selbst ausprobiert,mann braucht dazu einen Handgalvanisierer.

Näheres hier unter www.pauls-roehren.de und dann auf Tips und Tricks gehen!

Das Gerät gibt es bei   www.westfalia.de unter Technica (Metallveredlung)

Grüße

 

This article was edited 17.Nov.03 22:02 by J. H. .

Georg Schön
 
 
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This article was edited 14.Jun.04 22:40 by Georg Schön .

Mario Tieke
Mario Tieke
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Hallo

Presspappe war mir auch noch nicht bekannt aber unter Hartpapier oder Pertinax sind mir Fassungen für Europa-Röhren (Bsp. RENS 1294) und Röhren der 80'iger oder 90'iger Baureihen (Bsp. EL84, EC92) bekannt.

Gruß Mario

Werner Hauf
Werner Hauf
 
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22.Jan.04 23:02

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Mit KONTAKT 60 habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Man muß allerdings das Zeug wieder gründlich ausspülen und zwar bevor es eingetrocknet ist. Zum Ausspülen geeignet ist zum Beispiel KONTAKT WL, TUNERSPRAY oder einfach Alkohol (kein Eierlikör). Kurz gesagt: KONTAKT 60 nur anwenden, wenn man auch ein Mittel zum Ausspülen zur Hand hat. Hier noch ein kleiner Tip zum Neufüllen von leeren Spraydosen: Geeignet sind nur Blech- Spraydosen, in denen flüchtige Stoffe (Tunerspray, Kältespray )waren, auf alle Fälle keine Lackdosen oder Öldosen. Man nehme einen Vorstecher, mache damit in der Mitte des nach innen gewölbten Dosenbodens ein ca. 3 mm großes Loch und  ca. 2mm vom Rand weg ein kleineres Loch von ca. 1,5 mm. Nun kann man die Dose befüllen (Spiritus, Isopropanol), aber nur bis zur Hälfte. Jetzt werden die 2 Löcher wieder einfach zugelötet (nicht mit dem Feuerlötkolben) Danach ist Druckluft gefragt, glücklich, wer selber einen Kompressor hat. Einfach die Druckluftpistole auf das Sprühröhrchen aufdrücken und Luftpistole und Sprühkopf abdrücken. Bitte nicht mit mehr als 6 Bar Druck. Nun ist die Dose fertig. Es sprüht zwar nicht mehr, sondern spritzt nur. Dies ist auf alle Fälle eine billige Lösung, um KONTAKT 60 wieder gründlich auszuwaschen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Das Gerät erst wieder einschalten, wenn alles vollkommen trocken ist. Begründung: Über diverse Kontakte läuft Anodenspannung, schaltet man das Gerät ein, ist es möglich, daß sich die hohe Anodenspannung einen Weg nach Masse sucht. Dabei kann zum Beispiel der Funken über einen Pertinaxteil gehen, wobei dann eine leitende Kohlebahn entstehen kann. Das wäre dann wahrscheinlich der Gerätetod. Also lieber mindestens einen Tag auf den Erfolg warten.

 

 

This article was edited 31.Jan.04 21:46 by Werner Hauf .

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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Vor der Verwendung von Salzsäure zur Reinigung von eingebauten Aggregaten in Radiogeräten kann ich nur warnen ! Meistens verbleiben irgendwo Spuren der Säure und die folgende Korrosion ist immens !

Es bleibt entweder nur die Entfernung von Schmutz mit Hilfe von Lösemitteln, wobei man heutzutage kein Tetrachlorkohlenstoff oder Trichlorkohlenstoff aus gesundheitlichen Gründen verwenden sollte. Als Ozon-gefährdende Stoffe sollten sie sowieso nicht mehr ohne weiteres erhältlich sein.

In eine Radiowerkstatt gehören Alkohol ( Brennspiritus), Reinigungsbenzin oder Petroleum und Nitroverdünnung. Das reicht ansich. Man hat schon damit genug zu tun, darauf zu achten, daß man mit diesen Produkten nicht die alten Kunststoffe angreift.

Zur Reinigung von Kontakten am besten Alkohol (Brennspiritus) oder wässrige Waschlösungen ( einfach Pril oder Spezialreiniger vom Baumarkt) in Kombination mit Wattestäbchen, Pfeifenreiniger oder auf Holz geklebte Fensterlederstückchen.

Das perfekt entoxidierende Mittel ohne Arbeit gibt es leider nicht. Die von Werner Hauf empfohlene Methode, Kontaktspray nachträglich wieder gut zu entfernen, kann ich nur unterstützen. Geräte, die ich vor etlichen Jahren restaurierte zeigen durch Kontaktspray heute Korrosion. Tuner Spray ist besser, entfernt aber nicht die Oxidschichten.

Die Mechanische Methode ist immer noch die Beste: Glasfaserpinsel, zur Not 600er Schleifpapierstreifen oder besser nur die Rückseite davon. Bei Röhrenfassungen Pfeifenreiniger mit Kontaktspray, diesen aber mit einem sauberen Pfeifenreiniger anschließend wieder gut entfernen.

Ralf Germowitz
 
 
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30.Jan.04 09:32

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Die Methode welche von Werner Hauf beschrieben worden ist, wende ich auch schon jahrelang mit Erfolg an. Es kommt darauf an, das Kontakt 60 zurückhaltend einzusetzen, möglichst nur tröpfchenweise genau auf die Kontakte im Sockel aufbringen. Mitunter sprühe ich ein wenig davon auf eine Unterlage und bringe es ganz gezielt auf die Kontaktfäche auf. Dann bewege ich die Kontakte aufeinander, also eine Röhre wird im Sockel hin und herbewegt. Damit löst man die Oxydschichten mechanisch mit Unterstützung des Sprays. Danach dann mit Tunerspray oder einer anderen flüchtigen rückstandsfreien Substanz ausspülen.

Dies funtioniert in ca. 80 % aller Fälle, manchmal bleibt aber nur der Ausbau des Sockels übrig, vor allem dann wenn eine Oxydaion mit Ermüdung der Federwirkung einhergeht. Dann bleibt nur der Austausch.

Gruß Ralf

 

Arno Ehlscheid
Arno Ehlscheid
 
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24.Nov.06 21:00

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Hallo zusammen,

 

für die Röhrenfassungen verwende ich anstelle der Pfeifenreiniger  lieber eine ausgediente Interdentalbürste. Diese bekommt man in der Apotheke. Da mein Zahnarzt mir die regelmäßige Benutzung dieser Bürste für die Reinigung der Zahnzwischenräume geraten hat und man dadurch ja auch mal Ersatz braucht, kommt die alte Bürste gut für v.g.  Einsatz gut in Frage. Die kleinen Bürstenaufsätze, die man auch in verschiedenen stärken bekommt, sind dünner und vor allem an der Spitze nicht so scharfkantig wie Pfeifenreiniger.

Weiterhin verwende ich zum Reinigen der Kontakte neben Tuner 600 Deoxit D5, ein Reinigungs spray, welches spez. zum Reinigen von Röhrenfassungen empfohlen wird.  Bekommt man in Deutschland bei Tube Amp Doctor in Worms.

Gruß

Arno Ehlscheid

 

Kurt Jeranko
 
 
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24.Nov.06 23:40

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Für die Kontakte verwende ich mit sehr gutem Erfolg eine Mini Drill Bohrmaschine mit Topfbürste und oder Radialbürste. Ergebnis sind blitzblanke Kontakte, der Zeitaufwand relativ gering.

Von einem Zahntechniker erhielt ich eine Mini Dentalfeile (der Zahnarzt verwendet diese für die Wurzelbehandlung), damit reinige ich die Röhrensockel. Ebenfalls super Ergebnis.

Gruß  Kurt

Jens Koch
Jens Koch
 
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16.Dec.06 18:26

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   18 Hallo zusammen,

meine Methode besteht im einträufeln von Ballistol (Waffenöl) in die Fassungen und Einpinseln der Röhrenkontakte mit selbigem. Bei starker Oxidation Röhre mehrmals herausziehen und wieder einstecken oder hin- und herbewegen. Diese Behandlung wiederhole ich ca. jährlich für alle Geräte um den Korrossionsschutz auch zu erhalten.


Jens Koch
  
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