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Zenith Trans-Oceanic, die ersten Weltempfänger

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Papers » Radio-History, beginning 1909 » Zenith Trans-Oceanic, die ersten Weltempfänger
           
Konrad Birkner † 12.08.2014
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Weltempfänger Zenith "Trans-Oceanic"

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Konrad J.Birkner, Haag / OB.     

                                                                                 

Situation des Kurzwellenrundfunks in den Dreißiger Jahren

  Ende der 30er Jahre war der Kurzwellenrundfunk schon sehr weit entwickelt. In fast jedem Land gab es KW-Sender, um z. B. die damals noch durchweg vorhandenen Kolonien mit Nachrichten und Programmen aus dem Mutterland zu versorgen.

  Die technischen Empfangsmöglichkeiten waren wiederum recht beschränkt. Reine KW-Empfänger, deren Bedienung technische Kenntnisse voraussetzte und meist viel Fingerspitzengefühl erforderte, standen nur bei lizensierten KW-Amateuren. Der am Kurzwellenempfang interessierte Rundfunkhörer fand auf der Skala seines meist sehr teuren Heimempfängers üblicherweise nur einen KW-Bereich vor, selbstverständlich ohne Bandspreizung! Hiermit ließ sich wenig anfangen, das Auffinden und die Wiederholung einer bestimmten Frequenzeinstellung waren damit praktisch kaum möglich, ein gezielter KW-Empfang ziemlich illusorisch. Nur wenige Spitzengeräte verfügten über mehrere gespreizte KW-Bereiche und darüber hinaus über eine ausreichende Empfindlichkeit, Trennschärfe, Spiegelselektion, Schwundregelung, etc. Bei Kofferempfängern gab es bestenfalls einen einzigen KW-Bereich ohne irgendwelche Spreizung, auf dem sich die Sender nur so zusammendrängten. Die Firma Braun begann mit einem KW-Bereich bei Kofferempfängern ca. im Jahr 1936, ab 1939 gab es immerhin auch bei Blaupunkt, Körting, Nora und Radione Reiseempfänger mit KW-Bereichen. Besonders populär waren diese "Reisekoffer" aber nie, hatte man doch einschließlich Batterien ca. 10 bis 20 kg zu schleppen! Soweit zur Lage in Deutschland.

  In anderen Industrienationen war die Situation ähnlich, so auch in den USA, obwohl dort der Rundfunk sehr populär war und die Rundfunkindustrie sowohl technisch als auch am Markt eine Spitzenreiter-Rolle einnahm.

  Es gab sicherlich Leute, welche das Fehlen eines mobilen KW-Empfängers bedauerten, aber es waren wohl zu wenige, um einen neuen Markt zu forcieren. In USA waren es z.B. Expeditionsteilnehmer, d.h. Leute, die sich in die endlosen Weiten Kanadas oder der Polarregionen begaben.

  Hier kam nun ein glücklicher Umstand zum Tragen: Der Präsident der Zenith-Radiowerke, Commander Eugene F. McDonald, war auf Grund seiner beruflichen und privaten Interessen der richtige Mann, hier Abhilfe zu schaffen.

 

Werdegang der Firma Zenith

  E.F.McDonald war schon in jungen Jahren als erfolgreicher Geschäftsmann zu beträchtlichem Wohlstand gekommen. Als er 26 Jahre alt war, verkaufte er Autos und vermittelte deren Finanzierung durch Banken. Zuvor wurden nämlich Autos grundsätzlich bar bezahlt. Im Jahre 1912 verdiente McDonald damit immerhin über ein Million Dollar!

  1921 wurde er Teilhaber und General Manager eines kleinen Zweimannbetriebes, der sich bald vor Aufträgen, Radios zu bauen, nicht mehr retten konnte. Die Produkte hießen "Zenith". Aber das Wichtigste war, die kleine Firma hatte eine Armstrong-Lizenz, d. h. sie durfte in ihren Geräten die damals so wichtige Schaltung der Rückkopplung verwenden. Solche Lizenzen waren seinerzeit vom Patentinhaber nicht zu bekommen. Die Firma wurde später zur "Zenith Radio Corporation" umfirmiert und florierte mit qualitativ hochwertigen Produkten vor allem auf dem amerikanischen Markt.

  Commander McDonald war immer ein guter Verkäufer. So überredete er 1923 den Polarforscher McMillan, einen Zenith "Companion" - das wohl erste Kofferradio der Welt - auf seine Arktisexpedition mitzunehmen. 1925 wurde McMillans Expedition mit einem Kurzwellensender und -Empfänger der Firma Zenith ausgerüstet. Das war ein voller Erfolg, denn erstmals konnte dadurch  solch eine Expedition in ständiger Verbindung mit der Heimat stehen. Als Gegenstation fungierte ein der Firma Zenith eigener Rundfunksender WJAZ. Der durchschlagende Erfolg wurde natürlich werbewirksam ausgeschlachtet.

  Mizpah

  McDonald fuhr oft auf seiner Jacht "Mizpah", einem der größten Boote auf den großen Seen, nach Kanada, wo er sich in die entferntesten Gegenden wagte. Bei dieser Gelegenheit  beklagte er einmal, daß er in seiner Fischerhütte in Kanada keinen brauchbaren Rundfunkempfang habe. Er beauftragte daraufhin am 2. August 1939 sein Labor, ein Gerät nach seinen Anforderungen zu entwickeln. Es wurden in der Folge etwa zwanzig (!) Prototypen gebaut, die er alle erprobte und verwarf, bis schließlich im Juli 1941 zwei Exemplare seine Zustimmung fanden. Das eine übergab er an den schon erwähnten Polarforscher McMillan, während er das andere Gerät nach Kanada mitnahm.

  Mc. Millan ließ ihn wissen, er habe noch nie solch guten Kontakt aus der Arktis zur Welt gehabt wie mit diesem Gerät. McDonald hatte in Kanada ähnlichen Erfolg. Er konnte nicht nur die Wetterdienste hören, sondern auch die neuesten Nachrichten direkt aus Europa empfangen und hierbei vor allem die aus und über Deutschland verfolgen. Er gab das Gerät zur Produktion frei, die im Oktober 1941 anlief. Die Auslieferung begann im Januar 1942.

 

Der erste "Trans-Oceanic Clipper"

  Das erste Modell der Reihe "Trans-Oceanic" zeichnete sich gleich durch mehrere, vorzügliche technische Eigenschaften aus: Für den Kurzwellenempfang standen  mehrere Antennentypen zur Verfügung, nämlich eine normale eingebaute Teleskop-Antenne, eine abgestimmte KW-Rahmenantenne, der "Short Wave Magnet" und schließlich als Zusatzausrüstung der "Wave Booster" für den "supersensitiven" KW-Empfang.

        

  Für den Mittelwellenempfang dienten wahlweise eine eingebaute Rahmenantenne sowie der "Wavemagnet". Der Short Wave Magnet sowie der Wave Magnet waren absetzbar und konnten beispielsweise bei einer langen Bahnfahrt am Wagenfenster befestigt werden. Als Wellenbereiche waren Mittelwelle und fünf gespreizte KW-Bänder verfügbar, nämlich das 49-, 31-, 25-, 19-, und das 16- Meter-Band. Die in Europa beliebte Langwelle fehlte, sie spielt bis auf den heutigen Tag auf dem US-Kontinent keine Rolle.

  Schaltungsmäßig stellte das unter der Typenbezeichnung 7G605 laufende Gerät einen Siebenkreis-Superhet mit abgestimmter Vorstufe dar (Dreifach-Drehkondensator). Vertieft man sich jedoch genauer in die Einzelheiten der Schaltung an Hand des Originalschaltbildes, so stellt man fest, daß bei Kurzwelle die erste Röhre umgangen wird, d. h. hier  arbeitet das Gerät als normaler Sechskreis-Superhet ohne Vorstufe! Die KW-Vorkreise bleiben dabei fest auf Bandmitte abgestimmt, d. h. der Vorkreis-Drehkondensator wird ebenfalls nicht verwendet. Die Festkondensatoren C8=75 pF und C9=50 pF bewirken in bekannter Weise die Bandspreizung der KW-Abstimmung. Wegen der beim 7G605 entsprechend der seinerzeitigen Senderbelegung sehr schmal dimensionierten KW-Bereiche (6,0-6,5 MHz, 9,4-9,8 MHz, 11,7-11,9 MHz, 15,1-15,3 MHz, 17,6-18,0 MHz) und der niedrigen Kreisgüten der KW-Vorkreisspulen wurde durch die Festabstimmung der Vorkreise praktisch kaum Empfindlichkeit verschenkt. Auch auf die im KW-Bereich höchstens drei bis fünffache Verstärkung der Vorröhre beim zusätzlichen Aufwand eines weiteren Satzes umschaltbarer Zwischenkreisspulen glaubte man verzichten zu können.

  Diese Schaltungstechnik wurde im übrigen bei allen Nachfolgern  verlassen, d. h. diese sind alle auch in den KW-Bereichen echte Siebenkreis-Superhets, wobei die Bereichsüberdeckung entsprechend den geänderten Verhältnissen der Nachkriegszeit z. T. erheblich vergrößert wurde. Dies machte dann auch die mitlaufende Abstimmung aller Vor- und Zwischenkreise erforderlich.

  Als Röhren wurden die (mit Ausnahme der Endröhre) relativ neuen Loctalröhren mit 1,5 V Heizung verwendet, die weit weniger Heizleistung benötigen, als die bis zu Kriegsbeginn in Europa verwendeten Röhren der K-Serie mit 2 V Heizung (Die Röhren der D-11-Stahlröhren-Serie von Telefunken erschienen 1940).

  Für den Fachmann hier die Röhrenbestückung: 1LN5 = HF-Vorstufe (nur bei MW, s. o.), 1LA6 = Mischer, 1LE3 = separater Oszillator, dieser war für die Kurzwellenbereiche zwingend erforderlich, da die 1LA6 auf KW nicht sicher schwang (dies schaffte erst die Nachfolgetype 1LC6), 1LN5 = ZF-Verstärker 455 kHz, 1LD5 = Empfangsgleichrichter + NF-Verstärker, 3Q5 = Endröhre (Oktalröhre). Diese Röhren sind den älteren Radiofreunden von der Nachkriegszeit her aus ausgeschlachteten US-Funkgeräten sicher nicht ganz unbekannt.

  Zur Schonung der teuren Batterien stand ein eingebautes Netzteil für 117 V Wechselspannung, bestückt mit einer Röhre 117Z6G zur Verfügung. Ein weiteres charakteristisches Merkmal war die Ausstattung mit einer "Radioorgan", d. h. vier Schiebeschalter gestatteten die Auswahl unter insgesamt möglichen 16 Klangeinstellungen. Diese Einrichtung erwies sich offenbar als so erfolgreich, daß sie für alle weiteren, mit Röhren ausgestatteten Nachfolgemodelle übernommen wurde. Zur Frequenz- bzw. Meterbandanzeige wurde eine Rundskala mit Doppeldrehzeiger verwendet.

  Das in einem eleganten Gehäuse mit abnehmbarem Deckel untergebrachte Gerät kostete seinerzeit 75 $, was nach heutiger Kaufkraft in den USA weit über 700 $ entspricht. Eine riesige Werbekampagne lief an.


  Die ersten Geräte trugen das Bild eines Segelbootes auf dem Lautsprecherstoff. Dies wurde irgendwann nach dem auf Pearl Harbour (7.Dezember 1941) folgenden Kriegseintritt durch einen Bomber ersetzt.

               

 Vom "Transoceanic Clipper", wie das Gerät nun hieß, waren bis 22.4.1942  35000 Stück geliefert und Aufträge für weitere 100 000 in den Büchern. Die zivile Produktion wurde an diesem Tage auf Anordnung der Regierung gestoppt und völlig auf Kriegsbedarf umgestellt.

  Transoceanic Clippers wurden von ihren Besitzern im Militärdienst an alle Fronten geschleppt, überlebten Sandstürme, Fallschirmabsprünge, Stürze ins Meer, die Invasion in Frankreich am "D"-Day und Bombenangriffe. Ihre Eigentümer waren begeistert über das robuste und leistungsfähige Gerät, das damals zu einem legendären Ruf kam.

 

Die Nachfolger

  Nach dem Krieg kam im Jahr 1946 ein neuer Typ 8G005 mit verbesserter Empfindlichkeit, Trennschärfe und Tonqualität auf den Markt. Dieses Modell erhielt auch ein völlig neues Gewand und wurde bis 1949 immerhin 130 000 mal verkauft. Das technische Konzept des Vorstufen-Superhets mit sieben Kreisen wurde auf alle sechs Wellenbereiche (MW, 5mal KW) ausgedehnt, s. o. Als Röhren wurden weiterhin die bewährten Loktalröhren verwendet, obwohl erste Typen der später allgemein eingesetzten Miniaturröhren bereits seit etwa 1940 zur Verfügung standen. Zur Erhöhung der Ausgangsleistung sowie Klangqualität stand jetzt eine Gegentaktendstufe mit zweimal 1LB4 zur Verfügung, womit sich die Gesamtzahl der Röhren auf acht erhöhte.

                

1949 kamen endlich die neuen Miniaturröhren zum Einsatz. Der neue Typ G500 hatte nur noch 5 Röhren, da man die Gegentaktendstufe wieder aufgegeben hatte und auch die Gleichrichterröhre einem Trockengleichrichter Platz machte. Dies wirkte sich positiv auf die Lebensdauer der Batterien aus. Die Wellenbereiche der Vorgänger wurden weiterhin beibehalten. Auch das äußere Erscheinungsbild des Vorgängers 8G005 - Gehäuse mit nach hinten wegklappbarem Deckel, kreisförmige Skala mit Doppelzeiger - wurde defakto übernommen, so daß selbst der Kenner zur Unterscheidung die aufklappbare Rückwand öffnen muß. Die Röhrenbestückung war jetzt 1U4, 1L6, 1U4, 1U5, 3V4; bis auf die 1L6 gibt es hierfür äquivalente europäische Typen. In der "Funktechnik", Heft 11, 1951 erschien unter "So baut das Ausland" seinerzeit eine kurze technische Beschreibung des G500 mit Wiedergabe des Schaltbildes, wobei ein schwerwiegender Fehler unterlief: Die Anschlüsse für Heiz- und Anodenspannung am Stecker wurden vertauscht angegeben.

 

Die bekanntesten T.O.Modelle:  G500  und  600er Serie
 

Bis 1951 waren ca. 90 000 Exemplare des G500 verkauft, als das Nachfolgemodell H500 erschien. Dieses Modell ist die wohl bekannteste und auch berühmteste Ausführung eines "Trans-Oceanic", die sicher schon jeder Radiosammler irgendwo einmal gesehen hat, sie ist vor allem auch in Europa weit verbreitet. Man gab jetzt das gespreizte 49-Meter-Band auf und fügte dafür zwei breitere Bereiche hinzu, nämlich 2-4 und 4-8 MHz, so daß jetzt insgesamt sieben Wellenbereiche zur Verfügung standen. Als Gründe dafür mögen gelten, daß inzwischen vor allem die Tropenbereiche (3 bis 5 MHz) von Amerikanern verlangt wurden, die dort stationiert waren, sowie von den immer zahlreicheren Hochsee- und Küstenseglern die Möglichkeit, Wetternachrichten und Navigationsstationen mit Frequenzen um 2 bzw. 3 und 7 MHz abhören zu können.

  Die aufgeklappte vordere Abdeckung des H500 in läßt im übrigen den abnehmbaren Wavemagnet für Mittelwelle gut erkennen. Der H500 wurde somit der Schlager bei Jachtschiffern. 245 000 Exemplare gingen zwischen 1951 und 1954 über die Ladentische.

 

 

 

 1953 erschien schließlich als letztes mit Röhren ausgestattetes Modell der L600. Er unterschied sich vom Vorgänger durch eine Linearskala anstelle der herkömmlichen Rundskala mit Doppelzeiger und enthielt ferner eine Stromregelröhre, um beim Netzbetrieb spannungsabhängige Effekte wie Frequenzverwerfung oder Oszillatoraussetzer zu vermeiden (obwohl dies bei Batteriebetrieb kein Problem war). Über 269 000 Exemplare wurden bis 1962 verkauft. Es gab 6 Modelle die sich äusserlich kaum unterschieden: L, R, T, Y, A, B.

 

  Bei der Konkurrenzfirma "Hallicrafters" war man von den H500 / 600er Modellen des Trans-Oceanic offenbar so begeistert bzw. wollte man an dem Erfolg teilhaben, daß man das Konzept in Form des "World-Wide" Dynamic Tuner praktisch komplett übernahm: Gleiche Röhrenbestückung, gleiche Wellenbereiche, gleiches Gehäusekonzept, sogar die "Radioorgan" zur Klangeinstellung mit vier Schiebeschaltern durfte nicht fehlen! Lediglich ein Langwellenbereich für die Bedürfnisse der Navigation wurde hinzugefügt, auch ist die Linearskala über die ganze Gehäusebreite ausgestreckt und das ganze Gerät wirkt unamerikanisch solider als sein Vorbild.

 

Transistoren

  In der Zwischenzeit erschienen die ersten Transistoren und damit entstand der Wunsch ihrer Verwendung in Reiseempfängern. Mit dem "Royal 1000" war 1957 der erste volltransistorisierte Trans-Oceanic auf dem Markt. Er war nicht gerade billig und kostete 275 $ (das sind heute etwa 1400 $) gegenüber 140 $ für das gleichzeitig noch lieferbare Röhrenmodell. Das 13-Meter-Band kam hinzu, später die Langwelle. Trotz des stolzen Preises konnten davon 165000 Stück verkauft werden. Übrigens waren die Transistoren noch in Fassungen gesteckt und die Verdrahtung erfolgte konventionell von Hand.

  Sein Nachfolger, der "Royal 3000",hatte als erster Trans-Oceanic einen UKW-Bereich (FM). Er verkaufte sich 83 000 mal.

  1969 bis 1978 kam der "Royal 7000" auf den Markt mit BFO sowie Möglichkeit der Handeinstellung der Empfänger-Empfindlichkeit für den Empfang von CW und SSB (Bild 10).

 

Das Ende einer Legende

  Das letzte Modell hieß nur noch "R 7000" (nicht zu verwechseln mit dem Royal 7000), es besaß zum Unterschied zu allen Vorgängern durchgehende Frequenzbereiche ab Langwelle bis VHF und einen mechanischen Feintrieb zur Erleichterung der Frequenzeinstellung. Von 1978 bis 1981 wurden pro Jahr nur 25 000 Stück produziert. Der R 7000 verpaßte die Konkurrenzfähigkeit, denn Sony's gleich teurer ICF-2001 verwendete als erster Weltempfänger für den Konsumbereich eine digitale Frequenzsynthese unter Einsatz eines Mikroprozessors inklusive einer digitalen Frequenzanzeige und -Eingabe, während der R 7000 nicht einmal einen Digitalzähler zur Frequenzanzeige aufwies!

  So ein Zähler zur Frequenzanzeige war inzwischen auch für die Modellreihe Grundig Satellit 1400/2400/3400 selbstverständlich geworden, so daß dem R7000 auch die europäische Konkurrenz davonlief. Der ICF 2001 besaß zudem nur knapp die Hälfte des Volumens und war wesentlich leichter. Darüber hinaus gab es für VHF inzwischen automatische Scanner, und das Citizen Band hatte beim breiten Publikum sowieso an Interesse verloren. Damit war das Schicksal einer Legende besiegelt.


  Aber trotz der hohen Stückzahlen sind die Geräte der Trans-Oceanic-Reihe für den Sammler gar nicht so leicht zu finden, und wenn, dann haben sie durchaus ihren Preis. Immerhin waren sie die ersten tragbaren Weltempfänger, lange bevor die Modellreihe des Grundig Satellit oder der Braun T-1000 sich von diesem Kuchen auch ein Stück abschneiden konnten. Die Reihe der röhrenbestückten Trans-Oceanic-Empfänger war lange Zeit ohne vergleichbare Konkurrenz und wurde schließlich zum Vorbild für die Produkte anderer Firmen in den USA und auch in Frankreich.

 

Literatur:

Bryant and Cones, The Zenith Trans-Oceanic, the Royalty of Radios, Schiffer Publishing Ltd., 77 Lower Valley Rd., Atglen, PA 19310, USA.

Bilder:

Prof.Dr.Otto Künzel;
H.M.Knoll;
Sammlung des Autors;

Mein besonderer Dank geht auch an Herrn H.M.Knoll für die tatkräftige Hilfe bei der Wiederauflage dieses Beitrags.


 
 
  
  
 

 

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This article was edited 26.Dec.06 11:00 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

  
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