SA7225T /08R

Aristona; Eindhoven

  • Année
  • 1963 ?
  • Catégorie
  • Radio - ou tuner d'après la guerre 1939-45
  • Radiomuseum.org ID
  • 226231
    • Brand: Aristona

 Spécifications techniques

  • No. de transistors
  • 7
  • Semi-conducteurs
  • Principe général
  • Super hétérodyne (en général)
  • Gammes d'ondes
  • PO, GO et FM
  • Tension / type courant
  • Piles sèches / 6 x 1,5 Volt
  • Haut-parleur
  • HP dynamique à aimant permanent + bobine mobile / Ø 10 inch = 25.4 cm
  • Matière
  • Plastique moderne (pas de bakélite, ni de catalin)
  • De Radiomuseum.org
  • Modèle: SA7225T /08R - Aristona; Eindhoven
  • Forme
  • Portative > 20 cm (sans nécessité secteur)
  • Dimensions (LHP)
  • 220 x 145 x 75 mm / 8.7 x 5.7 x 3 inch
  • Remarques
  • Siehe auch Siera SA7225 und Radiola RA7225T.

    Made in Österreich.

  • Auteur
  • Modèle crée par Timo Rantasaari. Voir les propositions de modification pour les contributeurs supplémentaires.

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Discussions: 2 | Publications: 2

Dann und wann bekommt man etwas geschenkt, was aber befindet sich in der schönen Verpackung?

Das offenbart sich nicht. Es offenbart sich auf jeden Fall nicht leicht. Denn was ist nötig für die Offenbarung? – Beide Deckel müssen ab.

Es ist nicht sehr schwierig, wenn man den Trick kennt. Man öffne das Batteriefach. Man löse die 2 Schrauben auf jeder Seite. Dann kann der Deckel entfernt werden. unten nur ganz leicht anhebeln, oben mit einem Fingernagel in die Fuge, dann lösen sich die 3 Stifte dort, die in 2 Ebenen angebracht sind. Gleichermassen gehe man vor an der Vorderseite, aber… aber  hier geht nichts, ohne dass zuerst das Abstimmrad abgezogen worden ist.

Was geschieht beim Ziehen von solchen Abstimmrädern denn gern? Sie weigern sich. Sie wollen sich nicht lösen lassen. Man verwendet Instrumente. Man zerreisst den Kunststoffschaft. Man bricht die Scheibe selber. Der Vorbesitzer hat das Rad schliesslich irgendwie herausgewürgt. Davon zeugen Kratzer aus dem Skalenblatt. Die Instandsetzung ist auch nicht gut gelungen. Der Doppelzeiger bewegt sich nicht richtig, er verhakt sich. Trotz dieser Mängel – man möchte weitere Eingriffe lieber unterlassen, denn zu gross ist das Risiko auf weitere Schäden.

Man ist leider ein Liebhaber der Langwelle und der Mittelwelle, ist nicht einfach zufrieden mit etwas UKW. Nun, der Wellenschalter ist oxidiert, er muss gesprüht werden. Es gibt nur Zugang zum langen Schieber, wenn der Deckel offen ist. Man zieht, man reisst, man flucht, man pausiert, man packt erneut an, man verzweifelt – so ist dem Rad nicht beizukommen. Aber das Rad muss ab! Da es einen dünnen Schlitz gibt zwischen dem Deckel und dem Gerät, gelingt es, ein Röhrchen hindurchzuführen. Das Radio hält man so, dass das Abstimmrad unten liegt, und jetzt wird DW-40 hineingespritzt, auf die Stelle, wo die Achse in der Muffe liegen muss. Nach einiger Zeit scheint etwas Spiel zu entstehen – elastisches Spiel! – und nach erneutem, wirklich gewaltig starkem Zug, flutscht das Rad ab. Es ist entsetzlich!

Entsetzlich? Ist das Rad entzwei? – Es ist so entzwei, wie es gewesen ist, so ganz, wie es vorher war. Was aber sieht das erschrockene Auge: ein Brocken Leim ist’s. Der Vorbesitzer hat das Einstellrad direkt auf die Achse geleimt. Der chemische Wirkstoff hat die Masse jetzt gottseidank gelockert, nur darum ist es gelungen, das Rad schliesslich doch abzuziehen.

Was finde ich vor: Das Rad hat in der Mitte ein Loch. Einmal gab es hier die Haltehülse. Ins Loch hat der Kenner das letzte Mal Leim eingefügt und die Achse aufgesteckt. Voila! Geht nie mehr auseinander. Dass er damit jeden Zugang verbaut, hat er nicht bedacht. Oder er hat es sich wohl überlegt: nach mir die Sintflut! Dabei hat er auch den Zeiger verklemmt. Ein grosser Erfolg ist die Übung also nicht gewesen. Am Nacheigner ist es, die Sache besser zu machen.

Wie kann man das retten? – Man muss eine neue Hülse für das Abstimmrad anfertigen! Hier kommt der Schaft eines Kugelschreibers zum Einsatz. Er passt auf die Achse, später muss noch etwas nachgebessert werden. Das Loch in der Scheibe muss so ausgebohrt und ausgefräst werden, dass die Aussenseite der Hülse genau hineinpasst. Damit der neue Teil nicht einfach durchschlupft, muss man mit etwas Leim einen Absatz hineinformen, so:

 

Zum Schluss muss die Stelle nachgefräst werden, die flach zu sein hat. Wenn die Hülse sich jetzt gut festhält, sich alles noch drehen lässt, was sich drehen muss, Zeiger und Abstimmachse, dann kommt der Höhepunkt: die Abstimmscheibe wird mit dem Oberteil der neue Hülse verleimt. Der Zweikompontentenkleber gibt einem die Zeit, ruhig nachzukorrigieren, sodass am Schluss die Scheibe einigermassen waagerecht auf der Skala liegt und beim Abstimmen nirgendwo anstösst oder reibt.  

Jetzt kann man das Rad Abziehen und Aufstecken, wie es einem beliebt. Das geht ganz ohne die elende Feder, die mitschuldig ist an dem Versagen. Man hat Zugang nach Wunsch, man kann den Wellenschalter spritzen!

Läuft es denn nun, das Radio? – Es läuft auf Langwelle und auf Mittelwelle. Auf UKW läuft es auch, aber die Antenne ist ab! – Ist sie ganz ab? Nein, das unterste Glied ist noch da, das ist die Hauptsache.

Die Elemente der Antennen aus der Zeit sind relativ länger als die der späteren Antennen, elegant aber empfindlich. Man sucht im Vorrat, bis man eine Teilantenne findet, die etwa passt. Dann passt man so lange an, bis die Antenne wie aus einem Stück gegossen scheint, sie sich ausziehen und wieder einschieben lässt. Sie ist in der Länge leicht  verkürzt, aber sonst passt sie hervorragend. Nur der Kenner sieht den Betrug, aber der Fachmann wird’s gelassen nehmen. Das Ding ist Sechzig, da ist keiner unbefleckt!

Es spaziert mit mir in der Wohnung herum, der geschenkte Gaul, mein neues Radio. Es bringt mir  BBC4-Four auf Langwelle, BBC-Five-Live auf Mittelwelle, NPO-Klassiek auf UKW.

Kann einer vom Leben noch mehr wollen?

Ja, er kann:

 

 

Bruce Cohen, 20.Feb.26

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Das Radio bekommt zum ersten Mal seit langem Strom. Auf UKW knastert der Drehko gewaltig, die Übersetzung schleift und rutscht. Auf AM gibt es ein Pfeifkonzert. Erst nach einigem Abmühen zeigt sich, dass der Empfang zwar da ist, aber bei präziser Abstimmung alles überpiffen wird.  So eine Erscheinung kenne ich von einem kleinen Océanic: winzige Elektrolyten, die vertrocknet sind.

Man kleidet das Radio aus, wozu unter der Batterieklappe nur vier Kreuzschlitz-Schrauben zu lösen sind. Danach kann man Vorderdeckel (mit Lautsprecher) und Rückdeckel nach unten  abziehen. In den Deckeln sind zwei Vertiefungen und eine Rille – der Deckel wird frei durch Zug nach unten und leichtes Abspreizen in der Mitte oben mit dem Fingernagel. Die Gedruckte Schaltung ist nun beidseitig zugänglich.

Der Schaltplan des Schwestergerätes RA7225T zeigt mir den C62 – ein winziger Elektrolyt von 2uF – der die Eingangsverstärkung auf AM beeinflusst. Ich ‚verdopple‘ ihn mal kurz: es ist wie Tag und Nacht. Sauberer und klarer Empfang, ohne jegliches Pfeifen.

Der alte Kondensator wird herausoperiert, der neue wird eingesetzt.

Danach wird Kosmetik betrieben. Das Einstellrad ist die Zierde des Gerätes. Es ist von einem schludrigen Kleber etwas verhunzt. Zum Glück ist der Klebstoff schon wieder derart gealtert, dass mir die Zierteile aus feinem Metallblech fast von selbst in die Hand fallen. Sie werden gut gereinigt, und danach für alle Ewigkeit verleimt. Wenn wir alle dort in den Ewigen Jagdgründen weilen, hält diese Klebung noch immer.

Jetzt spielt UKW wieder hervorragend, die Abstimmung kratzt kaum noch – und Langwelle und Mittelwelle machen erneut viel Freude.

 

Bruce Cohen, 24.Oct.22

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