AC2 (AC2)

ID: 190037
Dieser Artikel betrifft das Bauteil: Zur Röhre/Halbleiter

AC2 (AC2) 
17.May.09 12:01
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Jacob Roschy (D)
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Jacob Roschy

AC2,

CC2, EC2  

Triode

Anwendung: Empfangsgleichrichtung mit gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung. Niederfrequenzverstärkung (Trafo-, Drossel- oder Widerstandskopplung). Erzeugung der Hilfsschwingung für Mischstufen (Oszillator). AC2 für Wechselstromnetzempfänger; CC2 für Allstrom- bzw. Autoempfänger.

Eigenschaften: Geringe Anheizzeit, äußerst verlustfreier, kapazitätsarmer und klingsicherer Aufbau. Kleine Kolbenabmessungen. Große Steilheit und gute Verstärkereigenschaften. 

Aufbau: Indirekt geheizt. Schnellheizkathode mit bifilar gewickeltem Heizfaden, Eingitterverstärkersystem; Steuergitter G1 an Kolbenkappe geführt. Anode an Sockelkontakt A angeschlossen. Glaskolben außen metallisiert. Metallisierung an besonderem Sockelkontakt M angeschlossen. Domkolben, Außenkontaktsockel (8 polig). 

Vorläufertype: REN904 für AC2 bzw. REN1821 für CC2 (Steuergitter an Sockelkontakt angeschlossen, Stiftsockel). Abweichende technische Daten. 

Hinweise für die Verwendung: Die Eingitterröhre AC2 kann verwendet werden:

1. In Mischstufen als getrennter Schwingungserzeuger zur Erzeugung der Hilfsschwingung. Als Mischröhre ist dazu die Hexode AH1 zu verwenden.

2. Als Empfangsgleichrichter (Gittergleichrichtung) ist sie wohl gut geeignet, wird jedoch heute nur in besonderen Fällen verwendet, weil man mit der Pentode bessere Verstärkung erzielt. Als Gittergleichrichter ist der Aussteuerbereich beschränkt. Im Höchstfalle kann man eine NF-Spannung von 10 bis 14 V eff. im Anodenkreis erzielen. Bei Widerstandskopplung (Ra ca. 50 kOhm) wird es im allgemeinen nur möglich sein, die AL4 in der Endstufe zu verwenden.

Sie erfordert für volle Aussteuerung eine HF-Spg. (30% mod.) von etwa 0,7 V eff. am Steuergitter der AC2, für die Vergleichsleistung von 50 mW eine HF-Spg. von etwa 50 mV eff. Vorteil gegenüber der Diodengleichrichtung ist die Möglichkeit einer Empfindlichkeits- und Trennschärfeerhöhung durch Anwendung der Rückkopplung. Mit Drosselkopplung (L = 3...400 H) kann man etwas größere Verstärkung erzielen. Transformatorkopplung (etwa 1 : 4) gibt den Vorteil einer nachfolgenden Spannungserhöhung. Beide Schaltungsarten haben jedoch gegenüber der Widerstandskopplung an Bedeutung verloren.

3. Als Niederfrequenzverstärker ist die Eingitterröhre AC2 z. B. dort zweckmäßig, wo man in der Endstufe mit einer Endpentode zwar eine gute Verstärkung erhält, diese jedoch für Schallplattenwiedergabe nicht ausreicht. Außerdem kann sie als NF-Vorstufe für die Endtriode AD1 Verwendung finden.

Eine AC2 in Widerstandskopplung (Ra = 0,2 MOhm) gibt bei einfachem Aufbau die notwendige NF-Verstärkung (etwa 20 fach). Bei einer nachfolgenden Endtriode ist die Verwendung der Transformatorkopplung (1 :4) möglich. Widerstandskopplung gibt jedoch eine besonders verzerrungsfreie Schaltung bei sehr einfachem Aufbau.

Bei Verwendung der AC2 als NF-Verstärker kann man als Gitterwechselspannungsbedarf für das Steuergitter der AC2 die für das Verstärkersystem der ABC1 angegebenen Werte zugrunde legen. Die Eingitterröhre CC2 kann gleicher Weise verwendet werden wie die entsprechende Wechselstromtype AC2.

Aus: "Rundfunkröhren - Eigenschaften u. Anwendung" v. Ludwig Ratheiser, Berlin 1939
 

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