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AD1 (AD1)

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » VALVES/TUBES / SEMICONDUCTORS in RADIOMUSEUM » AD1 (AD1)
           
Adalbert Gebhart
 
 
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18.Dec.14 11:20

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Guten Tag.

Ich habe eine Frage an die Röhrenexperten.

Ich habe kürzlich aus dem Schrott das Chassis eines Zellweger Uster 2 37 gezogen.
Alle Röhren waren vorhanden, auch die AD1.

Leider fehlt auf der AD1 jede Aufschrift.

Die anderen beiden Röhren sind auch von der Aufschrift her original.

Da die AD1 einen gewissen Marktwert hat, frage ich mich natürlich, ob man
einigermassen zweifelsfrei herausfinden kann, ob es wirklich diese Röhre ist.

Das hat mich zu der Grundsatzfrage gebracht:

Wodurch ist den überhaupt z.B. eine Triode eines bestimmten Typs wie die AD1 bestimmt?

Durch die Auschrift? Sicher nicht.

Durch die Form und das Innenleben?
Eher auch nicht, denn wenn ich mir die Bilder der AD1 anschaue finde ich gerade Glaskörper und Kolbenförmige und ich sehe kaum zwei Röhren, die sich vom Innenleben her auch nur annähernd gleichen.

Die Kennlinien? Das kann ich mir auch nicht  vorstellen.

Also: Was macht eine AD1 aus? Ist es am Ende nur die Summe von Belegen und Indizien, die nahelegen, dass sie authentisch ist und wirklich einmal als AD1 verkauft wurde?

 

 

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This article was edited 18.Dec.14 22:46 by Adalbert Gebhart .

Wolfgang Holtmann
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18.Dec.14 15:27

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Hallo Herr Gebhart

Wäre die Aufschrift noch vorhanden, dann gibt's eigentlich keine Zweifel.

Dass die Kolbenform und das Innenleben im Laufe der Zeit Änderungen erfuhr, macht nichts aus. Hauptsache, die elektrischen Daten werden eingehalten!

Daher meine Empfehlung, die Röhre bei einer Anodenspannung von 250V und einer neg. Gitterspannung von 45V zu testen. Der Anodenstrom sollte dann um die 60mA liegen. Geheizt wird mit 4V Wechselspannung! Siehe rechte Abbildung.

Edit: Genannter Ia steht natürlich für eine neuwertige Röhre. 

Um eine Verwechselung mit der TESLA AD1n zu vermeiden, bitte auch noch den typischen Heizstrom von 0,95A kontrollieren.

MfG

This article was edited 18.Dec.14 16:40 by Wolfgang Holtmann .

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18.Dec.14 21:55

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Der Glaube an die Telefunken AD1 und ihre unglaublichen Eigenschaften grenzt an Religion, vor allem wenn man weiß, dass Osram die Röhren in den 30er Jahren baute und zwischen den Röhrenfirmen eine reger Austausch von umgestempelten Röhren stattfand. Also auch andere AD1 sollten einen guten "Klang" haben.

Hohe Preise werden von den Ethusiasten für die Telefunken-Röhren bezahlt. Hier spielt der Zustand eine Rolle. Der Test ist also wichtig, wie vorher beschrieben.

Falls kein Telefunkenstempel mehr vorhanden ist, sind doch meistens die Jahrescodes auf dem Sockel noch lesbar. Bei Telefunken zwei kleine Buchstaben und oft an der Seite des Sockels eine dreistellige Zahl.

 

 

Adalbert Gebhart
 
 
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18.Dec.14 22:45

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Danke Herr Holtmann und Herr Walz für Ihre Beiträge.

Zufällig habe ich in "Jogi's Röhrenbude" meine AD1 gefunden: Es ist zweite von rechts.

Alles stimmt überein: Die im Vergleich zu Anderen etwas schlankere Vasenfom, die Aufteilung in durchsichtige und undurchsichtige Bereiche, der Spiegel, die vier Verbindungsdrähte oben (andere haben da 5 oder 6), die sechs gleichdicken Drähte unten. 

Es scheint also eine Tungsram AD1 zu sein (wenn Jogi das richtig recherchiert hat, denn auf dem Bild ist ja auch keine Aufschrift erkennbar).

Ja, ich habe mich auch schon gefragt, wieso ausgerechnet für diese Röhre so viel bezahlt wird.
Wenn jemand da eine plausible Erklärung hätte, würde mich das auch interessieren.

Es sind aber nicht nur die Telefunken AD1, die so gefragt sind, Herr Walz. Zur Zeit läuft eine Auktion im ebay für eine Valvo AD1, und die steht bei 14 Bietern 4 Tage vor Schluss bei 189 Euro !

Kann man eine AD1 (z.B.) wirklich an den gemessenen Werten (d.h. am Kennlinienfeld) erkennen, Herr Holtmann? Was ist denn z.B. mit einer TAD1? Die sollte doch dieselben Werte haben. Ausserdem: Wer weiss denn, ob es unter den ca 5000 Trioden im RMOrg nicht noch Andere gibt, die diese Kolbenform, denselben Sockel  und ein sehr ähnliches Kennlinienfeld haben?

Vielleicht ist das mit der Authentizität von Röhren doch ein bisschen wie bei Kunstwerken: was wie ein Picasso aussieht und wo Picasso draufsteht, das muss noch lange keiner sein. Da müssen dann wahrscheinlich noch andere Indizien und Expertisen dazu kommen, wenn es um grosse Summen geht.

 

Viele Grüsse

Adalbert Gebhart

 

 

 

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This article was edited 18.Dec.14 22:49 by Adalbert Gebhart .

Wolfgang Holtmann
Wolfgang Holtmann
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19.Dec.14 10:50

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Guten Morgen Herr Gebhart

Sie fragen, ob man
"einigermassen zweifelsfrei herausfinden kann, ob es wirklich diese AD1 Röhre ist?
Kann man eine AD1 (z.B.) wirklich an den gemessenen Werten (d.h. am Kennlinienfeld) erkennen?"

„Einigermaßen zweifelsfrei“, diese Umschreibung ist gut gewählt und in diesem Licht sollte man meine Antwort lesen.

Bekannt ist, dass die unbeschriftete Röhre aus dem NF-Telefonrundspruchgerät USTER II stammt. Dort gehört eine AD1 rein, ist sogar an der Fassung zu lesen. Trotzdem ist eine weitere Bestätigung wünschenswert.

Wenn ich mich in Ihre Lage versetze, dann würde ich die bekannten elektrischen Daten einer AD1 mit der unbekannten direkt geheizten Leistungstriode (mit Außenkontaktsockel) vergleichen. Mit wenig Aufwand lässt sich zunächst der Heizstrom messen. Ist das in Übereinstimmung, dann sind wir schon ein großes Stück weiter gekommen.  

Der nächste Schritt wäre, den Ruhestrom im Arbeitspunkt messen. Noch besser, an mehreren Punkten. Da man davon ausgehen kann, dass die Röhre schon viele Betriebsstunden auf dem Puckel hat, ist der gemessene Anodenstrom deutlich niedriger als vorgegeben. Das ist gleichzeitig ein Indiz dafür, in welchem Zustand sich die Röhre befindet, wie Herr Walz schon anführte.

Ein Tipp dazu:
Wenn Sie die Heizspannung kurzzeitig auf 5V erhöhen und der Anodenstrom steigt stark an, dann ist das ein Zeichen für einen Verschleiß der Emissionsschicht auf dem Faden.

Fazit,
man kann sehrwohl „einigermaßen zweifelsfrei“ eine Bestimmung des Röhrentyps machen. Was man nicht erkennen kann ist die originale Typenbezeichnung, weil –wie Sie schon erwähnten-  eine TAD1 dieselben Kennlinien hat. Das gilt auch für die Philips 4683 oder AD1/350 unter Beachtung von minimalen Abweichungen und den üblichen Fertigungssteuungen!

Es gibt allerdings Röhrensammler, die auf Grund des Aussehens, sowie des inneren Aufbaus, auch noch den Hersteller und den Fertigungszeitraum erkennen können ....  

MfG

 

 

Adalbert Gebhart
 
 
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20.Dec.14 15:35

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Hallo die Herren

Ich habe in einem anderen Forum den Tipp bekommen, die Röhre in die Kühltruhe zu legen.

Wenn man sie dann rausnimmt, beschlägt sie, und man kann Aufschriften lesen, die sonst fast unsichtbar sind.

Voller Erfolg.

Hier das Foto:

 

 

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Adalbert Gebhart
 
 
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21.Dec.14 13:32

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Hier zum Abschluss noch das gemessene Kennlinienfeld dieser Röhre.

Die 60mA bei 250V Anodenspannung und -45V Gitterspannung werden nicht ganz erriecht, aber immerhin 40.

Vielen Dank an alle Beitragenden

und viele Grüsse

Adalbert Gebhart

 

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