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akkord: U56; Pinguin - Reparatur Drehschalter

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Werner Scholz
 
 
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19.Jun.14 14:52

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Ich bekam ein Akkord Pinguin U56, das noch prima erhalten ist und sogar spielt. Die alten Elkos habe ich aber wie üblich gewechselt.

Leider war der Drehschalter defekt, was den Bedienkomfort dieses Radios deutlich minderte. Dort, wo der Schalter üblicherweise laut "klick" machte, war lediglich noch ein kleiner Widerstand zu spüren, so als ob etwas hängenbliebe oder haken würde.

Da es nahezu unmöglich ist, Ersatz zu bekommen, habe ich mich also daran begeben, das Bauteil zu reparieren. (Das Risiko besteht darin, dass man ggf. einen Poti schädigt, daher ist Vorsicht geboten.)

Zwecks Instandsetzung habe ich zunächst die Schalterverkabelung abgelötet und mit einem Dremel sowie einer Art Zahnarztbohrer, die Wülste der beiden Messingnieten weggebohrt, wodurch sich das schwarze Schaltergehäuse problemlos von den beiden Potis (Lautstärke und Klang) entfernen ließ. Aber Achtung! Die kleine Feder dort drin darf nicht verloren gehen!

 photo Schalter_002.jpg

Das Foto zeigt das bereits ausgebaute Bauteil ohne Schalter mit den noch vorhandenen Messingnieten.

Wenn man zuvor die umliegenden Röhren entfernt hat, lässt sich anschließend das gesamte Bauteil ablöten und vorne via Mutter vom Chassis losschrauben. Das folgende Bild zeigt, wie eng es in diesem Modell zugeht. Darum passt auch kein anderer Schalter wie etwas aus einen gleichalten Bajazzo.

 photo Schalter_001.jpg

Anschließend habe ich die Metallkappe des Lautstärkepotis vorsichtig abgehebelt und die Laschen ebenfalls mit Vorsicht nach Außen gebogen, so dass die Kappe leicht zu entfernen war. Vorsicht: Es sind auch zwei kleine Messingscheibchen darin enthalten, die man leicht übersieht. Nun sieht man den Poti und erkennt sofort, wo der Fehler liegt.

 photo Schalter_004.jpg

Der Schalter ist wohl mal mit Gewalt gedreht worden. Jedenfalls ist der Mitnehmer für den Schalter völlig verbogen gewesen. Also, liegt es nahe, ihn wieder zu richten:

 photo Schalter_005.jpg

So kann der Mitnehmer wieder den kleinen Hebel bewegen, der mittels Feder den Schalter innen dreht. Hier ein Blick in den eigentlichen Schalter - ohne Hebel darin:

 photo Schalter_006.jpg

In die kleine Öffnung der drehbaren Schalterscheibe wird die Feder eingeführt. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch die Schalterkontakte gereinigt. Die ursprünglichen Nieten lassen sich bequem durch kleine Messingnägel ersetzen, die nicht nur einen identischen Durchmesser haben, sondern sich auch gut löten lassen. Was liegt also näher als Messingnägel bzw. -stifte von Unten in das Poti-Gehäuse einzuführen, dass durch deren Köpfe am schwarzen Schaltergehäuse gehalten wird? Man muss darauf achten, dass der Mitnehmer nicht an einem der Köpfe hängenbleibt bzw. schleift. Kipphebel und Feder einsetzen und schon kann der Schalter komplett zusammengesetzt werden.

Außen kann man die Messingnägel dann entsprechend kürzen und ihnen anschließend mit reichlich Lötzinn zu festem Sitz verhelfen. Da diese Lötstellen dann Masse entsprechen, die aber an diesen Stellen nicht benötigt wird, habe ich etwas Schrumpfschlauch darübergestülpt. Da die Potigehäuse prima Lötzinn binden, habe ich die Laschen einfach geradegebogen und außen auf das nächste Gehäusestück (des Klangreglers) aufgelötet. Und weil ich noch passendes Gafferband hatte, habe ich das schwarze Schaltergehäuse damit auch nochmal zusätzlich fixiert. Vorab sollte man allerdings nochmal mit dem Ohmmeter messen, ob der Schalter auch wirklich funktioniert.

 photo Schalter_007.jpg

Abschließend wird das reparierte Stück wieder eingelötet. Ich hatte mir dazu einen "Spickzettel" geschrieben, auf dem ich notiert hatte, welches Kabel wo hin gehört und wo welche Röhre zu sitzen hat.

 photo Schalter_008.jpg

Hier ist das Bauteil schon wieder auf dem Chasis und die ersten Anschlüsse sind wieder verlötet. Der kleine rote Zipfel ist Nagellack, den ich über ein Stück Lötzinn gezogen habe, das auf einer anderen Niete sitzt, die nur einen Kontakt fixiert ... Durch den Schrumpfschlauch sieht man oben kaum, wie gebastelt wurde. Dafür erkennt man an den Seiten die Spuren des Eingriffs umso deutlicher. Die Alternative aber wäre ein Radio gewesen, dass nicht im Batteriebetrieb zu nutzen ist und das nur am Kabel ein- und ausgeschaltet werden konnte. Jetzt funktioniert alles wieder prima. Diese kleine Reparatur hat zeitlich etwa einen Nachmittag gekostet, wbei das Chassis schon ausgebaut war - hat sich aber m.E. gelohnt.

This article was edited 20.Jun.14 23:28 by Werner Scholz .

  
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