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blaupunkt: besonderes Stromversorgungsteil / Endstufe ?

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Simon Peter Aichner
 
 
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20.Mar.21 22:31

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Guten Abend an die RM Gemeinde . Ich habe das Glück über dieses Modell sowohl in der einfachen Version als auch über den Stromfresser mit elektrisch betriebener Sendervorwahl zu verfügen (10-12 A!! beim Schaltvorgang ) . Dieses erste Ukw Autoradio von Blaupunkt erfordert ausserdem ein spezielles Stromversorgungsteil mit einer relativ hohen  negativen Gittervorspannung von ca 12-15 V . " Normale " Stromversorgungsteile wie jene für das Hamburg oder Bremen können durch Einfügen eines entsprechenden Widerstandes und Belegung des sonst freien Pins am Stecker angepasst werden , ansonsten ist der Klang verzerrt und die Stromaufnahme überhöht . Und nun zur Frage : weiss jemand wie die zwei El 42 in der Endstufe arbeiten ? Auf den ersten Blick ist es eine Gegentaktschaltung , aber  ich kann die Phasenumkehr nicht entdecken . Ist es also eine Parallelschaltung ? Dafür spricht auch die Tatsache dass der Ton beim Abstecken einer der Endröhren zwar schwächer wird , aber nicht verzerrt ..

Mit freundlichen Grüßen Aichner Simon / Südtirol

Giovanni Cucuzzella
 
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23.Mar.21 11:43
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Hallo Herr Aichner,

eine Parallelschaltung kann es nicht sein, da die in den zwei Primär-Wicklungen des Ausgangsübertragers  erzeugten magnetische Flüsse gleichzeitig entgegengesetzt wären und sich somit gegeneinander aufheben würden.

Es handelt sich um eine Gegentaktschaltung, wobei die Phasenumkehr durch die gekoppelten Kathoden geschieht.

Eine Erklärung der Funktionsweise finden sich im Netz. Einfach nach

Phasenumkehr durch gekoppelte Kathoden

suchen.

Freundliche Grüße

Giovanni Cucuzzella

This article was edited 23.Mar.21 15:23 by Giovanni Cucuzzella .

Simon Peter Aichner
 
 
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23.Mar.21 22:01
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 ;Phasenumkehr durch gekoppelte Kathoden stimmt hier nicht. Beide Kathoden sind durch den 10µF Kondensator wechselstrommäßig mit Masse verbunden, da findet keine Kathodenkopplung statt. Und die beiden 30 kOhm-Widerstände parallel zu diesem Kondensator: Sicher ein Druckfehler, müßten 2x 30 Ohm sein, an denen -2V abfällt. Sonst würde das ganze Radio nicht funktionieren. Die -2V bewirken eine verzögerte Schwundreglung. Walter Schmidt
Georg Beckmann
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25.Mar.21 17:44

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Hallo zusammen,

schauen Sie einmal den Pfad Anode EAF42 (Rö6) zu EL42 G1 (Rö7) an. dort wird das NF Signal eingespeist.

Gleichzeitig wird das Signal über einen 2M Widerstand und einen Koppelkondensator und Spannungsteiler 300k an das Gitter 1 der letzten ZF Röhre ( Rö3) EF 80 geleitet. An der Anode nach dem ZF Filter wird das Signal an das G1 ( der ( Rö8 ) EL 42 geleitet. 
Über die EF 80 ist die Phase um 180 Grad gedreht.

Da die Spannungverstärkung insgesamt genau 1 sein soll und die Röhre eine Spannungsverstärkung > 1 hat, wird das wahrscheinlich durch den Spannungsteiler 2M/ 300k kompensiert.

Die EF 80 wird dabei einmal als ZF Verstärker und einmal als NF Verstärker genutzt. Solche sog. Reflexschaltungen waren früher üblich.

Ich glaube, damit richtig zu liegen, vielleicht weiss es jemand genauer.

 

Gruß

 

Georg Beckmann

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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25.Mar.21 19:02
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Herr Beckmann hat Recht, wie man an den Signalwegen im Schaltbild sieht.

MfG DR

This article was edited 25.Mar.21 19:03 by Dietmar Rudolph .

Georg Beckmann
Georg Beckmann
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26.Mar.21 07:36
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Guten Morgen Herr Rudolph,

danke für ihre Mithilfe.
Ich hatte über die Modellseite einen anderen Schaltplan in sehr viel schlechterer Qualität gefunden.
Dort sind  jedoch noch die Nummern der Röhren eingetragen, aber die Schaltung scheint prinzipiell identisch.

Mit Hilfe Ihrer Zeichnung versteht man meinen Text aber auch ohne die Röhrennummern.

 

Gruss

 

Georg Beckmann

Giovanni Cucuzzella
 
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26.Mar.21 09:30
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Guten Morgen,

danke für die Richtigstellung meines Irrtums in Post 2 bezüglich der Ansteuerung der Gegentaktendstufe. Bei den Unterlagen zum Model befindet sich eine 3-seitige Beschreibung aus Radiotechnik 12/1952, aus der zu entnehmen ist, dass die dritte Röhre EF 80 als ZF-Verstärker für UKW und als NF-Phasenumkehrröhre arbeitet. Das entspricht genau der Beschreibung der Herren Beckmann und Rudolph. Beschrieben wird diese und andere Arten der Phasenumkehr auch in einem Artikel aus der Funkschau 1/1962 hier im RM.

Freundliche Grüße

Giovanni Cucuzzella

 

This article was edited 26.Mar.21 10:16 by Giovanni Cucuzzella .

Simon Peter Aichner
 
 
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26.Mar.21 13:27
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Ich möchte mich hiermit bei allen Teilnehmern dieser Erörterung für die spontanen und qualifizierten Stellungnahmen bedanken und habe wieder mal was dazugelernt !

  
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