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DAB+ aktuell in Deutschland

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Wolfgang Lill
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07.Jan.19 18:33

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An die Redaktion  " teltarif.de" richtete ich eine Antwort zu einem Artikel, Autor ist Herr Fuhr 

                                     teltarif.de/digitalradio-radio-dab-plus/nws

Er veröffentlicht hier seine Analyse zum aktuellen Stand und zur geplanten Entwicklung im Jahre 2019.

Besonders dieser aufschlussreiche Satz in seinem Artikel 

Der Anteil von Personen in Haus­halten mit Zugang zu mindes­tens einem DAB+-Gerät steigt von 15,7 im Jahr 2017 auf 18,1 Prozent in 2018,

war der Hauptgrund meines Schreibens. 

Bei einer solchen ZUWACHSQUOTE würde man, wenn es die private Wirtschaft beträfe, sagen, hört auf damit , das wird nichts!

Wie sich das DAB / DAB+ seit nun etwa 16 Jahren mit "Riesenschritten" entwickelt, das ist für mich interessant. Große Discounter haben solche Geräte nicht oder nur sporadisch im Angebot (wohl um zu testen, wie der Verkauf läuft). 

Die Bedienung der allermeisten Geräte ist häufig kompliziert und unverständlich, wenn man in die beigefügten Anleitungen schaut. Ich hatte sogar bei Erklärungen der Geräte von Fachverkäufern z.b. bei EXPERT den Eindruck, dass nicht alle Funktionen der Importgeräte verständlich vorgeführt und erläutert werden können.

Ich habe auch gelernt; "Traue keiner Statistik".

Zum Ende des DAB- Rundfunks, der klammheimlich

ohne den sonst üblichen Presserummel eingestellt wurde, wollte ich für meine Sammlung  ( ich sammle Rundfunkgeschichte vom Anfang bis zur Gegenwart ) einen DAB- Empfänger erwerben, einen von den wohl 2 Millionen, die in Deutschland schon existiert haben sollen ( laut Statistik). Nicht einer wurde mir angeboten,...selbst bei EBAY nichts zu machen, auch beim örtlichen Recyclinghof Fehlanzeige. 

Also sind gut 2 Millionen Empfänger spurlos verschwunden !!!

Einfache mathematische Überlegungen führen mich in eine erschreckende Perspektive...trotz EU- Regelung, dass ab 2021 in alle Neufahrzeuge Radios mit einem Digitalbereich eingebaut werden sollen....wann wird die Abdeckung mit DAB+ Empfangsgeräten so groß sein, dass UKW überflüssig wird ?

Herr Prof Rudolph (Berlin ) verteidigt den UKW- Rundfunk und schreibt dazu:

Die "Flach"-Politiker preisen DAB+ als das "non plus ultra" an. Na schön, vor nicht allzu langer Zeit war das sicher noch DAB (ohne +) und da auch schon das "Beste vom Besten". Ja, aber wie lange "lebt" also so ein digitales Übertragungssystem, bevor es durch ein "noch besseres" digitales System ersetzt wird? Aktuell gibt es bereits eine noch effektivere  Methode zur "Quell-Codierung" der Audio- Signale, die erneut eine Verdopplung der in einem Frequenzblock übertragbaren Programme ergeben würde. Man kann also sicher darauf warten, dass dann wieder ein neuer Standard (vielleicht DAB ++ ?) kommen wird mit der "Nebenwirkung", dass dann alle jetzt gekauften DAB+- Geräte nicht mehr funktionieren und als "Edelschrott"  in Afrka entsorgt werden dürfen. 

Was diese "Fach"- Politiker meist garnicht wissen, ist die Tatsache, dass es sich beim UKW- Rundfunk um ein hybrides analog- digitales Übertragungssystem handelt. Die digitale Übertragung wurde im UKW- Rundfunk mit "RDS" ( Radio- Daten- System) bereits in den ´80iger Jahren des letzten Jahrhunderts eingeführt. Heute dient RDS insbesondere der Übermittlung von Informationen zum Verkehr auf den Autobahnen. Würde der UKW- Rundfunk heute komplett  zu Gunsten von DAB+ abgeschaltet, würden wohl viele "Trucker" aus Osteuropa quasi "blind" über die Bundesautobahnen fahren. Es wird sich sicher nicht jeder gleich ein neues Auto anschaffen, bloß weil im UKW- Radio nichts mehr zu empfangen ist.

Auch ich bin der Meinung, dass das inzwischen in ganz Europa gut ausgebaute UKW- Netz ausreichend zur Versorgung der mobilen Hörer ist. Wir brauchen nicht drei oder mehr Multiplexe oder wie ein euphorischer Journalist schrieb; "Wir haben bald 400 und mehr Rundfunkprogramme im digitalen Autoradio" ! Was soll dieser Unsinn ? Der Kraftfahrer ( heute die größte Zielgruppe des Rundfunks sind die Hörer im Kraftfahrzeug) soll seine Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr widmen und nicht der Sendersuche !

Es reichen acht bis vielleicht 12 UKW- Sender im jetzigen UKW- Band um die mobile Versorgung zu sichern. Auch der Handwerker auf der Baustelle braucht diese Sendervielfalt nicht.

Erfreulich ist es doch für den einen oder anderen, wenn der MDR1 ( hier als Beispiel genannt) die regionalen Geburtstagsgrüße, Verkehrs- und Wetterinformationen ausstrahlt. Da ja auf Gleichwelle gesendet wird, belegt dasselbe Programm mehrere Sendeplätze im Multiplex.    

Bei jungen Leuten habe ich mich mal erkundigt, da spielt DAB+ nicht die Rolle. Anworten, wie," ich höre über mein Handy Radio ( UKW) und zu Hause Internetradio" sind häufig zu hören.

Bei aller statistischen Betrachtung muss man die Gewohnheiten der jungen Leute hier besonders berücksichtigen, dort kann man eine Tendenz für die Zukunft kalkulieren, nicht bei Rentnern.

Ich war im letzten Jahr in Budapest, Bratislava, Wien und Prag  und habe mich zum Stand des digitalen Rundfunks erkundigt. Überall dieselben Antworten; das Internetradio wird das Rennen machen....

Das ist auch meine Überzeugung, aber UKW muß bleiben ( wie auch amplitudenmodulierter Rundfunk, wo er vorteilhaft ist). 

Nichts gegen Digitalradio, wo es schon gut ausgebaut ist, es ist eine aktuelle Variante der Signalübertragung... warum nicht... es ist eine Variante der Entwicklung. An eine erfolgreiche Durchsetzung glaube ich jedoch nicht. 

 

 

 

 

 

 

This article was edited 08.Jan.19 18:22 by Wolfgang Lill .

Wolfgang Lill
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05.Apr.20 15:33

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Wieder etwas zum DAB+. Inzwischen wurde Anfang April 2020  offiziell der zweite Bundesmux DAB+-Multiplex mit weiteren 16 Programmen noch für dieses Jahr angekündigt. Diese sollen fast flächendeckend empfangbar sein. 

Er soll den privaten Sendern vorbehalten werden, Betreiber ist die Media Broadcast und Absolut Radio Digital unter dem Namen; "Antenne Deutschland GmbH" zusammengeschlossen.

Schon jetzt war zu erfahren, daß es einen dritten zentralen Mux wegen fehlender Frequenzen nicht mehr geben wird. 

Im ersten zentralen Multiplex sind es 13 Programme auf Kanal 5B, bei dem zweiten Gleichwellenprogamm dann 16 Sender auf Kanal 11B.

Wer also jetzt zu spät kommt, der kann nur noch freie Plätze in Landesmuxen besetzen und dort regional ausstrahlen.

Interessant ist schon, daß kein Sender aus den "Neuen Bundesländern" auf einem der beiden zentralen Multiplexe vertreten ist.  Wir haben ja bekanntlich mit Berlin 16 Bundesländer, so hätte man ja jedem Bundesland einen zentralen Kanal zuweisen können....aber eine solche Idee hatte wohl bislang noch keiner der Experten. 

Es geht also mit Riesenschritten im Ausbau des DAB+ Netzes voran. Gestartet wurde es 2011. Da sind erst 9 Jahre vergangen und schon haben über 20 % aller Deutschen die Möglichkeit, dieses DAB+ im Auto oder zu Hause zu empfangen. Ab Dezember 2020 soll dann beim Verkauf von Neugeräten der Frequenzbereich überall drin sein. Vorsichtigerweise hat man aber auch UKW weiterhin vorgesehen.

Interessant ist auch die Entwicklung von DAB+ bei unserem Nachbarn in Tschechien. Dort wird auf dab+-cz ständig die Liste der Sender und Programme aktualisiert. Hier die ein Auszug aus der aktuellen Karte , Stand 01.04.2020:

80% des tschechischen Territoriums sind bereits abgedeckt . Die rot geschriebenen Stationen sind noch in Arbeit.

Ich halte diese tschechische Information für vorbildlich. Es kommt dann auch der Hinweis, wenn Sie Fragen haben, dann schreiben Sie uns, wir antworten gern. Das habe ich Anfang Januar 2020 gemacht. Auf eine Antwort warte ich noch. 

Aber es gibt interessante Informationen auf dieser Seite, die ich nochmal auszugsweise hier nennen möchte:

475 Millionen Menschen sind heute schon weltweit über Digitalradio erreichbar. Am 1.6.1990 startete in Norwegen diese erste DAB- Rundfunk- Sendung. Im Jahre 2007 kommt die neue Variante DAB+ auf den Markt.

Die bereits installierten DAB- Sender werden mehr oder weniger stillschweigend abgeschalten (siehe auch oben Leipzig). Nachdem die TV- Kanäle im Band I und III freigemacht sind, beginnt man 2013 im Band III mit 1/4 Kanälen (möglich sind im Band I; Kanal 2-4 = 12 DAB+ Kanäle , wird jedoch noch nicht genutzt und im Band III, Kanal 5...12 = 28 DAB+ Kanäle ).

Ende 2018 sind bereits 70 Millionen Empfänger weltweit verkauft. 2240 Rundfunksender sind Ende 2019 in 41 Ländern im Betrieb.

Man rechnet damit, daß diese DAB- Programme über 280 Millionen Menschen hören ( vergleichen Sie; Weltbevölkerung 2019  cirka 7,7 Milliarden)., das sind knapp 4% der Weltbevölkerung. 

This article was edited 10.Apr.20 08:38 by Wolfgang Lill .

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18.Oct.20 17:51
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Der Direktor für Technologie und Verwaltung des CZ- Rundfunks Karel Zyka gab eine Pressekonferenz. Dort verwies er darauf, daß bereits 95% des tschechischen Territoriums digital erreicht werden können       ( Stand Oktober 2020 ). 

Bisher sehe ich hier nur die staatlichen Programme, die zur Zeit noch über 6 AM- Sender im Mittel- und Langwellenbereich ausgestrahlt werden und auf UKW.  Diese AM- Sender werden zum 31.12.2021 abgeschaltet.  Man rechnet damit, daß bei älteren Bürgern Unverständnis für diese Maßnahme zu erwarten ist. Deshalb bereitet man ein spezielles Programm " Senior" vor, wo diese Bevölkerungsgruppe speziell auf die Umstellung vorbereitet wird. Einige Programme des tschechischen öffentlich- rechtlichen Rundfunks werden gegenwärtig bereits nur noch über die Digitale Senderkette ausgestrahlt.

Vypnutí střední a dlouhé vlny

31. prosince 2021 vypne Český rozhlas vysílače na středních a dlouhých vlnách, v rozsazích, které se označují zkratkou AM. „Technologie není úplně perspektivní a je již zastaralá. Musíme se na to komunikačně připravit, protože nebude jednoduché přesvědčit zejména starší občany, aby si vyměnili své přijímače,“ uvedl Karel Zýka, ředitel Techniky a správy Českého rozhlasu.

Také proto spustí ČRo právě pro ně stanici „Senior“. Veřejnoprávní médium provozuje v současné době šest středovlnných a jeden dlouhovlnný vysílač.

Ich wollte diese 95%  Abdeckung nachvollziehen. Leider fahre ich aber häufig durch die 5 %- Gebiete. Auch das Sortiment an Digitalen Radios ist bescheiden. Nach meiner Meinung haben wir in CZ eine ähnliche Entwicklung wie in anderen Ländern Europas;  die  Privaten ziehen bis jetzt garnicht mit und der Verkauf der Geräte ist bescheiden. Aber auch in CZ sind Gebühren für Rundfunk und Fernsehen zu bezahlen und der Staat legt fest, welche Programme neu dazukommen.  Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Anordnung ( am besten für die ganze EU) die festlegt, daß ab 2021 nur noch Radios mit DAB+ und zunächst noch UKW verkauft werden dürfen.  

 

Kann das die Zukunft des Rundfunks sein ? 

 

This article was edited 19.Oct.20 06:27 by Wolfgang Lill .

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29.Oct.20 21:22

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DAB+ wurde in Ungarn eingestellt. 

This article was edited 29.Oct.20 21:24 by Wolfgang Lill .

  
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