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Die Kristall - Triode

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Iven Müller
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07.Aug.03 23:56

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Die Kristall-Triode - ich fand den Artikel doch ganz witzig aus heutiger Sicht..... 

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Obwohl man bei der Entwicklung von Kristalldioden bis zu einer Entwicklungsstufe gelangt ist, die für die praktische Verwendung dieser Bauelemente hoch genug ist, geht das Bestreben zu Verbesserungen, wie bei allen technischen Geräten, weiter. In bezug auf Dioden wird man wohl daran arbeiten, die Aus­führung Kristall-Spitze zu ersetzen durch, eine Anordnung, bei der die dünne Spitze als räumliche Elektrode ausgebildet und der Kristall durch eine z. B. aufgedampfte halbleitende Schicht von außer­ordentlich geringer Dicke ersetzt wird. Wie theore­tische Überlegungen von anderer Seite gezeigt haben, ist diese Anordnung realisierbar. In Wegfall käme hierbei der Spitzenkontakt und man erhielte eine in mechanischer Hinsicht völlig einwandfreie Lösung.

In diesem Zusammenhang sei noch auf die Entwick­lung der Kristalldioden in Richtung der Mehrelek­trodenkristalle hingewiesen. Bei Germanium besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Elektronenstrom zu steuern, ähnlich, wie dies bei einer Hochvakuumröhre durch das Steuergitter der Fall ist. Man erhält dann ebenfalls eine Verstärker­wirkung. Solche Ausführungen sind bis jetzt unter dem Namen Transistor bekannt.

Es ist klar, dass man mit solchen Kristalltrioden (Bild) kaum die Leistungen moderner Hochvakuumröhren erreichen wird. Doch lässt sich die Weiterentwicklung noch nicht absehen. Aus Amerika kommt die Nach­richt, dass es dort sogar gelungen sein soll, Tetroden zu bauen, die für Mischstufen bis zu hohen Frequen­zen gut geeignet sind.

Aus Funkschau 1950 Heft 14

Ernst Erb
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07.Jan.08 11:34

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Tatsächlich ist dieser Beitrag heute gesehen witzig - und wir vergessen dabei gerne, dass viele unserer heutigen Sichtweisen über die "moderne Technik" in weiteren 60 Jahren ebenso witzig daher kommen werden;-)

Gerne verlinke ich noch ein paar Beiträge zum Thema Kirstalltriode bzw. Kristall-Triode - die man nun aber immer Transistoren nennt.
Hier etwas über Halbleiter und Transistorradios vom Oktober 2004. Sie finden da weitere Links über frühe Forschungen zu Röhren und Halbleiter-Bauelemente - sowie zu frühesten Apparaten mit Transistoren.

Welche konfusen Ansichten man über Halbleiter-Erfindungen haben kann, zeige ich mit dem Beitrag "Perpetuum mobile und sagenhafte Erfindungen". Ein Dipl.-Ing. Heiko Benduhn pflegt dieses Thema am Meisten. Ich nenne so etwas "Volksverführung", denn wie gesehen, geht eine solche Saat auch auf. Man kann daran aber gerade den Unterschied zwischen Erfindungen, Entwicklungen und Luftgespinsten sehen. Ein "Zaubertrick" ist allerdings keiner mehr, wenn er entlarvt ist. Sie finden da aber auch das frühe Schaffen eines Julius Edgar Lilienfeld an einer Lösung für Transistoren (Post 7) - darunter weitere Links.

  
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