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eaw: Gemischte (Not-)E-/U-Röhrenbestückung im EAW-Sup

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Frank Blöhbaum
 
 
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22.Aug.03 17:41

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Im EAW-Super AT560GWk3 und im EAK-Super 97/51 wurden während eines eng begrenzten Zeitraumes ab Werk abweichende, gemischte E-/U-Röhrenbestückungen eingesetzt. Falls ein solches Gerät bei einem Sammler auftaucht, muss es sich also nicht unbedingt um ein verbasteltes Stück handeln. Die als PDF-file angefügte Dokumentation enthält die originale Ergänzung der Schaltung, die auf die Rückwand geklebt wurde sowie einen Schriftwechsel aus der "Deutschen Funktechnik" Jahrgang 1952, der in ungewöhnlicher Offenheit die Probleme der damaligen Radiofertigung in der DDR bezeugt. 

 

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Iven Müller
Iven Müller
 
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23.Aug.03 15:06

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Danke für diese Zusatzinformation zu dem AT-Super 560.
Aber scheinbar ging es nicht nur bei der Produktion etwas durcheinander, sondern auch bei der Redaktion.

Wie kommt sonst dieser Satz zustande ?   ( aus der zweiten Anlage )


"Im III. Quartal 1952 entstanden in den Elektro-Apparate-Werken erhebliche Schwierigkeiten dadurch, daß die erforderlichen Netztransformatoren für das Allstromgerät AT560 nicht zur Verfügung standen ...."

Das fehlen von Netztrafos bei Allstromgeräten sollte doch eigentlich kein Produktionsproblem sein :-)

Frank Blöhbaum
 
 
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23.Aug.03 22:37

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Ja, da habe ich auch gestutzt. Da war wohl die Wechselstromausführung gemeint, die auf Grund nicht funktionierender Trafos (Umstellung auf Aludraht) nicht ausgeliefert werden konnte. Um wenigstens etwas liefern zu können, wurde dann wenigstens noch die mit der ECH11 umgestrickte Allstromvariante produziert.

Nebenbei: Dass Netztrafos im Radio mit Aludraht gefertigt wurden, war mir bislang nicht bekannt. Ich kenne da nur die alten DDR-Modellbahntrafos, die mit Aludraht bewickelt wurden (und die ihren Zweck gut erfüllten).

Mario Tieke
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24.Aug.03 01:47

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Ich kenne etliche Trafos mit ALU- Wicklung oder gemischte Wicklung angefangen beim Klingeltrafo. Alu-Draht wurde aber bald wieder in der Heimelektronik aufgegeben - Alu läst sich sehr schlecht löten.

Hatte EAW nicht auch die Bauelemente punktgeschweist statt zu löten um Lötzinn zu Sparen?

 

Frank Blöhbaum
 
 
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24.Aug.03 11:15

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Zumindest im AT462W sind die meisten Verbindungen geschweisst worden.

Originaltext in der "Deutsche Funktechnik" Nr. 5/1953: "Zur Einsparung von Lötzinn wird ein grosser Teil der notwendigen Verbindungen geschweisst, doch sind die Anschlussdrähte der eingeschweissten Kondensatoren bzw. Widerstände so lang gehalten, dass bei notwendig werdenden Reparaturen die schadhaften Stücke herausgeschnitten und die Ersatzteile an den freien Enden angelötet werden können. Verbindungen, die bei der Fehlersuche zur Strommessung aufgetrennt werden müssen, wurden ebenso wie alle im Spulenaufbau erforderlichen gelötet."

Die Reparatur eines AT462W ist dennoch nicht einfach. Ich hatte schon mal das zweifelhafte Vergnügen, einen Koppel-C in diesem Radio auszuwechseln. Die geschweissten Verbindungen sind absolut nicht lötfähig und leider war der Anschlussdraht des eingebauten Kondensators ebenfalls weitgehend durchgeglüht bzw. sehr schlecht lötfähig.

Der AT462W hat noch mehr Sparmerkmale: Er ist zwar ein Wechselstromsuper, zur Kupferersparnis hat man aber einen recht kleinen Spartrafo der Grösse M65 eingebaut. Folgerichtig sind die berührungsgefährdeten Bauteile wie Chassisschrauben und Knöpfe isoliert ausgeführt wie bei einem Allstromgerät.

Iven Müller
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24.Aug.03 11:28

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Ja Spartrofos waren ja damals das Gebot der Stunde...
Edelmetall war ja sehr knapp.
Teilweise wurden neue Geräte vom Hersteller nur angeboten, wenn Altmaterial wie Kupfer, Trolitul usw. abgegeben wurde. Das war aber nur in den ertsen Nachkriegsjahren der Fall.

Die Netztrafos mit Aluminiumdraht kenne ich direkt aber aus russischen Farbfernsehgeräten der Marke "RADUGA". Diese Geräte waren nicht nur schwer und von mangelnder Bildqualität, sondern brannten auch gerne mal aus ...
Von den Werkstätten wurde als Tip herausgegeben, dass man doch nach Ausschalten des Gerätes dieses noch ca. 1 Stunde beobachten sollte.

naja ... das ist zum Glück lange her

 

This article was edited 24.Aug.03 11:29 by Iven Müller .

Frank Blöhbaum
 
 
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24.Aug.03 11:54

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Das schweift zwar etwas vom Thema ab, aber zum Sonntag sollte das der Webmaster durchgehen lassen:

Der russische "Raduga" war ein echtes Fossil. U.a. wog er über 60kg! Er wurde in einem Zeitraum in die DDR importiert, als es längst sehr viel bessere Farbfernseher aus DDR-eigener Stassfurter Produktion gab. So stand er dann auch wie Blei in den Verkaufsräumen... Die Beliebtheit des "Raduga" erhellt auch ein alter DDR-Witz, der mir gerade noch einfällt: "Warum hat Breshnew so breite Schultern?...Weil er einen Herzschrittmacher von Raduga trägt...".

Jens Dehne
 
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20.Sep.10 22:08

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Auf der Suche nach Informationen zu dieser technologischen Spitzenleistung aus den frühen 50er Jahren stieß ich auf diese Beitragsreihe.

So möchte ich ein Foto dieser Schweißverbindungen auf einer Pertinax-Montageplatte zeigen:

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Editor
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21.Sep.10 07:15

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Das Schweißen von elektrischen Verbindungen in der Rundfunkindustrie war schon im WW2 aktuell, siehe hier.

MfG HDH

  
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