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kramolin: Eigenbau als Repro Kramolin RDV 45

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Ralf Keil
 
 
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29.Dec.19 17:07
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Die Idee zum Eigenbau entstand eigentlich nur dadurch dass ein Leergehäuse in nicht besonders gutem Zustand auf Ebay angeboten wurde. Allerdings war das Original-Emblem noch sehr gut erhalten. Also Maximalgebot 40€ gesetzt. Es ging für 40,50 weg. Die Idee blieb, auch weil ich schon dabei war den Heizwiderstand nachzubauen. Dazu wurde das Wellenloch auf 6mm aufgebohrt da ursprünglich Tarno-Heizwiderstände 5mm Wellen verwenden. Kramolin hat als Eigenentwicklung Widerstände mit Ein/Ausschalter hergestellt, so musste man nicht auf Ausgangsstellung zurückdrehen und konnte gleich wieder mit der richtigen Einstellung beginnen. Dafür wird mittels Schiebemechanismus der Schleifer angedrückt oder von der Widerstandsbahn abgehoben. Geeignetes Material fand sich in den Bastelkisten . Eine Schelle von einem Leistungswiderstand wurde entsprechend zurecht gebogen und mit einem sehr spitzen  Meißel vorsichtig die Schleiferkerbe eingebracht. Unser Schlosser Micha drehte mir die entsprechenden Achsen, einmal 6mm mit 4mm Bohrung und er fertigte auch die 4mm Schaltachse. Der Heizwiderstand wurde noch mit einer Blende aus schwarzem Papier versehen damit der weiße Keramikkörper nicht so auffällt.

 

Detail Heizwiderstand:

Der schwierigste Posten war das Gehäuse. Auch hier hat Micha beste Arbeit geleistet. Ich habe mich, abweichend vom Original, für Ebonit entschieden da von vorherigen Projekten  ( z.B. hier ) noch Reste übrig waren. Holz wäre auch möglich gewesen, allerdings sind in der Schlosserwerkstatt nur relativ langsam drehende Maschinen und Werkzeuge für Metallbearbeitung. Ebonit lässt sich damit allerdings sehr gut bearbeiten. Also jede Platte gefräst mit eigens konstruierter Haltevorrichtung. Die Bodenplatte erhielt noch eine 45 Grad Fase.

Die Deckplatte wurde noch, ebenfalls mit extra Haltevorrichtung, auf die originalen 3mm Dicke abgedreht. Sehr viel Arbeit die nicht wirklich Spaß machte.

Schild von meinem noch bestens erhaltenen RDV40 abgescannt, Laserdrucker, Doppelklebeband dahinter, davor Tesa transparent, noch mit Bleistift die Ränder angemalt für etwas Metalleffekt. 2 Ziernägel fanden sich auch noch.

Widerstandshalter nach Original gebaut, passende Widerstände  und Kondensatoren gefunden.

Reste eines Spulenschwenkers von Huth wurden noch so umgearbeitet das er dem Original nahe kommt, auch viel Aufwand, aber das hat alles Freude bereitet, wie auch der gesamte Aufbau nach Fertigstellung des Gehäuses.

Das Einzige was ich nicht nachgebildet habe ist die Drehskala für den Abstimmkondensator. Es fand sich nichts geeignetes. Hier wäre sehr großer Aufwand nötig gewesen den ich nicht treiben wollte, es ist eben nur eine Repro.

Im Original ist ein Glimmerquetscher mit mehreren Umdrehungen und ca. 550pF verbaut, ich hatte nur einen 350pF Plattenkondensator zur Verfügung. Da das Gerät damit im Empfangsbereich ungünstig lag wurde "unsichtbar " noch mit 100pF gebrückt. So kann man mit dem Spulensatz zwischen etwa 800 und 1300 kHz empfangen.

Funktion ist besser als beim Originalgerät, das liegt allerdings daran das die Widerstände alle den ursprünglichen Wert haben, die Silitstäbe im Original haben mittlerweile Toleranzen von bis zu + 150% !

Der Schaltplan beim Modell  stimmt nicht ganz. Die Rückkopplungsspule muss zwischen R-Kondensator und Minus Anode liegen. Auf dem Modellschaltplan liegt sie auf Plus Anode, sonst ist er korrekt. Im Anhang der korrekte Schaltplan.

Da der Heizwiderstand insgesamt tiefer baut musste die Leitungsführung und Lage von 2 Kondensatoren etwas geändert werden:

 

Links Repro (noch ohne die Papierblende am Widerstandskörper ), rechts Original:

Links Repro, rechts Original:

 

 

Ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr 2020 !

Ralf Keil

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This article was edited 29.Dec.19 19:04 by Ralf Keil .

  
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