Ein Potentiometer ohne Schleifer!

ID: 718109
Ein Potentiometer ohne Schleifer! 
27.Mar.26 19:26
248

Winfried Halbhuber (A)
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Winfried Halbhuber

Mir ist dieses schöne Potentiometer der Firma WatMel zugelaufen:

WatMel Poti mit Schalter

Bakelitgehäuse, 150 kOhm linear, mit Schalter, geschätzt um 1929. Da der Schalter mechanische Probleme machte, musste ich es leider zerlegen, also Nieten aufbohren - Schrauben sind daher nicht original. Über den inneren Aufbau des Potentiometers staunte ich dann nicht schlecht:

WatMel Poti innen, ohne Schleifkontakt

Es gibt keinen Schleifer! Stattdessen gibt es ein dünnes, aber doch recht steifes Kupferblech, das fest mit dem Mittelanschluss verbunden ist und - gehalten an 4 Stellen - knapp über der üblichen Kohlebahn schwebt. Der drehbare Teil besitzt eine Nase, die das Kupferblech am entsprechenden Punkt auf die Kohlebahn niederdrückt. Genau genommen ist das auch eine Art Schleifer, aber kein elektrischer Schleifkontakt. Das Problem der Abnützung der Kohlebahn durch den Schleifer wird hiermit elegant umgangen. Der drehbare Teil hat über zwei weitere kleine Schleifer auch Kontakt zum Mittelanschluss (wie üblich), dies wäre aber für die Funktion nicht unbedingt notwendig.

Vielleicht kennen das andere Sammlerkollegen bereits - ich habe so eine Konstruktion bisher noch nie gesehen.

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Ein Potentiometer ohne Schleifer! 
01.Apr.26 21:07
248 from 1379

Harald Giese (D)
Redakteur
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Harald Giese

Servus Herr Halbhuber,

in der 2. Hälfte der 1920er Jahre waren solche Potentiomer in der Tat in Mode, konnten sich dann aber letztendlich doch nicht durchsetzen. Hier habe ich etwas über die Vor- und Nachteile solcher alternativen  Potentiometer - Bauformen geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen,

Harald Giese

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Ein Potentiometer ohne Schleifer! 
08.Apr.26 14:37
427 from 1379


Hallo Herr Giese!

Danke für den Hinweis auf Ihren ausgezeichneten Beitrag!

Betreffend das dort beschrieben Kohlegranulat-Poti sind mir noch 2 Nachteile eingefallen:

  • Das DURUS ist genau genommen gar kein Potentiometer, also kein Bauelement, an dem ich ein beliebiges Potential einstellen kann. Dazu fehlt ihm der 3. Anschluss. Ein Spannungsteiler, wie er für einen Lautstärkeregler benötigt wird, kann damit nicht ohne Weiteres realisiert werden. Eine Kombination mit einem Festwiderstand ergibt keinen befriedigenden Einstellbereich.
     
  • Vermutlich wird das Eigenrauschen durch das Kohlegranulat beträchtlich sein - wobei ich nicht weiß, ob es wirklich schlechter als bei einem gewöhnlichen Poti mit Kohlebahn ist bzw. ob es in der Praxis eine Rolle spielt.

Grüße,
Winfried Halbhuber.

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