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grundig: EL 95 durch 6BM5 ersetzen - Kathodenwiderstand?

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Stefan Rämisch
 
 
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17.Jan.19 08:51

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 Aus bereits vielfach diskutierten Gründen (vor allem Haltbarkeit) möchte ich die beiden im Gegentakt geschalteten EL 95 gegen zwei 6BM5 ersetzen.

Ich bin aber unsicher bezüglich des gemeinsamen Kathoden-Widerstands. In der originalen Schaltung sind es 200 Ohm. Die beiden 6BM5 eingesetzt messe ich über ihn einen Spannungsabfall von 8,7 V. Das entspricht meiner Rechnung nach relativ genau 24 mA pro Röhre. Dieser Wert wurde in anderen Artikeln über solche Ersatzprojekte empfohlen.

Kann ich das so lassen oder gelten bei Gegentaktschaltungen andere Werte?  Auch nach Ersatz vieler Kondensatoren (und der beiden Röhren, die anderen wurden per RPG 70 vermessen) verzerrt das Radio bei größeren Lautstärken immer noch recht deutlich. Auch deshalb meine Frage.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen, Stefan Rämisch

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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17.Jan.19 19:35

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Hallo Herr Rämisch,

die 6BM5 freuen sich über diesen geringen Strom. Hiervon muss ja noch der Schirmgitterstrom abgerechnet werden, um auf den tatsächlichen Anodenstrom zu kommen. Dann kommt man schon sehr nahe an die Werte, wie sie im Schaltbild genannt werden.

Um zu sehen, ob der NF- Verstärker richtig arbeitet, muss der Sinus-Generator dran, der / die Lautsprecher durch einen Dummy- Widerstand ersetzt und mit dem Oszilloskop beobachtet werden. Auch sieht man dann, ob beide Seiten symmetrisch die Begrenzung erreichen.

Mit einem NF- V-Meter kann die Ausgangspannung gemessen und somit indirekt die Leistung ermittelt werden. Eventuell könnte man den Kathoden-Widerstand durch 100 Ω Fest-Widerstand + 200 Ω Drahtpoti probeweise ersetzen, um den günstigsten Wert zu ermitteln.

M. f. G.
J. R.

Stefan Rämisch
 
 
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20.Jan.19 11:44

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 Sehr geehrter Herr Roschy,

vielen Dank für Ihre Hinweise. Es ist doch immer wieder gut, an die Grundlagen erinnert zu werden.

Ich habe ein NF-Signal aufgegeben und im Oszilloskop war deutlich zu sehen, dass das Signal schon bei kleiner Leistung völlig unsymmetrisch war. Ich hatte zuerst die 10 MOhm-Widerstände an den Gittern der ECC83 im Verdacht, aber es zeigte sich, dass es sich um einen selbstgemachten Fehler handelte: einer der von mir ausgetauschten Kopplungskondensatoren lag mit dem Anschluss auf Masse, der zum Gitter führt. In dem an dieser Stelle sehr gedrängten Aufbau hatte ich nicht achtgegeben. 

Über die 200 Ohm des Kathodenwiderstands messe ich 9V Spannungsabfall, also 22,5 mA pro Röhre. Aufgrund der Hinweise a.a.O. über den Wechsel EL95 gegen 6BM5 war ich darauf eingestellt, den Kathodenwiderstand anpassen zu müssen, aber das scheint hier nicht erforderlich zu sein. Die drei Skalenlämpchen habe ich gegen schwächere ausgetauscht, sodass für die 6BM5 rechnerisch sogar 3 x 0,2 A für den erhöhten Heizstrom „übrig“ sein sollten.

Die Lautsprecherkette im Radio (4 Stück in Reihe) hat einen Gleichstromwiderstand von gemessenen 14 Ohm, ich hatte einen Lastwiderstand von 12,9 Ohm zur Verfügung. Mit einem nach Werks-Vorschrift abgeglichenem GM6015 messe ich je nach Frequenz 6 bis 7 V effektiv = 2,8 bis 3,8 Watt bei optisch unverzerrtem Sinus auf dem Oszilloskop. Mir ist aber klar, dass der optisch unverzerrte Sinus nur ein Anhaltspunkt sein kann... 

Jedenfalls klingt das Radio jetzt einwandfrei, laut und klar, wie ich das von einer kleinen Gegentaktendstufe kenne. 

Nochmals herzlichen Dank und freundliche Grüße 

Stefan Rämisch 

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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21.Jan.19 11:14

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Hallo Herr Rämisch,

es freut mich, dass die Verstärkerstufe wieder richtig arbeitet. Allerdings erscheint mir die Leistung mit nur 2,8 bis 3,8 Watt doch eher bescheiden. Mit 2 * EL95 im Gegentakt sind 8,5 W erreichbar, das sollte auch mit 2 * 6BM5 mindestens möglich sein. Verluste im Ausgangsübertrager gibt es zwar schon, aber das wäre ja hier weit über 50 % !

Warum nur so wenig Leistung erreicht wird, ist wohl nicht so einfach zu klären.

Vielleicht ergibt sich mit den 14 Ω Lautsprecher- Widerstand doch eine Fehlanpassung ?

M. f. G.
J. R.

Stefan Rämisch
 
 
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21.Jan.19 16:57

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Hallo Herr Roschy,

Danke, dass Sie am Ball bleiben!

Das stimmt, es sind bei guter Übereinstimmung (optische Beurteilung) der Sinuskurven auf dem Oszilloskop nur 3-4 Watt.

Ich habe eben mal nachgesehen, laut Datenblatt EL95 dürfen es bei Gegentakt durchaus 4-5% Klirrfaktor sein und dann ergeben sich die 7 Watt am Ausgang.

Ich habe zwar ein Klirrfaktor-Meßgerät (ein HP 334A), aber noch zuwenig Erfahrung, um die Ergebnisse wirklich beurteilen zu können. Bei der gewählten Einstellung mit gemessenen 3,8 V am Ausgang habe ich 1,5 % Klirrfaktor abgelesen. Da wäre also noch Luft für mehr Ausgangsleistung. Wie ich festgestellt habe, hängt das am KFMG abgelesene Ergebnis allerdings sehr stark von der gewählten Mess-Frequenz und von der Einstellung des Wunschklangregisters ab. Insofern möchte ich mich da nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen.

Leider hatte ich bisher keine Zeit, um einmal auszuprobieren, welcher Klirrfaktor in % welche optische Differenz zwischen den Sinuskurven an Ein- und Ausgang erzeugt. Das wäre mal ein separates Projekt wert. Das Klirrfaktor-Messgerät hat sogar einen separaten Ausgang, den man in ein Oszilloskop einspeisen soll. Die resultierenden Kurven erzeugen allerdings bei mir mehr Verwirrung als Klarheit... . Bei Autodidakten ist die Erkenntnisgewinnung immer ein längerer Prozess, man kann ja nicht mal eben den Meister fragen.

Das Chassis ist nunmehr wieder mit dem dezent gereinigten Holzgehäuse "verheiratet" und klingt jedenfalls an den originalen Lautsprechern ausgezeichnet. Das Gerät geht nun an seinen Eigentümer zurück, der es mir im November beim hiesigen Repair-Cafe mitgegeben hatte.

Mit freundlichen Grüßen und vielem Dank für die Unterstützung

Stefan Rämisch

 

 

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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22.Jan.19 09:47

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Hallo Herr Rämisch,

das Ziel wurde erreicht, das Gerät funktioniert wieder hervorragend und der „Kunde“ ist zufrieden.

Gegentakt- NF- Verstärker sind eine interessante und lehrreiche Schaltungsart, um sich in die Röhrentechnik einzuarbeiten.

M. f. G.
J. R.

 

  
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