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eumig: 326 (326U); eigenartiger Kondensator

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Michael Reinelt
Michael Reinelt
 
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04.Feb.14 11:55

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Hallo allerseits,

in meinem Eumig finde ich einen Kondensator (siehe Bild) der nicht nur mechanisch beschädigt ist (am Foto schlecht zu erkennen, auf der Rückseite hat der eine ordentliche Delle) sondern auch elektrisch "pensionsreif".

Nun finde ich am Schaltplan keinen Kondensator mit 0.22uF. Der einzige der aus meiner Sicht in Frage käme, ist der 0.5uF zwischen den Widerständen 10k/30k zwischen zweitem Bandfilter und Endröhre.

Allein farblich (rosarot! wie mädchenhaft!) sieht mir der aus wie nachträglich ausgetauscht.

Interessanterweise finde ich auch auf einem Bild hier zum Modell einen offensichtlich nicht originalen mit 0.22uF.

leider bin ich schaltungstechnisch noch nicht so fit, um beurteilen zu können welche Funktion dieser Kondensator hat, und inwieweit der Wert kritisch ist.

jetzt stellt sich mir die Frage, womit austauschen: 0.22uF oder 0.47uF?

Danke schon mal!

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This article was edited 04.Feb.14 12:53 by Michael Reinelt .

Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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04.Feb.14 14:35

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Die Aufgabe des Kondensators (im Original laut Schema 0,5 µF, roter Punkt) ist, die Anodenspannung der UAF42 zu sieben, also den Restbrumm klein zu halten. Warum ist das überhaupt erforderlich, die UAF42 ist auf den ersten Blick doch der ZF-Verstärker?

Eumig 326, Schaltungsauszug ZF-NF

Das Radio weist eine Schaltungsbesonderheit auf, die als Reflexschaltung schon in der Frühzeit des Rundfunks eingesetzt wurde. Der ZF-Verstärker wird nach Demodulation mit der Diode der UAF.. als erste NF-Verstärkerstufe eingesetzt. Der Lautstärkeregler, Teil des Demodulator-Arbeitswiderstandes, ist mit seinem Schleifer über einen Trennkondensator 10 nF an einen Anzapf des ZF-Gitterkreises geschaltet. So wird die ZF-Stufe erneut als NF-Verstärker verwendet. Am Fusspunkt des Anodenkreises liegt die verstärkte NF an, die über einen 10 nF Kondensator und einen 100 kΩ Längswiderstand zum Steuergitter der Endröhre gelangt.

Der Vorteil: Man spart eine Röhre ein. Etwas nachteilig ist, dass für einen stabilen Betrieb nun zusätzliche Siebmittel für diese Verstärkerstufe erforderlich werden, ein weiterer Widerstand und der 0,5 µF Kondensator. Zur Entkopplung der HF sind kleine Siebkondensatoren (500 pF und 200 pF, grüne Punkte) erforderlich, die auch den übertragenen NF-Frequenzbereich in den Höhen etwas bedämpfen. Bei MW und LW-Empfang fällt das aber nicht sehr ins Gewicht.

Der Ersatz des 0,5 µF Kondensators sollte wegen der Brummsiebung möglichst nicht kleiner ausfallen, der Wert an sich ist aber unkritisch. 0,68 oder 0,82 µF (mind. 250 V) können ebenfalls eingebaut werden falls der Wert 0,47 µF nicht zur Hand ist.

This article was edited 04.Feb.14 14:46 by Bernhard Nagel .

Heribert Jung
 
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04.Feb.14 14:17

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Hallo Herr Reinelt,

wenn der Kondensator auf der einen Seite auf Masse hängt und auf der anderen an den beiden Widerständen 30kΩ und 10 kΩ, dann ist es der mir 0,5µF in der Schaltung eingezeichnete Kondensator. Das können Sie im Gerät besser erkennen als ich auf dem Foto.

Dann ist 0,47µF der passende Ersatz. Aber auch mit 0,22 µF dürfte keine Funktionsänderung erkennbar sein, denn er glättet nur die Anodenspannung der UAF42. Machen Sie doch einfach mal einen Versuch, ob mit 0,22µF ein stärkerer Restbrumm zu hören ist als ist mit 0.47µF.

Viel Erfolg,

Heribert Jung

Michael Reinelt
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04.Feb.14 15:20

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Dank 

Unglaublich, normalerweise bin ich froh wenn ich jeden Tag wenigstens eine neue Sache lerne, aber hier in diesem wunderbaren Forum lerne ich jeden Tag fünf!

ich hab mich schon über die für mich anfangs abstruse Verschaltung des Lautstärke-Potis gewundert, Dank der ausgezeichneten Erklärung von Herrn Nagel ergibt das jetzt Sinn.

 

  
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