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Farbfernsehentwicklung in der DDR

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Wolfgang Lill
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14.Oct.19 20:05
 
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Die RAFENA- Werke Radeberg gaben, beginnend im Mai 1956 , Informationshefte für den Fernsehkundendienst heraus. 

Das Titelbild des ersten Kundendienstheftes zeigt das Fernsehgerät Rubens FE855C1 mit modernster Kakodeneingangsschaltung , Die Röhrenbestückung R1 ; ECC84  und R2; ECF82. 

Das Vorwort hätte können in jeder anderen deutschen Firma so gehalten sein, damals ging es um technischen Fortschritt und nicht unbedingt um politische Erfolge, Herr Vieweger, der Technische Direktor hat die richtigen Worte gefunden.

Aber schauen wir nochmal in das erste Serviceheft:

Im Heft werden die aktuellen Geräte vorgestellt und auch Informationen aus dem Herstellerwerk. Voller Stolz können die Radeberger auch über die Frühjahrsmesseergebnisse von Leipzig berichten, bedeutende Lieferverträge werden abgeschlossen mit Polen, der CSR, auch der Schweiz, Finnland, Schweden und Westdeutschland ( damaliger Sprachgebrauch). Auch mit China, Indien und Burma kommt man ins Geschäft.

Zwei Kollegen werden noch besonders gewürdigt, Dank ihrer hervorragenden Entwicklungsarbeit Ing. Karl Basner und als Leiter der Fernsehfabrik Obering. Siegfried  Schütze.

Eine Bombenüberraschung erleben die Kollegen mit Heft Nr. 16, was im August 1961 erscheint. Die Berliner Mauer war gerade angefangen, da kommt dieser Beitrag; die DDR arbeitet seit 1954 an einem Farbfernseher und es kommt noch besser, aber immer der Reihe nach....

Der Artikel beginnt auf Seite drei; DAS FARBFERNSEHEN in Vorbereitung.

Hier im Bild das Chassis des Farbfernsehers, das Ganze bereits in gedruckter Schaltung (Bild1) 

Hier einige Auszüge aus der Vorstellung der Farbfernsehtechnik:

"Das Schwarzweißfernsehen ist in den letzten Jahren zur hohen Vollkommenheit entwickelt worden und besitzt eine Bildqualität und Auflösung, die als vollständig befriedigend bezeichnet werden kann. Die weitere Entwicklung geht dahin, die Bedienung durch Automatikschaltungen zu vereinfachen sowie gleichzeitig dadurch die Betriebssicherheit und Unabhängigkeit von Netzspannungsschwankungen zu erhöhen. Umwälzende Erfindungen zur Vereinfachung der Schaltung sind höchstwahrscheinlich nicht zu erwarten. Allerdings ist der Übergang von Röhren auf Transistoren nicht aufzuhalten. Auch sind bereits Erfindungen über neue Flachbildröhren bekannt geworden.

Die großen Industrieländer, die Sowjetunion ( ?)  und die Vereinigten Staaten, besitzen bereits das Farbfernsehen. Dieses beschränkt sich nicht nur auf das ganz phantastische Publikumsfernsehen , sondern es gibt auch eine Vielzahl wichtiger Anwendungsgebiete zur Förderung der Wissenschaft und Technik, beispielsweise gibt es gerade in der Medizin, zur Übertragung von Operationen für Lehrzwecke an einen großen Zuschauerkreis, eine wichtige Anwendung. Ebenso bildet das Farbfernsehen in der Zukunft in der Mikro- und Makroskopie ein wichtiges Hilfsmittel .

Wer selbst einmal das Wunder der Farbfernsehübertragung vor dem Bildschirm erlebt hat, ist ehrlich begeistert von der kräftigen Farbwidergabe des Bildes. Der Unterschied des Farbfernsehens zum Schwarzweißfernsehen ist genauso wie die Wirkung, die ein Farbdiapositiv im Vortrag gegenüber einem Schwarz- Weiß-Dia auslöst.

Der VEB RAFENA Werke hat vorausschauend die große Bedeutung, die das Farbfernsehen in unserem Leben einmal einnehmen wird, erkannt und bereits 1954 ein Entwicklerkollektiv innnerhalb der Fernsehentwicklung beauftragt, die Unterlagen zum Bau von Farbfernsehempfängern auszuarbeiten.

Dieses kleine Kollektiv konnte sich damals nur auf spärliche Veröffentlichungen aus den Ländern, die bereits im Farbfernsehen weiter waren, stützen und hat inzwischen beachtliche Erfolge in der Arbeit errungen. Vorerst mußten überhaupt einmal die Grundlagen zum Bau von Spezialeinrichtungen, zur Prüfung und Herstellung von wichtigen Bauteilen geschaffen werden, Nachdem schon bei der Konstruktion von Baugruppen des Farbfernsehers wichtige Erkenntnisse und Unterlagen geschaffen waren, konnte ein Farbfernsehempfänger labormäßig aufgebaut und in den Einzelteilen erprobt und durchgemessen werden.

Die hierbei gewonnenen Erkenntnissse wurden wiederum in eine weitere Entwicklung eingearbeitet, von der bereits technische Unterlagen angefertigt wurden. Dieses Labormuster zeigt Bild 1 ( oben ). 

Diese Entwicklungsarbeiten am Fernsehempfänger bedingten natürlich auch gleichzeitig die Entwicklung neuer Röhren und Bauelementetypen, insbesondere der Farbfernsehbildröhre. Diese wurde von dem Entwicklerkollektiv im VEB Werk für Fernsehelektronik in Berlin Oberschöneweide durchgeführt.

Hier waren die Arbeiten 1961 so weit gediehen, daß bereits Musterbildröhren auf ihre Farbwiedergabe, Schärfe und Auflösung im praktischen Betrieb erprobt wurden. 

Hinweis dazu: der Betrieb produzierte ab 1959 serienmäßig Schwarz-weiß- Bildröhren. Die Aufnahme der Serienproduktion von Farbbildröhren begann  tatsächlich erst 1984 in der neu errichteten Anlage in der Ostendstraße.

Aber weiter in Text:

Das umfassende Gebiet der Aufnahmeeinrichtungen bearbeitete eine Gruppe von Ingenieuren im Betriebslaboratorium für Rundfunk und Fernsehen in Berlin Adlershof.Diese drei Kollektive , Radeberg Schöneweide und Adlershof arbeiten eng zusammen und stehen im regen Erfahrungsaustausch.

Es ist natürlich klar, daß der Einführung des Farbfernsehens ein langer Versuchsbetrieb vorangehen muß, damit die Einrichtungen, Aufnahmeanlagen und Empfänger wirklich betriebssicher arbeiten und eine Vielzahl von Erfahrungen noch in die Komponenten eingearbeitet werden können, damit im Endeffekt eine vorzügliche Übertragungsgüte und Wiedergabe erreicht wird. Der RAFENA- Farbfernsehempfänger, der sich jetzt bereits in der Erprobung befindet, zeigt wirklich ansprechende Ergebnisse. Beim Versuchsempfang über die große Entfernung zwischen Berlin und Radeberg ( etwa 120 Km) konnten die Farbstreifen des Testsignales in befriedigender bis guter Qualität, wie das Bild  zeigt, aufgenommen werden.

Auch bei hohem Rauschpegel werden die Farbwerte noch gut übertragen , so daß beim Fernempfang kaum Farbverfälschungen vorkommen können. 

Bei der flüchtigen Betrachtung des Farbfernsehempfängers ist man überrascht über die Vielzahl der Serviceeinstellungen und Regler, die sich aber im Laufe der weiteren Entwicklung sicher reduzieren, jedoch bei dem Labormuster gegenüber 15...20 beim Schwarz-weiß- Empfänger noch etwa 40 sind. 

Da kann der Fernsehtechniker schon ahnen, daß der Service des Farbfernsehens größere Anforderungen an die Qualifikation stellt als beim Schwarz- weiß- Fernsehen. 

Deshalb beginnen wir in diesem Heft mit einigen Informationen über die Funktion und Wirkungsweise des Farbfernsehempfängers. 

Ich will jetzt die damaligen Schulungstexte über das Funktionsprizip nicht abschriftlich wiedergeben...verfolgt wurde das NTSC- System möglicherweise mit dem Hintergedanken,es in Radeberg  weiter zu entwickeln ( nicht : Never The Same Colors... sondern Always The Same Colors...).

So geht es in der " Schulung " weiter. 

Bild 4

 

Eine wichtige Forderung an das Farbfernsehen ist, daß das gesendete Farbbild auch mit normalen Schwarzweiß- Fernsehern aufgenommen und wiedergegeben werden kann, d.h.  der Teil des Normsignales, welcher die Farbe enthält, muß so gesendet werden, daß nach der Demodulation des Helligkeitssignales im Schwarz- weiß- Empfänger ein den Farben des Farbbildes entsprechend gutes Schwarzweiß- Bild wiedergegeben werden kann. Das Signal muß der Szene entsprechend die Farben Rot, Grün und Blau in der richtigen Reihenfolge enthalten. Damit aber auch die Bedingungen für den Schwarzweiß- Empfänger erhalten bleiben, müssen auch für das Farbfernsehen die Normenwerte für die Kanalbreite, Zeilen- und Bildablenkfrequenz sowie die Videobandbreite eingehalten werden.

Diesen Werten muß jedoch dann noch ein Teil, welcher die Farbelemente enthält, hinzugefügt werden. Dieser Teil wird  als "Farbsignal" bezeichnet und einem Zwischenträger aufmoduliert.

Um den notwendigen Helligkeitsumfang des Bildes zu erhalten, muß der Helligkeitsverlauf mit der Farbe übertragen werden, Der Helligkeitsverlauf entspricht etwa den Helligkeitswerten zwischen den Zeilenimpulsen beim Schwarzweiß- Fernsehen. Er wird als"Helligkeitssignal" bezeichnet und als Amplitudenmodulation gesendet. Die Frequenz des Zwischenträgers ist so gewählt, daß sich die Farbamplitude in das Helligkeitssignal einschachtelt ( siehe Bild 4).Die Frequenz des Zwischenträgers ist so hoch, daß die Farbmodulation beim Schwarzweiß- Empfang nicht stört, sondern durch die Bildröhre nur der Helligkeitswert als Grauwert bzw Schwarzweiß- Wert wiedergegeben wird.

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1961 ist der Farbfernseher natürlich noch nicht vorgestellt worden, aber die Schwarzweißgeräte aus Radeberg, wie der RECORD5 in RTMA- Ausführung  (RTMA = amerikanischer Standard ) ist als Exportgerät sehr gefragt und auch der Fernseh- Musikschrank Club-Stereo ist ein gefragtes Exponat. Die Geräte werden auch in OIRT- Norm exportiert. 

Im Kundendienstheft 17 geht es weiter mit dem Thema , erschienen im Januar 1962

Die Funktion des Farbfernsehempfängers wird anhand des Blockschaltbildes erläutert.

Das Antennensignal wird in der HF- Verstärkerstufe mit der Röhre PCC88 verstärkt und über ein Bandfilter auf das Gitter der Mischröhre ECF82 gekoppelt. Der Tuner wird so abgestimmt, daß die Bandgrenzen der Kanäle innerhalb der Durchlaßkurve des Kanalwählers liegen. Die Flanken müssen sehr steil sein, damit eine hohe Nachbarkanalunterdrückung gewährleistet ist, Gerade an der Seite der Durchlaßkurve in Richtung zum Tonträger darf keine Abfall der Kurve vorhandensein, weil sonst Farbwerte verloren gehen könnten.

In der Mischstufe wird die Empfangsfrequenz mit der Oszillatorfrequenz gemischt und im Anodenkreis die Zwischenfrequenz ausgekoppelt. Die gewonnene Zwischenfrequenz wird in einem 4-stufigen ZF- Verstärker, der im Prinzip genauso aufgebaut ist, wie im Schwarzweiß- Empfänger, verstärkt. Allerdings muß die Bandbreite größer sein als beim Schwarzweiß- Empfänger , weil außer dem Helligkeitssignal noch das zusammengesetzte Farbsignal übertragen werden muß. 

Das ergibt beim Farbfernsehen eine wesentlich höhere Flankensteilheit, wenn die Bandgrenzen der CCIR- Norm eingehalten werden sollen. Insbesondere die Eigentonunterdrückung muß sehr hoch werden, weil der Abstand zwischen Tonträger und Maximalamplitude der ZF- Kurve nur etwa 0,4 MHz beträgt ( siehe Bild oben rechte Seite)

Ist die Bandbreite zu gering, beispielsweise die ZF- Kurve nur wie beim Schwarzweiß- Empfänger abgeglichen, so wird ein Teil der Seitenbänder des Farbzwischenträgers zu schwach verstärkt, was zur Folge hat, daß die Farbe nicht oder nur schwach übertragen wird. Um die gewünschten Bedingungen zu erfüllen, gleichzeitig aber genügend Verstärkung zu erzielen, werden im allgemeinen ZF- Verstärker mit 4 oder 5 Stufen ausgeführt.

Im Videodetektor wird das zusammengesetzte Farbsignal  aus der Zwischenfrequenz gewonnen und der ersten Videoverstärkerstufe zugeführt. Vom Anodenkreis der ersten Videoverstärkerröhre ECL84 wird das Signal zur Impulstrennstufe für die Vertikal - und Horizontalsynchronisierung sowie zur Farbsynchronisierung abgenommen. An der Katode der Videoröhre ist die Taströhre 1/ 2 ECL84 zur automatischen Verstärkungsregelung für die Eingangsstufe und den ZF- Verstärker angeschlossen.

Um Zeitverzögerungen, welche das Farbsignal in den verschiedenen Farbbandpässen erfährt, auszugleichen, wird das Helligkeitssignal über eine Verzögerungsleitung mit einer Zeitverzögerung von einer µs geleitet. Diese Verzögerungsleitung mit ihren Anpaßwiderständen hat eine bedeutende Abschwächung der Signalspannung zur Folge.

Deshalb folgt eine zweite Videoverstärkerstufe, in der das Helligkeitssignal auf die erforderliche Amplitude verstärkt wird. Gleichzeitig findet eine Phasendrehung statt, damit das Helligkeitssignal mit richtiger Polarität an den Katoden der einzelnen Elektrokanonen anliegt.

Die Videoverstärkerstufen zeigen keine Besonderheiten gegenüber dem Schwarzweiß- Empfänger. Die gewünschten Frequenzen werden verstärkt. Wenn ein Abfall vorhanden ist, wird dieser durch Schwingkreise ausgeglichen. Die unerwünschten Frequenzen werden dagegen durch den Resonanzkreis unterdrückt. An der Anode der ersten Videoverstärkerstufe wird das zusammengesetzte Farbbildsignal abgenommen und der Farbsynchronisierung zugeführt,

Die Farbsteuerung erfolgt über die im Blockschaltbild nicht durch Schraffur gekennzeichneten Blöcke. Zuerst muß das Farbsignal im Bereich um 4,429 MHz mit beiden Seitenbändern von dem zusammengesetzten Farbsignal getrennt und verstärkt werden. Das geschieht im Farbsignal- Bandpaßverstärker.

Die Selektionskurve der Bandpaßfilter ist so, daß nur die das Farbsignal enthaltenden Seitenbänder des Farbzwischenträgers aus dem zusammengesetzten Farbsignal herausgefiltert werden. Auf die Bandpaßverstärker folgen zwei Farbdemodulatoren, durch die  aus dem modulierten Farbsignal zwei Farbdifferenzsignale gewonnen werden. 

Zur genauen phasenrichtigen Demodulation werden Vergleichsfrequenzen benötigt. Diese erzeugt man mit einem Quarzgenerator mit Reaktanzstufe. Damit die vom Oszillator gelieferte Frequenz auch eine phasenrichtige und amplitudengerechte Demodulation bewirken kann, wird die Quarzoszillatorstufe durch die sogenannte Farbsynchronisation synchronisiert. Das im zusammengesetzten Farbsignal enthaltene Farbsynchonisiersignal wird aus der ersten Bandpaßverstärkerstufe entnommen und dem Burstverstärker ( Farbsynchronisierverstärker ) zugeführt. 

Diese EF80 erhält positive Schirmgitterspannung von einer Wicklung des Zeilentrafos, so daß die Röhre nur während des Zeitraumes des Zeilenrücklaufes aufgetastet ist und die Farbsynchronisiersignale im Anodenkreis verstärkt abgenommen werden können. Im Anodenkreis der Farbsynchronisier- verstärkerröhre liegt eine Phasenvergleichsschaltung mit der Röhre EAA91 , der auch ein Teil der 4,429 MHz Quarzgeneratorfrequenz zugeführt wird.  Aus der Phasenabweichung dieser beiden Frequenzen zueinander wird in dieser Phasenvergleichsschaltung eine Regelspannung gebildet, die mit der Reaktanzröhre EF80 gesteuert wird, die im Gitterkreis des Quarzoszillators liegt. Sie ändert ihre Kapazität entsprechend der anliegenden Regelspannung, so daß eventuelle Frequenzabweichungen augenblciklich durch die Reaktanzröhre korrigiert werden und der Quarzoszillator eine mit dem Farbsynchronisiersignal genau gleiche Bezugsfrequenz liefert.

An die Bandpaßverstärker, in denen die Seitenbänder des Farbzwischenträgers gewonnen werden, schließt sich der Farbdemodulator mit zwei Röhren EAA91 an , um die beiden Farbdifferenzsignale  R-Y und B-Y wiederzugewinnen. Hierfür wird für jedes Farbsignal ein Synchrondetektor verwendet. Dieser ermöglicht es, einen Träger, der mit zwei verschiedenen Phasenwinkeln moduliert ist, zu demodulieren und das NF- Signal bestimmter Amplitude und mit bestimmtem Phasenwinkel zu gewinnen.

Zur Demodulation wird eine sehr genaue Frequenz, die der Farbzwischenträgerfrequenz entspricht und in dem oben erwähnten Quarzoszillator erzeugt wird, benötigt. Der Demodulator für ein Farbsignal besteht jeweils aus einer Doppeldiode.

Wir haben einen B- Y und einen  R- Y Demodulator. Jede der beiden Demodulatordoppeldioden ist so verbunden, daß an der Anode positive und an der Katode negative Polarität entsteht. 

An die verbundenen Elektroden wird die konstante Sinusfrequenz 4,429 MHz vom Quarzgenerator angeschlossen. Das Farbsignal wird über den Farbausgangstransformator an die beiden Demodulatoren gelegt ( siehe Schaltplanauszug oben) . Im R- Y Demodulator  ist das Farbsignal an der Katode des Teiles A und die Anode des Teiles B gelegt. Durch den Farbausgangstransformator ist das Farbsignal für Teil A gegenüber dem Farbsignal für Teil B um 180 Grad phasenverschoben. Die Konstantwellenfrequenz vom Quarzoszillator wird an den Anoden von Teil A und Katode Teil B angeschlossen. 

Das demodulierte R-Y- Farbdifferenzsignal wird an der Verbindung der beiden Belastungswiderständen   8 KOhm von Teil A- B abgenommen und dem Farbverstärker zugeführt. 

Der B- Y- Demodulator ist in der gleichen Art geschaltet wie der R- Y- Demodulator. Das angelegte Farbsignal ist gegenüber dem am R- Y- Demodulator um 180 Grad phasenverschoben. Zwischen den Belastungswiderständen 8 KOhm  wird das demodulierte Farbdifferenzsignal B- Y abgenommen und dem Farbverstärker zugeführt. Die Amplitude des Ausgangssignales ist vom Strom jedes einzelnen A- und B- Demodulators abhängig. Wenn die Ströme der beiden Konvergenzdiodenstrecken, z.B. des R- Y- Demodulators, gleich groß sind, so wird das Ausgangssignal Null, weil die Spannungsabfälle an jedem System gegenphasig sind und sich aufheben.

Dieser Fall ist vorhanden, wenn kein Farbsignal anliegt. Liegt ein Farbsignal an den bezeichneten Diodenstrecken, so entstehen verschiedene Ströme in den beiden Diodenstrecken mit dem gewünschten Phasenwinkel und der richtigen Amplitude, wie sie zur Steuerung der betreffenden Farbe erforderlich ist. Bisher stehen jedoch nur die die beiden Farbsignale R-Y und B- Y zur Verfügung,Wie bereits oben in der Mischgrafik zu sheen, läßt sich aus den beiden Farbsignalen das dritte G- Y gewinnen.

Dies geschieht im Farbverstärker, der gleichzeitig als Matrixer arbeitet, in dem der G- Y- Verstärker durch die Katodenspannung des R- Y- Verstärkers gesteuert wird. Die verstärkten Ausgangssignale der drei Farbverstärker R-Y, G-Y, B-Y sind mit dem Wehneltzylinder (Steuergitter) der entsprechenden Elektronenstrahlsyteme für Rot, Blau und Grün der Farbbildröhre verbunden. Die Einstellung des richtigen Strahlstromes für alle drei Elektronenstrahlsysteme zur Erzeugung der Farbe weiß durch die Farbbíldröhre wird mit regelbaren Spannungsteilern in der Wehneltspannnung vorgenommen, d.h. , nach der Farbstufe werden die Regler so eingestellt, daß die beste Widergabe der Farbe weiß vorhanden ist.

Mit Farbtöter wird eine Schaltung bezeichnet, die verhindert, daß irgendein Signal über den Farbkanal geht, wenn der Empfänger nur Schwarz-weiß empfängt.  Er bewirkt, daß nur das Helligkeitssignal die Bildröhre erreicht. Während des Zeitraumes, in dem ein zusammengesetztes Farbsignal empfangen wird, ist der Farbtöter gesperrt, und er erhält eine hohe negative Vorspannung über einige Windungen des Phasendetektors der Farbsynchronisation. 

Damit ist die Röhre bei Farbempfang gesperrt und beeinflußt die Verstärkung des Bandpaßverstärkers nicht. Wird kein zusammengesetztes Farbsignal empfangen, sondern Schwarz-weiß, so entsteht am Gitter der Farbtöterröhre keine hohe hohe negative Gitterspannung, sondern die Röhre arbeitet mit automatischer Gittervorspannung durch den Gitterwiderstand, 

Die Anode der Röhre bekommt positive Impulse vom Hochspannungsdetektor, Damit arbeitet die Farbtöterröhre ähnlich wie eine Taströhre als gesteuerter Einweggleichrichter, und  an der Anode entsteht eine negative Spannung. Diese ist mit dem Gitter der Bandpaßverstärkerröhre verbunden und sperrt den gesamten Farbkanal. 

Titelbild von Heft 18: Serienfertigung von Nachrichtengeräten in der neuen großzügigen Shedhalle.

Im Heft Nr. 18, was dann 13 Monate nach dem Heft Nr. 16 erscheint, wird ausführlich der Aufbau der Farbfernsehbildröhre beschrieben. 

Sicher ist das Nachfolgende den meisten unserer Leser bestens bekannt. Ich hatte jetzt mal Gelegenheit im Physikunterricht eines Gymnasiums in der 11. Klasse zu fragen, was ist eine Farbbildröhre??? 

Da wußten die wenigsten Schüler, das diese gar etwas mit Fernsehen zu tun hat (te).. und deshalb will ich in gekürzter Form die damalige Erklärung hier nochmal übernehmen.

Der innere Aufbau der Farbfernsehbildröhre ist stark abweichend und komplizierter als der einer Schwarz- weiß- Bildröhre. Dies ist erforderlich, weil bei der Farbfernsehbildröhre nicht nur die Helligkeit in Übereinstimmung mit der Abtastung, sondern auch die getreue Farbe das aufgenommenen Bildes wiedergegeben werden muß. 

Rein äußerlich besitzen beide Röhrentypem einen Glaskolben, den Bildschirm und den Röhrenhals mit Anschlußsockel. Als wichtigstes Merkmal besitzt die Farbfernsehbildröhre einen Leuchtschirm, der aus vielen Farbleuchtstoffelementen besteht. Die Leuchtfarben dieser drei Elemente sind Grün, Rot und Blau, die beim Auftreffen von Elektronenstrahlen aufleuchten. Weiterhin ist eine Schattenmaske vor dem Bildschirm im Innern der Bildröhre angeordnet, durch deren Löcher die Elektronenstrahlen auf die Farbelemente des Leuchtschirmes fallen. Weil drei Farben erregt werden müssen, sind auch drei Elektronenstrahlsysteme in der Bildröhre enthalten. 

Der Bildschirm der Schwarz-weiß- Bildröhre besteht aus einer Leuchtschicht, welche nur die Farbe weiß wiederzugeben hat. Deshalb ist der Aufbau relativ einfach und die Herstellung macht kaum Schwierigkeiten.

Der Bildschirm der Farbfernsehbildröhre baut sich aus drei verschiedenen Leuchtstoffen auf. Es werden solche Leuchtstoffe verwendet, die beim Auftreffen der Elektronen in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau aufleuchten. Diese Leuchtstoffe sind in Kristallen nach einem Gittersystem auf dem Leuchtschirm angebracht. 

Sie liegen nahe beieinander, ohne sich jedoch zu überlappen. Blickt man von vorn mit einer starken Lupe auf den Leuchtschirm , so sind die Kristalle oder Leuchtpunkte in Form von Dreieckgittern über die Fläche des Leuchtschirmes verteilt.

Die Größe der Leuchtpunkte ist etwa 0,4 mm. Bei einer Bildschirmgröße von 53 cm sind auf dem Schirm etwa 1 Million Leuchtpunkte verteilt.

Wenn ein Elektronenstrahl auf einen Leuchtpunkt der Farbe Rot trifft, so leuchtet er rot auf, trifft der Strahl auf einen Leuchtstoffpunkt der Farbe Grün, so leuchtet er grün auf... bei der Winzigkeit der einzelnen Leuchtkristalle oder -punkte kann das menschliche Auge bei normalem Betrachtungsabstand  die Farben nicht mehr vorneinander trennen, sie mischen sich und es entsteht bei gleicher Leuchtkraft der Punkte die Farbe weiß . Werden die Leuchtkristalle durch die Elektronenstrahlen unterschiedlich, das heißt mit verschiedener Intensität  erregt, so lassen sich die Mischfarben  Purpur, Blaugrün , Gelb usw erzeugen. 

Während früher die Leuchtschicht auf eine besondere Platte ausgebracht wurde, wird bei den Farbfernsehbildröhren des Werkes für Fernsehelektronik  Berlin die Leuchtschicht durch ein fotochemisches Verfahren auf dem Kolbenboden der Röhre aufgebracht ( Stand 1962) . 

Wie bereits erklärt, entstehen in der Bildröhre drei Elektronenstrahlen , welche genau die zugehörigen Farbpunkte treffen müssen. 

Prinzip darstellung

Um dies zu bewirken ist eine Schattenmaske eingebaut. Sie ist in geringer Entfernung vor dem Leuchtschirm im Strahlenweg der Elektronen angeordnet. Von der Güte der Maske hängt wesentlich die Qualiät des Farbfernsehbildes ab., weil die Farbpunkte ja eine Projektion der Maskenlöcher darstellen. 

Die Maske besteht aus einem Stück Blech, in das so viele Löcher, wie Triale der Farbpunkte auf dem Bildschirm angeordnet sind, eingearbeitet sind .

Die Maske wird so vor dem Bildschirm angeordnet, daß man durch  Maskenlöcher je einen grünen, roten und blauen Leuchtpunkt sehen kann ( Prinzipdarstellung  siehe oben) . Eine Veränderung der Entfernung der Elektronenquelle. Es hat eine Veränderung des Abstandes der auf die Leuchtpunkte fallenden Elektronenstrahlen zur Folge. 

Wenn die Maske sehr nahe am Leuchtschirm angeordnet ist, so wirken sich die Abstandsveränderungen der Elektronenquelle auf dem Leuchtschirm wesentlich geringer aus , als wenn die Schattenmaske weiter vom Schirm entfernt ist . Dabei kann bei feststehendem Elektronenstrahlsystemen der genaue Abstand des Bildschirmes eingestellt werden, so daß die Leuchtpunkte  der einzelnen Triale exakt von dem zugehörigen Elektronenstrahl getroffen werden. Damit die gewünschte Wirkung erzielt wird, müssen die Elektronenstrahlsysteme im Bildröhrenhals so angeordnet werden, daß die Strahlen genau, wie das nächste Bild zeigt, in der Maskenebene zusammenlaufen und wieder auseinandergehen, das heißt sich schneiden...

Dieser Vorgang wird als Konvergenz bezeichnet. Die Erzeugung des Fernsehbildes geschieht beim Farbfernsehen genauso wie beim Schwarz- weiß- Fernsehen. Auch der Abtastvorgang in einzelnen Zeilen ist derselbe, nur werden beim Farbfernsehen jeweils drei Elektronenstrahlen zusammen abgelenkt, die durch die Lochmaske jeweils drei Farbpunkte zum Leuchten anregen, Die Regelung der Helligkeit erfolgt durch Verändern der Stärke des Gesamtstromes der drei Elektronenstrahlsysteme . Durch Verändern der Stärke des Gesamtstromes der drei Elektronenstrahlsysteme. Durch Verändern des Strahlstromes kann jeder beliebige Farbwert eingestellt werden. 

Alle drei Elektronenstrahlsysteme im Inneren des Bildröhrenhalses sind gleichartig aufgebaut. Wegen der verhältnismäßig großen Beschleunigung der Elektronen werden die Systeme auch als Elektronenkanonen bezeichnet.

Ein System besteht aus Heizfaden, Katode, Gitter1; Steuerelektrode, Gitter 2; Beschleunigungsgitter, Gitter 3; Fokussiergitter.  Gitter 4 dient hierbei als Konvergenzelektrode. Man kann jedoch auch die Konvergenzeinrichtung außerhalb der Röhre als magnetische Konvergenz anbringen.

Der Bildröhrenanschluß ist im Inneren der Röhre mit der Lochmaske und dem Bildschirm leitend verbunden.

Vorstehendes Bild zeigt, wie die drei Elektronenstrahlsysteme genau symmetrisch zum Mittelpunkt der Röhre im Winkel von 120 Grad angeordnet sind. Zur Halterung der Systeme dienen Glas oder Keramikstäbe sowie Abstandsfedern. Es ist klar, daß gegenüber der Schwarzweißbildröhre mehr Einrichtungen zur Korrektur der Elektronenstrahlen erforderlich sind. Einmal muß der Strahl jedes einzelnen Elektrodenstrahlsystems genauso gerichtet werden, daß er den zugehörigen Farbleuchtpunkt des Bildschirmes trifft, und zum zweiten müssen die Strahlen gleichzeitig genau durch die gleichen Löcher bei der Abtastung gehen, weil sonst Farbfehler und Unschärfe eintreten können.

Grundsätzlich muß schon bei der Fertigung der Röhren dafür gesorgt werden, daß die Elektronenstrahlsysteme sehr genau eingemessen und justiert werden , weil es sonst vorkommen kann, daß es auch durch die Korrektureinrichtung nicht möglich ist, eine einwandfreie Bildwiedergabe zu erzielen.

Die Elektronenstrahlen müssen in genau gleicher Entfernung voneinander und von der Bildröhrenachse sein . Um dies zu erreichen und Fehler ausgleichen zu können, sind außerhalb  auf dem Hals der Bildröhre für jeden Strahl sogenannte Lenkungs- und Korrekturmagnete ( Positionsmagnete ) angeordnet.

Wenn mit diesen Korrekturmagneten alle drei Strahlen genau zueinander abgeglichen sind, dann muß noch die Zentrierung zur Bildröhrenachse vorgenommen werden. Hierfür ist ein sogenannter "Purity"  (Reinheitsmagnet ) erforderlich, der meistens als Spule um den Bildröhrenhals oder als verschiebbarer Dynamoblechring angeordnet ist. Durch dieses zusätzliche Feld werden alle drei Strahlen durch die gleiche Kraft beeinflußt und können wunschgemäß eingerichtet werden.

Mit diesen beiden Strahlenkorrektureinrichtungen werden die Elektronenstrahlen so eingestellt, daß ein farbrichtiges Bild erzielt wird. Hiermit wird die endgültige Wirkung erreicht, daß die Farben zugeordneten Strahlen tatsächlich auf die zugehörigen Leuchtpunkte fallen.

Bisher ist jedoch noch nicht von der Wirkung der Strahlen gesprochen worden, die durch das Gitter 4 der Röhre so erfolgt, daß die Strahlen geradezu gebeugt werden, daß sie sich genau in der Maskenebene schneiden und jeder Strahl den zugehörigen Leuchtpunkt trifft.

Dies hierfür erforderliche Magnetfeld ( Konvergenzmagnetfeld) entsteht im Inneren der Röhre zwischen Gitter 4 und dem Röhreninnenbelag. Es gibt auch die Möglichkeit, außerhalb des Röhrenhalses ein Konvergenzmagnetfeld durch eine Spule zu erzeugen.

Die bisherigen Überlegungen treffen nur für den statischen Fall beim Ablenkwinkel 0  (Null) zu.

Wird die Ablenkung dynamisch, das heißt, der Ablenkwinkel wird größer und der Strahl zu dem Bildschirm abgelenkt, so sind die Bedingungen der Konvergenz , wie Bild 7 (oben) zeigt, außerhalb der Bildmitte nicht mehr vorhanden. Der Kovergenzfehler steigt mit zunehmenden Ablenkwinkel an. Die Konvergenz muß aber über den gesamten Ablenkwinkel gewährleistet sein, weil sonst außerhalb der Bildmitte nach den Rändern keine Deckung der Farbraster zustandekommt. 

Um dies zu verhindern, werden die Elektronenstrahlen bei der Änderung des Ablenkwinkels durch eine besondere Kraft beeinflußt. Diesen Vorgang bezeichnet man als dynamische Konvergenz. Die Wirkung ist so, daß auch bei der Ablenkung nach den Bildrändern hin die Konvergenz erhalten bleibt. Je größer der Ablenkwinkel ist, umso größer wird auch der Abstand zwischen Konvergenzpunkt der Strahlen und der Maske. Im gleichen Maße , wie der Ablenkwinkel wächst, nimmt der Abstand zwischen Konvergenzpunkt der Strahlen und der Lochmaske zu , das heißt, je größer der Ablenkwinkel , umso größer wird auch der Kovergenzfehler. Die Felder der Horizontal- und  Vertikalablenkspulen bewirken die Strahlenablenkung so, daß in bestimmten Zeiten bestimmte Ablenkwinkel durchlaufen werden. So benutzt man die Energie der Horizontal- und Vertikalablenkung im Zeitraum des zunehmenden Ablenkwinkels , um die dynamische Konvergenz, das heißt Korrektur der Konvergenz bei größerem Ablenkwinkel zu erhalten. 

Durch die dynamische Konverganz wird das Konvergenzfeld mit steigendem Ablenkwinkel geschwächt, was bewirkt, daß die Konvergenz über dem gesamten Ablenkwinkel gleichbleibt. man erhält also die dynamische Konvergenz durch Änderung der Konvergenz in Abhängigkeit von dem Horizontal - und Vertikalablenkvorgang.

Gleichzeitig mit der dynamischen Konvergenz ist auch die gleichbleibende Schärfe zu gewährleisten. Eine dynamische Fokussierung der Strahlen ist erforderlich. Zu disem Zweck wird die Fokussierelektrode in der Farbfernsehbildröhre mit der Ablenkspannung gespeist.

Die Einstellung der Elektronenstrahlen in der Farbfernsehbildröhre ist so empfindlich, daß Streufelder  ausgeblendet werden müssen. Selbst das geringe magnetische Feld der Erde beeinflußt die Einstellung der Elektronenstrahlen in der Farbfernsehbildröhre. Um den Einfluß dieses Magnetfeldes zu verhindern, muß die Röhre geschirmt werden bzw wird der Hals der Bildröhre mit dem Ablenksystem abgeschirmt.

Speziell zur Kompensation des Erdfeldes ist eine Feldneutralisation um die Vorderseite der Fernsehbildröhre angeordnet

Diese wird entweder durch Elektro oder Permanentmagente bewirkt. Durch Stromänderung in den Permanentmagneten oder Lageänderung dieser kann die Beeinflussung der Elektronenstrahlen in der Farbfernsehbildröhre durch magnetische Streufelder beseitigt werden. 

Bei der Entwicklung der Dreistrahlfarbfernsehbildröhren wurden vom Werk für Fernsehelektronik  Berlin die neuesten Erkenntnisse der Fertigung solcher Röhren angewendet. 

Es entstand eine Farbfernsehbildröhre mit 70 Grad Ablenkung und Lochmaske mit 43 cm Bildschirm und magnetischer Konvergenz. 

In Ihr sind die drei Elektrokanonen in einem solchen Winkel angeordnet, daß die drei Elektronenstrahlen genau auf der Ebene der Schattenmaske konvergieren. Damit ist keine besondere Konvergenzelektrode erforderlich, sondern nur Einrichtungen zur Erzeugung von Magnetfeldern im Strahlengang  der drei Elektronenstrahlen , um eine genaue Justierung zu ermöglichen. 

Das Bild zeigt das Elektronstrahlsystem der Farbfernsehbildröhre. Jedes der drei Elektronenstrahlsysteme besteht aus dem Heizfaden , der Katode, dem Steuergitter G1, der Beschleunigungselektrode G2 sowie der Fokussierelektrode G3. Maske und Innenbelag der Bildröhre sind mit der Anode verbunden. Der Abschluß jedes Elektronenenstrahlsystems bildet der Aufbau von zwei Poolpaaren  je System , über welche die einzelnen Elektronenstrahlen beeinflußt werden. Die Erzeugung des Magnetfeldes zwischen den Polblechen bewirken außerhalb des Bildröhrenhalses angebrachte Elektromagnete. Dieses Magnetsystem dient zur Einstellung der statischen und dynamischen Konvergenz der Elektronenstrahlen. 

Weiterhin ist noch das Polblech des sogenannten Blaumagneten, der an der Fokussierungselektrode angebracht ist, zu erkennen.

Der Reinheitsmagnet ( Ringmagnet) ähnelt einem Ionenfallenmagnet der Schwarz- weiß- Bildröhre. Er wird ebenso auf den Hals der Bildröhre geschoben , besteht aber aus zwei  gegeneinander verschiebbaren Magnetblechringen verschiedener Polarität . Sie erzeugen ein Magnetfeld durch den Bildröhrenhals. Durch gegenläufiges Verschieben der Ringe zueinander tritt eine Feldänderung, das heißt eine Abschwächung und Richtungsänderung des Kraftlinienfeldes, ein. Durch die Kraftlinien werden alle drei Elektronenstrahlen gleichmäßig im rechten Winkel abgelenkt.

Damit ist die Möglichkeit gegeben, die Strahlen so zu beeinflussen, daß Farbverfälschungen, helle Zonen und Abschatttungen beseitigt und die Farbraster in reinen Farben wiedergegeben werden.

Bei Röhren mit elektromagnetischer Konvergenz die Konvergenz der Elektronenstrahlen von außen auf dem Bildschirm angebrachten Elektromagneten erreicht, deren Pole im Innern der Röhre ein Feld erzeugen 

Im Bild zu sehen ist eine Anordnung Konvergenzspulen , wie sie in RAFENA-. Geräten verwendet wird. Diese Magnete bestehen aus einem Hufeisenkern, der durch Erregerwicklungen erregt wird. Die erkennbare Kordelschraube ist mit einem Magnetstift, der zwischen dem Joch angeordnet ist , verbunden  und dient zur statischen Konvergenzeinstellung der einzelnen Strahlen als sogenannter Positionsmagnet.

Die Pole der Elektromagnete müssen so auf dem Bildröhrenhals sitzen , daß die Pole der Hufeisenkerne  genau auf die zugehörigen Polbleche im Innern der Bildröhre zu liegen kommen. Durch die Wirkung des Kraftlinienfeldes zwischen den Polblechen erfahren die Elektronenstrahlen eine Ablenkung. 

Durch genaue Dosierung des Stromes  durch die Spulen ist eine exaktere Konvergenz der Strahlen einzustellen.  Wenn die Erregerspulen von Sägezahn- und Parabolspannungen aus den Horizontal- und Vertikalablenkgeneratoren durchflossen werden, so wird auch das Magnetfeld entsprechend diesem Stromfluß verstärkt oder geschwächt, und man erhält damit die dynamische Konvergenz. Sie bewirkt, daß die Rasterverzerrungen und Deckungsfehler der drei Farbraster ausgeglichen werden.

Der Blaumagnet wird hinter dem Reinheitsmagneten auf dem Bildröhrenhals befestigt. Er muß so sitzen, daß die Polschuhe des Magneten über den entsprechenden Blechen des Elektronenstrahlsystems für den Blauelektronenstrahl zu liegen kommt. Dieser Blaumagnet gestattet außer der Beeinflussung des Elektronenstrahles für die Farbe Blau  in vertikaler Richtung auch eine Ablenkung in horizontaler Richtung. Damit ist eine weitere Möglichkeit vorhanden, eine exakte Konvergenz der Elektronenstrahlen zur Deckung der drei Farbraster einzustellen.

Wie ging es dann weiter mit der Entwicklung ? Eigentlich war zum Ende des Beitrages im RAFENA Kundendiensthaft Nr. 18 die Info, das der Artikel mit dem Thema Konvergenzeinstellung fortgesetzt wird. Trotz intensiven Suchens in den noch folgenden Heften konnte ich diesen Beitrag nie finden... die weitere Entwicklung eines Farbfernsehgerätes in der DDR wurde wohl übergeleitet  in das Zentrallabor für Rundfunk- und Fernsehen in Dresden. Dort entstand  mit Produktionsbeginn August 1969 in Staßfurt der erste volltransistorisierte Farbfernseher der Welt.

Sollte einer unserer Leser weitere Insiderinformationen oder gar einen der Prototypen haben, so wäre ich für eine Info sehr  dankbar. 

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Herr Winfried Müller ( 84 Jahre)  aus Berlin -Köpenick war seit 1959 in VEB Werk für Fernsehelektronik in Berlin- Oberschöneweide im Applikationslabor als Anwendungstechniker tätig. Er war als Ing. ein gefragter Spezialist für Gasentladungsröhren. 

Er teilte mir mit , das etwa 100 bis 120 Farbbildröhren ( ein exaktere Zahl ist nirgendwo nachweisbar) als sogenannte Nullserie im jahre 1961 gefertigt und an die RAFENA Werke in Radeberg , das Zentrallabor für Rundfunk und Fernsehen in Dresden und weitere "Bedarfsträger" geliefert wurden. 

Für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit gibt es einen ausführlichen Abschlußbericht verfaßt vom wissenschaftlich - technischen Bearbeiter Dr. Ing. Neidhardt.

Das Forschungsthema lief über drei Jahre , vom Januar 1957 bis Dezember 1960; Arbeitsthema Entwicklung einer 43 cm Farbbildröhre "Colorskop" B43G4C.

Weitergehende Info dazu in der Funkgeschichte (GFGF) Nr. 233 Jahrgang 40.

Herr Winfried Müller hat mir für Radiomuseum.org die weitergehenden Unterlagen zur Verfügung gestellt.

43 cm Lochmaskenbildröhre mit 70 grad Ablenkung

Das ist schon eine aus der Nullserie.

           

           

            

Nochmals ein herzliches Dankeschön für diese Unterlagen. Herr Müller ist Mitglied des gemeinnützigen Vereines im Industriesalon Schöneweide.  Dorthin fanden die geretteten Exponate aus dem Werksmuseum, was sich im ehemaligen Wasserturm des Betriebes befand und welches die südkoreanischen Betreiber SAMSUNG  mitte der 90iger Jahre beräumen ließen.... aber welche gut verpackt über viele Jahre zwischenlagerten, eine neue Heimat. 

Warum wurde die Nullserie der Fernsehgeräte nicht gebaut ?  Zwei funktionstüchtige Mustergeräte sollen jedoch existiert haben. Ich habe bereits einen Hinweis dazu und hoffe, das der Besitzer mir die Möglichkeit gibt, den Fernseher zu fotografieren.... 

This article was edited 22.Oct.19 22:24 by Wolfgang Lill .

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Herr Karl Heinz Römer aus Radeberg ( Jahrgang 1942 ) hat mir folgendes geschrieben:

Es war ja mal meine direkte Umgebung, die Fernseher-Fertigung. Herr Siegfried Schütze hat uns persönlich in der Fertigung (Prüffeld) rumgeführt, als wir uns 2 Mann hoch im Oktober 1961 bei Rafena erkundigen wollten, ob es denn unseren jugendlichen Vorstellungen entsprach, dort mit einer neuen Arbeit zu beginnen. Denn wir waren beide bei einem Privat-Krauter zu Elektrikern ausgebildet worden, und wollten nun irgendwie in das Fernsehgeschäft einsteigen. Dazu mußte aber der Fernseh-Zusatzbrief her, den es aber nur in Radeberg gab. Und dann noch das Geld: ich bekam bei meinem El.-Meister 240,- Mark Brutto, in Delitzsch hätte ich bei einer PGH sofort 650,- bekommen. Aber: man durfte damals (es gab ja noch keine Wehrpflicht und die Werber für Berufssoldaten wollten nicht laufend der Jugend hinterher rennen) ohne eine Erlaubnis von ganz oben nicht den Betrieb, geschweige denn den Ort wechseln. Also mit vielen Tricks doch in Leipzig eine solche Erlaubnis zum Wechsel erkämpft und dann nicht wie vorgespielt nach Delitzsch zur PGH Elektro sondern nach Radeberg zu Rafena gewechselt. Hat mir aber doch noch nach Einführung der Wehrpflicht Ärger eingebracht, als der Werbezirkus in Delitzsch mich nicht finden konnte. Aber die in DD waren dann schneller! Schütze - der weiße Traum - wollte, daß wir sofort am nächsten Tag anfangen sollten, denn bei Rafena war großer Fachkräfte-Mangel, viele nur angelernte Leute, da auch hier die NVA versorgt werden mußte und Widerspenstige ganz einfach zur Hofkolonne abdeligiert wurden. Und wir als Elektriker waren ihm sehr wichtig. So wichtig, daß er uns sogar sein Leckerli, eine Truhe mit 59-er Bildrohr in einer versteckten Ecke unter einer Abdeckung zeigte. Darauf war er besonders stolz, sollte sie doch auf der nächsten Leipziger Frühjahrsmesse gezeigt werden. Mein Freund konnte auch gleich am nächsten Montag anfangen, aber bei mir hat es dann noch zum Jahresende gedauert, bis die besagten Tricks griffen und ich auch nach Radeberg gehen konnte. Schütze hatte sich sogar um eine Unterkunft für uns bemüht! Ich habe dann als El.-Prüfer begonnen, als Einstieg mit dem "Start". Dann kam die Wehrpflicht, also erst mal zur Armee, und danach dann weiter am Band den Start gebaut, dann den Stadion 2, 4, 8 und alle weiteren Typen über Dürer, Turnier und Forum. Als dann die EDV in Radeberg rein kam, sah ich dort aber nicht meine Zukunft und bin zum Richtfunk gewechselt….. Ja ja, lang ist's her! 

Kennen Sie die Broschüre von Wolfgang Traste (war mal Fernsehentwickler und noch Prüffeldmann beim RiFu, jetzt noch an unserem Stammtisch Betriebsgeschichte Robotron) "Fernsehgeräteproduktion in Radeberg" ? Darin hat er detailliert die Produktion von Rafena bis Robotron in Radeberg abgehandelt. Typen, Stückzahlen und die Bilder dazu ganz ordentlich chronologisiert. Ein Detail daraus: .. " strahlte nachts nach Sendeschluß auf dem Berliner Fernsehsender Farbfernsehsignale aus, die auf dem Keulenberg (von dort hatte Rafena eine RiFu-Teststrecke nach Radeberg laufen) bei Pulsnitz empfangen werden konnten. Am 10.12.1960 konnte das kleine Kollektiv mit einem Funktionsmuster die erste offizielle Farbfernseh-Versuchssendung empfangen und der Werkleitung ein Farbbild vorführen". Bis zu meinem Weggang zum RiFu (1967) habe ich aber ein Radeberger Farbfernsehgerät nie zu sehen bekommen.

Das war natürlich für mich ein Grund, sofort ins Auto zu steigen und auf den Keulenberg bei Pulsnitz zu fahren.

Was ich dort auf dem höchsten Gipfelpunkt vorfand, ließ mich ins tiefste Rückenmark erschaudern.  Auf dem eisernen Aussichtsturm, errichtet 1925, ist eine Fernsehsendeantenne installiert worden. Betreiber ist die Lausitzwelle, Fernsehen auf Kanal 27 in DVB-T2-Norm.

Aber ich war dort auf Spurensuche in Sachen Farbversuchssendungen ....und werde demnächst darüber berichten.

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01.Nov.19 15:07

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Am 15.Juni 1957 meldet "Neues Deutschland" folgendes; 

Zwei neue Fernsehsender können durch die großzügige Unterstützung der Entwicklung des Fernsehens von Seiten der Regierung der DDR in Betrieb genommen werden. Dadurch wird der Fernsehempfang verbessert. Vom 15.Juni 1957 an strahlen die Fernsehsender Berlin (Bild 175,25 MHz und Ton 180,25 MHz) >>> also VHF Kanal 5 CCIR   und Helpter Berg , Bezirk Neubrandenburg (Bild 55,25 MHz , Ton 60,75 MHz) also Band I Kanal 3 CCIR offiziell das Programm des Deutschen Fernsehfunks aus, nachdem sie ihren Versuchsbetrieb erfolgreich beendet haben.

Schauen wir nach Ost- Berlin. In einer weiteren Meldung der Tageszeitung "Neues Deutschland" vom 3.August 1957 lesen wir; der Senderstandort Berlin - Stadtmitte wird am 15.November seinen Betrieb einstellen und der Sender in Berlin - Grünau bereits am 15.September 1957. Es wird darauf hingewiesen, daß alle Fernsehteilnehmer ihren Empfänger auf die neue berliner Sendefrequenz 175,25 MHz / Ton 180,75 MHz ( man beachte; CCIR- Norm ! ) umstellen müssen.

Herr Dieter Nowatzky schreibt mir dazu :

Seit März 1958 wurde das DDR-Fernsehprogramm in Berlin auf Kanal 5 (CCIR) von der Sendestelle Berlin-Köpenick ausgestrahlt. Die Sendestelle befand sich in Berlin-Mahlsdorf in der Ortslage Uhlenhorst. Die Antenne war an der Spitze eines der beiden 240 m hohen Rohrmasten montiert. Antenne und Sender stammten aus dem Funkwerk Köpenick. So weit ich weiß, hatte der Sender eine Leistung von 10 kW und die Antenne einen Gewinn von etwa 10. Die effektive Senderleistung (ERP) betrug demnach etwas weniger als 100 kW.

Was nicht in den Zeitungen steht, es wird ohne öffentliche Information, auch in Ost- Berlin im RFZ  (Rundfunktechnisches Zentralamt) an der Entwicklung von Studio- und Sendetechnik für das Farbfernsehen gearbeitet. 

Nachts, nach Sendeschluß werden über den Berliner Kanal 5 Fernsehsender Farbsignalsendungen gefahren.

Ein Empfänger steht auf dem 413 m hohen Keulenberg bei Pulsnitz.

Der Keulenberg ist damals militärisches Sperrgebiet, Bereits 1940 befand sich auf diesem Berg bei Pulsnitz eine Funkstation. Zum Bau wurden  französische Kriegsgefangene eingesetzt, welche jeden Tag aus dem Lager Reichenau zu Fuß unter Bewachung auf den Gipfel geführt wurden. Die Funkstation, welche errichtet wurde, bestand aus drei Gebäuden und einer Zisterne.

Die Zisterne wurde von den Gefangenen in Handarbeit gebaut, es mußten etwa 100 m3 Basaltgestein herausgemeißelt werden ! Splitterschutzwände wurden im Gelände errichtet, ein   40 kV Hochspannungskabel von Oberlichtenau auf den Berg verlegt, eine Telefonleitung auf Richtung Gräfenhain wurde ebenfalls gezogen, sowie einige dezentrale Ausweichobjekte  errichtet.

Bild vom Oktober 2019, zwei dieser Gebäude, die heute als  stationäre Sozialtherapeutische Einrichtung von der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH genutzt wird.

Die Wehrmachtsstation selbst hatte damals auf der östlichen Seite der Bergkuppe  zwei eiserne Stahlträger, wo Antennen verspannt waren und diente als "Funkbrücke OST " der Flugleitung und Flugsicherung vor allem für den Militärflugplatz Großenhain aber auch der Flugleitung über dem Nordmeer und weiteren Kriegsschauplätzen.

Trotz dieser militärtechnischen Nutzung konnte der Gipfel während der Kriegszeit ohne Einschränkungen besucht werden !

Mit dem Kriegsende kam es zu Plünderungen und Verwüstungen, Wachpersonal konnte dann jedoch schlimmere Zerstörungen verhindern . 1946 baute die Pulsnitzer Firma Geisler&Brückner den baufälligen Holzturm, der übrigens bereits seit 1920 wegen Baufälligkeit gesperrt war, ab. Er wurde aber 1954 neu errichtet;  er stand dort bis 1968 als Vermessungsturm ca 57 m hoch.

Hier zu sehen ( Repro eines Fotos aus dem Jahre 1936) links daneben der 1925 errichtete eiserne Aussichtsturm der heute DVB-T2 ausstrahlt  ( siehe vorherigen Bericht).

Auch die eisernen Funkmasten wurden abgetragen  und die vorhandenen Gebäude wurden auf Weisung der Sächsischen Landesregierung für zivile Zwecke hergerichtet. Im Jahre 1948 zog zunächst die Kreisparteischule der SED ein. Ein Jahr später richtete die Kreisvolkssolidarität ein Kindererholungsheim dort ein.

Aber was für uns natürlich interessant ist, der VEB Sachsenwerk Radeberg ( später RAFENA- Werke) ließ 1950 eine große brückenartige Meßstrecke errichten. Sie diente dem Richtfunk sowie der Entwicklung von Rundfunk- und Fernsehtechnik.

Repro eines Werksfotos

Der Prototyp des Fernsehers , gebaut in NTSC- Norm, mit einer runden amerikanischen Lochmaskenfarbbildröhre mit Metallkolben, Schirmdurchmesser 53 cm, vom Typ: 21AXP22  stand zum Empfang bereit. Am 10.Dezember 1960 konnt das kleine Kollektiv auf dem Keulenberg erstmals ein ausgezeichnetes Farbbild empfangen und der Werkleitung vorführen !  (

Ein toller Etappensieg in der Entwicklung. Übrigens bemerkten natürlich auch die Westberliner diese nächtlichen Aktivitäten und man beobachtete sehr genau die Versuche über den Ostberliner Sender ( aber das Thema bringe ich demnächst extra)

Parallel dazu wurden bei WF die 43 cm Farbbildröhren entwickelt.( siehe oben ) und es ging ja letztendlich darum, mit eigenen Produkten das Erzeugnis Farbfernseher zu bauen.  Dazu gehörten natürlich auch die Zulieferer Chemie (Farbpigmente), die Glasindustrie und die Metallindustrie       ( Lochmaske). 

Im Jahre 1964   ( aktuelle Information vom ehemaligen Kundendienstleiter der RAFENA- Werke Herrn Lindner) wurden fünf Stück ( man könnte sagen, ein kleine Laborserie) vorgestellt. Einer soll zumindestens noch erhalten sein, ich suche diesen noch...die Spur gibt es schon ). .. und dann an das RFZ Berlin ausgeliefert. In diesen Geräten wurden viele standardisierte Baugruppen wie Tuner, Bild-ZF, Ton- ZF, NF- Teil in gedruckter Schaltung aus der Schwarz- Weiß- Technik eingesetzt,

Geplant war eine Ausstellung auf der Leipziger Herbst- Messe, aber es gab einen Strich durch die Rechnung. Die DDR Führung hatte entschieden mit Ministerratsbeschluß vom 3.7.1964, daß die Firma RAFENA den Aufbau in der Datenverarbeitung in der DDR übernimmt. Staßfurt wurde zum zentralen Alleinhersteller für Fernsehgeräte bestimmt.

Radeberg produzierte nach wie vor Schwarz- weiß- Geräte. Der letzte, ein "Stadion 8 " lief 1968 vom Band und dann war erst mal Schluß mit Fernsehen und Farbfernsehen.

Die Entwicklung der Farbfernseher wurde an das ZRF ( Zentrallaboratorium für Rundfunk und Fernsehen in) Dresden übergeleitet . WF mußte sein Farbbildröhrenentwicklung einstellen.

Wie wir wissen, ist der Color 20, der erste volltransistorisierte Farbfernseher der Welt mit 59 cm Bildröhre,  am 3.Oktober 1969 zum 20. Jahrestag der DDR offiziell in den Verkauf gekommen und hier startet in der DDR das Farbfernsehen in der SECAM III B- Noirm mit CCIR- Ton. Sicher hätte der Fernseher schon ein Jahr eher auf dem Markt sein können denn die Entwicklung war zunächst auf PAL ausgerichtet. 

Aber 1963 wurde in Moskau ein internationaler Vergleich der drei damals vorhandenen Fabrfernsehsysteme durchgeführt (NTSC in den USA , England ), SECAM in Frankreich und     PAL( in der BRD). 

Die Führung der DDR entschied sich für das SECAM III B - System und so mußten in den Folgejahren nach 1969 sogenannte Mehrnormendecoder entwickelt werden. Da war natürlich nur eine Frage der Zeit und auch Staßfurt hatte das bald geschafft. Im Chromat 1060 erscheint alsbald die PAL-Norm mit elektronischer Erkennung. So konnte nun auch das Gerät gen Westen exportiert werden....

Aber nochmal zurück auf den Keulenberg. Ab 1962 wurde der Bergesgipfel militärisches Sperrgebiet , das Sozialkinderheim mußte verlegt werden, es wurde Schulobjekt der Volkspolizei udn später von der Zollverwaltung der DDR. Erst mit der politischen Wende wurde der Bergesgipfel  wieder freigegeben. 

Im Jahre 1991 entsteht ein aus Betonringen gefertigter 62 m hoher Antennenträger . Die Plattformen sind auf 27 und 30 m.  Im hinteren Drittel der ehemaligen Funkgebäude wurde die moderne Technik installiert. Betreiber ist damals die Deutsche Telekom.

Wir sehen auch Amateurfunkantennen auf dem Bergesgipfel. Die Versuchsanlagen, die noch eine Zeit für die Richtfunktechnik genutzt worden , sind längst abgebaut.

Mit Fernsehen hat der Funkmast nichts mehr zu tun, es ist ein D1- Mast , Richtfunk und ein UKW- Sender ist drauf; der Deutschlandfunk Kultur feuert auf 106,7 MHz immerhin mit 600 Watt in die Umgebung...na denn....

 

 

This article was edited 08.Nov.19 18:08 by Wolfgang Lill .

  
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