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Fragen zu einem Emerson R-167

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Robert Ostermeyer
 
 
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15.Nov.18 07:51

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Ich habe mir bei Ebay.com ein Emeson R-167 aus dem Jahr 1938 gekauft.

Leider habe ich von der elektrischen Restauration bisher keine Ahnung. Man verzeihe mir daher dämliche  Fragen:

1. Anscheinend fehlt ein Bauteil, eine Röhre ist es nicht. Auf dem Bild des Chassis vorne rechts. Allerdings finde ich auf dem Chassis keinerlei Ausbauspuren. Was ist dieses Teil?

2. wie kann ich den originalen Lautsprecher ( Dynamischer LS, mit Erregerspule (elektrodynamisch) ) nutzen? Also an heutigen Verstärkern - welche Zusatzspannung benötigt er?

 

 

This article was edited 20.Nov.18 09:50 by Ernst Erb .

Mark Hippenstiel
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15.Nov.18 13:41

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Hallo Herr Ostermeyer,

wir haben Ihren Beitrag zur entsprechenden Modellseite verschoben. Sie schreiben am Besten immer ab Modell (über das Menü Uploads->Forumbeitrag).

Auf der Modellseite finden Sie die Schaltungen zum Modell, sowie einige Chassisansichten, u.a. Bilder von Lawrence Lambert, wo das Bauteil ebenfalls nicht eingebaut ist. Nebenbei: Oft wurden Chassisbleche in grosser Stückzahl gestanzt und für Aufbauten mit verschiedenen Leistungsmerkmalen benutzt. Dass hier also ein Teil "nicht eingebaut" oder gar "ausgebaut" wurde, kann man so nicht sagen. Das ist bis heute gängige Praxis - wenn Sie mal auf ein Mainboard oder eine andere Platine schauen, finden Sie das häufig.

Es gibt vom R-167 mit Chassis R zwei Ausführungen, einmal mit 6D6 und 6Q7G (late) und einmal mit 78 und 75 (early). Beim "late" gibt es einen zusätzlichen Kondensator C22, C21 ist nicht eingezeichnet.

Zu Ihrer zweiten Frage: elektrodynamische Lautsprecher benötigen eine Fremderregung (siehe diesen Beitrag von Prof. Rudolph). Diese erfolgt mit einer Gleichspannung, die aber je nach Modell unterschiedlich ist. Zum anderen müsste eine Impedanzanpassung vorgenommen werden - alles in allem ein recht hoher Aufwand, wenn auch technisch machbar.  Hier können (hoffentlich) die Experten mehr zu beitragen, meine Kenntnisse sind da nicht sonderlich gut.

Ich hoffe, das hilft Ihnen zunächst etwas weiter.

Freundliche Grüsse
Mark Hippenstiel

Rolf Beckers
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15.Nov.18 15:02

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Hallo Herr Ostermeyer, 

wie Herr Hippenstiel schon schreibt, es kann so sein, dass hier nie ein Teil eingebaut war, es kann aber auch sein, dass hier was fehlt, bzw. durch etwas ersetzt wurde. Auf dem einen Foto ist deutlich ein großer (vermutlich) Elektrolyt-Kondensator zu sehen, im Schaltbild C19. Möglicherweise ist dieser Becherkondensator entfernt worden und durch einen radialen, modernen Kondensator ersetzt worden, der sich jetzt auf der Verdrahtungsseite befindet. Der muß min. 32 bis 50uf groß sein und daher deutlich zu erkennen sein. Da müssen Sie also mal nachsehen. 

Mir ist nicht ganz klar, warum Sie das Radio an einen Verstärker anschließen wollen. Das Radio läuft auf 110V und Ihr Verstärker auf 230V, dann bekommen Sie so gut wie kaum noch einen Sender rein, zumindest mit so schlechter Qualität, die kaum zu verstärken lohnt. 

Wenn doch, gibt es zwei Möglichkeiten: Die einfachste wäre, direkt am Lautsprecher die Sekundärseite anzuzapfen, d.h. die Drähte die direkt an die Membran des Lautsprechers gehen. Beim Verstärker dann einen niederohmigen Eingang nehmen. Das ist zwar technisch nicht die eleganteste Lösung, ist aber einen Versuch wert. Ansonsten bliebe die professionelle Lösung, d.h. hinter C15 oder C16 die NF über einen 10nF Kondensator auskoppeln und mit abgeschirmter Leitung zum Verstärker führen. Da das Gerät einen Trenntrafo hat, kann man die Abschirmung problemlos auf Masse legen.

Gruß

Rolf Beckers

This article was edited 15.Nov.18 15:06 by Rolf Beckers .

Robert Ostermeyer
 
 
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15.Nov.18 15:26

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Erst einmal vielen Dank für die Antworten. Hier ein Bild der Unterseite. Das Radio möchte ich nicht an einen Verstärker anschliessen. Lediglich den originalen Lautsprecher. Um Klang und Bauweise auch des Gehäuses zu testen.

 

This article was edited 20.Nov.18 09:50 by Ernst Erb .

Rolf Beckers
Rolf Beckers
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15.Nov.18 21:57

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Hallo Herr Ostermeyer,

der braune Kondensator rechts oben scheint wohl der, für den Elko ausgewechselte Kondensator zu sein. Der dicke, rote Isolierschlauch deutet auf einen nachträglichen Einbau hin.

Um den Lautsprecher zu testen müssen Sie die Sekundäranschlüsse die direkt am Lautsprecher sind auftrennen, oder zumindest einen davon. Dann können Sie am Lautsprecher Ihren Verstärker anschließen. Aber nicht mit der Lautstärke nicht übertreiben. Der eingebaute Lautsprecher kann  höchstens einige Watt vertragen

Gruß.

Giovanni Cucuzzella
 
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16.Nov.18 08:53

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Hallo Herr Ostermeyer,

in den Modellen R152, R153, R156 und R158 wurde ebenfalls das Chassis wie in Ihrem R167 verbaut. Das geht zumindest aus den beim Modell hinterlegten zweitem Schaltbild hervor. Sucht man im Netz nach Bildern dieser Modelle, so sieht man bei den meisten an der betreffenden Stelle einen großen Elektrolyt-Kondensator.

Auf www .tubesandmore. com/schematics/emerson-radio-phonograph-corp/r156 (Link ohne Leerzeichen in den Browser eingeben) findet man Schaltbilder mit Teileliste und Abgleichplan für das Modell. Nach dieser Teileliste sollte es sich um einen Doppelelko mit 2 x 5 µF/300 Volt handeln:

"C19, C20 Dual 5 mf, 300 volt dry electrolytic condenser"


Es ist möglich das in später hergestellten Serien dieser Becherelko herstellerseitig durch kleinere, axiale Elkos ersetzt worden ist.  

In der genannten Teileliste ist unter "Production Changes" eine solche Änderung allerdings nicht aufgeführt, so dass es eher wahrscheinlich ist, dass diese Änderung später im Rahmen einer Reparatur erfolgte.


Was die ausschließliche Verwendung des Lautsprechers anbelangt, müsste an der Feldspule eine Gleichspannung von 70 Volt angelegt werden. Das geht aus dem Schaltbild hervor. Dort steht unter "VOLTAGE ANALYSIS": Voltage across speaker field 70.
Die Spannungsangaben im Schaltbild beziehen sich auf Messungen mit einem Voltmeter mit einem Innenwiderstand von 1000 Ohm/Volt.  

Die Schwingspule des Lautsprechers müsste, vorausgesetzt das sie niederohmig ist, also eine geringe, für den speisenden Verstärker geeignete Impedanz aufweist, ohne den Übertrager angeschlossen werden.

Freundliche Grüße

Giovanni Cucuzzella

This article was edited 16.Nov.18 10:09 by Giovanni Cucuzzella .

Robert Ostermeyer
 
 
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16.Nov.18 11:00

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Herzlichen Dank für die Antworten. Ich habe den originalen Lautsprecher einmal an einen 3W Verstärker an einen 4Ω Anschluss angelegt. Er spielt - aber weder besonders laut, noch besonders schön. Gerade die Bässe sind dürftig. Da nutzt auch die "Miracle ton chamber" nichts.

Ich habe dann mal einen SABA Permadyn 19-180 1671DU20 - 5 Ω 4W Lautsprecher ausgetauscht, der etwas lauter und wesentlich besser in den Bässen ist, allerdings ist er größer und ich konnte die originale Trennwand nicht nutzen. Beim originalen Lautsprecher sind es 16,5cm von Bohrloch zu Bohrloch, innen nur 13cm. Leider habe ich mit diesen Maßen und einer etwa 3W Leistung bisher nichts gefunden.

Besonders schön finde ich an diesem Radio neben dem Ingraham Gehäuse das Skalenblatt. Es ist auf Pappe eine hauchdünne Alu-Goldfolie mit Prägung und Bedruck. Neu gefertigte Ersatzskalen kommen nicht an das Original heran. Leider fehlt der Skalenzeiger - da müht sich ein Zahntechniker aus meinem Haus um Ersatz. Wenn es fertig ist, werde ich mal das Ergebnis posten.

This article was edited 20.Nov.18 11:12 by Robert Ostermeyer .

Wolfram Zylka
Wolfram Zylka
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16.Nov.18 16:06

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 Hallo Herr Ostermeyer,

Sie erwähnen, dass der originale Lautsprecher nur leise und ohne Bässe wiedergibt.

Haben Sie die Feldspule, wie es bereits Herr Cucuzzella beschrieb, mit ca. 70 Volt Gleichspannung  versorgt.

Da es sich um einen elektromagnetischen Lautsprecher handelt, muss das magnetische Feld aufgebaut werden.  Ohne Erregung der Feldspule kann der LS nur leise arbeiten !

Der von Ihnen erwähnte Saba Lautsprecher braucht keine Erregung, da er ja einen Permanent Magneten besitzt.

Ein Austausch gegen einen Lautsprecher ohne Feldspule ist auch aus einem Grund nicht zweckmäßig.

Die Feldspule des Lautsprechers dient gleichzeitig als Siebdrossel um die Gleichspannung vom Netzbrumm zu befreien.

Viel Erfolg beim weiteren Vorgehen wünscht

Wolfram Zylka

Robert Ostermeyer
 
 
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19.Nov.18 16:08

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Hallo,

 

da ich bisher wenig Radio gebastelt habe von mir die doofe Frage, woher bekomme ich ein Netzteil für die 70V,  so ich nicht das originale Netzeil nutzen möchte?

(Den SABA Lautsprecher habe ich natürlich nur ein einen kleinen 3W Verstärker mal angeschlossen und an die Stelle des Oirignalklautsprechers im Gehäiuse befestigt. )

  
rmXorg