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funkwe-dre: Dominante, Umstellung der ZF

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Wolfgang Eckardt
Wolfgang Eckardt
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27.Feb.09 14:34

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In einem Heft

"INFORMATIONEN aus dem VEB Funkwerk Dresden" Nr. 4, Jan. 1957

fand ich einen Beitrag, dass die ZF bei den Modellen "Dominante" ab 1957 von 468 kHz auf 453 kHz umgestellt wird.
Hier der Wortlaut des Beitrages (OCR-Scan):


Zuerst sei einmal auf die Umstellung der ZF auf 453 kHz in unserem UKW-Super „Dominante" hingewiesen.
Auch Sie werden wahrscheinlich schon häufig eine Störung im Mittelwellen-Bereich beobachtet haben, die man mit „Einpfeifen der Empfangsstation" bezeichnet. Bei jedem Sender, den Sie einstellen wollen, beginnt vor der maximalen Abstimmung ein hoher Pfeifton, der um so tiefer wird, je genauer Sie auf den Sender einstellen, um bei genauer Abstimmung auf den jeweiligen Sender zu verschwinden.
Drehen Sie über den Sender hinweg, so erscheint zuerst der tiefe Ton wieder, der immer höher wird, bis Sie in den Bereich des nächsten Senders kommen, bei dem die gleiche Erscheinung wieder auftritt.
Um dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen, wurde vom Funkwerk Dresden im Gebiet der DDR eine Untersuchung durchgeführt, die folgendes Ergebnis brachte.
Die Frequenz des Senders Dresden beträgt 1043 kHz, die des Leipziger Senders 575 kHz. Die Differenz beider Frequenzen ergibt 468 kHz, was genau der üblichen Zwischenfrequenz der Super entspricht.
Gelangen nun die Frequenzen beider Sender auf die Eingangsstufe des Gerätes, so bildet sich die Differenzfrequenz von 468 kHz. Nähert man sich auf der Skala einem Sender, so bildet sich aus der Differenzfrequenz der beiden Senderfrequenzen und der Zwischen-frequenz eine neue Differenzfrequenz, die sich als der bekannte Pfeifton bemerkbar macht.
Tatsächlich entsteht nun diese Störung besonders im Raum Leipzig—Dresden und dort, wo beide Sender gleich gut hörbar sind. Hochantennen begünstigen diesen Störeffekt noch besonders.
Um dieses Übel abzustellen, haben wir uns entschlossen, vorerst generell bei allen neuanlaufenden Allstrom-Empfängern „Dominante" die ZF auf 453 kHz abzugleichen, wodurch keine neuen Überlagerungen eintreten. Die Umstellung war beim Allstrom-Dominante besonders notwendig, weil hier die ZF-Verstärkung größer ist als beim Wechselstrom-Empfänger und die Störungen natürlich besonders in Erscheinung traten.
Mit Beginn des Planjahres 1957 werden dann auch die Wechselstrom-Empfänger umgestellt.
Ab 1957 sind die auf 453 kHz abgestimmten Filter mit diesem Wert gekennzeichnet.
Dort, wo diese Erscheinung besonders auftritt, empfehlen wir, den „Dominante" mit 468 kHz auf 453 kHz abzugleichen. Dies ist ohne Veränderung an Bauelementen möglich. Hierbei müssen natürlich außer der ZF auch die Kreise für K, M und L nachgestimmt werden.

 


Diese Erscheinung des Einpfeifens dürfte heute sicher keine Bedeutung mehr haben, da diese genannten Mittelwellensender mit anderen Frequenzen bzw. überhaupt nicht mehr arbeiten. So kann auch ein Abgleich mit 468 kHz beibehalten werden. Die auf den Modellseiten der verschiedenen "Dominante"-Modelle genannten ZF-Frequenzen für AM (468 oder 453 kHz) sind also belanglos.

Wolfgang Eckardt

 

  
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