funkwe-hal: 4D65; Sylva
? funkwe-hal: 4D65; Sylva
Weiß jemand Näheres zu der "Entwicklung" dieses Gerätes ? Immerhin ist ja die Design - Übereinstimmung mit dem Grundig-Micky Boy ( 1955 ) nicht zu übersehen ?
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alles nur geklaut ?
Hallo Herr Sluga,
die uns heute bekannten Dinge wie Patente, Geschmacksmuster etc. sind natürlich gewachsen und gewannen so richtig erst in den 60er Jahren und danach Bedeutung, zumindest was das Design anbetrifft. In den 50ern wie auch in den 60ern war es normal, die Funkausstellung in Berlin zu besuchen, zu schauen was die Konkurrenz macht und das dann "nachzuempfinden". Heute nennen wir das einfach Plagiat, damals existierte in dieser Hinsicht kaum Unrechtsbewußtsein- und schon gar nicht zwischen Ost und West.
Weitere Beispiele
Sternchen - Realtone
Rema Sesselfono SP 100 - Ilse Schrank 1950
Stern Club - Pierre Cardin Radio
Braun-Heli
Man möge mich steinigen, aber Tatsache bleibt immer wieder eine bestechende Ähnlichkeit- und häufig genug war nicht das DDR-Gerät das Erste. Andererseits gab es auch Dinge aus der DDR, die dann im Westen groß Furore machten.
- Wega mit abgesetzter und drehbarer Bildröhre
- VW Golf Urversion
Somit hat für die "Sylva" vielleicht ein Grundig Pate gestanden, das Innenleben wie auch die Technologie für das Gehäuse konnte man nicht so einfach übernehmen. Die Frage nach dem Entwickler kommt geschätzte 25 Jahre zu spät- wie so Vieles, was uns heute auffällt und nicht mehr aufzuklären ist.
Gruss Ingo Pötschke
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Geklaut - nur wo?
Hallo Herr Pötschke,
die Mär mit dem von Wega bei dem DDR-Designer geklauten Entwurf eines Fernsehers mit abgesetzter, drehbarer Bilröhre stand auch schon im Spiegel. Hier unter den Experten sollten wir es besser wissen.
Fernseher mit abgesetzter Bildröhre gab es schon lange vorher in den USA z.B. von Philco ( z.B. Philco Predicta) oder in Schweden von Luxor (z.B. Pionjär ). Interessant ist dabei, dass das Design des ersten Wega-Fernsehers mit drehbarer Bildröhre Wegavision 2000 von einem schwedischen Designer namens Stig Lindberg stammen soll und laut Wikipedia schon 1959 erschienen sein soll (als Luma Lumavision LT 104). Der LT 104 ist offensichtlich baugleich mit dem Wega-Gerät und nach der Röhrenbestückung ist das Herstellungsjahr hier im RM mit 1964 wohl richtig angegeben.
Das Thema Bausteinserie geht wohl zurück auf eine Diplomarbeit von Herbet Lindinger, die er von 1957 bis 1959 bei seinem Professor Hans Gugelot angefertigt hat. Dazu gehörte auch ein Fernseher mit abgesetzter, drehbarer Bildröhre. Ob der Fernseher schon 1959 vorgesehen war, ist unklar, aber als die Bausteinserie 1963 bei Braun in Serie ging, gab es auch Entwürfe für einen dazugehörigen Fernseher.
Die Diplomarbeit von Jürgen Peters wurde 1962 begonnen und 1964 in der DDR-Presse vorgestellt. Selbst wenn man Wega Industriespionage unterstellt, wird es schwierig, sich bei den langen Werkzeugerstellzeiten für die großen Kunststoffteile der Bildröhreneinhausung vorzustellen, wie die Wega-Leute eine gerade entstehende Diplomarbeit aufgreifen, ein industriell zu fertigendes Gerät dazu entwerfen und in kürzester Zeit produktionsreif machen. Realistischer erscheint mir da, dass das Design tatsächlich von Stig Lindberg 1959 entworfen worden ist und dann in 4 Jahren von Wega zur Produktionsreife gebracht worden ist.
Herzliche Grüße
Gerhard Wickern
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