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GR150/DA : "Ruhestrom" im RPG4

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Achim Dassow
 
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23.Feb.14 20:31

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Hallo Zusammen,

die mir freundlicherweise von Hr.Eckardt zugestellte Prüfkarte 1077 für die EL34 hat prinzipiell auf dem RPG4/1 mit Adaptersockel funktioniert.
Der durchgeführte Test war aber insofern nicht zufriedenstellend, als die gemessenen Werte niedriger ausfielen als erwartet.
Da mein RPG4/1 nachträglich mit einer Neon-Betriebsanzeige ausgerüstet wurde, fiel mir zunächst gar nicht auf, dass die GR150/A nicht gezündet hatte.
Eine nähere Untersuchung mit den Prüfkarten 206/207 und einer externen Stromquelle ergab eine korrekte Funktion des Zeigerinstruments.
Ein zweiter Test mit Prüfkarte 216 und einem angeschlossenen 100kOhm Widerstand zeigte einen zu hohen Widerstandswert (und damit zu geringen Strom durchs Messobjekt).
Das konnte nur bedeuten, dass die Versorgungsspannung nicht hoch genug war.
Nach dem Öffnen des Geräts konnte ich an der GR150/A mit dem Digitalmultimeter stark schwankende Werte um die 80 Volt feststellen.
Ein Analogmultimeter bestätigte den Mittelwert. Am Kondensator "K" war die Spannung ebenfalls zu niedrig.
Die starken Schwankungen am Digitalmultimeter liessen mich auf eine ungewöhnlich hohe Brummspannung schliessen.
Nach dem Ausbau des 8uF Kondensators "K" konnte ich an diesem auch nur noch 0.00uF feststellen.
Nach dem Ersatz des 8uF Kondensators durch ein Konstrukt aus mehreren Folienkondensatoren war dann endlich die Leerlaufspannung an "K" auf 270 Volt angewachsen.
Dennoch zündete der GR150/A nicht, vermutlich defekt. In meinem Bestand konnte ich glücklicherweise einen GR150/DA ausfindig machen,
trotz unleserlicher Beschriftung an einem Rest des DGL-Logos und an der Hilfsanode erkennbar.
Der GR150/DA zeigte denn auch Arbeitsfreude, wie an dem Bild erkennbar.
Bei dieser Gelegenheit und wegen der zuvor studierten Forumsbeiträge erlaubte ich mir, den "Ruhestrom" und die Arbeitsspannung des GR150/DA zu messen.
Die Netzspannung zu diesem Zeitpunkt hier im Hause: 230VAC, die am RPG eingestellte Spannung: 220Volt, also etwa 4.5% zu viel.
Warum ich das zuerst erwähne: am Kondensator "K" waren dadurch 270VDC messbar (Schalterstellung 1, also ohne weitere Last).
Der GR150/DA hatte deshalb einen "Ruhestrom" von ca. 33mA, hätte also max 28mA am Sg-Anschluss liefern können.
Ruhestrom deshalb in Anführungszeichen, weil dieser Begriff verwirrend ist. Der Ruhestrom wird in der Funkschau 03/1941 mit 5mA angegeben.
Entscheidend ist jedoch der Ruhestrom bei angeschlossener Last, bei einer max. zulässigen Last von z.B. 25mA sollte der Ruhestrom also 5mA + 25mA = 30mA betragen.
Dies scheint mir auch im RPG 4/1 der Fall zu sein, wegen der um 4.5% höheren Netzspannung war jedoch dieser Strom ebenfalls etwas grösser.
Damit war dann auch die Brennspannung der GR150/DA bei 158 Volt zu messen.
Zum Vergleich stellte ich jetzt den Spannungswähler auv 240Volt.
Damit hatte ich mit den 230VAC nun 4.3% zu wenig gegenüber dem Soll.
Infolgedessen war der Ruhestrom nun 22mA statt 32mA.
Dafür betrug die Brennspannung der GR150/DA jetzt 153Volt.
Ein Test mit der Karte 216 zeigte jetzt einen Widerstandswert von ziemlich gut 100KOhm.

Bild (Name:100K-eingeschaltet)
Aus diesem Grund belasse ich das den Spannungswähler bei 240V, solange ich am Sg-Anschluss nicht mehr Strom benötige.
Und bis ich einen Regel- oder Anpasstrafo habe oder evtl. einen Spannungskonstanthalter.
Wahrscheinlich beträgt der "Ruhestrom" etwa 25mA (+/-??%) bei Netz-Sollspannung.
Letztlich ist klar:
Die Genauigkeit der Anzeige hängt zusammen mit der internen Belastung (Lebensdauer) auch von der Netzspannung ab.
Bei stark schwankenden Netzspannungen (nach ISO sind +/-10% vom Sollwert zulässig) scheint ein Spannungskonstanthalter notwendig.

Ich bedanke mich nochmals bei allen Interessierten und Unterstützern.
Achim Dassow

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