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grundig: 1097; Musikgerät, Typfehler

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Konrad Birkner † 12.08.2014
Konrad Birkner † 12.08.2014
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09.Dec.08 21:03

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Eine Lumophon-Musiktruhe LM240, die über 30 Jahre in einem Lagerraum verbrachte, sollte wieder instandgesetzt werden. Das war zunächst eine Routineangelegenheit. Alles spielte nach obligatem Bauteiletausch, das Möbel wurde aufpoliert und an den Bestimmungsort gebracht. Die Truhe ist ein Geschenk für unser örtliches Altersheim, wo sie jetzt die Cafeteria ziert.

Aber, o Schreck: dort in Betrieb genommen, funktionierte UKW nicht mehr. Auf allen brauchbaren Sendern war nur ein Blubbern zu hören, ähnlich dem berüchtigten "motorboating". Nur schwache Sender kamen durch, waren aber kaum empfangswürdig.

Da kein Schaltbild vorhanden war fragte ich schon im Vorfeld H.Knoll, weil Lumophon seinerzeit als Nebenmarke von Grundig hergestellt wurde. Er wusste natürlich, dass hier das Chassis vom 1097 Verwendung fand.

Das Schaltbild zeigt eine Merkwürdigkeit: Keine Regelspannung bei UKW ! Weder der Tuner noch die beiden ZF.Stufen werden heruntergeregelt. Reiner Begrenzerbetrieb.

Rückfrage bei H.Knoll brachte die Aufklärung: Der selbstschwingende Mischer der UKW-Box wird bei stärkerem Eingangssignal "zugestopft", er blockiert, die Schwingungen reissen ab. Dann baut die Blockierung ab, der Oszillator schwingt wieder an und das Spiel beginnt von neuem. Frequenz : einige Hertz.
Diese Erfahrung musste man bereits seinerzeit vor über 40 Jahren bei Grundig machen.

Mir fiel das zunächst nicht auf, weil bei mir zu Hause nur geringe Feldstärken ankommen, am Aufstellungsort aber ausgezeichnete Empfangsverhältnisse herrschen.

Gegen diesen typischen Fehler gab es nur eine Abhilfe: Schwächung des Eingangssignals. Grundig empfahl deshalb den Einbau eines Dämpfungsgliedes für ca 10 dB (Mittelwert).

Ich fügte zwei Serienwiderstände von 220 Ohm in die symmetrischen Zuleitung zwischen Antennenbuchsen und Tuner ein, und schaltete 390 Ohm parallel zu den Antennenbuchsen.

Damit ist das Verhalten des Gerätes wieder einwandfrei. Auch die Empfindlichkeit ist ausreichend...

 

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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09.Dec.08 21:52

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Hallo Herr Birkner, hallo Forum.

Um einmal zu zeigen, dass es nicht immer an den Technikern lag, wenn was nicht so ganz in Ordnung war, drei Beispiele meiner Lieblingmarke SABA.

Es gab in den einschlaegigen Normen oder Testverfahren in "D" und "USA" eine Messung:

ab welcher Eingangspannung wird der UKW- Oszillator ausgeblasen?

Im Jahr 1953 hatten die UKW- Teile von Saba ( EF80 und EC92) eine Regelung von der H. Birkner hier spricht.

 

1955 mit der neuen ECC85 wieder keine Regelung.

 

 

 

Dann 1961 oder schon eher mit ECC85 wieder eine Regelung.

 

 

 

Ersparen Sie mir dazu Erklaerungen zu bringen, die ich wohl kenne, aber nicht hier ausbreiten will.

Dies ist eine spontane Aktion, also nicht abgesprochen!

Viel Spass beim Studium.

Gruss Knoll

EDIT: jetzt habe ich noch den Nachbrenner eingeschaltet.

Bei  einigen TV Geraeten mit einer aufwaendigen Regelungstechnik, war ab Werk ein Wunderwerk (R im Antennenkreis)  der Technik eingebaut.

 

 

 

 

This article was edited 09.Dec.08 22:43 by Hans M. Knoll .

  
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