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grundig: 5050W; Klang

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Werner Riethmüller
Werner Riethmüller
 
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02.Aug.05 13:52

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Wie gut muss der Klang dieses Radios sein? Ich besitze ein solches Gerät, der Klang kraftvoll und laut, jedoch insgesamt "flach" d.h. die Höhen und Bässe sind nicht richtig einzuorden. Der Bassregler reagiert nicht richtig, bei vollem Bass wird das Gerät nur leiser, der Bass aber nicht stärker! Da 2 Kondensatoren des Basspottis parallel geschaltet sind. Ist dies normal?
Alle Kondensatoren habe ich gemessen, ggf. erneuert.
Ich habe keine Vergleichsmöglichkeit, höre nur immer, dass der Klang unschlagbar sein soll! Ist das Gerät klanglich denn so gut wie z. B. ein Saba Freiburg oder eine große Siemens Schatulle?
Danke
Werner Riethmüller
Andreas Steinmetz
 
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02.Aug.05 16:26

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo Herr Riethmüller,

die Beurteilung des Klanges ist meistens sehr subjektiv. So bin ich z.B. nicht der Meinung, daß die alten Sabas so gut klingen, wie oft behauptet wird. Das gilt auch für einige Schatullen, aber nicht alle. Die Bässe sind meist stark übertrieben und dröhnen fast nur mit einer Resonanzfrequenz herum. Ich verstehe unter einem guten Klang präzise zu verfolgende Baßmelodien und verfärbungsfreie Höhen, also möglichst natürlichen Klang, der einem auch nach Stunden nicht auf die Nerven geht. Aber wer es gerne dröhnend mag...
Hier können wir nur den Teil der Frage beantworten, der sich halbwegs objektivieren läßt. Die Geräte 4040, 5040 und 5050 in der 3D-Version haben in der Tat einen recht guten Klang. Sie haben einen sehr großen Oval-Lautsprecher mit speziellen konstruktiven Feinheiten, der für sehr tiefen, aber nicht dröhnenden, druckvollen Baß sorgt. Ihr Modell 5050 (ohne 3D) hat zwei runde Lautsprecher mit integriertem koaxialen Hochtöner. Diese Bestückung liefert sehr gute Ergebnisse im Mittel- und Hochtonbereich, aber im Baßbereich klingen diese Geräte prinzipiell eher flach. Der Baß dröhnt nicht und wird wegen der gut unterdrückten Eigenresonanz sehr präzise wiedergegeben. Heute würde man "analytisch" dazu sagen. Machen Sie doch mal eine längere Hörprobe: vielleicht gefällt Ihnen der Klang am Ende doch viel besser, obwohl er nicht so "spektakulär" ist.
Abgesehen von diesen Grundgedanken sollte man aber technische Fehler vorher ausschließen: Wenn Sie schon alle Kondensatoren gewechselt haben, kontrollieren Sie doch noch einmal die Schaltung des NF-Verstärkers. Vielleicht hat dort doch jemand etwas verschaltet? Die Sache mit den beiden Cs und der Wirkungslosigkeit des Baßstellers klingt verdächtig. Außerdem kontrollieren Sie auch den Gegenkopplungskanal von der Sekundärseite des Ausgangstrafos zurück. Mitunter kann auch eine Unterbrechung der GK-Wicklung vorhanden sein (letzteres z.B. sehr oft beim Grundig 5005). Auch der Ausgangstrafo könnte theoretisch verantwortlich sein, indem die Primärwicklung einen Teilschluß hat, aber das ist nicht so einfach feststellbar. Zu guter Letzt noch ein Tip: Manche alten Lautsprecher haben im Laufe der Zeit soviel ihrer ursprünglichen Elastizität eingebüßt (Membran, Zentrierung), daß sie merklich "hart" geworden sind und eine deutlich erhöhte Resonanzfrequenz aufweisen. Eine Lösung dieses Problems suche ich selbst noch...

Gruß

Andreas Steinmetz

This article was edited 02.Aug.05 16:38 by Andreas Steinmetz .

Andreas Steinmetz
 
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03.Aug.05 13:38

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Riethmüller,

im gestrigen Post ging es hauptsächlich um den Baßbereich. Nachzutragen wäre noch, daß die koaxialen Hochtöner nach dem elektrostatischen Prinzip arbeiten. Leider sind diese Systeme nach so langer Zeit meistens defekt oder zumindest stark eingeschränkt funktionsfähig. Siehe dazu http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=18685#post18727 oder weitere Threads, zu erreichen über unsere Suchfunktion.
Das kann natürlich die Ursache für die "flache" Wiedergabe im Hochtonbereich sein. Nichtsdestotrotz sollte man auch die Vorspannungserzeugung und den Aufwärtstrafo vor den Hochtönern überprüfen.
Ob es letztlich überhaupt einem Kollegen schon mal gelungen ist, einen elektrostatischen Hochtöner zu reparieren, und wer möglicherweise mit den benötigten Materialien weiterhelfen kann, würde mich auch brennend interessieren.


Grüße

Andreas Steinmetz

This article was edited 03.Aug.05 13:39 by Andreas Steinmetz .

Werner Riethmüller
Werner Riethmüller
 
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03.Aug.05 23:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo Herr Steinmetz,
ich habe den Gegenkopplungskanal geprüft und siehe da, es lag tatsächlich eine Unterbrechung der GK-Wicklung vor. Habe den Schaden behoben und nun klingt das Radio sehr gut!!
Der Basspotti reagiert sehr gut, der Bass ist stark aber nicht aufdringlich und die Höhen sind sehr naturgetreu!!
Es gibt sicher Radios die Höhen und Bässe noch besser trennen, hierzu zähle ich den Saba Freiburg 3DS, aber wie von Ihnen schon angedeutet ist der Klang nicht aufdringlich und geht einem auch nach Stundenlangem hören nicht auf die Nerven!
Beste Klangergebnisse bringt das Radio wenn der Bass und Höhenpotti in "Mittelstellung" positioniert wird!
Ich bedanke mich, Sie haben mir sehr geholfen!!
Leider habe ich selbst auch noch nie einen elektrostatischen Hochtöner repariert, sobald ich etwas in Erfahrung bringen kann, werde ich den Beitrag veröffentlichen.
Andreas Steinmetz
 
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03.Aug.05 23:33

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5
 
Hallo Herr Riethmüller,

na das stimmt mich ja froh! Eine Frage noch zum Schluß, wegen der "Pannenstatistik": War die Unterbrechung im Ausgangstrafo selber, und wenn ja: wie haben Sie das repariert? Oder lag es nur an der Verdrahtung?


Andreas Steinmetz
Werner Riethmüller
Werner Riethmüller
 
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04.Aug.05 17:02

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Hallo Herr Steinmetz,
ich habe den Ausgangstrafo nicht repariert. Glücklicherweise hatte ich in meinem Ersatzteillager noch einen Trafo. Den habe ich eingebaut und es hat sofort gut funktioniert.
Einen Ausgangstrafo zu reparieren, heißt diesen neu zu wickeln, steht in keiner Relation vom Zeitaufwand her gesehen. Sicher ist dies machbar, aber ich verbaue dann immer lieber Ersatzteile, geht einfach schneller.
Übrigens mache ich es mit defekten Lautsprechern genauso, ich kaufe mir falls ich das passende Ersatzteil nicht habe ein "Schrottgerät" bei Ebay und schlachte dieses dann aus.
Schöne Grüße
Werner Riethmüller
  
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