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saba: Halbbild 5cm versetzt

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Thomas Wuwer
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12.Apr.22 14:50

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Bei dem SABA Schauinsland 805, der auf meiner Werkbank steht, ist ein Halbild sauber ca 5cm nach rechts versetzt. Hat jemand der Kollegen ein Tipp woran das liegen könnte? Der Fernseher ist inzwischen nach Kondensatorkur und Röhrentausch wieder so weit, dass das Bild synchronisiert. Vielen Dank, Thomas Wuwer

Ingo Heidinger
 
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16.Apr.22 21:03

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Hallo Herr Wuwer,

bekanntlich ist das mit Ferndiagnosen so eine Sache. Ich hab mal in den Tadej geguckt und kein passendes Bildschirm-Fehlerbild gefunden und auch ein bißchen über dem Schaltbild gebrütet.

Da fällt mir im Moment kein typischer Fehler ein. Bei Synchronisier-ICs aus den 80ern mit einem Digitalzähler drin könnte ich mir so einen Horizontal-Synchronimpuls-Versatz am Ausgang vorstellen, der nur bei einem Halbbild - also alle 20 ms - wirksam ist; wenn der interne Digitalzähler eine Macke hat.

Aber wir sind hier Ende der 50er mit direkter Synchronisierung des Vertikal-Sperrschwinger-Oszillators und einem »Synchronphasenvergleich-AFR-System« für die Horizontalsynchronisierung. Da gibt es keine so exakt "abgezählten" Verhältnisse.

Es sei denn.... Sie haben einen Testbildgenerator, der die Vertikalfrequenz aus dem Netz gewinnt und einen "tauben" Elko C902 für die Spannungsebene "+4". Dann bliebe der Netzbrumm quasi "stehen", den man ansonsten und üblicherweise als "Beule" in senkrechten Linien wahrnehmen würde. Wobei die "Beule" langsam nach oben oder unten wandert.

Also müssen wir hier noch etwas wissen:

  • Wie sieht das Fehlerbild genau aus? Ein Bildschirmfoto wäre sehr hilfreich.
  • Welchen Testbildgenerator setzen Sie ein?
  • Ist das Bild dieses Testbildgenerators an einem anderen Gerät o.k.?
    ... Nicht das wir an der falschen Stelle suchen ...
  • Wie steht es um die Netzteil-Elkos, speziell um C902, C907 und C905?
  • Welche Röhren haben Sie schon getauscht?

Grüße
Ingo Heidinger

Ingo Heidinger
 
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24.Apr.22 15:54

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Ich habe doch noch ein bißchen in dem Tadej-Buch geblättert und bin auf folgende Abbildung gestoßen (Klick > Originalgröße):

Tadej Abbildung 514

Das kann unter Umständen tatsächlich wie ein "sauberer" Halbbild-Versatz aussehen, ist aber keiner. Die Ursache liegt in unkontrollierten / ungedämpften Schwingungen in der Horizontal-Endstufe in Kombination mit den Ablenkspulen. Das kann man ggf. sogar an einem schrillen Zusatzton aus dem Bereich wahrnehmen.

Beim Blick auf das Schaltbild fällt mir auf, daß Saba erstaunlich wenige Schaltelemente (hauptsächlich R-C-Kombinationen) rund um den Horizontaltrafo plaziert hat, die der Eindämmung solcher Schwingungen dienen sollen. Ein Beispiel: Andere Hersteller (z.B. Philips) haben zu dem Kondensator - der hier C714 heißt - noch einen Widerstand im Bereich von 1,5 bis 2,7 kΩ in Reihe geschaltet. 

Achtung: Arbeitshypothese! Der Beseitigung solcher Schwingungen widmet Tadej ein ganzes Unterkapitel, man sollte sinnvollerweise danach vorgehen.

 

This article was edited 24.Apr.22 15:55 by Ingo Heidinger .

Thomas Wuwer
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30.Apr.22 09:06

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Guten Morgen Herr Heidinger,

ganz herzlichen Dank für Ihre Antworten. Das ist eine interessante und vielversprechende Fährte.

Ich war auch bereits suf dem Weg, dass möglicherweise Kondensatorprobleme eine Brumm-Überlagerung erzeugt haben könnte - das war es aber nicht. Alle infrage kommenden Cs sind jetzt ersetzt, alle Röhren durchgemessen und schwächelnde Röhren ersetzt. Den König-Prüfsender haben wir an einem anderem Fernseher getestet und für einwandfrei befunden (wir benutzen das Gitterbild).

Ihr letzter Hinweis könnte jedoch treffen. Das muss ich untersuchen, wenn wir das nächste Mal an den Fernseher gehen. Von Ihren drei Bildern trifft das dritte Bild ziemlich genau zu

Es gibt auch ein braunes, einpoliges Kabel mit Stiftstecker dran, welches wir bisher nicht verorten konnten - sieht nach Massekabel aus, welches irgendwo - wahrscheinlich an der Röhre angesteckt gehört. Auch das werden wir noch nachverfolgen. Könnte ja möglicherweise auch der Grund für eine Schwingneigung sein.

Dienstag in einer Woche ist wieder SABA-Tag. Ich melde mich wieder, sobald wir einen Schritt weiter sind.

Nochmals ganz herzlichen Dank für Ihre fachkundige Hilfe.

Freundliche kollegiale Grüße,

Thomas Wuwer

Thomas Wuwer
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03.May.22 13:08

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Thomas Wuwer
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03.May.22 13:11

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Hallo Herr Heidinger, das ist mal ein Bild vom schwarz-weissen Kästchenbild - nicht schön, aber erkennbar. Das einzelöne Kabel diente der HF-mäßigen Erdung der Ionenfalle, hatte also keinen Einfluss... Liebe Grüße, T.Wuwer

Ingo Heidinger
 
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06.May.22 16:42

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Hallo Herr Wuwer,

das Bildschirmfoto hilft tatsächlich schon mal weiter, denn es lenkt die Fehler-Hypothese weg von den wilden Schwingungen, die sich ausschließlich um den H-Trafo samt Ablenkspulen bilden können. Dazu müßte nämlich der Zeilenversatz in der rechten Bildschirmhälfte wenigstens ein bißchen weniger werden. Denn etwas Dämpfung ist im Ablenkkreis immer vorhanden.

Aber so wie das hier aussieht, haben wir es mit Schwingungen zu tun, die die ganze Horizontalendstufe - beginnend von der Aufsplittung der H- und V-Sync-Impulse beim Differentialtransformator Tr 701 - umfassen. Der ganze (getastete) Regelkreis zur Horizontal-Synchronisierung hat Regelschwingungen. Daran ist erfahrungsgemäß mehr als ein Bauteil schuld.

Da hilft nur ein schrittweises Vorgehen nach der Ausschluß-Methode. Nach etwas Hin- und Herspringen in dem Tadej-Buch würde ich folgende Prüfreihenfolge vorschlagen:

  • Ist der Zeilenkäfig wirklich an allen dafür vorgesehenen Stellen gut leitfähig mit dem Chassis verbunden? Sonst könnte aus dem sehr „lauten“ Inneren etwas parallel – aber mit „falscher“ Phase im Vergleich mit der Leitung an Anschluß „3“ in den Phasenvergleichsteil geraten. Wenn es weitere Abschirmmaßnahmen (z.B. Trennbleche oder metallische Trennstege) rund um die Horizontal-Endstufe geben sollte, auch die mal kritisch begutachten.
  • C 714 (vermutlich ein keramischer Rohrkondensator) auf korrekte Kapazität prüfen.
  • Die PY81(83) mal testweise gegen ein anderes Exemplar tauschen. Diese Röhren sind als Anfacher von ungewollten Schwingungen schon öfter aufgefallen.
  • Hat die Boosterspannung an Anschluß „6“ den richtigen Wert von 660 V und läßt sie sich mit R 703 (vorsichtig!) verstellen?

Wenn bis hierhin alles O.K. war, aber keine Besserung eingetreten ist, dann:

  • Die 6 Oszillogramme rechts vom Vertikal-Ausgangstrafo prüfen. Vielleicht ist der Hinweis überflüssig, aber: Nur mit Trenntrafo für den Fernseher!!!
    Günstig wäre es, wenn das Oszi mit dem Synchronsignal aus dem Bildmustergenerator extern synchronisiert wird, dann wird das Schirmbild im allgemeinen ruhiger. O.K., hier erstmal nicht; die „Zacken“ werden auf der X-Achse hin- und herwackeln.
  • Sollten auch die Oszillogramme in Form und Höhe O.K. sein, die Bauteile rund um den Differentialtransformator prüfen. Also alles mit den Nummern 701 bis 708 (R 708). Da könnten Einige mit nur 5 % Toleranz dabei sein, dann sind die Werte tatsächlich kritisch. Evtl. noch vorhandene Papierkondensatoren unbedingt tauschen. Auch P 701 und P 702 dürfen nicht „knistern“.
  • Die im Schaltbild eingezeichnete Abschirmung auf dem Kabel zu P 701 muß intakt sein.

Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit werden 2 Oszillogramme aber nicht O.K. sein, wenn man den Herren Tadej und Heinz Lummer (mit einer älteren Ausgabe von „Erfolgreicher Fernseh-Service“) glauben darf. Aber man soll hier im Forum ja keine Mutmaßungen bei Ferndiagnosen äußern, außer man wird ausdrücklich gefragt...

Übrigens: Ich sehe auch ein Problem mit der Vertikal-Linearität. Sind C 609 und C 610 schon getauscht? Ohne einen Tausch der Papierkondensatoren wird man die Linearität allein mit den Trimmern nicht befriedigend einstellen können, so meine Erfahrung.

Das mal als erster Aufschlag

Ingo Heidinger

Thomas Wuwer
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18.May.22 06:43
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Herr Heidinger,

ganz herzlichen Dank für Ihre vielen sehr nützlichen Hinweise. Die meisten Dinge haben wir bereits gemacht jedoch ohne wesentlichen sichtbaren Erfolg. Momentan drehen sich unsere "Ermittlungen" um den Zeilensperrschwinger, der mit lediglich 11KHz bis 12,5KHz schwingt, je nach Justage. Dessen Schwingkreis haben wir im ausgebauten Zustand bereits auf 18,5KHz gebracht, jedoch ohne Erfolg für die Frequenz des Sperrschwingers. Das erste beigefügt Oszillogramm zeigt das Signal an den Dioden D701 / D702, das Zweite an der Anode des Sperrschwingers.

Kann es sein, dass eine verwendete PY88 statt der PY81/83 die überlagerte Eigenschwingung erzeugen könnte? Sie ist zwar als Nachfolgetype für PY81/83 angegeben, besitzt aber höhere Leistungswerte.

Ihnen einstweilen ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

  
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