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heli: LK 6: Verwirrung um Heli-Kugelboxen

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Wolfgang Eckardt
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07.Aug.12 18:01

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Die Heli-Kugelbox LK6 enthält ein Lautsprechersystem L2301, 130 mm Durchmesser, und ist somit festgelegt auf eine Nennbelastbarkeit von 6 VA  (Musik 10 VA) und 6 Ω Nennwiderstand. Das ist auch per Typenschild belegt. Der Kugeldurchmesser beträgt 260 mm, das Volumen 6 Liter.

Nun wird in verschiedenen Quellen im www bei der Bezeichnung LK6 zusätzlich B7123 angefügt, so dass das Modell - so auch im Radiomuseum -  den Namen

LK 6   B 7123 trägt.  (1. Frage: warum?)

Allerdings stimmen die Daten im RM nicht mit dem Typschild überein. Im RM steht: 10 VA Nennbelastbarkeit, LS-System L2322.

Eine fast identische Kugelbox wurde dann später von Statron hergestellt. Die Front trägt nicht mehr den Ring, denn das metallische Lautsprechergitter wurde von vorn nur rastend aufgesteckt. Das Volumen von 6 Liter und die Lautsprecherbestückung stimmen überein, nur heißt diese Box von Statron

B 7121.

Nimmt man Unterlagen der Firma Statron zur Hand, so sind dort zwei Kugelboxen mit 6 l Volumen aufgeführt:

1. die bereits genannte B7121 mi dem Lautsprecher L2302, 6 VA, 4 Ω.

2. ein Box B7123, mit dem Lautsprecher L2322, 10 VA, 4 Ω.

Nun mein Fragenkomplex 2 :

Warum hat man (wer?) der HELI  LK6 den Zusatz B 7123 gegeben? (und viele haben es abgeschrieben....)
Ein Vergleich beider Boxen wäre doch höchstens zwischen LK6 und B7121 zulässig, da beide die gleichen Leistungs-Daten besitzen bis auf den Nennwiderstand!
Oder gab es die LK6 auch mit dem 4-Ω-Lautsprecher L2302 oder gar L2322? 

Meiner Meinung nach sind die beiden Boxen von Heli und Statron doch nur vom Volumen und dem eingebauten Lautsprechersystem, also auch von der Leistung her vergleichbar, aber  nicht identisch!
Die LK6 von HELI ist ein eigenständiges Modell, die später von Statron gebaute B7121 ebenfalls. Ein Vergleich wäre nur zwischen diesen beiden Modellen bezüglich der Daten und Abmessungen zulässig - aber ohne einen Zusatz zur Modellbezeichnung. Die B7123 ist ja für eine höhere Leistung vorgesehen und trägt ein anderes Lautsprecherchassis (L2322), ist somit nicht vergleichbar mit der LK6.

Meine 3. Frage:

In den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen wird das Material, aus dem die Kugelboxen bestehen, PUR-Hartschaum ( Polyurethan  genannt, also ein Plastik-Produkt.

Man findet aber im www auch Hinweise, dass diese Kugelkörper aus Pappe gebaut seien, dem "Tisch-Globus" abgeschaut.
Ich kenne nur diese Lautsprecher aus Plastik und nicht aus Pappe. Kann jemand belegen, dass vielleicht in der Anfangsphase des Baus dieser Lautsprecher Pappe und nicht Kunststoff zum Einsatz kam?

Dazu möchte ich anmerken, dass dieser PUR-Hartschaum sich wirklich recht "pappig" anfühlt, nicht vergleichbar mit Bakelit oder einem Thermoplast. (Unter Pappe als Grundkörper stelle ich mir das Innenteil einer Toilettenpapierrolle vor!)
Die Oberflächen der Kugeln wurden im Laufe der Zeit der "Mode" entsprechend in ihrer Struktur verändert von "Raufaserputz" bis "Schleiflack", beides lackiert.

Nachträgliche Anmerkung: Zur Herstellung der K20-Kugeln gibt es wirklich Hinweise darauf, dass diese in einer Kartonagenfabrik nach dem Vorbild der Globus-Herstellung entstanden. Das war aber mit Sicherheit nicht bis zum Ende der Fertigung dieser "Kugeln" so,  da es sie ja auch in PUR-Hartschaum gibt. (Vielen Dank für den Hinweis Herr Ronneberger!)


Trifft diese Pappmaché-Produktion auch für die kleineren Kugeln zu?


Unklarheiten gibt es auch bei der Modellbezeichnung der HELI Kugelbox "K10 Sensit", die den Zusatz B7121 trägt, im Radiomuseum (und auch an anderen Stellen im www) also die Modellbezeichnung trägt

K 10 sensit  B 7121

Die Bezeichnung K10 sensit  erinnert sofort daran, dass es auch einen sensit K20 von Heli (später von Statron) gibt, der sogar mit Bild im RM vorhanden ist. Aber es gibt kein Bild eines K10 sensit, habe selbst auch noch keinen wirklich mit Typenschild gesehen. - Wohl aber ein Modell mit der Bezeichnung

B 7123 von Statron,

das die gleichen Daten aufweist: 10 VA Nennleistung, 4 Ω, Lautsprechersystem L3222.

Deshalb ergeben sich für mich weitere Fragen:

4. Warum der Zusatz B 2721 zu diesem K10 sensit? Wenn ein Vergleich mit dem Statronmodell sein soll, dann doch höchstens der Zusatz B 7123 - also K10 sensit B 7123 ?

5. Gibt es diesen K10 sensit überhaupt von Heli fabriziert? Wurde vielleicht das Modell B 7123 nur von Heli  verwendet für seine Sensit-Modelle RK5 sensit .....etc. und der Name für die mit dem Receiver benutzten Kugelboxen hat sich irgenwie damit verbunden? 

Ich hoffe, dass meine aufgeworfenen Fragen auch belegbare Antworten finden, damit hier noch vorhandene unlogische (für mich jedenfalls) Zusammenhänge geklärt werden können.

Danke sagt

Wolfgang Eckardt 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

This article was edited 07.Aug.12 22:01 by Wolfgang Eckardt .

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zu 3.

Ja, diese Boxen wurden ursprünglich aus Pappmaché hergestellt. Ich habe selbst noch ein Exemplar der LK6, das durch den "sanften" Transport durch DHL in der Mitte aufgeplatzt ist.

In Kamprad/Mitteldeutscher Rundfunk/Radiogeschichten ist auf Seite 275 ein Foto zur Herstellung der HELI-Kugeln, "die bei der Globusherstellung abgeguckt wurde".

Wolfgang Eckardt
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Vielen Dank Herr Ronneberger für Ihre Antwort. Ich habe das erwähnte Bild noch nachträglich in meinen ersten Beitrag eingearbeitet.

Nach weiteren Mails und Telefonaten lassen sich folgende Vermutungen (noch keine Beweise!) aussprechen:

1. Die Kugelkörper der HELI  LK6 und der K20 sensit bestehen aus Pappe und wurden so gefertigt, wie es das Bild in Post 1 zeigt. Daher auch die Befestigung des Lautsprechers von der hinteren Mitte der Kugel aus, denn in einem Pappkörper wäre wahrscheinlich ein Lautsprecher nicht zuverlässig von einer Seite aus zu verschrauben. Der Ring vorn bildet nur einen optischen Abschluss.

Herr Hartmut Schmidt, der sich intensiv mit der Firma HELI befasst und auf seiner Homepage *heliradio.de   interessante Fakten und Bilder bringt, äußert sich zur LK6:

"Notgeburt" der Fertigung
(Gestaltung ohne Dietels Beteiligung)
 

2. Die später gefertigten Kugelkörper von STATRON für die Kugelboxen B7121 und B7123 sind eindeutig aus PUR-Hartschaum! Das steht auch so auf Prospekten der Firma.

Genauere Untersuchungen einer dieser Kugelkörper nach einem Telefonat mit RM-Mitglied Klaus-Hartwig Müller (danke für die fachkundigen Hinweise!) brachten dann auch den Beweis dafür - siehe Bild:

Ein kompletter Kugelkörper lässt sich aus PUR-Hartschaum, der eine hellbraune Färbung besitzt, nicht in einem Arbeitsgang herstellen, nur zwei Halbschalen lassen sich zusammenkleben. Und beides wurde entdeckt, sowohl die Klebenaht zwischen den beiden Halbkugeln - geschickt verdeckt durch die umlaufende Nut - als auch die typische hellbraue Färbung (siehe Bild: Inneres der Kugel).
Der fertig zusammengeklebte Körper wurde anschließend außen weiß gespritzt (Farbsprühreste sind an dem inneren Rand zur Aufnahme des Lautsprecherchassis zu sehen), z.T. auch mit leichter Struktur. In den 10 mm starken Innenrand (schwarzer Filzring für LS-Auflage) lassen sich mühelos Holzschrauben für die sichere Befestigung des Lautsprechers und der 3 Kunsstoffteile für das abschließende Einrasten des Abdeckgitters (eine Art "Druckknöpfe", s. folgendes Bild) einbringen.

Gefüllt ist der Hohlkörper mit Teilen einer lockeren Textilfasermatte (siehe oberes Bild).

Damit wäre eine Frage zum Material beantwortet - weitere Fragen zur Typenbezeichnung bleiben noch offen!.

Noch nicht ist gesichert, ob die großen Kugeln der K20-Box, die ja später auch bei STATRON gebaut wurden, weiterhin aus Pappe sind oder ob sie nach der gleichen Technologie wie die "kleinen" bei STATRON entstanden. Das könnten Besitzer dieser "großen Kugeln" ja einmal untersuchen. Beide sind im RM vorhanden: Heli K20 sensit und Statron K20 sensit.....- ich vermute, die "Papptechnologie" wurde beibehalten und die "großen Kugeln" sind nicht aus PUR-Hartschaum. (?)

Es soll auch noch eine LK20 von HELI geben, leider ohne Bild, mit schwarzer Oberfläche - woraus ist der Körper??

W.E.

 

 

 

This article was edited 09.Aug.12 21:22 by Wolfgang Eckardt .

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09.Aug.12 22:47

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Hallo Herr Eckardt,

an eine LK20 in schwarz kann ich mich nicht erinnern, und auch keine Belege dazu finden. Wohl aber muß es eine LK22 in schwarzem PUR-Schaumgehäuse gegeben haben. Das Modell ist zu sehen auf der Homepage von Herrn Schmidt. Leider sind keine weiteren Daten angegeben. Es ist auch nicht sicher, ob das Modell je in Fertigung gegangen ist.

 

M. Seiffert

Wolfgang Eckardt
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09.Aug.12 23:00

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Eine LK22 von Heli ist bei Wikipedia zu sehen - gesehen habe ich sie original noch nie....

Bild aus Wikipedia - Urheber und Quelle: Klaus Dietz, Limbach-Oberfrohna
Lizenz:
Common License

Die in voriger Post erwähnte LK20 und auch die HELI LK10 sind noch "nebulös"...

Auf der Seite "...rft-hifigeraete..." heißt es dazu lapidar:

"Die Einwegeboxen K 20 Sensit wurden in den Siebziger bei der Hempel KG in Limbach-Oberfrohna (HELI) produziert. Sie sind bestückt mit dem 21cm-Breitbandlautsprecher KSP 215 und in ein weißes Kugelgehäuse aus Pappverbundstoff eingebaut. Die Nennbelastbarkeit beträgt 20 VA bei einer Höchstbelastbarkeit von 25 VA. Bei den LK 20 wurde nur das  Gehäusematerial überarbeitet."Gehäusematerial überarbeitet.
 GGGehäusematerial überarbeitet.
 Gehäusematerial überarbeitet.
  

W.E.

This article was edited 31.Aug.12 07:35 by Martin Renz .

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Ergänzung zu Post 3 Punkt1 :

Die Mutter an der Rückseite des mit Polsterwatte gefüllten Gehäuses presst den Frontring mit dem Lautsprecherchassis über den u-förmigen Haltewinkel an das Papp-Gehäuse.

Haltewinkel für Lautsprecher

einfach - aber genial

Nachtrag :

Die Bohrungen im Haltewinkel sind zur Befestigung eines kleinen 100-Volt-Übertragers vorgesehen. Diese Ausführung für ELA-Anlagen war im Speisesaal der Jenaer Schott-Glas-Werkes eingebaut.

This article was edited 10.Aug.12 09:56 by Uwe Ronneberger .

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In Elektroakustische Heimgeräte von Feller/Warg findet sich 1983 folgende Übersicht :

 

Attachments:

Wolfgang Eckardt
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14.Aug.12 10:36

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Vielen Dank Herr Ronneberger für die Informationen, besonders für das Bild vom "Innenleben" der LK6.

Wäre es nicht sinnvoll, dieses aufschlussreiche Bild auf die Modellseite zu laden?
Ich kenne die LK6 nicht so genau und habe mich immer gefragt, wie das Lautsprecherchassis in der relativ dünnen Pappkugel sicher befestigt wurde. Jetzt verstehe ich es.

Die Modellseite zum LK6 wurde korrigiert, so dass sie nun hoffentlich den wahren Fakten enspricht. - (Evtl. ist das erste Baujahr noch zu korrigiern...?)

W.E.

Wolfgang Eckardt
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27.Aug.12 22:01

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Die ersten Unklarheiten zu den Heli-Kugelboxen konnten beseitigt werden.

Die im RM bisher angelegte Heli-Kugelbox K10 sensit gab es nicht. Durch Recherchen mit verschiedenen Sammlern hat sich ergeben, dass dieses Modell durch Fehlinformationen, Vermutungen und falsche Schlussfolgerungen "entstanden" ist. Auch unfachmännische Angaben durch Verkäufer beim größten Internet-Versteigerungshaus trugen zu diesen Fehlinformationen bei!  Sie wurde inzwischen aus der Datenbank gelöscht.

Neben der bekannten kleinen "Pappkugel" LK6 von Heli gibt es in dieser Größe (6 Liter) - wie schon in Post 3 vermutet - nur die beiden Kugelboxen B7121 (6 VA) und B7123 (10 VA) aus PUR-Hartschaum.

Noch nicht geklärt ist die Existenz der Heli-Box LK20, die ja auch im RM ohne Bild gelistet ist, bisher sind aber nur

Typenschilder der K20 sensit, der 33 cm großen "Pappkugel" bekannt, die zuerst bei HELI, später bei STATRON gebaut wurde.

Was ist mit dieser LK20?

Wolfgang Eckardt

 

This article was edited 27.Aug.12 22:04 by Wolfgang Eckardt .

  
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