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Ihre Hilfe zu offenen Fragen zur Entwicklung des Fernsehens

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Wolfgang Scheida
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04.Jan.06 13:44

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Sehr geehrte Sammlerkollegen.

Zuerst alles Gute zum neuen Jahr!

Auch nach intensiver Untersuchung der einschlägigen Fachliteratur gibt es für mich auch oder gerade bei der Fernsehentwicklung in Europa viele weise Flecken.

Vielleicht ist Ihnen der eine oder andere Punkt einmal untergekommen und Sie können mir eine Literaturangabe, einen Scan,  Inet Seiten oder ähnliches zukommen lassen.

Vielen Dank für Ihre Mühe im Vorhinein!

Mit freundlichen Grüßen W. Scheida

Auszug an offenen Fragen zur Entwicklung des Fernsehens in Europa

Die Untersuchungen beziehen sich auf die Entwicklung des Elektronischen Fernsehens hin zu einem öffentlich zugänglichen Publikumsbetrieb. Reine mech. Systeme sind vorläufig unberücksichtigt.

Allgemein:

Untersuchung von Ursache und Wirkung der unterschiedlichen Ton/Bild Abstände in den Normen bis etwa 1948: 

Italien: 3,50 MHz

GB: 3,5 MHz

Paris: Vor und nach der Okkupation 4,0 MHz  46/42 MHz

Während der Besetzung: 46/43,2MHz = 2,8 MHz?

Berlin: 2,8 MHz 

Wieweit behinderte die Deutsche Normierung vom Sender Berlin eine Erhöhung der Videoauflösung von höher als etwa 2,5MHz?

Oder wurde bereits beim 1. Sender das Restseitenbandverfahren angewendet?

Gibst es bekannte deutschsprachige Literatur über die Fernsehpioniere: Kalman Tihanyi und

ULISES ARMAND SANABRIA?

Weshalb gab es nach 45 von den Siegermächten keine Übernahme der Deutschen Rechteckbildröhrentechnik wie sie im E1 verwendet wurde?

Die ersten TV Geräte hatten einen koaxialen Antenneneingang der mit etwa Anfang der 1950er Jahre auf symmetrischen Eingang umgestellt wurde - Warum?

Nach Länder Themen:

Deutschland:

  1. Gab es eine Absicht zur Einführung einer "Eurovision" (Zusammenschaltung von Fernsehstationen wie etwa Berlin - Paris und Rom) im 3. Reich
  2. Sind Gedanken zu Breitband Koaxial/Richtfunksystemen aus dieser Zeit (bis 45) vorhanden,

Derzeitiger Infostand: 9/1936 - 2,5 GHZ Richtfunksystem in Bau oder Planung zwischen Paris und Marseille mit 3m Parabolantennen und 240 Zeilen- 500kHz Video;

  1. Wie hätte die Anbindung des Senders Brocken an Berlin funktionieren sollen?

Verbleib der in Berlin und Paris verwendeten fernsehtechnischen Einrichtungen nach 1945:

Derzeitiger Infostand: Es soll Verlagerungen nach Gotha, Bufleben und Garlitz in ein Salzbergwerk gegeben haben.

  1. Welche Polarisation verwendete der Reichssender Paul Nipkow/ Witzleben?

  

Frankreich:

  1. Warum war das Fernsehen in Frankreich obwohl technisch vorhanden nicht im selben Maß öffentlich präsent wie in GB?
  1. Weshalb wurde obwohl man die 441 er Norm nicht mehr wollte dennoch der Betrieb gestartet obwohl max. 3.000 Geräte in Betrieb waren?
  1. Wieweit war Multinorm Empfang für London 405, Holland 625 damals bis 1960 möglich? - unter Berücksichtigung der anderen Video Polarität und des FM Tons!
  1. Warum wurde auch beim 819 Zeilen Bild die  positive Videopolarität gewählt und nicht auf Erfahrungen aus den USA mit der Negativ Normierung zurückgegriffen?
  2. Weshalb ist der FM Ton nicht in das System integriert worden, Keine Lizenz?

Das hätte den Bau der Geräte vereinfacht/verbilligt da dann das Intercarriersystem anstelle des aufwendigeren Paralleltonverfahrens einsetzbar gewesen wäre.

  1. Es werden in der Französischen Nachkriegsliteratur gleichzeitig 441, 450 und 455 Zeilen als Sendenorm genannt! Warum?

Wechselte Paris nach belieben? Oder sind 450 nur ein Überbegriff für die Zeilenzahl 441 da sich ja sonst ein Zeilensprungverfahren schwer realisieren lässt.

  1. Weshalb wurde in Frankreich nach Einführung des 819 Zeilen Systems nicht mit Bildwandlung 819/441 gearbeitet sondern mit einem aufwendigen 2. Kamerazug?
  2. Wieweit verbreitet waren Selbstbau Geräte bis Anfang der 1950er Jahre in Frankreich?

Umfangreiche Bauanleitungen für 441/819 Zeilen Geräte finden sich in Magazinen und Fachzeitschriften.

GB:

  1. Wieweit war Fernsehen vor dem Krieg nur Mittel zum Zweck der Radar Forschung? Speziell in GB?
  2. Wieweit verbreitet waren Selbstbau Geräte bis Anfang der 1950er Jahre in GB? Derzeit 2 Bausätze bekannt.

UdSSR

  1. Nach welchen Normen wurde bis kurz nach 45 tatsächlich in der Udssr gearbeitet?

Derzeitiger Stand: Anfang 180 Zeilen dann 240 Zeilen Leninrad, dann 343 Zeilen Moskau bis zur Wiederaufnahme des Fernsehens in September 1946 mit einem 52 MHz Experimentalsender, Dann Übernahme von 625 Zeilen die in Tannwald/CSSR mit Fernseh GmbH Auslagerungsbeständen normiert wurden? Parallel dazu die Arbeit von Walter Bruch für die Sowjets mit Lend/Lease US Geräten?

  1. Gesucht werden Detailinfos zur Weltraumübertragung des Fernsehbildes von Juri Gagarin (Übertragungsnorm/ Modulationsart) -

Derzeitiger Stand: Digitalisierungsähnliche Mosaikmuster im Übertragungsbild erkennbar;

100 Zeilen/10Bilder Standard, Vermutlich eine Variante der PCM? 

Italien:

Mit September 1939 wurde am Monte Mario ein Sender in Betrieb genommen.

Lieferung durch die Fernseh GmbH worüber in den Hausmitteilungen auch Nachweise vorliegen.

44,00MHz Bild, 40,50MHz Ton = 3,50 B/T Abstand,

Mit 8. September 1943 soll der Sender wieder von den Deutschen demontiert worden sein - Für welchen weiteren Einsatz?

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Eckhard Kull
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04.Jan.06 19:17

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Sehr geehrter Herr Scheida,

zuerst Ihnen ein gutes neues Jahr 2006!

Zu diesem recht umfangreichen Thema kann ich Ihnen mehrere Literaturquellen für Deutschland nennen:

1. Gerhart Goebel, Das Fernsehen in Deutschland bis zum Jahre 1945, Archiv für das Post- und Fernmeldewesen, August 1953, Herausgegeben im Auftrag des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen

2. Dipl-Ing. Joachim Kniestedt, Die historische Entwicklung des Fernsehens, Zur Eröffnung des Deutschen Fernsehrundfunks vor 50 Jahren in Berlin, , Archiv für das Post- und Fernmeldewesen, August 1985.

Der Autor Dipl.-Ing. Joachim Kniiestedt hat im Archiv für das Post- und Fernmeldewesen über viele Jahre hinweg Abhandlungen über Rundfunk- und Fernsehtechnik sowie Sendertechnik veröffentlicht.

3. G. Flanze und A. Gehrts, Fernsehen, Jahrbuch des elektrischen Fernmeldewesens, 1938,
herausgegeben von Dipl.-Ing. Friedrich Gladenbeck, Reichspostministerium.

4. Weitere Veröffentlichungen in dem Jahrbuch des elektrischen Fernmeldewesens.
Das Jahrbuch erschien von 1936 bis 1943, Herausgeber: Reichspostministerium und 1952 bis 1976, Herausgeber: Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen.

5. Der Fernsehdienst der Deutschen Reichspost von Dr. August Gehrts, veröffentlicht:
"Schriften des Instituts für Verkehrswissenschaft an der Universität Leipzig", Heft 6, 1938.
Eine Fotokopie dieser Abhandlung kann ich Ihnen zusenden.

Die o.a. aufgeführten Zeitschriften, auch das "Jahrbuch" wird in den Bibliotheken als Zeitschrift geführt, müßten Sie in der Österreichischen Staatsbibliothek oder in der Bibliothek der technischen Universität Wien zumindest im Lesesaal bekommen.
Sollte dies nicht funktionieren könnte ich Ihnen mit etlichen Abhandlungen leihweise aushelfen.

Viele Grüße
Eckhard Kull

Wolfgang Scheida
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09.Jan.06 14:10

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Sehr geehrter Herr Kull,

zu meiner völligen Überraschung erhielt ich schon heute Ihre Kopien!

Nach meiner Frankreich Recherche werde ich mich umgehend damit befassen und eine Zusammenstellung des Wissens hier veröffentlichen.

Danke das es solche Kollegen gibt.

mfG Scheida
Christian ADAM
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15.Jan.06 11:03

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4
Hallo Herr Scheida,
 
Bin leider kein Fernsehspezialist, mehr ein Radio und Radioröhren Spezialist. Ich schreibe Artikel in der Zeitschrift des CHCR (Club Histoire et Collection Radio).
 
Ich habe wenig Dokumente über die Geschichte des Fernsehens in Frankreich, und sie sind in Französich. Ich könnte eine Kopie senden, wenn sie es lesen können. Ich habe trotzdem geschaut. In meinem Buch (A. VASSEUR, De la TSF à L'electronique) steht:
 
(Frage 1): Scheinbar Wettkamf: in jedem Land wollte mann besser sein.
 
Erste öffentliche Vorführung in F: 14. April 31, Firma CDC (Compagnie des Compteurs), 30 Zeilen (30Z)
 
1931 hat Henri de France gute Ergebnisse mit 60Z und gründet die CGT (Compagnie Générale de Télévision). In 1932 sendet er Bilder über 800 km.
 
Erste experimentelle Sendungen , 30 Z, 450m, beginnen im Dez. 1932.
 
Erstes Model, das man kaufen konnte: von INTEGRA, umgefähr 50 davon verkauft anno 1934
 
Anfang 1935, Vorführung von 180Z (CDC). Ein Sender (1kW, 8m) ist bestellt und im Nov 1935 eingeführt für tägliche Sendungen.
 
Das Forschungslabor der CDC (Leiter BARTHELEMY) ist inzwischen sehr stark geworden und teilt Patente mit RCA und TELEFUNKEN. Anfang 1936 ist er der Erste der 455 Z elektronich  zeigen kann. Offentliche Vohrführung in 1937, an der Exposition internationale.
 
Das 455Z Französiche Fernsehen beginnt 1938, Sender des Eiffelturms (6kW, 30m)
 
Erste Apparate von PHILIPS, EMY-RADIO, GRAMMONT.
 
Dann kam der Krieg. Der Sender wurde 1940 zerstört und das französische Fernsehen gab es erst wieder  im Okt. 1945, mit dem Deutschen Sender auf 441Z. Diese Sendeart gab es bis 1955.
1949 (15 Dez.) gab es die 819 Z. Mann hatte zwischen dem neuen Europäischen Standard (625Z) den 1029 Z von der CDC, und die 819 Z der Firma RADIO INDUSTRIE wählen müssen. Es war schon zu spät als das Internationnale Komite die 625 Z, mit negativen Video Polarität und FM Ton empfahl.
 
Die 625 Z wurden für den zweiten franz. Sender ausgewählt.

Mit freundlischen Grüssen,

Christian ADAM
Wolfgang Scheida
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15.Jan.06 12:01

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Vielen Dank für Ihre Zusammenfassung!

Zusätzlich zu den 441 und 455 Zeilen werden noch 450 Zeilen von der Compagnie des Compteurs genannt.
Sollte Ihre Literatur darüber Aufschluss geben können ob das ein 25 oder 50Bilder/sec. Dienst war - mit oder ohne Zeilensprungverfahren wäre ich für eine Zusendung auch als hochaufgelöster Scan (für die OCR Programme) sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
W. Scheida   

Eckhard Kull
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15.Jan.06 22:50

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Hallo Herr Scheida,

Der Brocken war durch das Breitband-Fernkabel mit der Nummer 504 an Berlin angebunden.
Dieses Kabel wurde nach Kriegsbeginn bis nach Frankfurt/M witergeführt, allerdings nicht
für Fernsehübertragungszwecke.
(Quelle: Gerhart Goebel, Das Fernsehen in Deutschland bis zum Jahr 1945)

Viele Grüße
Eckhard Kull
Franz Born †
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03.Oct.06 18:56

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Bei Einführung des Fernsehens in der DDR wurde anfangs auf Basis der OIR-Norm gesendet.
Dieser Standart ermöglichte den Empfang und den einfachen Programmaustausch mit den anderen Ostblockländern. Der wechselseitige Empfang der Fensehsendungen der BRD und der DDR war jedoch nur ohne Ton möglich! Die Abwägung, durch Umstellung seitens des DDR-Fernehens auf die in Europa überwiegende CCIR-Norm diese Einschränkung zu beseitigen, war hochpolitisch. Es war dadurch möglich den Westen, zumindest entlang der Grenze, mit dem DDR-Fernsehprogramm zu versorgen.
Der Wehrmutstropfen jedoch bedeutete, fast die gesamte DDR konnte dann das ARD-Programm verfolgen.
Die Entscheidung  die Umstellung  vorzunehmen, erfolgte dann doch schon zu Zeiten, als die Dichte der Fernsehzuschauer noch relativ gering war. Schließlich bedeutete diese Maßnahme die Notwendigkeit alle Fernsehgeräte in der DDR auf die neue Norm umzurüsten.
Frühzeitige Umstellung ist jedoch ein unbestimmter Zeitbegriff und zu dem Termin gibt es bisher widersprüchliche Angaben.
Einen Zeitzeugen den ich danach befragt habe, erinnert sich daran vor 1959 Umrüstungen an DDR-Fernsehgeräte vorgenommen zu haben, jedoch erfolgt dadurch keine Klarheit über die Umstellung der Sendeeinrichtungen.
Nach dieser Erinnerung wurde seinerzeit die CCIR-Tauglichkeit durch Einbau von 1Mhz - Zusatzoszillatoren hergestellt. Diese Methode bewirkte die Möglichkeit nach dem Umbau beide Normen empfangen zu können. Sie erfolgte offensichtlich auch schon vor der Normenumstellung
und so ging die Angelegenheit wohl für diese Geräte unbemerkt "geräuchlos" über die Bühne.

Leider kann ich trotz der Befragung keinenk Konkreten Beitrag zu der aufgeworfenen Frage bringen.
In diesem Zusammenhang ist mir jedoch eine Unterlage vom Dezember 1956 in die Hände gefallen die mit  der OIR-Norm zu tun hat, aber leider auch keine Antwort  über den Umstellungs-Termin beinhaltet.

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This article was edited 05.Oct.06 20:28 by Franz Born † .

Mario Spitzer
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03.Oct.06 20:10

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Hallo Herr Born,

die Umstellung muss wesendlich früher gewesen sein.

Der 2. Fernseher für die DDR Bevölkerung, der Rubens und alle Folgemodelle aus Radeberg (Dürer, Format, Derby, Clivia und so weiter), und ab 57 von Stern Radio Berlin (Weißensee, Alex Berolina), Elbia (Nordlicht) und Staßfurt waren CCIR Empfänger.

Ich kenne das Problem nur vom Rembrand, welches sich aber durch Abgleich lösen lässt. Ich musste meinen Rembrand nicht umbauen (er war es auch nicht) und er lief dann einwandfrei. (Modulator von Sony Kanal 4).

Das DDR Fernsehen (Deutscher Fernsehfunk) ging 1952, 2 Tage vor der ARD auf Sendung. Erst in Berlin, später Leipzig.

58 hatte die DDR ein komplettes Sendernetz woher man im Nachhinein behauptet, der DFF ging offiziell erst 58 auf Sendung und die ARD als "Erstes" feiert.

Das stimmt so jedenfalls nicht, zumal es in der Zeit von 52 bis 58 schon eine Vielzahl verschiedener Gerätetypen gab, auch mit Importbildröhren. Wozu frage ich, bestimmt nicht um die ARD zu fördern.

Das Problem mit dem "Westfernsehen" ging man mit FDJ Aktionen an, welche die Antennen auf den Dächern drehten oder man baute reine Regionalfernseher wie Stern Radio Berlin mit 2-stufigem ZF Verstärker und beschränkte die Kanalsegmente.

Von Umrüstungen las ich in Dresden, wegen einer Kanalumstellung. Die Trommelkanalwähler waren nicht immer komplett bestückt.

Das ZDF war noch verhasster, Konverter waren verboten und alles lief über Westpakete oder Eigenbau. Meine Geschwister hatten striktes Verbot von "Fred Feuerstein" u.s.w. zu erzählen.

Der Eigenbaukonverter meiner Eltern war in einer Zigarrenkiste versteckt. 1969 mit Start des Farbfernsehens mit dem 2. Programm war es vorbei mit dem Spuk und Konverter waren offiziell (auch Festfrequenzkonverter) käuflich.

Das lockerte sich später weiter, denn ab ca. 75 waren Kombidekoder PAL/SECAM Standart. Ich kennen aus meiner Kindheit kein Farbfernseher, der das Westfernsehen boßhafter Weise in schwarz weiß wiedergab. Nur Modelle wie Color 20, Raduga und Rubin waren reine SECAM Geräte. Wobei die letzten beiden mehr als Heizung, wie als Farbfernseher taugten (russische Importe).

Für Gebiete wie Dresden und Greifswald gab es reine SECAM DECODER und die Fernseher waren preiswerter (PAL duch Platinentausch nachrüstbar). Bestückt mit Schaltkreise der MCA Serie die Tesla in Telefunkenlizenz fertigte.

Wenn Sie in alten Zeitschriften lesen finden Sie oft Umbauanleitungen um mit dem Geräten auch die OIR Programme empfangen zu können, zB. "Alex".

Falls es interessiert, Sommer 89 war ich in Greifswald und erstaunt, weil man auch Sat1, RTL, 3Sat und1Plus in die Gemeinschaftsantennennetze der Plattenbauvirtel einspeiste. Da waren wir Berliner neidisch.

Eine Strafe waren die russischen Lochmaskenbildröhren, welche ab 1984 durch Import einer Bildröhrenfabrik einschließlich Lizenz von Toshiba, aus den Neugeräten verschwanden (zum Glück!!!!!!!!!!!!!!).

Wenn Sie Fragen haben schaue ich gern in meinen Unterlagen nach.

 

Freundliche Grüße aus Berlin

Mario Spitzer

PS. Danke noch mal für die Bildröhre.

This article was edited 03.Oct.06 20:16 by Mario Spitzer .

Mario Spitzer
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07.Oct.06 14:51

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Hallo Wolfgang, hallo Franz und alle anderen Sammlerkollegen,

wie im Telefonat versprochen, habe ich in meinen Unterlagen nach Anhaltspunkten gesucht.
Viel habe ich nicht finden können, offentsichtlich wollte man auch dieses Thema in der DDR totschweigen. Einige Fakten fand ich jedoch herraus und wir können den Zeitraum einschränken.

  • 04.06.52 Start der Probesendungen aus Adlershof täglich 90 Minuten
  • 16.11.52 Der als Reparationsleistung für UDSSR gefertigte Leningrad war auch in der DDR erhältlich
  • 21.12.52 Start des Deutschen Fernsehfunkes (es gab 75 Fernseher in der DDR)
  • 1953 waren es 600 TV Geräte
  • 1954 waren es 2300 TV Geräte
  • 1955 waren es 13600 TV Geräte und sieben Sender versorgen die gesamte DDR
  • 03.01.56 regulärer Sendebetrieb 2,2 Stunden am Tag
  • 1957 waren es 140000 (BRD 1070000 Geräte)
  • Ende 1957/Anfang 58 wurde die TV Produktion  bei Stern-Radio-Berlin, Elbia und Staßfurt aufgenommen.
Nun zur Normumstellung:
 
In der Kundendienstanleitung von RAFENA wird bereits der Rembrand mit Bild ZF 26 Mhz und Ton ZF mit 20,5 Mhz zangegeben, also schon CCIR.
 
Im Serviceblatt Nr. 1 von Werner/Zimmermann Blatt 1 steht: "Nach Umstellung OIR auf CCIR in der DDR wurde der Tonträger von 19,5 auf 22,5 MHz ab gestimmt."
 
Der Zeitpunkt der Umstellung muss demnach im Fertigungszeitraum des Rembrand gelegen haben, 1952 - 1955.
 
Das leuchtet soweit auch ein, denn zu der Zeit gab es noch kein richtiges Sendernetz. Nur Berlin und später Leipzig strahlte am Anfang den DFF aus. So war die Umstellung noch finanzierbar.
 
Später ist wirklich unwahrscheinlich, da die DDR die Umstellung des gesamten Sendernetzes und der wachsenden Zahl an Fernsehgeräten hätte kaum finanzieren können.
 
Sie war ja nichteinmal in der Lage, genügend 43er Bildröhren zu fertigen, so dass Ende 50er Jahre noch die total veraltete 30er Rundkolbenbildröhre B30M1 und M2 in Neugeräten auftauchte (Weißensee, Iris, Nordlich u.s.w.).
 
Der Umbau der Geräte kann so Aufwendig nicht gewesen sein, es waren alles Paralleltöner am Anfang.
 
Mario Spitzer

This article was edited 07.Oct.06 16:08 by Mario Spitzer .

Gerald Gauert
 
 
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Hallo,

ich habe eine 20-seitige Anleitung für die CCIR-Umstellung von RAFENA-Geräten aus dem Jahre 1957 bekommen. Die Größe der Scandaten im PNG-Format beträgt ca. 1MB. Kann jemand die gescannten Doppelseiten in ein PDF-Dokument umwandeln, damit sie auf dem Rm.org Server abgelegt werden können?

Ergänzung vom 05.August 2007:

Dank der freundlichen Unterstützung durch Herrn Georg Richter steht die Anleitung unter folgendem Link als PDF zur Verfügung.

CCIRT-Umstellung

Gerald Gauert

This article was edited 05.Aug.07 18:27 by Gerald Gauert .

Dietmar Rudolph
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11 "Auf der Europäischen Rundfunkkonferenz Stockholm im Sommer 1952 wurden die Bänder I und III dem Fernsehen zugeordnet, während das Band II dem Hörfunk vorbehalten wurde." [Leithäuser; Winckel: Fernsehen, Springer, 1953] Weiter heißt es hier: "Leider sind die für die Ostzone, Berlin, die Tschechoslowakei und Polen angegebenen Sender nicht mit den anderen Sendern verträglich, weil die Ostblockstaaten eine Abänderung ihrer Planung im Interesse eines störungsfreien Betriebes ablehnten. Dagegen sind die übrigen Sender sorgfältig  'koordiniert' und können voraussichtlich ohne gegenseitige Störungen betrieben werden." [....] "Abschließend muß festgestellt werden, daß der Stand Normung auf dem Gebiet des Fernsehens wenig erfreulich ist und die rasche Einführung des Fernsehrundfunks auf dem europäischen Festland zweifellos behindert."

Eine Karte zeigt den Stand der damaligen Planungen für die Frequenzvergabe der Fernsehsender.


Die Karte in besserer Qualität als PDF in der Anlage.

MfG DR

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This article was edited 05.Aug.07 20:42 by Dietmar Rudolph .

Dietmar Rudolph
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21.Aug.07 11:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   12 In Ergänzung zum Beitrag Nr. 11 folgt noch eine Darstellung der Frequenzverteilung für die unterschiedlichen TV Standards von 1952 in Europa. [aus Leithäuser; Winckel]
Auch hieraus geht hervor, daß damals für die BRD und die DDR unterschiedliche Standards und Frequenzen vorgesehen waren.


Die Frequenzverteilung ist im Anschluß noch als pdf herunterladbar. Ergänzend dazu eine Liste aus "D.G. Fink: Television Engineering Handbook, McGraw Hill, 1957", aus der ebenfalls hervorgeht, daß in Deutschland Ost und West unterschiedliche Standards geplant waren, wie aus den unterschiedlichen Bandbreiten ersichtlich wird.

MfG DR

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Wolfgang Scheida
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05.Nov.07 21:30

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Wenn man also obiges nimmt und das was mir der Betreiber der Seite http://www.kh-gps.de/ mitteilt ergänzt so dürfte sich die Umstellung über einen längeren Zeitraum vollzogen haben.

Das Dresden als "Tal der Ahnungslosen" (nur aufs West TV bezogen !) womöglich als letztes drankam wäre ebenfalls nachvollziehbar.

Der Text:   

Das sollte im ( Herbst? ) 1959 gewesen sein. Wie aus hier vorhanden Senderlisten aus den Jahren 1956 und 1959 hervorgeht, sendete der Sender Dresden zumindest noch bis Herbst 1959 mit einer Bildträgerfrequenz von 145.25 MHz ( Tonträger zuerst 151.75 MHz und nach 5.5MHz-Umstellung: 150.75 MHz ).

Die BT-Frequenz liegt innerhalb des 2m-Amateurbandes ( 144-146 MHz ) und wurde z.B. an meinem damaligen Wohnort Braunschweig als Indikator für Überreichweiten benutzt. Im Umkreis von 100Km um Dresden durfte seinerzeit kein DDR-Funkamateur im 2m-Band senden.

Für Fakten mit Frequenzen und Datumsangaben wären wir immer noch dankbar.

11/07 W. Scheida  

Ergänzung: In der "FunkTechnik" 1. Aprilheft Nr. 7 1957 wird von der Leipziger Messe berichtet. Es heißt: "Die schon in letzter Zeit bekannt gewordene Umstellung von der OIR auf die CCIR Norm wurde bestätigt". Die Umstellung wird demnach mit etwa Mitte 1957 begonnen haben und gemäß obiger Beiträge um 1959 abgeschlossen worden sein. 

10/2009:

Walter Bruch schreibt in  W. Bruch – Heide Riedel PAL das Farbfernsehen 8/1987 Seite 61 dass sich der Wechsel 1964 vollzog mit 100.000 DDR TV Umbauten.

This article was edited 06.Oct.09 11:14 by Wolfgang Scheida .

Jürgen Bauch
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26.Nov.12 21:57

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Guten Abend Herr Scheida

Mir liegen inzwischen genaue Pläne für den Zweig des Kabels 504 zum Brocken vor . Der Verlauf oder der Abzweig erfolgte von dem Verstärker Braunlage über Schierke zum Brocken.Das Kabel 504 verlief bekanntlich von Berlin bis Frankfurt und war bis Braunlage mit Verstärkern für das Fernsehen ausgerüstet

Sowie ich endgültig den genauen Streckenverlauf auch persönlich in Augenschein genommen habe werde ich hier weiter berichten.Leider sind die nächsten Monate dafür nicht geeignet,da der Winter am Brocken bevorsteht !

Da die Pläne sehr genau dargestellt sind ist davon auszugehen,dass 1943 das Kabel wirklich auf dem Brocken lag ! Alle Vermessungspunkte mit Kondensatormuffen,Kabelschächten u.s.w. sind genau verzeichnet !

Mit freundliche Grüßen aus Blankenburg

Jürgen Bauch

Interessant

www gwitte.homepage.t-online.de/brocken.htm
 

 

 

Jürgen Bauch
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30.Nov.12 20:38

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Heute möchte ich einige weitere Details meiner Recherche zum Sender Brocken im Radiomuseum veröffentlichen :

Als erstes den Entwurf eines  Schreiben der RPD Magdeburg vom 19.01.1935 an den Fürsten zu Stollberg-Wernigerode und einen Zeitungsausschnitt von 1935 ! Zeitung leider unbekannt !

 

 

Demnächst dann mehr.

Jürgen Bauch

 

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30.Nov.12 21:21

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So war die Planung des fahrbaren Senders zu Fernseh Testsendungen !

 

 

Jürgen Bauch

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Jürgen Bauch
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01.Dec.12 17:46

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Heute nun der 3.Beitrag zur Planung des Fernsehsenders auf dem Brocken.Eine Abschrift der Aktennotiz zu einer Besprechung auf dem Brocken vom 11.12.1935.Weiterhin eine Kohlezeichnung für die staatliche Naturdenkmalpflege in Preußen !

Jürgen Bauch

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This article was edited 01.Dec.12 17:49 by Jürgen Bauch .

Jürgen Bauch
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21.Feb.13 21:46

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Heute nun der 4.Beitrag zur Planung des Fernsehsenders auf dem Brocken und wie sollte das Fernsehsignal von Berlin zum Brocken und zum Großen Feldberg.

Es fehlen nur noch die Station Berlin und einige Stationen zwischen Hann.Münden und Frankfurt(M).

Die meisten Daten sind aus dem Landesarchiv Dessau und und mit freundlicher Hilfe von Herrn Poetschke Rostock !

Jürgen Bauch

 

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21.Feb.13 22:02

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Für alle Interessierte

Am 18.02.2013 im Landesarchiv Niedersachsen Staatsarchiv Wolfenbüttel gefunden

Akte 3 Nr.56

 

Schreiben v.30.04.1940  

An das TBA Braunschweig

Ersatz-Verstärkerröhren für die V-Ämter im FK504 Blankenburg - Braunlage - Herzberg-Göttingen(Geismar) - Hann.Münden

Für die am 02.04.1940 in Betrieb genommenen o.g. V-Ämter sind für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft folgende Ersatzröhren bereitzustellen.

 

                                                         50  X E2b

                                                        10 X  Ec

                                                          5 X  Z2d

Für jedes der 5 Ämter sind bestimmt:

                                                           10  X E2b

                                                           2 X  Ec

                                                           1 X  Z2d

 

Da es sich wahrscheinlich um die Röhren für den Fernsehkabelverstärker 38 ,der bei RM auch als Kaskadenvertärker angelegt ist,meine Frage wer weiß wieviel der Verstärker waren in Kaskade pro V.Amt geschaltet !  Als Hinweis jedes V.Amt bestand meist aus 2 Etagen unter der Erde und war ca.7mx7m groß ,hatte eine eigene Stromnotversorgung mit einem  14KVA Generator und auch einen eigenen Brunnen wahrscheinlich zur Kühlung der unterirdischen Anlagen !

Die Verstärkung des Signals ist aus den Schemata so alle 30 - 40 Km zu ersehen !

 

Jürgen Bauch

 

 

This article was edited 21.Feb.13 22:13 by Jürgen Bauch .

Wilfried Haack
 
 
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21.Feb.13 23:37

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Hallo Herr Scheida,

im September 1959 begann ich meine Lehre als Rundfunkmechaniker in Berlin.

Mir ist in Erinnerung, dass die 2 Gesellen  voll damit beschäftigt waren Rembrandt und Rubens Geräte von OIRT auf CCIR umzustellen.

Das wurde zum großen Teil in der Wohnung der Kunden durchgeführt.

Es wurde die Ton ZF nachgeglichen und es "sollte" auch die Tonfalle im ZF Teil umgeglichen werden.

Das verkniffen sie sich aber, da kein geeigneter Generator zur Verfügung stand, der einzig vorhandene, wurde in der Werkstatt gebraucht.

Der Ton-ZF Nachgleich war kein Problem, da auf Kanal 7 ja der SFB sendete(hi).

Der Meister bekam für jedes umgestellte Gerät eine Pauschalsumme.

Er frozzelte mal: ".. davon habe ich mein Haus finanziert!".

 MfG W.H.

Wilfried Haack
 
 
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Hallo Herr Scheida,

für die Benelux-Länder wurden Multinormgeräte hergestellt.

Mir ist ein Gerät von Philips bekannt, mit dem konnten alle Normen der Benelux-Anrainer empfangen werden.

Also PAL, SECAM, 625  und 819 Zeilen, AM und FM Ton, verschiedene Ton-ZF Frequenzen, positive und negative Bildmodulation.

Besonders für die Konvergenz-Schaltung war ein enormer Aufwand nötig.

Spezielle Zeilentrafos und Ablenkeinheiten.

Ein solches Multinorm-Gerät von Telefunken gab es auch, allerdings waren der Tuner und die Ablenkmittel von Philips.

Dabei mußte für dem Empfang der 819 Zeilen-Sender berücksichtigt werden, dass in Südfrankreich der Oszillator oberhalb und in Nordfrankreich der Oszillator unterhalb der Empfangsfrequenz schwingen mußte (kann auch umgekehrt sein).

In Belgien wurde von Barco ein Multinormgerät gefertig, aber es gab bestimmt auch schon vor dem Farbfernsehen noch weitere Firmen in Belgien, die Multinormgeräte herstellten, da es in Belgien ja besondere Empfangsmöglichkeiten dafür gab.

Belgien selbst hatte wohl auch 2 verschiedene Normen(?).

Wilfried Haack
 
 
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Hallo Herr Scheida,

in der DDR hatten die ersten FS-Geräte 70 ohm unsymmetrische Antenneneingänge.

Später wurden dann umschaltbare Eingänge verwendet, die sich auch auf 240 ohm symmetrisch umschalten ließen.

Das 240 ohm Flachbandkabel war preisgünstiger in der Herstellung und leichter zu verlegen als das 70 ohm Koaxialkabel.

Bei Gemeinschaftsantennen-Anlagen und bei der Verlegung in vorgefertigten Kabelschächten, wie zB in der "Stalinallee" war das 70 ohm Kabel jedoch vorgeschrieben.

MfG W.H.

Jürgen Bauch
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05.Dec.13 20:08

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Meine Dokumentation über das Fernkabel FK504 geht weiter ! Hier einige Daten zum Material- und Kostenaufwand !

Kalkulation der immensen Breitbandkabel Kosten in RM

Die Kosten für 1 km Breitbandkabel 5/18 in beiden Richtungen ergeben sich angenähert aus der nachfolgenden, für 1938 aufgestellten Tabelle:

Kabellänge in km

250

500

1000

1500

 

 

 

 

 

Kabelpreis einschl. der Kosten für Auslegen und Montage

32.000

32.000

32.000

32.000

Zwischenverstärker (alle 17,5 km) einschl. aller Neben- und Betriebskosten

10.000

11.000

11.100

11.200

Endamtseinrichtungen einschl. aller Neben- und Betriebskosten

20.000

12.000

6.000

4.100

 

 

 

 

 

Summe

62.000

55.000

49.100

47.300

 

Jürgen Bauch
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Die Kosten für das Fernkabel von Berlin-Braunlage-Frankfurt/M-Gr.Feldberg  lagen

bei    Berlin – Braunlage – Brocken  ca.  262 Km  = 15  Millionen RM

bei Berlin – Frankfurt/M–Gr.Feldberg ca.  586 Km  = 30  Millionen RM

Reinhart Henning
 
 
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08.Dec.13 16:33

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Die Diskussion über die frühe Entwicklung des Fernsehen verfolge ich mit großem Interesse. Nun habe ich vor kurzem ein Büchlein von einem Bekannten zu lesen bekommen, dessen Inhalt hier vielleicht von Interesse ist.Es handelt sich um eine Firmenschrift der Siemen&Halske AG Wernerwerk für Verstärkergerät Berlin Siemensstadt vom Januar 1942.Der Tiel lautet "Trägerfrequenz Einrichtungen für Fernsprechleitungen. Neben Beschreibungen von Trägerfrequenzeinrichtungen für Fernsprechen gibt es auch Kapitel über Trägerfrequenz-Rundfunkzubringer, Drahtfunk und über das kombinierte Übertragungssystem B200 für 200 Ferngespräche und 2 Fernsehprogramme mit zahlreichen Abbildungen.Überrascht habe ich beim Durchlesen einen Raum- und Gebäudeplan des Verstärkeramts Hohenkirchen in Thüringen aus dem Jahr 1944 gefunden. Dieses Verstärkeramt war Bestandteil des Fernkabels 502 von Berlin nach München.Die Dateigröße der Scans sowohl der Pläne als auch des Kapitels über das B200 System übersteigt leider die erlaubte Dateigröße.Gerne bin ich bereit, interessierten Forumsmitgliedern diese auf andere Weise zur Verfügung zu stellen

Bei interesse an den anderen Kapiteln kann ich die Scans gern nachliefern.

Zur allgemeinen Geschichte dieses Breitbandkabelnetzes kann ich noch einige persönliche Anmerkungen beisteuern.

Iche habe im Jahre 1965 eine Lehre als Fernmeldemechaniker im damaligen Fernmeldeamt Sangerhausen begonnen. Im Bereich dieses Fernmeldeamtes verlief ebenfalls dieses Fernkabel 502, mit den Verstärkerpunkten Rothenschirmbach und Oberheldrungen. Zur damaligen Zeit existierte das Kabel aber bereits nicht mehr. Aus Erzählungen älterer Kollegen erfuhr ich, das im Jahre 1947 dieses Kabel als Reparationsleistung an die Sowjetunion ausgegraben werden mußte. Als sich dann herrausstellte, das es sich um ein Koaxialkabel handelte ,wurde es in Meterstücke zersägt und als Rohstoff verwendet.Das Dienstgebäude in Rothenschirmbach existiert bis heute, es enthielt bis 1994 die örtliche Vermittlungsstelle und ist jetzt privat.In Oberheldrungen gab es nur einen U-Verstärker in einem bunkerartigen Keller, er wurde später vom Mieter der Dienstwohnung als Schweinestall verwendet.Der U-Verstärker aus Oberheldrungen lagerte noch zu meiner Zeit auf dem Dachboden des Verstärkeramts Sangerhausen, in den 70'erJahren ging er als Leihgabe an das örtliche Museum und ist heute im deutschen Museum in München ausgestellt

Bernd Viehrig
 
 
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08.Dec.13 21:29

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Bekomme trotz FAQ den link zum Fernmeldemuseum Dresden nicht hochgeladen. Also bitte googlen. Mir ist dunkel in Erinnerung, dort bei einem Besuch vor etwa einem Jahr, etwas über das Fernmeldekabel gehört zu haben. Beste Grüße, Bernd Viehrig.

Jürgen Bauch
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18.Jan.14 22:38

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Im Brandenburger Landesarchiv habe ich die Zielbahnhöfe für die Versendung der Kabel und Verstärker-Ämter gefunden.Nur aus dem Land Brandenburg gingen die Züge mit den Kabelrollen und Verstärkerämtern an 20 Bahnhöfen zwischen Minsk-Moskau und St.Petersburg.Aus diesen Zielbahnhöfen habe ich den Versuch einer Rekonstruktion der eventuell wieder errichteten Fernkabel-Verbindung zwischen Minsk und Moskau und zwischen Moskau und St.Peterburg gemacht.

Mink - Moskau          738 Km

Moskau-St.Peterburg 732 km

    Minsk  - Moskau

 A.          Минск 

 B.          Смолевичи

 C.          Борисов

 D.          Кру́пки                

 E.          Коxанaва

 F.          Gусино

 G.         Ще́рбинка

 

  Moskau - St.Petersburg

 A.         Ще́рбинка

 B.            Баковка

 C.         Кали́нин

 D.           Вы́шний Волочёк

 E.            Чудово

 F.            То́сно

 G.           Пушкин

 

Jürgen Bauch

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Jürgen Bauch
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24.Jan.15 17:59

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Meine Dokumentation über das Breitband-Fernkabel FK504 Berlin-Braunlage(Brocken)-Frankfurt(M)(Gr.Feldberg) ist fast fertig.Für Interessierte habe ich vorab auf einer HP in 2 PDF s diese Dokumentation ins Netz gestellt.

Breitbandkabel FK504

Die Dokumentation versucht Licht in das als Geheime Reichssache des Dritten Reiches ausgewiesenes Projekt zu bringen.Viele Dokumente sind nicht mehr vorhanden einige wurden von mir in den Archiven Potsdam,Wolfenbüttel,Dessau und im Berliner Staatsarchiv gefunden ! An den Museen für Kommunikation Berlin und Frankfurt(M) führte meine Suche leider zu keinen Ergebnis !

Die Dokumentation beginnt mit den V-Ämtern Berlin Stallupöner Allee und Berlin Zehlendorf (nach 1945 "Das BerlinDocumentCenter") und endet auf dem Gr.Feldberg !

Es wird in der Dokumentation auch der Verbleib aller Anlagen nach 1945 dargestellt.

 

Jürgen Bauch

 

Wilfried Haack
 
 
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25.Jan.15 22:35

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In derZeitschrift "RADIO BILDFUNK FERSEHEN FÜR ALLE"  Heft 7 1935

fand ich einen Beitrag unter

Die Entwicklung des Fernsehens in Deutschland:

Am 15. Mai schenkte die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft Groß Berlin vier öffentliche Fernsehstuben.

Ein davon in der Parkaue 6/7 in Lichtenberg.

Dieses Haus hat den Krieg unzerstört überstanden.

Für mich sehr interessant, weil ich in unmittelbarer Nähe wohnte und Mitte der 50er Jahre dort oft vorbeilief wenn ich im "Haus der Jungen Pioniere"  bei einer Arbeitsgemeinschaft für Radiobasteln meine ersten "Erfahrungen" mit Radiotechnik sammelte.

W.H.

 

 

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This article was edited 25.Jan.15 23:20 by Wilfried Haack .

Jürgen Bauch
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12.Dec.15 09:08

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In einem "Jahrbuch des elektrischen Fernmeldewesens 1941/1942" habe ich folgenden Text gefunden:

 

"Für die Durchführung des Norwegen-Unternehmens wurde ein Bündel von 60 Vielbandleitungen zwischen Berlin und Hamburg eingerichtet. Da die von der Firma Siemens & Halske entwickelten Modulationseinrichtungen und Vielbandzwischenverstärker nicht rechtzeitig zur Auslieferung kamen, wurden zunächst 30 behelfsmäßige  Modulationseinrichtungen durch Umbau von handelsüblichen Rundfunkempfängern geschaffen. Verwendet wurden

Geradeausempfänger mit einer Audion- und einer Niederfrequenzverstärkerstufe. Die

Audionstufe (AF7) wurde zu einem Röhrensender mit Gitterspannungsmodulation umgebaut,

die Niederfrequenzverstärkerstufe  (Al4) als Vorverstärker der Modulationsspannung verwendet.

 

Zur Anwendung könnten folgende Radioempfänger gekommen sein.

 

       Philips Atlas D12   Röhren AF7-AL4-AZ1  Bj. ab 1936 oder auch

       Schaub Junior       Röhren AF7-AL4-AZ1 Bj. ab 1936  ???

 

Die Trägerfrequenzen wurden an den unteren Rand des bei Kriegsausbruch zwischen Berlin und Hamburg betriebsfähig vorhandenen Fernsehkanal gelegt: mit 1000KHz und in Schritten beginnend von 10 KHz aufsteigend, also bis 1300 KHz. Für die Demodulation wurden trennscharfe Rundfunkempfänger mit Überlagerung und Zwischenfrequenzverstärkung benutzt; an Ihnen war für diesen Verwendungszweck als behelfsmäßige Demodulationseinrichtungen für das Vielbandfernsprechen keinerlei Eingriff notwendig. "

 

Wer weiß um welche Rundfunkempfänger es sich gehandelt haben könnte ? Was war notwendig um diese zu Sendern umzubauen ?

 

Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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23.Dec.15 19:48

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Also wir hatten einen Rubens Bj12/ 54( das Weihnachtsgeschenk ) und der hatte schon OIRT- Norm, dieser wurde auch gesendet. Dann Ende 1958 wurde die ZF umgebaut auf CCIR .Zum Ärger meines Vaters, er hatte die tschechische Schule besucht und war 1946 aus dem Sudetengau in die damalige sowjetische Besatzungszone geflüchtet, denn wir konnten in Sebnitz Usti n.L ( das Tschechoslowakische Fernsehen ) ab 1961 gut empfangen und das war mit OIRT Ton. Aber glücklicherweise hatte die Fernsehmechanikerfirma Lustig aus Sebnitz die Idee mit dem 1 MHz Schwingkreis, so hatten wir dann beide Tonnormen.

This article was edited 23.Dec.15 19:51 by Wolfgang Lill .

Egon Strampe
Egon Strampe
 
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24.Dec.15 10:13

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Hallo Herr Scheida

Habe 15 Blätter Bildröhrendaten. Bei Interesse melden.

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