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Kaiser Typ W 560 RU / Fehlersuche

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Jürgen-Joscha Schulze
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Hallo Radiofreunde,

habe oben angegebenes Gerät geschenkt bekommen. Leider habe ich keinerlei Schaltungsunterlagen. Im Radiomuseum finde ich dieses Gerät auch nicht. Wer kann mir eventuell etwas über dieses Gerät mitteilen. Bilder anbei.

Das Gerät hat Empfang im UKW Bereich, leider sehr leise, bei voll aufgedrehtem Lautstärke Poti mit einem hochfrequenten Pfeifen im Hintergrund. Bin für jede Hilfe dankbar.

Grüße an alle

Joscha Schulze

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This article was edited 05.Apr.09 23:25 by Jürgen-Joscha Schulze .

Bernhard Nagel
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Hallo Herr Schulze,

das Kaiser Modell W560RU ist im RMorg-Bestand vorhanden, bislang jedoch ohne Bilder und leider auch ohne Schema. Man findet es hier oder nach Eingabe des Typs W560RU in das Feld "Einfache Suche für..." ab der Startseite (Home).

Ihren Bildern und der Röhrenliste nach handelt es sich bei diesem Gerät um einen 6-Kreis-Super für die AM-Bereiche, kombiniert mit einem Pendelrückkopplungs-Empfänger (Pendler, Pendel-Audion) für den UKW-Bereich. Das beschriebene Pfeifen im höheren Tonbereich ist  kein eigentlicher Fehler des Empfängers. Es tritt u.a. bedingt durch das Vorhandensein des Stereo-Pilottons (19 kHz) auf, eine Interferenz zwischen der Pendelfrequenz (festgelegt durch Bauteiledimensionierung) und des Stereo-Pilottones fällt in den hörbaren Frequenzbereich. Zum Bauzeitpunkt des Kaiser-Radios, also 1950, dachte noch niemend an die spätere Einführung der HF-Stereophonie nach dem Multiplex-Verfahren mit Frequenzanteilen bis 53 kHz im Stereo-Differenzband. Vom zusätzlichen RDS-Träger auf 57 kHz ganz zu schweigen.

Eine Behebung dieser lästigen Begleiterscheinung wäre zwar prinzipiell möglich, liefe aber auf eine Änderung einiger Bauteilewerte im UKW-Pendler hinaus. Da dieses Prinzip keinen Qualitätsempfang ermöglicht der die Vorteile der FM-Modulation auszunutzen vermag, eignet sich ein Pendelempfänger eher nicht zum täglichen Hören mit dem Genuß einer klangreinen Wiedergabe.

Im Forum hatten wir bereits Beiträge zu dieser Problematik, unter anderem zu finden hier, da und dort.

Diesen Beitrag bitte zum Modell verschieben.

Bernhard Nagel

Beitrag zum Modell verschoben. Wolfgang Bauer

This article was edited 06.Apr.09 06:55 by Wolfgang Bauer .

Jürgen-Joscha Schulze
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Hallo Herr Nagel,

danke für Ihre umfassenden Erklärungen. Das Pfeifen ist nicht mein eigentliches Problem und mir bei Pendlern auch bekannt.

Mein Problem ist, dass ich nur im UKW Bereich Empfang habe, trotz sehr guter Antenne, spielt das Gerät nur sehr leise. Da ich keinen Schaltplan besitze und noch blutiger Anfänger, in Sachen Röhrenradios bin, weiß ich nicht wo ich ansetzten soll. Mittlerweile habe ich zwei, mehr als marode aussehende Teerkondensatoren an der AZ-41 gewechselt. Die AZ-41 wird trotzdem heiss wie ein Tauchsieder. Denke mal das ist nicht normal. Eventuell defekt?

Das ist der Stand der Dinge.

Mit freundlichem Gruß

Joscha Schulze

 

Bernhard Nagel
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Hallo Herr Schulze,

nun verstehe ich Ihr Anliegen richtig. Aus dem Eingangspost ging der fehlende AM-Empfang (für mich) nicht hervor.

Da der Kaiser W560RU getrennte Empfangsteile für AM und UKW hat, können Sie für die Reparatur auf das Schema beim Modell W560R zurückgreifen. Das dürfte mit Ihrem Gerät übereinstimmen.

Hier ein Sicherheitshinweis: Bitte seien Sie sich beim Messen und Reparieren immer den hohen Spannungen im Geräteinneren bewusst! Am Netztrafo ist im Betrieb zwischen den Anoden der AZ41 500 Volt Wechselspannung vorhanden!

Zunächst ist es gut, dass die beiden Kondensatoren an den Anoden der AZ41 erneuert wurden. Wichtig ist, hier auf ausreichende Spannungsfestigkeit von wenigstens 630 V ~ bzw. 1500 V = zu achten. Hier sollten nur hochwertige Kondensatoren, am besten mit Polypropylen-Dielektrikum, zum Einsatz kommen. Die AZ41 wird bedingt durch ihren gedrängten Aufbau im Betrieb recht warm, das könnte normal sein. Klären können Sie das, indem die gesamte Leistungsaufnahme des Gerätes bzw. besser noch der Gesamtanodenstrom  gemessen wird. Laut Schema sind das beim reinen AM-Gerät ca. 60 mA, wenn alles in Ordnung ist.

Ein kritischer Kondensator, der unbedingt ersetzt werden sollte, befindet sich vor dem Steuergitter der Endröhre EL41. Dieser sog. Koppelkondensator mit 20 nF Kapazität soll die NF-Wechselspannung zur Enstufe führen, dagegen den Gleichspannungsanteil der Anodenspannung der NF-Vorstufenröhre EAF42 von der Endstufe fernhalten.

Machen Sie folgenden Test: Zunächst messen Sie den gesamten Anodenstrom. Dann wiederholen Sie die Messung, nachdem dieser 20 nF-Kondensator (mit rotem Pfeil markiert) einseitig abgelötet wurde. Falls der Anodenstrom nun niedriger ist, unbedingt diesen Kondensator ersetzen. Heutiger Normwert wäre 22 nF. Mesen Sie dann die im Schema angegebenen Spannungen im NF-Teil nach. Falls sie in etwa stimmen, müsste der Verstärkerteil funktionieren. Ein am TA-Eingang eingespeistes NF-Signal (50...200 mV) sollte dann normal hörbar sein. Den HF-Teil prüfen wir, wenn Netzteil und NF-Verstärker soweit normal funktionieren.

Bernhard Nagel

Jürgen-Joscha Schulze
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Hallo Herr Nagel,

danke für das Schema des W560R und Ihre Hinweise bezüglich gefährlicher Spannungen. Diese sind mir bewusst. Die von mir auswechselten Kondensatoren haben eine Spannungsfestigkeit von 680 V, denke mal da bin ich auf der sicheren Seite.

Hilfreich, Ihr Hinweis auf den 22nF Kondensator. Auf der Suche nach diesem, habe ich noch zwei weitere marode Kondensatoren entdeckt und ausgetauscht. Des weiteren entdeckte ich einen Elko 50 µF an dem der Anschluss zum Pluspol, regelrecht weggesprengt war. Auch diesen habe ich ausgewechselt. Fazit, ich kann im AM ( MW u. LW ) Bereich, einige starke Ortsender empfangen. Die Lautstärke hält sich in Grenzen (Voll auf gedrehter Lautstärkepoti, Zimmerlautstärke), ich denke da geht mehr. Allerdings habe ich noch nicht überprüft wie es ist, wenn ich ein NF Signal am TA Eingang einspeise. Das werde ich diese Woche noch in Angriff nehmen. Im UKW Bereich hat sich nichts verändert. Hier habe ich die EF 41 in verdacht, leider muß ich noch etwas warten bis ich eine neue bekomme. Bis dahin werde ich mal die Spannungen überprüfen, soweit aus Ihrem Schema ersichtlich und die Leistungsaufnahme, wobei ich mir nicht sicher bin ob bei meinem Gerät: (MW/LW/KW/UKW), 60mA der richtige Wert ist. Aber das wird sich zeigen. Wahrscheinlich werde ich auch noch einige defekte Kondensatoren und Widerstände finden. Es bleibt spannend.

Mit freundlichem Gruß

Joscha Schulze 

This article was edited 13.Apr.09 00:52 by Jürgen-Joscha Schulze .

  
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