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korting: Körting Excello 53W - Reparaturbericht

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Robert Schrödl
Robert Schrödl
 
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09.Apr.18 12:59

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Als "Anfängerprojekt" wählte ich aus meiner kleinen Sammlung dieses Gerät aus.
Vor etwa 40 Jahren rettete ich es als Jugendlicher das Radio vom Sperrmüll.
Bereits damals stellte ich fest, dass UKW-Sender nur ganz leise hörbar waren und die übrigen Wellenbereiche einwandfrei funktionierten. Da meine damaligen Reparaturversuche damit endeten, dass das Gerät überhaupt nicht mehr funktionierte landete es unrestauriert im Regal.

Nachdem ich jetzt die Elkos formiert und die Teerkondensatoren vorsorglich getauscht hatte fiel mir bei der ersten Inbetriebnahme, natürlich am Trenntrafo, sofort auf, dass der Glühfaden der AZ41 durchgebrannt war. Mit einer als  "getestet und gut" angebotenen AZ41 funktionierte das Radio wieder so, wie ich es damals vorgefunden habe, also mit ganz leiser UKW-NF. Allerdings liegt die Anodenspannung mit 210V deutlich unter den im Plan angegebenen Werten. Da die Stromaufnahme mit 55mA m. E. normal ist, gehe ich davon aus, dass die AZ41 eher schwach ist.

Die weitere Störungsanalyse gestaltete für mich aufgrund einiger für Anfänger irreführender Besonderheiten ziemlich schwierig. Um es gleich vorweg zu nehmen: Letztlich waren die beiden Anodenwiderstände auf dem Sockel der Anzeigeröhre EM11 defekt. Die Röhre wird nur im UKW-Betrieb zusätzlich als NF-Vorverstärker eingesetzt. Der NF-Verstärker funktionierte in den anderen Wellenbereichen einwandfrei, weshalb sich meine Störungsanalyse auf den UKW-HF-Teil konzentrierte. Auch hier fiel ich erst mal über einen Stolperstein: Ich konnte die Funktion des Oszillators nicht feststellen. Aber müsste er nicht schwingen, wenn ich ganz leise UKW-Sender im Lautsprecher höre?
Mit dem Oszilloskop konnte ich schließlich feststellen, dass der Oszillator nicht um 10,7 MHz über, sondern unter der Empfangsfrequenz schwingte, also hier in Deutschland im BOS-Frequenzband (Feuerwehr und Rettungsdienste).
Nachdem ich mir die für Anfänger sehr guten Bücher von Hr. Eike Grund und etliche Forumsbeiträge hier auf RM.org zu Gemüte führte, gelang es mir schließlich, die UKW-NF bis zum Gitter der Anzeigeröhre zu verfolgen und den Fehler aufzuspüren.

Das Gerät funktioniert jetzt wieder zufriedenstellend. Nachdem das Maximum der Anzeigeröhre beim Abstimmen des Senders zwischen zwei Lautstärkemaxima liegt, wäre vermutlich noch ein Abgleich erforderlich. Auch das würde ich gerne machen, aber so weit bin ich noch nicht.

Beim Zusammenbau des Gerätes fiel mir mit meinem geschulten Blick als Elektromeister noch ein gravierender Sicherheitsmangel auf: Die Befestigungslaschen der Messingrosette des Magischen Auges sind zu lang und berühren innen die Alu-Führungshülse der EM11. Diese ist wiederum leitfähig mit der Gerätemasse verbunden. Da das Gerät mit einem Spartransformator ausgerüstet ist, besteht die Gefahr, dass die Rosette die volle Netzwechselspannung führt. Ich denke, dass diese Information hier im Reparaturbericht untergeht. Daher werde ich in einem eigenen Forumsbeitrag darauf nochmal gezielt hinweisen.

 

 

 

 


 

 

 

Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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09.Apr.18 23:41

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Hallo Herr Schrödl,

ein guter Reparaturbericht der doch schon über das Wissen eines Anfängers hinausgeht! Dabei ist die Schaltung des Excello alles andere als "gewöhnlich". Denn bei UKW-Empfang sind sogar 3 NF-Stufen vorhanden, nach der Vorverstärkung mit der EM11 und dem Lautstärkeregler folgt die EF41 (ZF-Röhre) die als 2. Funktion noch die NF weiterverstärkt. Eine klassische Reflexschaltung.

Für die leise UKW-Wiedergabe bei Abstimmung auf Maximum der EM11 könnte der 4µF Elko an oder in der Nähe der EB41 verantwortlich sein. Der sogenannte Ratio-Elko (Teil des Ratio-Detektors, ein FM-Demodulator) hat möglicherweise seine Kapazität verloren. Zur Probe einfach einen zweiten Elko 4,7µF 63V dem eingebauten Elko parallel schalten. Wichtig: Pluspol liegt hier auf Masse! Im Schaltungsauszug ist der Elko in rot markiert.

Vielleicht ist der Fehler damit schon beseitigt. Viel Glück!

Bitte laden Sie noch Unteransichten vom Chassis zum Modell, vielen Dank.

Robert Schrödl
Robert Schrödl
 
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11.Apr.18 09:04

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Hallo Herr Nagel,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Den Ratioelko habe ich mittlerweile auch getauscht. Leider ohne Erfolg. Zudem habe ich die Widerstände rund um den Ratiodetektor geprüft und die EB41 testweise getauscht.

Ich werde meinen Excello weiterhin als Übungsobjekt betrachten und weiterhin damit experimentieren. Nur so kann ich dazu lernen und Erfahrung gewinnen. Derzeit fungiert er als Werkstattradio. Zur Restauration habe ich lohnendere Objekte in meiner kleinen Sammlung.

Eine grundsätzliche Verständnisfrage hätte ich aber doch noch: Ich habe mit dem Oszilloskop die UKW-ZF von der ECH81 bis zum Ratiodetektor verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Signal über mehrere ZF-Filter hinweg einen m. E. relativ hohen Anteil der Oszillator-Frequenz enthält. Am Gitter der EF41 habe ich beispielsweise eine Sinuswelle mit 78,8 KHz und 3Vss gemessen. In der Hüllkurve der Oszillatorfrequenz steckt wohl die ZF. Ich denke, das ist richtig so, sonst würde das Gerät nicht funktionieren. Nach zwei ZF-Filtern hätte ich aber hier einen eher untergeordneten Frequenzanteil der Oszillator-Frequenz erwartet.

Beste Grüße

Robert Schrödl

  
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