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Siemens E309: Kohlemassewiderstände; kurzer Reparaturbericht

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Eilert Menke
 
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11.Dec.17 20:21

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Nach längerer Ruhephase wurde ein Siemens E309 wieder in Betrieb genommen. Dabei fiel auf, daß die Skalendehnung nicht mehr wie bisher funktionierte. Nach Kontrolle der üblichen Verdächtigen (Schalter Kontrollmessungen/Skalendehnung, Einstell- und Meßpoti etc.) wurde die Stromversorgung dieser elektrisch recht einfach gehaltenen Schaltung genauer untersucht. Es stelle sich heraus, daß der im Schaltplan als W93 bezeichnete und durch Parallelschaltung von zwei einzelnen 51-Kiloohm-Widerständen gebildete Vorwiderstand (25,5 Kiloohm) keinen Durchgang, also einen unendlichen Widerstandswert aufwies. Nach dessen Austausch durch zwei gleichwertige Metallfilmwiderstände funktionierte die Skalendehnung wieder einwandfrei.

Bemerkenswert ist dies insofern, weil beide Widerstände dieser Parallelschaltung einen unendlichen Wert aufwiesen. Es handelt sich um die früher so beliebten, weil induktionsfreien Kohlemassewiderstände, die jedoch oft - wie hier auch - zu der Unart neigen, im Laufe der Jahre hochohmiger zu werden.

Weiterhin zeigte sich bei diesem Gerät zeitweilig ein leises, unregelmäßiges Knistern und Prasseln im Lautsprecher, unabhängig von der Stellung des Lautstärkereglers. Dies machte sich besonders bei zugedrehter Lautstärke bemerkbar. Daraufhin wurde der NF-Teil untersucht: Auch hier war ein Kohlemassewiderstand der Übeltäter: W64 in der Anodenzuleitung der NF-Vorstufenröhre Rö 10 II (ECC81) hatte einen Wert von über 500 Kiloohm angenommen. Laut Schaltplan darf dieser jedoch nur 100 Kiloohm betragen. Nach dessen Austausch war auch das Knistern verschwunden.

Am ausgebauten Widerstand wurden anschließend genauere Messungen vorgenommen: Dabei zeigte sich, daß der Wert um 500 Kiloohm unregelmäßig schwankte und daß das DMM keine konstante Anzeige annehmen wollte.

Letztendlich wurde dann vorsichtshalber noch der Kathodenwiderstand W68 der Endstufenröhre Rö 11 (EL90) untersucht, der laut Plan 330 Ohm inne haben sollte. Auch hier war der Wert bereits auf fast 600 Ohm angestiegen. Um die richtige Gittervorspannung sicherzustellen, wurde auch dieser Widerstand ausgetauscht, was sich aufgrund der relativ unzugänglichen Einbaulage unter dem Chassis recht knifflig gestaltete. Auch dieser Übeltäter war ein Kohlemassewiderstand.

Kohlemassewiderstände sollten also bei Auffälligkeiten, nicht nur bei diesem Gerät, immer einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.

 

Die Übeltäter:

This article was edited 11.Dec.17 20:24 by Eilert Menke .

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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11.Dec.17 21:07

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Hallo Herr Menke,

ich kann bestätigen, dass es sich um ein grundsätzliches Problem handelt. Ich hatte den gleichen Fehler mit diesen Widerständen in einem SABA Freudenstadt. Die Widerstände wurden hochohmig bzw. verursachten Knistern.

Man erkennt sie an ihrer typischen rauhen Oberfläche.

Rüdiger Walz

 

 

Dietmar Rudolph † 6.1.22
Dietmar Rudolph † 6.1.22
 
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12.Dec.17 10:37

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Mehr zu Kohlemassewiderständen findet sich in einem Thread "immer wieder diese Briketts", der wegen teilweise unsachlichen Äußerungen eines der Autoren leider ins "Talk" verschoben wurde und damit nicht allgemein zugänglich ist.

Der Thread über das "Stromrauschen von Kohlemassewiderständen" ist dagegen allgemein zugänglich.

MfG DR

  
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