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mende: Lichtantennenkondensator, gefährlich!

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Martin Steyer
Martin Steyer
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07.Nov.20 23:03

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Beim 151WL ist ein Schaltungsdetail, das auch bei verschiedenen anderen Radios der 30er-Jahre realisiert wurde: Ist keine Antenne eingesteckt, so wird auf den Antenneneingang die "Lichtantenne" über einen 250-cm-Kondensator zugeschaltet, bei Einstöpseln eines Bananensteckers wird dieser abgeklemmt. Nun ist das Wissen um die Gefährlichkeit dieser Schaltungstechnik ein alter Hut,  hier soll trotzdem noch einmal darauf hingewiesen werden.

Links erkennt man dem Kondensator, im allgemeinen haben diese eine Prüfspannung von 1500 V, allerdings war das 1935. Inzwischen haben sich die Kondensatoren mit Papierisolation im Laufe der Jahrzehnte verabschiedet. Das kennt inzwischen jeder Reparateur.

Dieser hier scheint wohl regelrecht explodiert zu sein, wie das Foto in das leicht angekohlte Innere zeigt:

Über die Spulen liegt der Antenneneingang galvanisch am zweiten, markierten 250-cm-Kondensator (der übrigens original 265 cm hat). Auch dieser hatte einen Kurzschluß, damit kam es zum Masseschluß mit dem Netzeingang. Ich vermute mal, man hat damals einfach die Netztsicherung ersetzt und das Gerät spielte weiter!

Es sollte also in jedem Fall dieser "Lichtkondensator" vor Reparaturversuchen entfernt werden!

Die interessante Eingangsschaltung des 151WL wurde ja hier in einem älteren Thread beim Modell (Link wohl überflüssig) diskutiert.

Hier noch ein kurzer Bericht der weiteren Reparaturent:

Beide 10000-cm-Kondensatoren parallel zum Sekundärausgang des Trafos natürlich defekt und schon geplatzt, sie befinden sich in einer gemeinsamen Hülle und wurden einfach entfernt.

Beide 6 uF-Elkos (hier die runde Ausführung wie im Lageplan, nicht der Blockkondensator unter dem Lautsprecher, wie bei den anderen Bildern hier!) ersetzt durch 10 uF-Cs mit 450 Volt. Auch hierzu noch eine Anmerkung. Beim Test der Stromaufnahme ohne Empfängerröhren liegen hier 470 V an (!!), das ist auch die Spannung, die kurzzeitig bis zum Anheizen der AF7 und AL4 bestehen bleibt. Das trotz der Tatsache, daß ich grundsätzlich den Spannungswähler auf 240 V gesetzt habe. Es ist kein Wunder, daß die restlichen Kondensatoren bei Alterung das nicht aushalten können. Erst dann sinken die Spannungen auf die Betriebswerte.

Die beiden 1 uF-Cs zur Glättung der Anoden- und G2-Spannung der AF7 befinden sich in einem Blockkondensator, der aufgequollen war und wurden ebenfalls ersetzt. Der übliche Kondensator zum G1 der AL4 (5000 cm original) war schon früher durch ein "WIMA-Bonbon" ausgetauscht worden, das ebenfalls dahin war.

Nun spielt der Einkreiser wieder perfekt, bemerkenswert ist die absolute Brummfreiheit des Gerätes, die bemerkenswert ist.

Die Rückkopplung des hier realisierten Anodengleichrichters setzt sehr gut ein, die Empfindlichkeit ist sehr gut.

This article was edited 07.Nov.20 23:06 by Martin Steyer .

  
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