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lorenz: NETV429W (NETV 429 W); Völkerbund 2 Abdeckhaube

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Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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10.Feb.07 20:14

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Herstellung der Abdeckhaube des Völkerbund 2

Die Abdeckhaube des Völkerbund 2 fehlt leider bei fast 100 % aller Geräte, die ich kenne. Sie wurde aus Zinkspritzguss hergestellt, der durch Rekristallisation zerbröseln kann und dort , wo dies nicht geschah, hat ihre exponierte Position beim Verstauen auf dem Dachboden oder Keller ihr den garaus gemacht. Was sich die Designer von Lorenz dabei wohl gedacht haben ?

Vor vielen Jahren fand ich bei einem Sammlerkollegen eine intakte Haube und bekam die Erlaubnis eine Silikonform herzustellen.

Die Haube wurde auf einer Unterlage mit Knetmasse abgedichtet, die eine Seite der Form gegossen und nach dem Aushärten mit Trennmittel behandelt. Dann wurde die andere Hälfte gegossen. Als Gefäß diente eine Toilettenpapierrolle. Die untere Hälfte ist vor dem Guß mit Einschnitten versehen worden, sodaß die obere Hälfte nun passende "Schlüssel " trägt.

Das Material zur Herstellung der Haubennachbildung ist Epoxidharz. Die Frontplatte des Lorenz Völkerbnd 2 ist schwarz brüniert. Die Haube muß daher auch schwarz glänzend sein. Dazu wird das verwendete Epoxidharz mit Qurzmhl und Graphitpulver versetzt.

Man erhält es im Baumarkt. Joghurtbecher und Eisstil dienen zum Anmischen. Es ist ratsam, die Form aufzuwärmen, dadurch wird das Harz dünnflüssiger, man vermeidet Luftblasen und das Harz bildet Details besser ab. Eine genaue Waage ist zur Dosierung anzuraten.

Das Harz wird angemischt und in die Form gegeben. Man benötigt ca. 30 % Quarzmehl bezogen auf Harz und wenige % Graphitpulver. Für blankpolierte Frontplatten mache ich eine Version mit Zinkpulver.

Vor dem Schließen der Form sollte man das Harz nochmal gleichmäßig verstreichen, um Luftblasenbildung zwischen Harz und Form zu vermeiden. Die Herstellung von Knopfnachbildungen verläuft übrigens analog. Überschüssiges Harz läuft an den Seiten der Form heraus. Man kann aber auch oben Löcher (Steiger) anbringen, wo das Harz austreten kann, erhält aber dann "Angüsse" am fertigen Objekt.

Das Harz wird im Ofen bei ca. 60 °C ausgehärtet. Je nach verwendeter Type kann man auf den Ofen auch verzichten. Die rohen Hauben müssen von Gußrändern mit Hilfe von Schmirgelpapier oder einer Feile befreit werden und mit Zahnbürste und Graphitpulver nachpoliert werden.

(Links mit Zinkpulver, rechts mit Graphitpulver)

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und kann vom Original kaum unterschieden werden.

Rüdiger Walz

 

  
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