Lautsprechermebrane zentrieren?

ID: 210779
? Lautsprechermebrane zentrieren? 
17.Jan.10 21:30
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Sebastian Göbel (D)
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Sebastian Göbel

Hallo,

heute trat mit ein für mich neues Problem auf den Plan. Bei einem Undine 2 hat der große runde Frontlautsprecher beim Spielen starke Verzerrungen, und beim manuellen Bewegen der Membrane Kratzgeräusche von sich gegeben. Es zeigte sich, dass sich die Verklebungen der Membrane wie auch der Zentrierscheibe teilweise gelöst hatten. Daraufhin demontierte ich die Membrane komplett, was aufgrund des gealterten Klebers sehr einfach gelang und auch unumgänglich erschien.

Am Schwingspulenträger sind leichte Schleifspuren zu erkennen, aber keine Deformierungen, was mich hoffen lässt das noch etwas zu Retten ist. Auf exakte Rundheit muss ich noch mit einem geeignetem Mittel prüfen.

Hat jemand Erfahrung wie man die Membrane wieder montiert bekommt? Das Einsetzen ansich bereitet keine Schwierigkeiten, aber wie kann man eine genaue Zentrierung erreichen?

 

Für Ratschläge dankbar,

Sebastian Göbel

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Bitte das Modell aufsuchen und dort fragen 
17.Jan.10 22:48
39 from 7509

Reiner Scholz (D)
Beiträge: 292
Anzahl Danke: 14
Reiner Scholz

Hallo Herr Göbel,

auch wenn diese Frage und deren Beantwortung allgemeiner Natur ist, also für viele Radios mit diesem Typ LS  zutrifft  - die Wahrscheinlichkeit einer Antwort erhöht sich enorm, wenn Sie Ihre Frage beim Modell Nora Undine 2 posten. :-)

Gruß

RS

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Zentrierung 
17.Jan.10 23:11
52 from 7509

Gerhard Bischof (A)
Beiträge: 57
Anzahl Danke: 10
Gerhard Bischof

Hallo Herr Göbel

Ich wage nicht ein Patentrezept für alle Lautsprecher abzugeben, werde ihnen aber eine Methode schildern bei der ich Erfolg hatte. Da ich nicht weiß wie ihr Lautsprecher genau aufgebaut ist, hoffe ich, daß mein Rat hilft.

Zentrieren sie die Membran mit Papierstreifen passender Dicke. ZB. 3 Stück in Position 12 Uhr - 4 Uhr - 8 Uhr.  (siehe Bild) Möglicherweise müssen sie die kleine Kalotte welche das Loch der Schwingspule verdeckt, vorsichtig mit einem Stanleymesser abschneiden. (Ich habe beim Wiedereinkleben mit Holzleim gute Erfolge erzielt und höre keinen Unterschied zu einer original eingeklebten Kalotte.)

Erst wenn die Membran durch die Papierstreifen fixiert ist sollte diese an das Lautsprecherchassis angeklebt werden. Papierstreifen erst entfernen wenn der Kleber vollständig getrocknet ist.Mit dieser Methode konnte ich den Lautsprecher eines Grundig 5010 dessen Schwingspule durchgescheuert war, wieder zum Klingen bringen.

 

mfg

Gerhard Bischof

Anlagen:

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Lautsprechermembrane zentrieren 
17.Jan.10 23:05
48 from 7509

Claus Marker (D)
Beiträge: 184
Anzahl Danke: 8

 

  Hallo,mein Vorschlag:

1. der obere Rand der Membrane wird am Filzrand rundum lose fixiert,z.B. mit vielen Wäscheklammern

2.möglichst viele schmale passende Papier(kartonstarke)-Streifen senkrecht zw. Magnetpol und Schwingspulenträger  mit "Gefühl" einbringen.

3.Nun ist die Lautsprechermembran "oben" und "unten" im Zentrum ausgerichtet.

4.Es wird am oberen Filzrand und an der unteren Textilaufhängung fixiert mit Kleber für Textil,Filz o.ä.

Viel Erfolg!

C.M.

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So könnt's gehen 
17.Jan.10 23:42
61 from 7509

Sebastian Göbel (D)
Beiträge: 161
Anzahl Danke: 6
Sebastian Göbel

Hallo,

danke für die Ideen.

Wie ich sehe ist es schon daher besser beim Modell zu posten, um einer Verwechslung vorzubeugen, denn es handelt sich um ein EAW Undine 2. Habe den Moderator angefragt ob er dies vornehmen kann.

Es handelt sich um folgenden LS mit Erregerspule:

 

Ich denke die Vorschläge sind bei dieser Ausführung durchführbar. Etwas erschwerend kommt hier hinzu, dass die Membrane einen Hochtonkegel trägt und so eigentlich in der Mitte geschlossen ist. Jedoch befindet sich zentral ein ca. 1cm großes Loch, durch ein Textilgitter verschlossen. Dies müsste ich entfernen um die Streifen später herauszuziehen.

Vielleicht hat noch jemand einen Tip bezüglich des Klebers. Der Originale ist bräunlich wie Knochenleim und (mittlerweile) spröde, zur Auswahl hätte ich "Ligement Büroleim" der mir ähnlich zu sein scheint, sowie Epoxydharz. Der Träger bestehlt aus Bakelit oder einem ähnlichen Duroplastwerkstoff.

 

Schönen Gruß,

Sebastian Göbel

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Holzleim 
18.Jan.10 14:18
177 from 7509

Rüdiger Walz (D)
Ratsmitglied
Beiträge: 715
Anzahl Danke: 12
Rüdiger Walz

Ich würde den "Büroleim" oder Holzleim (Ponal) empfehlen.

Rüdiger Walz

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Spielt wieder 
18.Jan.10 19:17
260 from 7509

Sebastian Göbel (D)
Beiträge: 161
Anzahl Danke: 7
Sebastian Göbel

Hallo,

nochmals vielen Dank für die Ratschläge, der Lautsprecher spielt schon wieder und klingt sauber.

Per Mail wieß mich Marcus Pütz darauf hin, dass er dasselbe Problem hatte und sein Vorgehen hier beschrieben ist. Das Entfernen des Hochtonkegels gelang mittels Aceton und vereinfachte die spätere Montage erheblich. Dabei verwendete ich 0.1mm dicke Papierstreifen, die auch nicht hätten stärker sein dürfen. Es ist schon beachtenswert, daß die Schwingspule durch Membrane plus Scheibe mit so hoher Präzision geführt wird.

Da der gesamte Klebstoff noch vorhanden war und mir eine vollständige Beseitigung auch unmöglich erscheint, habe ich ihn wiederbenutzt indem ich ihn mit Aceton anweichte, bevor ich die Membrane einsetzte. Zuerst wurde so der vordere Rand verklebt, wobei man recht zügig arbeiten muss. Nach dessen Trockung bepinselte ich den Rand der Zentrierscheibe und drückte diesen mit den Fingern fest. Es scheint alles gut gut fixiert zu sein, nötigenfalls wäre diese Verbindung mit Aceton leicht wieder zu lösen.

Nun bin ich gespannt wie dauerhaft die Reparatur ist, falls nicht werde ich berichten.

 

Gruß,

Sebastian Göbel

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