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Mittelwelle 1043 / 1044 KHz 60 Jahre Großsender Wilsdruff

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Wolfgang Lill
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24.Aug.20 19:13

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Übernahme des Artikels von Herrn Hajo Böhme, mit freundlicher Genehmigung von Frau Baumann, aus der Publikation "Das Archiv" 3/2014

Wilsdruff, bekannt durch seine Möbelherstellung, ist eine Kleinstadt westlich von Dresden. Das Rathaus beherbergt das erste Glasglockenspiel der Welt, und vor dem Amtssitz ziert eine rekonstruierte kursächsische Postdistanzsäule von 1730 den Markt.

Wer auf der Autobahn A4 zwischen Chemnitz und Dresden unterwegs ist, erblickt auf einer Anhöhe nahe der Stadt Wilsdruff einen  hohen, rot- weiß gestreiften, Sendemast. Nachts ist kilometerweit die rote Flugwarnbeleuchtung des Mastes zu sehen. 

Kaum jemand wird aber etwas wissen über die Entstehung und Funktion dieses Bauwerkes, mit dem ein Kapitel Rundfunkgeschichte geschrieben wurde. 

Begonnen hatte diese 1922 in Königs Wusterhausen bei Berlin mit dem ersten "öffentlichen Rundfunkdienst mit Sprechempfang" für die Verbreitung von Wirtschafts-, Börsen- und amtlichen Nachrichten. Ein Jahr später, am 29.Oktober 1923 strahlte der erste deutsche Rundfunkender mit Programmgestaltung aus dem VOX- Haus Berlin seine erste offizielle Sendung der Radio- Stunde A.-G. aus

Mit einer Leistung von 250 Watt auf der Frequenz 750 KHz begann die sprunghafte technische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland.

Am 1.März 1924, am Vorabend der Leipziger Frühjahrsmesse, nahm der zweite Rundfunksender des deutschen Reiches mit einer Leistung von 250 Watt auf der Frequenz 664 Kilohertz mit dem Programm der Mitteldeutschen Rundfunk AG ( MIRAG) im Gebäude des Neuen Johannis- Hospitals in Leipzig seinen Betrieb auf.

Die Sendungen wurden über eine 50 Meter lange, zwischen zwei 30 Meter hohen Stahlrohrmasten auf dem Dach des Gebäudes gespannte Doppel- T- Antenne abgestrahlt. 

Als zweiter Hörrundfunksender Sachsens ging am 22.Februar 1925 der Sender in Dresden auf der Frequenz 941 Kilohertz in Betrieb. Der Mittelwellen- Sender war im 5. Stock des Rathauses Dresden aufgebaut und wurde mit einer Leistung von 700 Watt über eine Langdrahtantenne betrieben, die zwischen dem  Rathausturm und dem Turm der Kreuzkirche gespannt war. 

Dieser Sender fiel im Februar 1945 dem alliierten Bombenangriff auf Dresden zum Opfer. Die dortige Reichspostdirektion beantragte einen Ersatzsender und erhielt aus Wehrmachtsbeständen zwei fahrbare Langwellensender des Typs 1500/ III zugewiesen. Durch die Kriegsereignisse erreichte aber nur ein Sender Dresden, der andere überdauerte das Kriegsende beim Postamt in Lauenstein / Ost- Erzgebirge. 

Auf der Dresdener Räcknitzhöhe konnte man zwar sofort mit dem Aufbau des bereitgestellten Senders beginnen, die Arbeiten waren jedoch bis Kriegsende nicht abgeschlossen; der Befehl des Wehrmachtsnachrichtenkommandos, beide Sender bei Feindbesetzung zu zerstören, wurde verweigert. 

Am 16.Mai 1945 stellte die sowjetische Militäradministration in Deutschland ( SMAD ) die durch Kampfhandlungen beschädigte und vom Personal verlassene fahrbare Sendeanlage sicher. Einen Tag später beauftragte sie über die Oberpostdirektion Dresden das Telegrafenbauamt, den Aufbau und die Inbetriebnahme des Senders fortzusetzen und den in Lauenstein eingelagerten Sender heranzuschaffen. 

Mehrere mögliche Standorte für Sender wurden begutachtet, dann entschieden sich die Vertreter des SMAD, der OPD Dresden und der Landesverwaltung Sachsen für ein Nebengebäude der ehemaligen Polizeifunkstelle und - schule des "Dritten Reiches" in Dresden Trachau am Wilden Mann, unmittelbar neben einer noch gebrauchsfähigen Antennenanlage.

Das Personal zum Betreiben des Senders sicherte die Oberpostdirektion Dresden und unterstellte es dem örtlichen Fernmeldeamt: ein Dienststellenleiter, 4 Betriebsingenieure, 14 Mitarbeiter Betriebsdienst und 11 Wachkräfte. 

Der Verbindungsoffizier der SMAD und Chef der Abteilung für Fernmeldewesen der SMAD, Generalmajor der Nachrichtentruppen Popow, legte als endgültigen Betriebsbeginn den 1.Juni 1946 fest. 

Nach anfänglichem Probebetrieb mit geringer Leistung nahm der Sender Anfang August seinen vollen Betrieb auf der Frequenz 519 Kilohertz auf.  Am 15. August 1946 erfolgte die offizielle Inbetriebnahme der zwei auf den Mittelwellenbereich umgerüsteten, je 1,5 Kilowatt abstrahlenden ehemaligen Sender der Wehrmacht mit wechselseitigem Betrieb.

Gleichzeitig liefen Vorbereitungen, einen 20- Kilowatt- Mittelwellensender der Firma C. Lorenz AG aufzustellen. Nach einem Bericht des Post- und Fernmeldetechnischen Zentralamtes vom 23. Januar 1947 befand sich dieser Sender bereits im Prüffeld der Firma Lorenz. Er konnte in Dresden allerdings nicht mehr aufgebaut werden, da seine Auslieferung wegen der politischen Teilung verhindert wurde.

Im August 1950 erhielt Dresden einen sechsstufigen anodenspannungsmodulierten Sender mit einer Leistung von 3,5 Kilowatt von der Firma Stark aus Königs- Wusterhausen, der am 8. August 1950 auf der Frequenz 910 Kilohertz seinen Betrieb aufnahm. Dieser Sender in Dresden- Trachau war die erste Funkstelle des Funkamtes Dresden, das im September 1952 gegründet wurde. 

Die stürmische Entwicklung des Rundfunks in Europa nach dem 2. Weltkrieg führte zu einer Überbelegung des Lang- und Mittelwellenbereiches und damit zu beträchtlichen Einschränkungen in der Empfangsqualität, Auf der Wellenkonferenz in Kopenhagen im September 1948 beschlossen die Länder der Region 1 ( Europa - Deutschland war ausgeschlossen - Sowjetunion, Mongolei, Afrika, Vorderasien, Arabien) einen Wellenplan zur Koordinierung und Neuverteilung der Lang- und Mittelwellenfrequenzen, der am 15.März 1950 als Kopenhagener Wellenplan in Kraft trat.

Für die sowjetische Besatzungszone (SBZ) sah der Plan nur die Frequenzen 1043 und 1570KHz vor. Zusätzlich für die in Deutschland stationierten sowjetischen Streitkräfte wies er die Frequenz 782 Kilohertz zu, die diese für den Rundfunk in der SBZ zur Verfügung stellten. 

Mehrere Sender, wie zum Beispiel Potsdam, Schwerin, Bernburg und Erfurt mussten mit Inkrafttreten des Kopenhagener Wellenplanes am 15.März 1950 abgeschaltet werden. 

Als man Mitte 1950 feststellte, dass sich in den europäischen Ländern niemand an die international vereinbarte Abschaltung der Sender und die Reduzierung der Leistungen hielt, leitete die DDR Maßnahmen ein, um die Rundfunkversorgung ihrer Bevölkerung umfassend zu sichern.

In Anbetracht des weltweit einsetzenden Trends zur Erhöhung der Sendeleistung beauftragte das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen ( MPF ) noch im gleichen Jahr das Funkwerk Köpenick, Mittelwellen- Großsender mit Bauelementen und Röhren  aus DDR- Produktion zu entwickeln und zu bauen.

Der Beschluss über den 1. Fünfjahresplan der DDR vom 5. November 1950 enthielt zudem die Aufgabe, im Zeitraum 1951 / 55 Mittelwellensender mit großer Reichweite herzustellen.

Dabei war auch an den Aufbau einer Mittelwellen- Sendestelle mit einer Leistung  von 250 kW in der Nähe der Sächsischen Landeshauptstadt Dresden gedacht. 

Blick über die A4 in Richtung Dresden auf den Sendemast im Jahre 2012

Nach Prüfung verschiedener Standorte fiel die Wahl auf ein 22 Hektar großes Gelände zwischen Wilsdruff und Birkenhain an der Autobahn Dresden- Chemnitz. Aufgrund der felsigen Bodenstruktur und der zahlreichen Wasseradern boten sich hier ideale Bedingungen für eine optimal wirkende Sendeantenne mit großer Reichweite.

Der Entwurf für das etwa 12 Millionen Mark teure Objekt einschließlich Verwaltungsgebäude für das vorgesehene Funkamt Dresden sowie von drei Wohnhäusern mit insgesamt 16 Wohnungen unterschiedlicher Größe für das Personal stammte von Kurt Nowotny , 1950 bis 1972 Chefarchitekt im MPF in Berlin. In Zusammenarbeit mit den Architekten  Heinrich Schwabe und Erika Lindner vom Projektierungsbüro Dresden der deutschen Post wurden die Pläne umgesetzt. Die Gebäude, im neoklassizistischen Baustil errichtet, entsprachen im Wesentlichen den Gebäuden aller in der DDR in den 1950er Jahren entstandenen Mittelwellen- Großsender in Schwerin ( Wöbbelin ) Burg ( Brehm ), Berlin- Köpenick und Erfurt ( Wachenbrunn ) sowie dem 750 Kilowatt- Langwellensender Zehlendorf bei Oranienburg, die gleichzeitig alle zum Sitz der jeweiligen Funkämter wurden. 

Funkamt Dresden , Haupteingang im Jahre 2003

Hauptauftragnehmer in Wilsdruff waren die Bau-Union Dresden, der Funk- und Fernmeldeanlagenbau Berlin und das Funkwerk Köpenick. Die Stromversorgungsanlage lieferte der Volkseigene Maschinenbau Berlin, und die gesamte Rückkühl- und Lüfteranlage errichtete der Lufttechnische Anlagenbau Berlin Lichtenberg. Von Anfang an war das Bauvorhaben geheimnisumwittert, nicht zuletzt wegen der Sicherung des Objekts mit insgesamt sechs Kilometern Zaun und der Bewachung durch den Betriebsschutz der Polizei.

Im Frühjahr 1953 begann die Firma Stahlbau Leipzig die Montage des 153 m hohen selbststrahlenden Rohrmastes und der als Ersatzantenne geplanten Dreieckflächenantenne. 

Die Wandstärke der Stahlröhre beträgt neun mm , der Durchmesser 1,40 m, ihre montierten Schusslängen vier Meter. Der Rohrmast ist in den Höhen 60 und 120 m jeweils nach drei Seiten abgespannt und ruht mit seinem Eigengewicht von 110 Tonnen auf einem Keramik- Druckkörper-   Isolator. Zusätzlich wird jede der sechs Abspannungen mit einer Vorspannkraft von rund 40 Kilonewton belastet. Die beachtliche Höhe und der rot- weiße Anstrich verliehen Wilsdruff den Titel "Stadt am Funkturm" mit dem Rohrmast als weithin sichtbare Landmarke.

Ebenfalls im Frühjahr 1953 begann der Aufbau des 250 Kilowatt- Senders, in den die bereits gesammelten Erfahrungen beim Aufbau des ersten Senders dieser Art in Berlin- Köpenick einflossen. 

Hochfrequenz- und Niederfrequenzendstufen in offener Bauweise

Er ging im September 1953 auf der Frequenz 1043 kHz in Betrieb. Der Sender war so konstruiert, dass jede Frequenz im Mittelwellen- Bereich von 500 bis 1680 kHz übertragen werden konnte. Beeindruckend ist an diesem Sender die offene Bauweise der Endstufen. 

Große Spulen und Kondensatoren, gepaart mit Leistungsröhren , bilden die Schwingkreise, das Herzstück des Senders, der teils offen , teils geschlossen aufgebaut ist. Die Endstufenröhren arbeiten in Gegentakt- C- Schaltung und sind wie die Vorstufenröhren wassergekühlt.

Hochfrequenzendstufe mit 4 Röhren SRW 357, Foto aus dem Jahre 2002

Wie in den Gründungsjahren des Rundfunks wurden bis zur Einstellung des Betriebes 1993 die Sendungen mit nahezu unveränderten Technologien verstärkt und abgestrahlt. Wassergekühlte große Senderöhren, riesige Spulen ( Variometer ) aus Kupferrohr, Plattenkondensatoren aus Keramik, mit Laschen manuell in Gruppen zusammengeschaltet, und Hochspannungsgleichrichter mit Quecksilberdampfröhren.

Zum Betreiben des Senders waren 1953 vier Betriebsingenieure, 16 Mitarbeiter im Sendebetrieb, 12 Mitarbeiter in den Stromversorgungs- und Kühlanlagen sowie 12 Mitarbeiter im Maschinenhaus im Drei- Schicht- Dienst tätig.

Durch Verbesserungen im Betriebsablauf und Einbau von teil- oder vollautomatisierten Überwachungs- und Steuerungseinrichtungen verringerte sich das technische Personal ab Mitte der 1960er Jahre auf 12 Mitarbeiter. 

Die Modulationszuführung zum Sender für das bis 1990 abgestrahlte Programm Radio DDR I erfolgte vom Hauptschaltraum des Studios in Berlin- Nalepastraße innerhalb eines hochwertigen Kabel- oder Richtfunkkanales zum Rundfunkverstärkeramt Dresden, von dort über ein Modulationserdkabel parallel zur Autobahn A4 zu den Eingangsstufen des Senders.

Dem Sender zugeordnet sind verschiedene Antennenanlagen. Über konzentrische Rohrleitungen erfolgt die Übertragung der modulierten Leistung vom Antennenwahlschalter innerhalb des Gebäudes bis zum Übergang ins Freie, dort dann als konzentrische Reusenleitung zu den Antennen. 

Energiezuführung zur Antenne als konzentrische Reusenleitung

Parallel zum Aufbau des Senders entstand eine Netzersatzanlage. Sie besteht aus zwei Generatoren, von denen jeder eine maximale Leistung von 600 Kilovoltampere erzeugen kann.

Als Antriebsmaschinen für die Generatoren dienen zwei Schiffsdiesel mit einer Leistung von je 750 PS. Wenn die zum Anlassen benötigte Druckluft in vier der jeweils acht Zylinder strömt, erfüllt ohrenbetäubender Lärm die etwa 1000 m2 große Maschinenhalle. Nach wenigen Minuten haben die Maschinen ihre Drehzahl von 428 Umdrehungen pro Minute erreicht und die Generatoren erzeugen Energie. 

Netzersatzanlage mit zwei Dieselmaschinen 8V44

Bei Volllast verbrauchen die Motoren 240 Liter Dieselkraftstoff pro Stunde. 1959 ging ein 20 Kilowatt- Sender als Reservesender in Betrieb, der in den Folgejahren bis 1978 vorwiegend das Nachtprogramm von Radio DDR ausstrahlte.

Nach Inkrafttreten der Vereinbarungen der Genfer Wellenplankonferenz im November 1978 wurde das Mittelwellenraster um 1 Kilohertz versetzt. Die Wilsdruffer Anlage sendete nun auf der Frequenz 1044 Kilohertz mit 250 Kilowatt das Programm "Radio DDR 1". Der 20- Kilowatt- sender strahlte auf der Frequenz 1431 Kilohertz das Programm "Berliner Rundfunk" ab. 

Mit der Fertigstellung des Objektes Wilsdruff und der feierlichen Einweihung im Mai 1954 verlegte das Funkamt Dresden seinen Sitz von Dresden- Trachau nach Wilsdruff in die neuen Verwaltungsgebäude. Zuständig für alle Rundfunk- und Fernsehsender in den Bezirken Dresden, Karl- Marx- Stadt und Cottbus wurde das Funkamt Dresden durch Neubau von Funkstellen und Zuordnung von Sendern nach dem Territorialprinzip bald zum größten Funkamt der DDR. 

Große Funkstellen wie zum Beispiel der UKW- und Fernsehturm in Dresden- Wachwitz, die UKW- und Fernsehsender Calau bei Cottbus, der Mittelwellen- Sender Schwarze Pumpe bei Hoyerswerda sowie die Richtfunkstellen Radebeul bei Dresden und Lugstein bei Zinnwald im Erzgebirge und weitere über 400 unbemannte Fernsehfüllsender zur Versorgung der Bevölkerung in gebirgigen Lagen  gehörten bis zur Auflösung des Funkamtes 1990 dazu. 

Aber auch kleine Mittelwellensender, die als Störsender gegen den RIAS dienten und mit Inkrafttreten des Genfer Wellenplanes im November 1978 außer Betrieb gingen, waren Dienststellen des Funkamtes Dresden.

40 Jahre strahlte der Großsender Wilsdruff sein Programm in guter Qualität in den Äther. Seit der politischen Wende in Osteuropa aber verlor die Mittelwelle weltweit an Bedeutung. Die 250- Kilowatt- Mittelwellen- Anlage in Wilsdruff sendete als einzigster Sender Deutschlands bis zur endgültlgen Abschaltung am 30.Juni 1993 das beliebte MDR- Jugendprogramm DT64/ MDR Sputnik.

Mit modernen volltransistorisierten und unbemannten Sendern wurden danach die Programme RadioRopa, Stimme Russlands und MDRinfo mit verschiedenen Leistungen aus Wilsdruff über den 153 m hohen Rohrmast ausgestrahlt, bis Ende April 2013 die Mittelwellenabstrahlung in Mitteldeutschland eingestellt wurde.

Bereits im Jahre 1995 wurde das Objekt des Funkamtes Dresden in Wilsdruff mit dem Mittelwellen- Großsender und allen technischen Anlagen in seiner Gesamtheit von Landschaft, Architektur und Technik in die Denkmalliste des Freistaates Sachsen aufgenommen. Seit dem Verkauf des Geländes im Jahre 2006 an eine Privatperson und der Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb sind das Betreten bzw. die Besichtigung der noch vollständig erhaltenen Anlage nicht mehr möglich.

Engagierte Wilsdruffer und ehemalige Mitarbeiter des Funkamtes Dresden gründeten 2013 den Technikverein "Sender Wilsdruff e.V.", der sich um den Erhalt des Denkmales bemüht.

"Langfristig geht es darum , Wege zu suchen, die einerseits das Recht auf privatrechtliche Nutzung des Denkmales seitens des Eigentümers wahren und andererseits den Schutz und die Erhaltung der letzten vollständig erhaltenen Sendeanlage aus den 1950iger Jahren in den Blick rücken. Denn die einzigste derartige Anlage in Sachsen gehört aufgrund ihrer gestalterischen Qualität und Ursprünglichkeit zu den frühen Zeugnissen der DDR- Architektur"- so ein Vertreter der Stadt Wilsdruff anläßlich eines Symposiums zum 60. Jahrestag der Einweihung des Senders.

 

Literatur und Quelle. Siegfried Hermann, Wolf Kahle, Joachim Kniestedt; Der Deutsche Rundfunk, Heidelberg 1994     Hagen Pfau; Mitteldeutscher Rundfunk, Radio Geschichte (n), Altenburg 2000   Bundesarchiv Signatur DM303/1307

Der Autor Hans- Joachim Böhme arbeitete nach seinem Studium an der Hochschule für Verkehrswesen "Friedrich List" in Dresden, bei der Deutschen Post und der Deutschen Telekom in verschiedenen Führungsfunktionen im Funkwesen und von 1996 bis zu seinem Vorruhestand 2008 im Qualitätsmanagement der Telekom. Jetzt beschäftigt er sich mit der Dokumentation des Funkwesens bei der Deutschen Post.


Foto „Blick über die A4 in Richtung Dresden auf den Sendemast im Jahre 2012“ Katrin Dallmann. ;, die anderen Fotos: Hajo Böhme. 

Der Stand  dieser ausgezeichneten Veröffentlichung ist 2014, die aktuelle Situation sehen sie hier

 

 

 

 

 

 

 

This article was edited 26.Aug.20 15:46 by Wolfgang Lill .

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Im Jahre 1993 feierte der Großsender Wilsdruff sein 40 jähriges Bestehen. Inoffiziell ging der Sender bereits am 01.09.1953 in Probebetrieb. Im Laufe der Jahre wurde von den Mitarbeitern zumeist in Eigenregie vieles verbessert. 

 

Hajo Böhme schreibt mir dazu; 

Anlass der Broschüre war der erste Tag der offenen Tür in Wilsdruff, der als großes Fest durchgeführt wurde.

In meiner Dokumentation schreibe ich dazu:

"Um den Anfragen von interessierten Bürgern nicht nur aus Wilsdruff gerecht zu werden, wird gemeinsam von den in Wilsdruff noch verbliebenen Mitarbeitern und der Pressestelle des Fernmeldeamtes Dresden anlässlich 40 Jahre Sender Wilsdruff am 18. September 1993 ein Tag der offenen Tür im Objekt organisiert. Dazu holt man die Genehmigung ein, mit dem 250 kW-Sender in der Zeit von 9:00 - 16:00 Uhr auf der Frequenz 1.044 kHz leistungsgemindert mit 150 kW das Programm MDR Info abzustrahlen. Diese Stunden sind unwiderruflich die letzten Betriebsstunden des Senders. Unter großem personellem und technischem Aufwand werden im Objekt Wilsdruff alle Bereiche des Funkwesens demonstriert. Neben den stationären Anlagen führen die Mitarbeiter Fernsehhilfsstationen FSH, jetzt TV-Umsetzer (TVU) genannt, mobile Richtfunktechnik für Außenübertragungen der Rundfunkanstalten, Funkstörungsmessdienst usw. den Besuchern vor. Die BKK Post, die Postbank und die Postversicherung haben Stände aufgebaut, es gibt Versorgungsstände mit Bratwurst, belegten Brötchen sowie Getränken und Blasmusik, viele ehemalige Mitarbeiter treffen sich zu Kaffeerunden. Die Resonanz ist überwältigend, über 3.000 Besucher nutzen den Tag."

Aber lesen Sie selbst in der von der Telekom damals herausgegebenen wunderbar gestalteten kleinen Festbroschüre ( Auszug). wenigstens diese bleibt der Nachwelt erhalten.

 

die aktuelle Situation sehen sie hier

This article was edited 16.Sep.20 16:40 by Wolfgang Lill .

  
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